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MA3 Masterarbeit

Substance linked sex – sexuality under psychoactive substances

Agnes Silvani untersucht in der Masterarbeit «Substance linked sex – sexuality under psychoactive substances» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sex unter Substanzeinfluss wird öffentlich fast nur als Chemsex verhandelt — bezogen auf Männer, die Sex mit Männern haben, und mit Blick auf Schäden und Todesfälle. Diese Arbeit wählt einen anderen Ausschnitt und einen anderen Ausgangspunkt: überwiegend heterosexuelle Personen, und die Frage, was sie dabei erleben.

Was untersucht die Arbeit?

Sie fragt nach körperlichen, psychischen und zwischenmenschlichen Veränderungen während Sex unter Substanzeinfluss — und zwar aus der Sicht des Modells Sexocorporel. Ein zweites Ziel ist, daraus abzuleiten, was für die sexualtherapeutische Praxis folgt.

Grundlage sind ausführliche qualitative Interviews mit sieben Personen, die solche Erfahrungen kürzlich gemacht haben. Die Arbeit ist auf Englisch verfasst.

Der Zugang ist salutogen: Nicht der Schaden steht am Anfang, sondern die Frage, was Menschen dabei erleben. Studien mit dieser Ausrichtung gibt es nur eine Handvoll.

Was verändert sich?

Die geschilderten Veränderungen fallen sehr unterschiedlich aus — und werden entlang der sexologischen Kategorien des Modells analysiert, statt in einer allgemeinen Wirkungsbeschreibung zu verschwinden.

Die Arbeit fragt darüber hinaus, was von diesen Erfahrungen dauerhaft bleibt. Das ist der für die Beratung entscheidende Punkt: Nicht was während des Konsums geschieht, sondern was danach von der Sexualität übrig ist.

Aus beidem leitet sie ab, was für die Arbeit mit Klientinnen und Klienten in der Sexualtherapie folgt.

Wie offen legt die Arbeit ihre Grenzen?

Ungewöhnlich offen — und das verdient eine eigene Erwähnung. Die Autorin listet vier Einschränkungen auf, statt sie in einem Nebensatz abzuhandeln.

Erstens: Eine qualitative Untersuchung mit sieben Befragten ist weder repräsentativ noch verallgemeinerbar. Ergebnisse und Diskussion seien als eine Sicht auf das Thema zu lesen, nicht als die Sicht.

Zweitens: Die Methodik enthielt zahlreiche Störfaktoren. Drittens war es schwierig, bestimmte Facetten des Modells Sexocorporel auf den Kodierprozess anzuwenden. Und viertens weist sie darauf hin, dass eine Arbeit von einer einzelnen Person anfälliger für Verzerrungen ist als Forschung im Team.

Wer die Ergebnisse liest, weiss danach genau, worauf sie beruhen.

Was heisst das für die Praxis?

Der Wert der Arbeit liegt darin, ein Thema aus der Randlage zu holen. Wer Substanzkonsum im sexuellen Kontext nur bei Männern, die Sex mit Männern haben, vermutet, übersieht einen Teil der Klientel.

Wer mit dem Modell Sexocorporel arbeitet, findet hier zudem eine der wenigen Anwendungen auf dieses Feld — samt der ehrlichen Auskunft darüber, an welchen Stellen das Modell dabei an Grenzen stösst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 117 Seiten und ist auf Englisch verfasst. Sie enthält den Forschungsstand zu Sex unter Substanzeinfluss, die Analyse entlang des Modells Sexocorporel, die vollständige Auswertung der sieben Interviews sowie eine ausführliche Diskussion der Grenzen und Forschungsperspektiven.

Abstract der Arbeit

Substance linked sex (SLS) has recently received an increasing amount of media and public health attention. Research on the topic so far has mainly been coloured by the chemsex subculture specific to men who have sex with men in certain urban settings and drug-related morbidity and mortality. Fewer are the studies investigating SLS from the perspective of people of all sexual orientations and only a handful of studies have done so with a salutogenic approach. The aim of this master`s thesis is to investigate changes to sexual experiences induced by psychoactive substances using the framework of the Sexocorporel approach in predominantly heterosexual individuals. Within the setting of qualitative in-depth interviews, a number of subjects that had recently experienced SLS were interviewed about their experiences based on the tenets of the Sexocorporel approach. Substances caused variegated changes to the sexual experience and these were subsequently analysed from the particular viewpoint of Sexocorporel. Furthermore, sustainable changes to sexuality due to the experiences of SLS are also discussed, as are conclusions on SLS that can be extrapolated to the clinical work with clients in sexual therapy.

Agnes Silvani, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Substance linked sex : Sexual experiences altered by psychoactive substances from the viewpoint of the Sexocorporel approach

Verfasst von
Agnes Silvani

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Chemsex & Substanzen · Sexualtherapie · Sexuelle Bildung · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Agnes Silvani: «Substance linked sex : Sexual experiences altered by psychoactive substances from the viewpoint of the Sexocorporel approach». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Sexuelle Kommunikation von Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen

Liana Joëlle Simovic untersucht in der Masterarbeit «Sexuelle Kommunikation von Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Reden Sie darüber» ist der häufigste Rat bei sexuellen Problemen und der unbrauchbarste, weil er nicht sagt, wie. Diese Arbeit hat deshalb Frauen befragt, denen es gelingt — und findet, dass sie im entscheidenden Moment gerade nicht sprechen.

Warum gerade kommunikationsstarke Frauen?

Die Forschungsliteratur macht meist auf die Folgen fehlender sexueller Kommunikation aufmerksam. Diese Arbeit dreht die Frage um: Welches Potenzial liegt in der gelingenden Kommunikation?

Mit dem Modell Sexocorporel als Grundlage lässt sich das Thema fähigkeitsorientiert betrachten. Nebenbei füllt die Arbeit eine Lücke im Modell selbst — die sexuelle Kommunikation führte in der Sexocorporel-Literatur bislang ein Schattendasein.

Wann wird gesprochen und wann nicht?

Hier liegt der praktisch wertvollste Befund. Je nachdem, welcher Zweck verfolgt wird, wählen die Befragten eine andere Art zu kommunizieren — und einen anderen Zeitpunkt.

Den Moment kurz vor oder während einer sexuellen Interaktion nehmen sie grundsätzlich als besonders verletzlich wahr. Dort setzen sie deshalb mehr nonverbale und paraverbale Kommunikation ein: Berührung, Bewegung, Tonfall statt Worte.

Das erklärt, warum der Rat, im Bett offen zu sprechen, so oft ins Leere läuft. Die Befragten meiden diesen Ort nicht aus Scham, sondern weil er der ungeeignetste ist.

Wovor schützt das Schweigen?

Vor zwei Dingen zugleich, und das macht den Befund interessant.

Erstens schützt nonverbale Kommunikation die Frauen selbst vor möglicher Ablehnung — etwa dann, wenn sie eine sexuelle Interaktion initiieren. Was nicht ausgesprochen wurde, kann nicht ausdrücklich zurückgewiesen werden.

