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MA3 Masterarbeit

Sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren

Karin Nicole Laowé Bürstl untersucht in der Masterarbeit «Sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sobald sexualisierte Gewalt gegen eine minderjährige Person bekannt wird, greifen viele Stellen zu — und die betroffene Person verliert im selben Moment die Entscheidungsmacht darüber, was als Nächstes geschieht. Diese Arbeit macht dieses Ineinandergreifen erklärbar.

Wer wird tätig, und mit welchem Anspruch?

Behörden, Ämter, Institutionen und die dort angestellten Fachpersonen erheben Anspruch darauf, die Situation zu bearbeiten. Jede Stelle bringt eigene Aufgaben, eigene Möglichkeiten und eigene Macht mit.

Die Arbeit fordert, dass sich Fachpersonen dieser Wirkung stets bewusst sein sollten — der eigenen Aufgabe ebenso wie der eigenen Macht gegenüber den Betroffenen.

Fast unabdingbar erscheint deshalb, dass die Beteiligten über fachübergreifende Kenntnisse verfügen: Sie müssen im Kern wissen, was Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen ihrer Fachkolleginnen und -kollegen sind.

Warum ist das für die Betroffenen entscheidend?

Weil sie sonst nicht verstehen, was mit ihnen geschieht. Ohne dieses Wissen können Fachpersonen den Betroffenen das komplexe Ineinandergreifen der verschiedenen Disziplinen schlicht nicht erklären.

Dazu kommt ein Machtverhältnis, das die Arbeit deutlich benennt: Ab dem Zeitpunkt, an dem minderjährige Betroffene einen Übergriff einer Vertrauensperson mitteilen, geben sie die Entscheidungsmacht grösstenteils ab. Wer künftig mitspricht, entscheiden andere — etwa die Eltern darüber, ob Strafanzeige erstattet wird.

Diese Verschiebung ist rechtlich begründet und für die Betroffenen dennoch eine zweite Erfahrung von Kontrollverlust. Vernetzung kann nur gelingen, wenn die Abläufe so weit wie möglich transparent sind und das Ziel erkennbar bleibt.

Was leistet die Arbeit konkret?

Sie ist als Orientierungshilfe für den Kanton Aargau angelegt und arbeitet auf, welche Fachdisziplinen beteiligt sind, was sie leisten dürfen und wo ihre Grenzen liegen.

Damit richtet sie sich an Lehrpersonen, Sozialarbeitende, Beratungsstellen und alle, die in einem solchen Fall erklären müssen, warum jetzt was geschieht — und die dafür bisher keine zusammenhängende Darstellung zur Hand hatten.

Der Fokus auf Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren ist dabei bewusst gewählt: Es ist die Altersgruppe, in der sexuelle Selbstbestimmung und Schutzbedürfnis am stärksten in Spannung geraten.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Es handelt sich um eine institutionelle Kontextualisierung, nicht um eine empirische Erhebung. Die Arbeit systematisiert Zuständigkeiten, Abläufe und rechtliche Rahmenbedingungen.

Sie gilt für einen Kanton und einen Rechtsstand. Zuständigkeiten ändern sich, und wer die Arbeit als Orientierung nutzt, sollte den aktuellen Stand prüfen. Als Darstellung des Zusammenspiels der Akteure bleibt sie brauchbar.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 118 Seiten. Sie enthält die Aufarbeitung der beteiligten Fachdisziplinen mit ihren Aufgaben und Grenzen, die rechtlichen Grundlagen sowie die Orientierungshilfe für den Kanton Aargau.