Zweitens wollen sie damit ihren Partner schützen, der eine Botschaft als Kritik auffassen könnte — etwa bei Hinweisen zur Erregung. Nonverbale Kommunikation ist hier also nicht Vermeidung, sondern Rücksicht.

Für die Beratung heisst das: Es lohnt sich, mit Paaren nicht nur zu klären, ob gesprochen wird, sondern wann und wie.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier halbstandardisierte Interviews mit heterosexuellen Frauen, die sich selbst als kommunikationsstark einschätzen, ausgewertet über eine qualitative Inhaltsanalyse.

Diese Auswahl ist gewollt und zugleich die Grenze: Die Arbeit beschreibt, was bei denen funktioniert, bei denen es funktioniert. Ob dasselbe Vorgehen bei Frauen wirkt, die sich schwerer tun, zeigt sie nicht. Beide Vorannahmen der Autorin liessen sich bestätigen — was bei so kleiner Fallzahl auch heisst, dass sie kaum widerlegbar waren.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 103 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu sexueller Kommunikation, die Einordnung in das Modell Sexocorporel, die vollständige Auswertung der vier Interviews und die Diskussion fördernder wie hemmender Faktoren.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird der Frage nachgegangen, wie sich die sexuelle Kommunikation von kommunikationsstarken Frauen in heterosexuellen Beziehungen gestaltet. Die Untersuchung basiert auf dem theoretischen Modell Sexocorporel, das einen ganzheitlichen und fähigkeitsorientierten Blick auf das Konzept der sexuellen Kommunikation ermöglicht und es mit anderen Faktoren der Sexualität in Beziehung setzt. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden vier qualitative halb-standar- disierte Interviews durchgeführt, welche anschliessend anhand einer qualitativen In- haltsanalyse ausgewertet wurden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die sexu- elle Kommunikation für die Befragten eine Ressource in der Paarsexualität darstellen. Des Weiteren geht hervor, dass je nach Zweck der sexuellen Kommunikation eine andere Kommunikationsweise verwendet und ein anderer Zeitpunkt gewählt wird. Schliesslich zeigt sich, dass andere Faktoren des Modells Sexocorporel in Bezug auf die sexuelle Kommunikation als hemmend oder fördernd wahrgenommen werden.

Liana Joëlle Simovic, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexuelle Kommunikation von Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen : Eine qualitative Untersuchung von kommunikationsstarken Frauen auf Basis des Modells Sexocorporel

Verfasst von
Liana Joëlle Simovic

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexuelle Kommunikation · Paarsexualität · Schwangerschaft & Geburt · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Liana Joëlle Simovic: «Sexuelle Kommunikation von Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen : Eine qualitative Untersuchung von kommunikationsstarken Frauen auf Basis des Modells Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Einfluss der erektilen Dysfunktion nach einer radikalen Prostatektomie

Peter Steinmann untersucht in der Masterarbeit «Einfluss der erektilen Dysfunktion nach einer radikalen Prostatektomie» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Drei der vier befragten Männer berichteten nach der Prostataoperation von keinerlei psychischen Nachwirkungen. Alle drei hatten denselben Urologen — einen, der zusätzlich Sexologie studiert hat. Der vierte, nur medizinisch aufgeklärt, musste sich seine Antworten allein zusammensuchen. Der Autor benennt diesen Umstand selbst als Schwäche seiner Studie. Er ist zugleich ihr stärkstes Ergebnis.

Was verändert sich nach der Operation?

Die physiologischen Funktionen nehmen durch die radikale Prostatektomie ab — das ist erwartbar und bestätigt sich. Die Häufigkeit sexueller Begegnungen und der Selbstbefriedigung blieb dagegen etwa gleich.

Alle vier Befragten können auch nach dem Eingriff ihre Lust steigern, Erektionen bekommen und zum Orgasmus kommen. Was sich verändert hat, liegt anderswo.

Erhoben wurde das entlang der Komponenten des Modells Sexocorporel, jeweils für die Zeit vor und nach der Operation — ein Vorgehen, das mehr zeigt als die Frage nach der Erektionsfähigkeit allein.

Was macht die erektile Dysfunktion mit der Selbstsicherheit?

Die sexuelle Selbstsicherheit hat nach der Operation abgenommen. Das ist der zentrale Befund und der Grund, warum diese Arbeit über eine urologische Nachkontrolle hinausgeht.

Bei den Bewältigungsstrategien nannten die Männer vor allem PDE-5-Hemmer. Der Umgang mit der Störung läuft also stark über Medikamente — was naheliegt, wenn die Beratung sich auf das Medizinische beschränkt.

Warum ist die Begleitung entscheidend?

Hier liegt der eigentliche Ertrag. Drei Befragte gaben an, psychisch keine Nachwirkungen zu haben, und hatten weder Fragen noch Verbesserungsvorschläge zur medizinischen und sexologischen Betreuung. Alle drei waren Patienten desselben Urologen, der auch Sexologie studiert hat und sie entsprechend begleiten konnte.

Der vierte Teilnehmer wurde von seinem Urologen nur medizinisch aufgeklärt und musste die sexologischen Fragen mit grossem Aufwand auf anderen Wegen selbst abklären.

Der Autor wertet die Rekrutierung dieser drei über denselben Arzt als Einschränkung der Repräsentativität — und zieht daraus zugleich den Schluss, dass ein entsprechend ausgebildeter Urologe seine Patienten auch über das Medizinische hinaus vollumfänglich beraten kann.

Was heisst das für die Praxis?

Für die Urologie ist die Folgerung unmittelbar: Die sexologische Kompetenz der behandelnden Person entscheidet mit darüber, wie ein Mann die Zeit nach der Operation erlebt. Nicht als Zusatzangebot, sondern als Teil der Nachsorge.

Für die Sexualberatung heisst es umgekehrt: Wer Männer nach einer Prostatektomie begleitet, arbeitet meist mit denen, die diese Begleitung nicht bekommen haben.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier qualitative Interviews, ausgewertet nach Mayring. Der Autor reflektiert seine Methodik ungewöhnlich offen und benennt drei Schwächen selbst.

Erstens die einseitige Rekrutierung über einen Arzt. Zweitens: Ein Teilnehmer hatte nach der Operation keine Sexualpartnerin mehr und fiel bei allen partnerbezogenen Fragen aus — er hätte das vorher abklären müssen. Drittens waren die verwendeten Skalen von 0 bis 7 ungünstig gewählt; von 0 bis 10 hätten sie sich ohne Umrechnung mit den Prozentskalen verbinden lassen.