Abstract der Arbeit

Sobald Menschen von (sexualisierter) Gewalt betroffen sind, hat dies oftmals zur Folge, dass die verschiedensten Behörden, Ämter, Institutionen und damit die dort angestellten Fachpersonen einen Anspruch darauf erheben, die Situation zu bearbeiten. Gerade Fachpersonen, die in Fällen von (sexualisierter) Gewalt involviert werden, sollten sich ihrer jeweiligen, zu erfüllenden Aufgabengebiete, ihrer Wirkung und ggf. auch ihrer Macht in Bezug auf die Situation der betroffenen Person(en) stets bewusst sein. Damit wird deutlich, dass es fast unabdingbar erscheint, dass die einzelnen Akteur:innen über fach- übergreifende Kenntnisse verfügen oder dass sie im Kern darüber Bescheid wissen, was die Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen ihrer Fachkolleg:innen sind. Ansonsten können sie den Betroffenen das komplexe Ineinandergreifen der verschiedenen Disziplinen nicht erläutern. Diese Vernetzung kann den involvierten Professionellen jedoch nur dann gelingen, wenn Abläufe so weit wie möglich transparent sind und ersichtlich wird, welches Ziel verfolgt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass minderjährige Betroffene von sexualisierten Grenzüber- schreitungen und/oder Gewalt ab dem Zeitpunkt der Bekanntgabe des vorgefallenen Über- griffes an eine Vertrauensperson, grösstenteils die Entscheidungsmacht darüber abgeben (Machtverlust), welche Akteur:innen ein Mitspracherecht (Machtgewinn) über die weiteren Geschehnisse/Abläufe haben. Es sind etwa die Eltern, die darüber entscheiden, ob eine Strafanzeige erstattet wird oder ob eine Therapie notwendig ist. Auch entscheiden sie dar- über, mit wem gesprochen wird und wo das Wissen über den Vorfall deponiert wird. Die minderjährige Person hat kaum die Möglichkeit, über solche Themen gänzlich selbst zu entscheiden. Ausserdem ist es auch für Fachpersonen oftmals schwierig zu beurteilen, wann welche Instanzen/Institutionen informiert werden müssen bzw. dürfen. Die vorliegende Arbeit versucht anhand zehn anonymisierter Fälle herauszuarbeiten, wel- che Institutionen involviert werden, bzw. sind und ob diese in einen logischen Prozessablauf gestellt werden können. Auch soll kurz umrissen werden, wie die verschiedenen Gesetzes- artikel aus verschiedenen Gesetzesbücher und die entsprechenden Aufgabengebiete der verschiedenen Fachdisziplinen rudimentär ineinandergreifen.

Karin Nicole Laowé Bürstl, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren Institutionelle Kontextualisierung und Orientierungshilfe für den Kanton Aargau

Verfasst von
Karin Nicole Laowé Bürstl

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexualisierte Gewalt · Jugendsexualität · Institutionelle Begleitung

Lizenz und Nachweis. Karin Nicole Laowé Bürstl: «Sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren Institutionelle Kontextualisierung und Orientierungshilfe für den Kanton Aargau». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Sexualität und Selbstsicherheit

Anne-Sophia Döbeli untersucht in der Masterarbeit «Sexualität und Selbstsicherheit» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Jugendliche Mädchen wissen viel über Sexualität — vieles davon aus den Medien. Was ihnen fehlt, ist nicht Wissen, sondern Begleitung bei dessen Verarbeitung. Diese Arbeit hat 16- und 17-Jährige selbst gefragt, was sie brauchen.

Brauchen Jugendliche mehr Aufklärung?

Nicht in der üblichen Form. Die befragten Mädchen haben wenig Bedürfnis nach reiner kognitiver Wissensvermittlung — sie verfügen allgemein über viel Wissen, auch medial vermitteltes.

Überfordert sind sie dann, wenn sie diese Informationen nicht begleitend verarbeiten können. Das ist eine andere Diagnose als die verbreitete Annahme eines Wissensdefizits, und sie verlangt einen anderen Unterricht.

Daraus folgt für die Arbeit eine praktische Konsequenz: Um am Lernstand der Mädchen anknüpfen zu können, ist eine vorangehende Analyse dieses Lernstands unabdingbar. Wer mit einem Standardprogramm beginnt, trifft womöglich niemanden.

Was wünschen sich die Mädchen?

Drei Dinge nennen sie konkret. Erstens Mitsprache bei der Gestaltung des Unterrichts. Zweitens die Möglichkeit, Erfahrungswissen freiwillig und offen zu teilen. Drittens biologisches Lernen an Modellen des weiblichen Geschlechts.

Der dritte Punkt ist bemerkenswert, weil er dem ersten Befund scheinbar widerspricht. Es geht nicht um mehr Wissen, sondern um eine andere Art, es zu erwerben — begreifbar statt vorgetragen.

Genau darin liegt der Kern: Die Jugendlichen brauchen eine aktive, persönliche und auch körperliche Auseinandersetzung mit sexuellen Themen, um ihr Wissen zu erweitern.

Was bewirkt das?

Die Ergebnisse zeigen, dass durch diese Art der Auseinandersetzung nicht nur das Wissen wächst, sondern auch das Gefühl im eigenen Körper und die sexuelle Selbstsicherheit gestärkt werden.