Diese Offenheit macht die Arbeit nicht schwächer, sondern lesbarer. Man weiss, worauf sich die Aussagen stützen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 107 Seiten. Sie enthält die medizinischen Grundlagen der radikalen Prostatektomie, den Forschungsstand zur erektilen Dysfunktion danach, die vollständige Auswertung der vier Interviews entlang der Komponenten des Modells Sexocorporel sowie die kritische Methodenreflexion.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit werden die Folgen einer partiellen oder vollständigen erek- tilen Dysfunktion bei Männern betrachtet, welche sich einer radikale Prostatektomie unter- zogen haben. Es wurden dafür vier Männer nach einer radikalen Prostatektomie in einem qualitativen Interview befragt. Eine zentrale Frage dieser Arbeit war die Untersuchung der sexuellen Selbstsicherheit ba- sierend auf den Komponenten des Sexocorporel vor und nach der radikalen Prostatekto- mie. Die Ergebnisse zeigen, dass die sexuelle Selbstsicherheit nach der Operation durch die erektile Dysfunktion abgenommen hat. Eine weitere Frage betrifft die Bewältigungsstrategien der Interviewteilnehmer beim Um- gang mit den Nachwirkungen der Operation. Hier geht es ebenfalls vor allem um den Um- gang mit der erektilen Dysfunktion. Bei den Strategien erwähnten die Teilnehmer vornehm- lich verschiedene PDE-5-Hemmer. In Bezug auf die psychischen Nachwirkungen sagten drei der vier Teilnehmer, dass sie psychisch keine Nachwirkungen hätten. Alle drei Perso- nen sind Patienten desselben Urologen. Da Letzterer auch Sexologie studiert hatte, konnte er die Patienten zusätzlich sexologisch einwandfrei betreuen, sodass in diesem Bereich keine Fragen offenblieben. Dies war ein grosser Gegensatz zur Situation beim vierten Teil- nehmer, der von seinem Urologen nur medizinisch aufgeklärt wurde und mit grossem Auf- wand die sexologischen Fragen auf anderen Wegen allein abklären musste. Dieser letzte Teilnehmer besuchte eine begleitende Sexualtherapie, welche nach seinen Angaben seine Heilung beschleunigt hat. Schlussfolgerung: Wie in den Forschungshypothesen angenommen hat die sexuelle Selbstsicherheit durch die radikale Prostatektomie abgenommen. Im Weiteren hat sich gezeigt, dass es von grosser Bedeutung ist, dass Patienten einer radikalen Prostatektomie mit ihren Partner*innen, sowohl medizinisch als auch sexologisch betreut werden, damit sie effektiv mit den Folgen der Operation umgehen können. Diese Betreuung kann durch einen entsprechend ausgebildeten Urologen oder durch einen Se- xologen erfolgen.

Peter Steinmann, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Einfluss der erektilen Dysfunktion nach einer radikalen Prostatektomie auf das Sexualleben des betroffenen Mannes : Einfluss der Operationsfolgen auf die sexuelle Selbstsicherheit unter Einbezug des Modells Sexocorporel

Verfasst von
Peter Steinmann

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Operative Eingriffe · Erektile Dysfunktion · Selbstwirksamkeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Peter Steinmann: «Einfluss der erektilen Dysfunktion nach einer radikalen Prostatektomie auf das Sexualleben des betroffenen Mannes : Einfluss der Operationsfolgen auf die sexuelle Selbstsicherheit unter Einbezug des Modells Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen

Stefanie Achermann Kälin untersucht in der Masterarbeit «Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Wenn ein Mann an der Prostata operiert wird, richtet sich alle Aufmerksamkeit auf ihn. Die Partnerin erlebt die Folgen mit — gefragt wird sie selten. Diese Arbeit beschreibt die Paarsexualität aus ihrer Sicht und benennt, woran die Begleitung scheitert.

Wer ist zuständig für die Sexualität?

Formell die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Sie sind die erste Ansprechperson für den Patienten — und, wenn die Partnerin ihn begleitet, auch für sie.

Praktisch ist das eine Überforderung. Für viele Ärztinnen und Ärzte ist es neben der rein medizinischen Begleitung eine zusätzliche Herausforderung, die Mehrdimensionalität der Sexualität in die Sexualanamnese aufzunehmen.

Die Arbeit benennt dafür einen Grund, der über Wissenslücken hinausgeht: Fachpersonen, die sexuelle Themen begleiten, sollten auch die eigene Sexualität reflektiert haben. Nur dann können sie authentisch darauf eingehen — und nur dann fühlen sich Patientinnen und Patienten in ihrer Angst und Frustration abgeholt.

Lässt sich das lernen?

Ja, aber nicht im Medizinstudium. Die Arbeit hält fest, dass diese Kompetenz nicht Teil der medizinischen Ausbildung ist, sich jedoch durch Fortbildungen erwerben lässt — genannt werden etwa die syndyastische Sexualtherapie und andere sexualmedizinische Weiterbildungen.

Der Vergleich, den die Autorin zieht, ist einleuchtend: Wie die Krebserkrankung fachliche Begleitung braucht, so brauchen auch sexuelle Störungen mit Leidensdruck eine fachliche Begleitung. Beides ist Behandlung, nicht Beiwerk.

Was braucht die Partnerin?

Die Arbeit klärt anhand von zwei qualitativen Interviews mit betroffenen Frauen den Bedarf an sexualtherapeutischer Begleitung — aus deren eigener Sicht, nicht aus der des Paares oder des Mannes.

Aus der Theorie skizziert sie sexualtherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten samt deren Wirkung und lässt diese Ansätze in einen Vorschlag für eine bedarfsgerechte Begleitung einfliessen.

Zusammen mit der Arbeit von Peter Steinmann, die dieselbe Operation aus Sicht der Männer untersucht, ergibt sich für dieses Thema ein seltenes beidseitiges Bild.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Zwei qualitative Interviews, ausgewertet nach Mayring. Das ist eine sehr schmale Grundlage, und die Arbeit stützt ihre Schlüsse entsprechend stark auf die Literatur.

Was sie leistet, ist ein Perspektivwechsel: Die Partnerin ist bei einer Prostatektomie nicht die Begleitperson eines Patienten, sondern selbst betroffen. Diese Sicht kommt in der Forschung wie in der Nachsorge kaum vor. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 102 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Prostatektomie und Paarsexualität, die vollständige Auswertung der beiden Interviews sowie die skizzierten sexualtherapeutischen Unterstützungsmöglichkeiten.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit werden die Folgen einer Prostatektomie auf die Paarsexualität aus der Sicht der betroffenen Partnerin beschrieben. Mit Hilfe zweier qualitativer Interviews mit betroffenen Frauen soll der Bedarf einer sexualtherapeutischen Begleitung abgeklärt werden. Sexualtherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkungen werden aus der Theorie skizziert, diese Ansätze fliessen in die Verbesserung und Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten fachlichen Begleitung ein. This master's thesis describes the consequences of a prostatectomy on couple sexuality from the perspective of the affected partner. With the help of two qualitative interviews with affected women, the need for sexual therapeutic support will be clarified. Sexual therapeutic support possibilities and their effects are outlined from theory, the findings flow into the improvement and further development of a need-based professional support.

Stefanie Achermann Kälin, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen : Erleben der Paarsexualität aus Sicht von Frauen vor und nach der Prostatektomie des Partners sowie Befragung anhand von Interviews bezüglich sexualtherapeutischer Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkung

Verfasst von
Stefanie Achermann Kälin

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Operative Eingriffe · Paarsexualität · Erektile Dysfunktion

Lizenz und Nachweis. Stefanie Achermann Kälin: «Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen : Erleben der Paarsexualität aus Sicht von Frauen vor und nach der Prostatektomie des Partners sowie Befragung anhand von Interviews bezüglich sexualtherapeutischer Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Sexualität junger Männer zwischen tradierten und modernen Geschlechterrollenbildern

Lea von Mühlenen untersucht in der Masterarbeit «Sexualität junger Männer zwischen tradierten und modernen Geschlechterrollenbildern» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Wer ist jetzt bei euch zuhause das Oberhaupt?» Diese Frage bekam einer der vier befragten jungen Männer zu hören, weil seine Freundin mehr verdient und beruflich erfolgreicher ist. Die Arbeit zeigt, was es kostet, sich vom traditionellen Rollenbild zu lösen — und was dabei hilft.

Wie sehen sich junge Männer heute?

Die vier Befragten sind sehr unterschiedlich aufgewachsen und haben dennoch ähnliche Vorstellungen: Sie distanzieren sich klar von den klassischen Geschlechterrollenbildern.

Ihre Selbstbeschreibung deckt sich mit dem Bild des «neuen Mannes» aus der Forschung — eines Mannes, der sich im Alltag mit der Partnerin abspricht und gemeinsame Vorstellungen von Elternschaft und Partnerschaft im Team umsetzt.

Das ist zunächst eine Erfolgsgeschichte. Die Arbeit zeigt aber auch, was sie kostet.

Was kostet die Distanzierung?

Rollenabweichendes Verhalten bleibt im Umfeld nicht unbemerkt. Der Befragte, dessen Partnerin mehr verdient, erhielt Kommentare, die infrage stellten, wer zuhause das Sagen habe — eine Erfahrung, die auch die Forschungsliteratur beschreibt.

Insgesamt identifiziert die Arbeit fünf Spannungsfelder, die aus den widersprüchlichen Erwartungshaltungen entstehen. Drei davon betreffen unmittelbar die Sexualität.

Die Distanzierung vom traditionellen Bild ist also keine einmalige Entscheidung, sondern eine dauernde Aushandlung mit dem Umfeld.

Was hilft dabei?

Neben persönlichen und sozialen Ressourcen findet die Arbeit viele Ressourcen im Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit — also genau dort, wo das Modell Sexocorporel ansetzt.

Das ist der eigentliche Beitrag der Arbeit zur sexologischen Praxis. Wenn sich ein junger Mann zwischen widersprüchlichen Erwartungen zerrieben fühlt, liegt der Ansatzpunkt nicht nur im Gespräch über Rollen, sondern im eigenen Verhältnis zum Geschlecht, dem er sich zugehörig fühlt.

Die Autorin hält fest, dass weitere Forschung nötig ist, um diese Ergebnisse zu untermauern.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Teilstandardisierte Leitfadeninterviews mit vier jungen Männern, ausgewertet nach Mayring. Vier Personen bilden keine Generation ab.

Auffällig ist die Einheitlichkeit der Aussagen trotz sehr unterschiedlicher Herkunft — das spricht für ein verbreitetes Muster, kann aber auch daran liegen, welche jungen Männer sich für ein Gespräch über Männlichkeit und Sexualität zur Verfügung stellen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 152 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Männlichkeit und Geschlechterrollen, die Herleitung der fünf Spannungsfelder, die vollständige Auswertung der vier Interviews sowie die Einordnung in das Modell Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den teilweise konträren traditionellen und moder- nen Erwartungen an das männliche Geschlechterrollenbild und den daraus resultierenden Spannungsfeldern für junge Männer. Die Datenerhebung erfolgte durch teilstandardisierte Leitfadeninterviews und zur Auswertung der Daten wurde eine Inhaltsanalyse nach May- ring durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die jungen Männer vom traditionellen Geschlechterrollenbild distanzieren und beschreiben ihre Rolle mehr im Kontext des Rol- lenmodells des “neuen Mannes”. Insgesamt konnten fünf Spannungsfelder aus den ver- schiedenen Erwartungshaltungen identifiziert werden, wovon drei Spannungsfelder die Sexualität betreffen. Neben persönlichen und sozialen Ressourcen zeigten die Ergeb- nisse, dass viele Ressourcen im Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit junge Männer bei der Bewältigung der Spannungsfelder unterstützen können. Weitere Forschung ist in Zu- kunft nötig, um diese Ergebnisse zu untermauern.

Lea von Mühlenen, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexualität junger Männer zwischen tradierten und modernen Geschlechterrollenbildern : Eine qualitative Untersuchung zum Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit und dessen Interdependenzen im Modell Sexocorporel

Verfasst von
Lea von Mühlenen

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Geschlecht & Identität · Männlichkeit · Sexuelle Fantasien

Lizenz und Nachweis. Lea von Mühlenen: «Sexualität junger Männer zwischen tradierten und modernen Geschlechterrollenbildern : Eine qualitative Untersuchung zum Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit und dessen Interdependenzen im Modell Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Cybersexualität in Fernbeziehungen

Judita Arenas untersucht in der Masterarbeit «Cybersexualität in Fernbeziehungen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Videotelefonie, Sprachnachrichten, Bilder: Fernbeziehungspaare nutzen die technischen Möglichkeiten vielfältig, um sich trotz Distanz sexuell nah zu sein. Ersetzen können sie die körperliche Berührung nicht — das sagen alle vier Befragten dieser Arbeit.

Wie wird eine Fernbeziehung sexuell aufrechterhalten?

Über cybersexuelle Elemente, und zwar über das gleichzeitige Senden und Empfangen sexuell motivierter Nachrichten — als Text, Sprache oder Video. Ziel ist, das Gegenüber offen über die eigene Erregung zu informieren und zum Austausch einzuladen.

Der Höhepunkt steht dabei nicht im Zentrum. Beim Cybersex geht es primär um den Austausch sexueller Erregung, nicht um den Orgasmus. Das ist eine wichtige Verschiebung gegenüber der verbreiteten Vorstellung.

Neben der Cybersexualität mit der Partnerin oder dem Partner lebt fast die gesamte Stichprobe zudem Autosexualität — regelmässige Selbstbefriedigung gehört dazu.

Wo sind die Grenzen?

Deutlich benannt: Die technischen Möglichkeiten lösen die physische Berührung nicht ab. Alle vier Befragten sagen das übereinstimmend.

Aufschlussreich ist die Ausnahme in der Stichprobe. Eine Person betreibt keine Selbstbefriedigung und begründet das damit, dass ihr das Teilen der Sexualität mit einer anderen Person sehr wichtig ist. Was für die einen ein Ersatz ist, ist für andere keiner.

Damit zeigt die Arbeit, dass Cybersexualität kein einheitliches Verhalten ist, sondern je nach Person eine andere Funktion erfüllt.

Was sagt die Arbeit über Fernbeziehungen selbst?

Sie räumt mit einer Nebenannahme auf: Fernbeziehungspaare gehen verbindliche Beziehungen ein und verfolgen Zukunftsabsichten. Die Distanz ist ein Umstand, kein Provisorium.

Ein zweiter Punkt betrifft den Zeitrahmen. Die Arbeit bezieht die Coronapandemie ausdrücklich ein — sie hat die sexpositive Nutzung von Onlinesex, darunter Cybersex, nachweislich vorangetrieben und damit Praktiken normalisiert, die zuvor Randerscheinungen waren.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier qualitative Leitfadeninterviews, ergänzt durch einen umfangreichen Forschungsüberblick zu Cybersexualität und zu Fernbeziehungen. Die Interviews dienen der Ergänzung der Theorie und der Überprüfung der Thesen — sie tragen die Aussagen nicht allein.

Vier Personen bilden die Vielfalt von Fernbeziehungen nicht ab: Distanz, Dauer, Häufigkeit der Treffen und Lebenslage unterscheiden sich stark. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 130 Seiten. Sie enthält den umfangreichen Forschungsüberblick zu Cybersexualität und Fernbeziehungen, den Bezug zur Coronapandemie sowie die vollständige Auswertung der vier Interviews.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, wie Fernbeziehungspaare ihre Beziehung aufrechterhalten und welche cybersexuellen Elemente sie dafür brauchen. Der Literaturteil der Arbeit bietet einen umfangreichen Forschungsüberblick über Cybersexualität sowie über Fernbeziehungen. Ebenfalls wird Bezug zur Coronapandemie und deren Auswirkun- gen auf Fernbeziehungspaare genommen. Auch wurde die Verbreitung von sexpositiver Nutzung von Onlinesex, darunter Cybersex, durch die Coronapandemie vorangetrieben (Döring, 2009; Döring & Walter 2020; Rothmüller 2021). Die vier qualitativen Leitfragenin- terviews dienen der Ergänzung der Theorie sowie der Überprüfung der Fragestellungen und der Thesen. Es wurde durch den aktuellen Forschungsüberblick festgestellt, dass cy- bersexuelle Elemente von Personen gebraucht werden, die in einer Fernbeziehung leben, um ihre Beziehung zu pflegen und sich sexuell nah zu sein. Dabei geht es um das gleich- zeitige Versenden und Empfangen von sexuell motivierten Nachrichten (Audio-, Video- und Textnachrichten) mit dem Ziel, das Gegenüber offen über die sexuelle Erregung zu infor- mieren und einzuladen, sexuelle Erregung auszutauschen (Merk et al., 2014; Döring 2004; Döring, 2008). Der Höhepunkt, der Orgasmus, steht bei der Cybersexualität nicht primär im Zentrum, vielmehr der Austausch von sexueller Erregung. Ausserdem wurde ersichtlich, dass Fernbeziehungspaare verbindliche Beziehungen eingehen und Zukunftsabsichten verfolgen. This master's thesis examines how long-distance couples maintain their relationship and what cybersexual elements they need to do so. The literature section of the thesis provides a comprehensive research overview of cybersexuality as well as long-distance relation- ships. Also referenced is the corona pandemic and its impact on long-distance relationship couples. Also, the spread of sexpositive use of online sex, including cybersex, was driven by the corona pandemic (Döring, 2009; Döring & Walter 2020; Rothmüller 2021). The four qualitative guideline interviews were used to supplement the theory and to test the research questions and theses. It was determined through the current research review that cyber- sexual elements are needed by individuals living in a long-distance relationship to maintain their relationship and be sexually close. This involves the simultaneous sending and receiv- ing of sexually motivated messages (audio, video, and text messages) with the goal of openly informing the other person of sexual arousal and inviting them to exchange sexual arousal (Merk et al., 2014; Döring 2004; Dö

Judita Arenas, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Cybersexualität in Fernbeziehungen : Die Nutzung von cybersexuellen Elementen in einer partnerschaftlichen langjährigen Fernbeziehung

Verfasst von
Judita Arenas

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Digitale Medien · Paarsexualität · Sexuelle Zufriedenheit

Lizenz und Nachweis. Judita Arenas: «Cybersexualität in Fernbeziehungen : Die Nutzung von cybersexuellen Elementen in einer partnerschaftlichen langjährigen Fernbeziehung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Magnificent Sex – herausragende sexuelle Erlebnisse und Sexocorporel

Franziska Ziegler untersucht in der Masterarbeit «Magnificent Sex» am ISP. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Wenn Menschen ihre herausragendsten sexuellen Erlebnisse schildern, greifen sie zu zwei Sprachen gleichzeitig: der spirituellen — Ekstase, Eins-Werden, allumfassend, auflösend — und der derben: geil, scharf, giga. Dazwischen liegt eine Lücke, und diese Arbeit macht sie zum Thema.

Warum fehlen die Worte?

Die Begriffe, mit denen über Sexualität gesprochen wird, stammen entweder aus medizinischen Fachbüchern oder aus der Alltagssprache. Dazwischen gibt es wenig.

Die Arbeit zitiert dazu die Forschungsgruppe um Peggy Kleinplatz: Man kämpfe mit einem Mangel an Worten, um die Essenz sexueller Erfahrungen zu erfassen — und es sei nicht verwunderlich, dass viele Menschen Schwierigkeiten hätten, ihre Sexualität zu verbessern, wenn ein guter Fahrplan und ein angemessenes Vokabular fehlten, um zu beschreiben, wohin sie wollen.

Genau hier setzt die Autorin an. Wer beschreiben will, was er anstrebt, braucht Begriffe dafür — und Modelle, die diese Begriffe verorten.

Was bringt das Modell Sexocorporel dazu bei?

Es liefert klar abgegrenzte und zugleich miteinander vernetzte Komponenten und Dimensionen. Damit lassen sich Schilderungen strukturieren, statt sie zwischen Fachbegriff und Kraftausdruck stehen zu lassen.

Die Ausgangsannahme der Arbeit lautet, dass Menschen mit Sexocorporel-Erfahrung ihre herausragenden Momente anders beschreiben — mit stärkerem Blick auf den Einsatz des eigenen Körpers.

Der Theorieteil arbeitet dafür die drei Dimensionen der Bewegung heraus: Tonus, Rhythmus und Raum, wobei der Raum den inneren Raum der Atmung und den äusseren Raum umfasst.

Was macht herausragenden Sex aus?

Die Arbeit knüpft an die international beachtete Untersuchung der Forschungsgruppe um Peggy Kleinplatz zu «Magnificent Sex» an — einer Studie, die nicht nach Störungen fragt, sondern nach dem Gelingen.

Geprüft wird die Annahme in vier qualitativen Interviews mit Menschen, die über Erfahrungen mit dem Modell Sexocorporel verfügen. Die Auswertung erfolgt nach Mayring.

Für die Beratung ist der Ansatz deshalb interessant, weil er die übliche Richtung umkehrt. Wer weiss, woraus sich gelingende Sexualität zusammensetzt, kann daran arbeiten — statt nur ein Problem zu beseitigen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier qualitative Interviews mit Menschen, die bereits körperorientiert an ihrer Sexualität gearbeitet haben. Diese Auswahl ist der Fragestellung geschuldet — und begrenzt zugleich, was sich verallgemeinern lässt.

Ob Menschen ohne diese Erfahrung ihre herausragenden Momente tatsächlich anders beschreiben, prüft die Arbeit nicht: Eine Vergleichsgruppe gibt es nicht. Sie zeigt, wie diese Gruppe spricht, nicht dass es an der Methode liegt.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 102 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu herausragenden sexuellen Erlebnissen, die Darstellung der körperlichen Faktoren nach dem Modell Sexocorporel, die vollständige Auswertung der vier Interviews sowie Überlegungen zu Grenzen und weiterführender Forschung.

Abstract der Arbeit

«Magnificent Sex» – Herausragende sexuelle Erlebnisse und dazu beisteuernde Faktoren bei Menschen, die über Erfahrungen mit dem Modell Sexocorporel verfügen In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, wie Menschen, die über Erfahrungen mit dem Modell Sexocorporel verfügen, herausragende Momente in ihrer Sexualität und die dazu beisteuernden Faktoren beschreiben. Ausgehend von den qualitativen Befragungen der Forschungsgruppe rund um Peggy Kleinplatz zu «Magnificent Sex», entstand die An- nahme, dass Menschen, die körperorientierte Übungen im Zusammenhang mit dem Modell Sexocorporel gemacht haben, bei ihren Beschreibungen den Fokus auf den Einsatz ihres Körpers richten. Der Literaturteil der Arbeit widmet sich den herausragenden sexuellen Er- lebnissen und den beisteuernden körperlichen Faktoren, wie sie im Modell Sexocorporel erwähnt werden, also den drei Dimensionen der Bewegung (Tonus, Rhythmus, Raum: in- nerer Raum der Atmung und äusserer Raum). In vier qualitativen Interviews wird die Haupt- fragestellung erforscht und die damit verbundene Annahme überprüft. «Magnificent Sex» – Outstanding sexual moments and contributing factors in people who have experience with the Sexocorporel model. This master's thesis examines how people who have experience with the Sexocorporel mo- del describe outstanding moments in their sexuality and the factors contributing to them. Based on the qualitative interviews conducted by the research group around Peggy Klein- platz on "Magnificent Sex", the assumption arose that people who have done body-oriented exercises in connection with the Sexocorporel model focus on the use of their body in their descriptions. The literature part of the paper is dedicated to the outstanding sexual experi- ences and the contributing bodily factors as mentioned in the Sexocorporel model, that is the three dimensions of movement (tone, rhythm, space: inner space of breathing and outer space). In four qualitative interviews the main question is explored and the related assump- tion is verified.

Franziska Ziegler, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Magnificent Sex : Herausragende sexuelle Erlebnisse und dazu beisteuernde Faktoren bei Menschen, die über Erfahrungen mit dem Modell Sexocorporel verfügen

Verfasst von
Franziska Ziegler

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexuelle Zufriedenheit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Franziska Ziegler: «Magnificent Sex : Herausragende sexuelle Erlebnisse und dazu beisteuernde Faktoren bei Menschen, die über Erfahrungen mit dem Modell Sexocorporel verfügen». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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Kategorien
MA3 Masterarbeit

Sexuelle Lust im Kontext der Sexarbeit

Ricarda Bacchi und Linda Spörri untersucht in der Masterarbeit «Sexuelle Lust im Kontext der Sexarbeit» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Forschung zur Sexarbeit blickt meist auf die — überwiegend männlichen — Freier. Diese Arbeit dreht die Perspektive um und fragt die Sexarbeitenden selbst: Unterscheidet sich ihr Lustempfinden im beruflichen Sex von dem im privaten? Die Antwort fällt anders aus als erwartet.

Woran hängt das Lustempfinden?

Nicht am Kontext, sondern an der eigenen Geschichte. Das Lustempfinden der Befragten bezieht sich in erster Linie auf ihre persönlichen sexuellen Lernschritte.

Daraus folgt der zentrale Befund: Können sie ihre Tätigkeit in einem sicheren Umfeld ausüben, frei von Zwang und ohne negative Erfahrungen, kann das Lustempfinden im beruflichen Sex ebenso wahrgenommen werden wie im privaten.

Das widerspricht der verbreiteten Annahme, beruflicher Sex sei per se lustlos. Es widerspricht ebenso der Vorstellung, er sei unproblematisch — die Bedingungen im Satz sind entscheidend.

Wie wurde vorgegangen?

Die Arbeit ordnet zunächst den Sexmarkt Schweiz mit Schwerpunkt auf der Stadt Zürich ein und erläutert die einschlägigen Begriffe und Gesetzesartikel — eine Grundlage, die man selten so ausführlich findet.

Anschliessend wurden je drei Interviews mit Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern geführt. Ausgewertet wurden sie entlang der Dimensionen des Modells Sexocorporel, darunter sexueller Archetyp, sexuelle Anziehungscodes, sexuelle Fantasien und sexuelles Lustempfinden.

Dass auch Sexarbeiter befragt wurden und nicht nur Sexarbeiterinnen, ist ungewöhnlich und erweitert das Bild.

Was ist das Anliegen der Autorinnen?

Sie formulieren es selbst: Die Leserschaft soll ein vertieftes Verständnis und eine Wertschätzung gegenüber dem Beruf der Sexarbeit entwickeln.

Damit ist die Arbeit auch ein Beitrag zur Entstigmatisierung — und sie liefert das Material dafür nicht über ein Plädoyer, sondern über die Schilderungen der Befragten.

Es ist zudem die einzige Arbeit dieser Sammlung, die von zwei Personen gemeinsam verfasst wurde. Die Verantwortlichkeiten sind im Text kapitelweise gekennzeichnet.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Sechs Interviews, ausgewertet entlang eines festen Kategoriensystems. Sexarbeit umfasst sehr unterschiedliche Arbeitsbedingungen, Rechtsstellungen und Abhängigkeiten — sechs Personen bilden dieses Feld nicht ab.

Wer sich für ein Interview über das eigene Lustempfinden zur Verfügung stellt, arbeitet zudem wahrscheinlich unter vergleichsweise guten Bedingungen. Genau diese Bedingungen sind aber die Voraussetzung im Hauptbefund — die Arbeit beschreibt also, was möglich ist, nicht was üblich ist.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 132 Seiten. Sie enthält die Einordnung des Sexmarkts Schweiz mit Begriffen und Gesetzesartikeln, die vollständige Auswertung der sechs Interviews entlang der Dimensionen des Modells Sexocorporel sowie die Erkenntnisse für die sexologische Tätigkeit.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der sexuellen Lust im Bereich der Sexarbeit. Anders als in vielen Forschungsarbeiten, wird hier die Perspektive seitens der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter erforscht und nicht jene der meist männlichen Freier. Somit wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich das sexuelle Lustempfinden von Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter der Stadt Zürich hinsichtlich des beruflichen Sex und privatem Sex unterschei- det. Um diese Frage zu beantworten, wird zunächst der Sexmarkt Schweiz, mit Fokus auf die Stadt Zürich, näher betrachtet und verschiedene Begriffe sowie Gesetzesartikel detailliert erläutert. Um in die Lebenswelten der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter einzutauchen und ihre Sexualität möglichst ganzheitlich zu verstehen, wurden von beiden Geschlechtern je- weils drei Interviews durchgeführt. Die gewonnen Daten wurden strukturiert, ausgewertet, mit der Theorie verknüpft und diskutiert. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich das sexuelle Lustempfinden der Sexar- beiterinnen und Sexarbeiter in erster Linie auf ihre Lernschritte ihrer persönlichen Sexualität bezieht. Können sie in einem sicheren Umfeld, frei von Zwang und negativen Erfahrungen ihre Tätigkeit ausüben, kann das Lustempfinden im beruflichen Sex gleichermassen wahr- genommen werden, wie im privaten Sex. Die Autorinnen der vorliegenden Arbeit erhoffen sich, dass die Leserschaft ein vertieftes Verständnis und eine Wertschätzung gegenüber dem Beruf der Sexarbeit entwickelt und die spannenden sexuellen Facetten erkennt. Schlüsselbegriffe Sexarbeit – Sexuelle Lust – Sexocorporel – Sexarbeiterinnen – Sexarbeiter – Zürich – Sexmarkt – Vulnerabilitätsfaktoren – Sexuelle Gesundheit – Polyvagaltheorie

Ricarda Bacchi und Linda Spörri, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexuelle Lust im Kontext der Sexarbeit – Eine Gegenüberstellung von sexueller Lust zwischen beruflichem und privatem Sex von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern

Verfasst von
Ricarda Bacchi und Linda Spörri

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexarbeit · Sexuelles Verlangen · Sexuelle Fantasien · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Ricarda Bacchi und Linda Spörri: «Sexuelle Lust im Kontext der Sexarbeit – Eine Gegenüberstellung von sexueller Lust zwischen beruflichem und privatem Sex von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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Kategorien
MA3 Masterarbeit

Sexuelle Lust heterosexueller Paare zwischen 50 und 70 Jahren

Marianne Brunner untersucht in der Masterarbeit «Die sexuelle Lust heterosexueller Paare zwischen 50 und 70 Jahren in l» am ISP. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Beim Erleben sexueller Lust geht es nicht in erster Linie um genitale Entladung, sondern um die Verbindung genitaler Erregung mit emotionaler Erregung. Diese Arbeit prüft, was die Lust in langjährigen Beziehungen zwischen fünfzig und siebzig erhält — und findet in Studien, Therapieansätzen und den Erzählungen zweier Paare eine bemerkenswerte Übereinstimmung.

Was erhält die sexuelle Lust im Alter?

Die systematische Literaturrecherche fördert Faktoren zutage, die teils banal und teils überraschend sind: das Vorhandensein einer Partnerin oder eines Partners, die gesundheitliche Verfassung, ein aktiver Lebensstil, die sexuelle Sozialisation in jungen Jahren, die sexuelle Zufriedenheit und der Stellenwert, den Sexualität im bisherigen Leben hatte.

Besonders deutlich bestätigte sich der Einfluss der frühen Prägung: Eine körperfreundliche und sexpositive Umgebung in jungen Jahren erweist sich als förderlich für den Erhalt der Lust Jahrzehnte später. Das ist eine Aussage über Sexualerziehung, verpackt in eine Arbeit über Menschen ab fünfzig.

Dazu kommen drei Wirkfaktoren aus der Studienlage: Verbundenheit und Selbstöffnung, Erotik und Lusterleben.

Genital oder emotional?

Der zentrale Befund der Arbeit liegt in dieser Verbindung. Die befragten Paare beschreiben sexuelle Lust nicht nur genital, sondern ebenso emotional — und bekunden damit ihre Verbundenheit.

Im Modell Sexocorporel wird das als Verbindung von oberer und unterer Schaukel beschrieben, umgangssprachlich: die Verbindung von Genital und Herz. Beide Paare nennen sie, und viele Studien zeigen dasselbe. Sexuelle Lust hat nach dieser Lesart die Fähigkeit, Verbundenheit, Selbstoffenbarung, Verletzlichkeit und Ergriffenheit erlebbar zu machen wie kaum etwas anderes — die Paare gebrauchen dafür Wörter wie Ekstase und Verschmelzung.

Eine allgemeingültige Definition sexueller Lust findet die Arbeit weder in der Literatur noch bei den Paaren. Diese Vielfalt selbst ist ein Ergebnis.

Wie wurde das erhoben?

Die Arbeit verbindet eine systematische Literaturrecherche mit zwei ausführlichen Leitfadeninterviews mit sexuell aktiven Paaren um die siebzig, die seit Jahrzehnten zusammenleben.

Ungewöhnlich ist ein methodisches Detail: Die Interviewten verfassten kurze Gedichte zur sexuellen Lust. In der Reduktion der Worte, schreibt die Autorin, zeigten sich Dichte und Tiefe — und bei einem der Paare wird gerade darin die Verbindung von Genital und Herz sichtbar. Beide Partner begannen ihr Gedicht mit demselben Wort: Freude.

Bei diesem Paar zeigt sich zudem etwas, das die Arbeit nicht auflöst, aber festhält: Schwere Schicksalsschläge über fast fünfzig gemeinsame Jahre hatten das Paar nicht getrennt, sondern näher zusammengebracht.

Was heisst das für die Beratung?

Die Arbeit stellt drei körperorientierte sexualtherapeutische Ansätze nebeneinander und zeigt, was jeder beitragen kann: Sexual Crucible nach Schnarch, Sexocorporel nach Desjardins und Sensate Focus nach dem Hamburger Modell.

Daraus wird ersichtlich, welchen Beitrag eine Sexualberatung zur Erhaltung der sexuellen Lust leisten kann — und zwar ohne die Erwartung, den Zustand von vor dreissig Jahren wiederherzustellen. Die Zielrichtung ist eine andere: die genitale Erregung mit der emotionalen zu verbinden.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Der Literaturteil ist systematisch gearbeitet und trägt den Hauptteil der Aussagen. Die beiden Interviews sind ausdrücklich exemplarisch — zwei Paare belegen nichts, sie veranschaulichen.

Die Auswahl verstärkt das: Befragt wurden sexuell aktive Paare in langjährigen Beziehungen. Wie es Paaren ergeht, bei denen die Lust erloschen ist, zeigt diese Arbeit nicht. Die hohe Übereinstimmung zwischen Studienlage, Therapieansätzen und den Schilderungen bleibt dennoch bemerkenswert.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 103 Seiten. Sie enthält die systematische Literaturrecherche zu sexueller Lust, den altersbedingten körperlichen Veränderungen und den Wirkfaktoren, die Darstellung der drei sexualtherapeutischen Ansätze sowie die vollständige Auswertung der beiden Paarinterviews.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, welche Wirkfaktoren zur Erhaltung der sexuellen Lust von Frauen und Männern in langjährigen Beziehungen unter Einbezug altersbedingter körperlicher Veränderungen beitragen. Zur Beantwortung dieser Frage wird in einem ersten Teil eine systematische Literaturrecherche vorgenommen, welche sich der Definition von sexueller Lust, den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der sexuellen Lust von Frauen und Männern, den Entwicklungen der sexuellen Lust in langjährigen Beziehungen und den körperlichen Veränderungen bei Frauen und Männern im Alter von 50 bis 70 Jahren widmet. Es zeigt sich, dass für den Erhalt der sexuellen Lust im Alter das Vorhandensein eines Partners, bzw. einer Partnerin, die gesundheitliche Verfassung und ein aktiver Lebensstil, die sexuelle Sozialisation in jungen Jahren, die sexuelle Zufrieden- heit sowie der Stellenwert der Sexualität im Verlaufe des Lebens ausschlaggebend sind. Weiter werden aufgrund von Studienergebnissen die Wirkfaktoren «Verbundenheit und Selbstöffnung», «Erotik» und «Lusterleben» dargestellt, welche wesentlich zum Erhalt der sexuellen Lust in einer langjährigen Beziehung beitragen. Diese werden ergänzt mit praxisnahen Beiträgen von den drei körperorientierten sexualtherapeutischen Ansätzen «Sexual crucible» nach Schnarch, «Sexocorporel» nach Desjardins und «Sensate Focus» nach dem Hamburger Modell. Dadurch wird ersichtlich, welchen Beitrag eine Sexual- beratung zur Erhaltung der sexuellen Lust leisten kann. In zwei exemplarischen Leitfaden- interviews mit sexuell aktiven Paaren in einer langjährigen Beziehung und im Alter von rund 70 Jahren werden die gleichen Themenbereiche erforscht und die Ergebnisse mit den Erkenntnissen aus der Literatur und den sexualtherapeutischen Ansätzen verglichen. Daraus werden konkrete Empfehlungen für die Sexualberatung abgeleitet.

Marianne Brunner, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Die sexuelle Lust heterosexueller Paare zwischen 50 und 70 Jahren in langjährigen Beziehungen : Wirkfaktoren, welche zur Erhaltung der sexuellen Lust von Frauen und Männern beitragen, unter Einbezug körperlicher Veränderungen im Alter – aufgezeigt anhand von Studien, Befragungen und drei sexualtherapeutischen Ansätzen

Verfasst von
Marianne Brunner

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexualität im Alter · Sexualtherapie · Sexuelles Verlangen · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Marianne Brunner: «Die sexuelle Lust heterosexueller Paare zwischen 50 und 70 Jahren in langjährigen Beziehungen : Wirkfaktoren, welche zur Erhaltung der sexuellen Lust von Frauen und Männern beitragen, unter Einbezug körperlicher Veränderungen im Alter – aufgezeigt anhand von Studien, Befragungen und drei sexualtherapeutischen Ansätzen». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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Kategorien
MA2 Masterarbeit

Effects of Feminist Pornography Consumption on Women

Kristi Moore untersucht in der Masterarbeit «Effects of Feminist Pornography Consumption on Women» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Die Debatte über Pornografie dreht sich meist um Schaden. Diese Arbeit stellt eine andere Frage: Lässt sich feministische Pornografie als therapeutische Intervention nutzen, wenn eine Frau mehr sexuelle Aktivität möchte — und was braucht es dafür?

Wie wurde das untersucht?

Die Autorin führte Interviews mit drei Frauen vor und nach der Teilnahme an einem Workshop zu feministischer Pornografie. Die Arbeit ist auf Englisch verfasst.

In den Gesprächen vor dem Workshop ging es um fünf Bereiche: das Bewusstsein für das eigene Genital und die subjektive Erregung, die vorhandenen Mittel zur Erregungssteigerung, die sexuelle Selbstsicherheit, die Einstellungen und Überzeugungen zu Pornografie sowie das Ausmass, in dem die Frau Verantwortung für ihre Sexualität übernimmt.

Der theoretische Teil arbeitet den Unterschied zwischen Mainstream- und feministischer Pornografie auf, dazu den Forschungsstand zu subjektiver und genitaler Erregung, die Rolle des emotionalen Kontexts sowie die Sicht des Modells Sexocorporel.

Was ist das Ergebnis?

Die Autorin hält nach vier Monaten Arbeit an ihrer Ausgangsthese fest: Das Betrachten sexuell relevanten Materials ist eine wirksame und effiziente Methode, die sexuelle Erregungsreaktion zu aktivieren.

Feministische Pornografie sieht sie darüber hinaus als einen Weg, über den Frauen Neues entdecken und sich selbst ermächtigen können — Sexualität als Quelle von Wohlbefinden und Lust zu erleben.

Entscheidend ist dabei nicht der Konsum an sich. Ihre These verbindet drei Bedingungen: eine bewusste Absicht beim Schauen, das Wissen um die eigene Erregungsreaktion und Pornografiekompetenz — begleitet durch Bildung und fachliche Unterstützung.

Was heisst das für die Beratung?

Es ist ein Gegenentwurf zur reinen Konsumreduktion. Wo Pornografie sonst als Problem behandelt wird, fragt diese Arbeit, unter welchen Bedingungen sie ein Mittel sein kann.

Für Fachpersonen, die mit Frauen an Erregung und Verlangen arbeiten, erweitert das die zur Verfügung stehenden Zugänge — vorausgesetzt, die genannten Bedingungen werden mitgedacht.

Ein Vergleich mit der Arbeit von Joana Bösch aus dem Jahrgang MA3 lohnt sich: Diese nähert sich Pornografie über den malerischen Prozess und aus weiblicher Perspektive.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Drei Frauen, vor und nach einem Workshop befragt. Das ist eine sehr kleine Grundlage für eine These über Wirksamkeit.

Die Autorin formuliert ihre Schlüsse denn auch als Überzeugung, an der sie festhält — nicht als Nachweis. Wer die Arbeit liest, sollte diese Unterscheidung mitlesen.

Der Wert liegt in der Fragestellung: Sie ist in der deutschsprachigen Sexualberatung selten und öffnet eine Perspektive, die sonst der Schadensdebatte überlassen bleibt.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 96 Seiten und ist auf Englisch verfasst. Sie enthält die Unterscheidung von Mainstream- und feministischer Pornografie, den Forschungsstand zu Erregung, die Einordnung in das Modell Sexocorporel sowie die Auswertung der Interviews vor und nach dem Workshop.

Abstract der Arbeit

With this master’s thesis, the author examines three women’s pornography viewing behaviors and proposes that women who view feminist pornography with a purpose, along with awareness of their sexual arousal response, combined with pornography competence are able to increase the quantity of sexual activities they engage in. This is especially the case after attendance at an educational workshop and combined with support from a sexual health professional. A mixed methods study was conducted, which included an examination of the differences between mainstream and feminist pornography, a review of recent research on subjective and genital arousal, a review of recent work on how emotional context affects arousal and the potentially positive effects of feminist pornography viewing behaviors. This work also examines pornography viewing behaviors from the perspective of Sexocorporel. Feminist pornography is proposed as an aid for arousal and also for empowering oneself to experience sexual activities as a source of well-being and pleasure.

Kristi Moore, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Effects of Feminist Pornography Consumption on Women

Verfasst von
Kristi Moore

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Sexuelles Verlangen · Sexualtherapie · Sexuelle Bildung · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Kristi Moore: «Effects of Feminist Pornography Consumption on Women». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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