Damit ist die Verbindung hergestellt, um die es der Arbeit geht. Sexuelle Selbstsicherheit entsteht nach der Forschungslage aus sexuellen Lernschritten und einer Lernumgebung, die diese zulässt — und die Schule kann eine solche Umgebung sein.

Die Förderung einer ganzheitlichen Sexualaufklärung ist deshalb nach dieser Arbeit unerlässlich. Und die Autorin richtet ihre Forderung nach einer Modernisierung ausdrücklich nicht nur an Fachpersonen, sondern auch an Lehrpersonen und Eltern.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier halbstrukturierte Interviews, ausgewertet mit einer strukturierten qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring anhand festgelegter Kategorien aus dem Modell Sexocorporel.

Vier Mädchen sind eine kleine Gruppe, und wer sich für ein Gespräch über Sexualität zur Verfügung stellt, ist bereits eine Auswahl. Die Arbeit erhebt Bedürfnisse, nicht Häufigkeiten.

Für die sexualpädagogische Praxis ist sie dennoch brauchbar, weil sie eine seltene Perspektive einnimmt: die der Zielgruppe.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 88 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu sexueller Selbstsicherheit und sexuellen Lernschritten, die Zuordnung zu den Komponenten des Modells Sexocorporel sowie die vollständige Auswertung der vier Interviews.

Abstract der Arbeit

Das Thema dieser vorliegenden Masterarbeit ist die Sexualität und sexuelle Selbstsicherheit von 16/17-jährigen jugendlichen Mädchen. Studien und diverse Literatur weisen darauf hin, dass sexuelle Selbstsicherheit von sexuellen Lernschritten und weiteren Gegebenheiten der Lernumgebung beeinflusst wird. Durch vier halbstrukturierte persönliche Interviews nach Döring und Bortz (2016) werden die Bedürfnisse jugendlicher Mädchen bezüglich sexualpädagogischer Arbeit und ihrer sexuellen Selbstsicherheit erforscht. Mit der strukturierten qualitativen Inhaltsanalyse anhand festgelegter Kategorien nach Mayring (2015) wird untersucht, in welchen Komponenten nach dem Modell Sexocorporel Bedarf an sexueller Bildung besteht. Genauer soll analysiert werden, welchen Austausch sich die Mädchen wünschen, um eigenes Körperverhalten verstehen zu können, damit sie auf ihrem sexuellen Weg gestärkt werden. Die Ergebnisse dieser Masterarbeit belegen, wie zwingend die Förderung einer bedürfnisorientierten ganzheitlichen Sexualaufklärung für jugendliche Mädchen ist.

Anne-Sophia Döbeli, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexualität und Selbstsicherheit : Eine Bedürfnisanalyse von 16/17- jährigen Mädchen im sexualpädagogischen Kontext basierend auf dem Modell Sexocorporel

Verfasst von
Anne-Sophia Döbeli

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Jugendsexualität · Selbstwirksamkeit · Sexuelle Bildung · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Anne-Sophia Döbeli: «Sexualität und Selbstsicherheit : Eine Bedürfnisanalyse von 16/17- jährigen Mädchen im sexualpädagogischen Kontext basierend auf dem Modell Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Das sexuelle Begehren junger Frauen und ihr sexuelles Selbst

Lea Eugster untersucht in der Masterarbeit «Das sexuelle Begehren junger Frauen und ihr sexuelles Selbst» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Ich hätte gern mehr Lust» ist ein häufiger Wunsch junger Frauen und ein schwieriger, weil Verlangen sich nicht herstellen lässt. Diese Arbeit hat einen Gruppenkurs entwickelt, durchgeführt und danach die Teilnehmerinnen befragt, was gewirkt hat.

Was war das für ein Kurs?

Ein körperorientiertes Gruppenangebot auf Grundlage ausgewählter Behandlungsansätze und des Modells Sexocorporel — entwickelt für junge Frauen, die sich mehr sexuelles Begehren wünschen.

Die Bestandteile sind konkret: Wissensvermittlung, Imaginationsreisen, Musik-, Bewegungs- und Reflexionssequenzen. Nach dem Kurs befragte die Autorin vier Teilnehmerinnen zwischen 29 und 32 Jahren.

Der Ansatz ist ausdrücklich ressourcenorientiert. Es geht nicht darum, einen Mangel zu beheben, sondern darum, Zugänge zu öffnen.

Was hat gewirkt?

Der Kurs kann nach diesen Ergebnissen ein ressourcenorientierter und Neugier weckender Weg sein, um das sexuelle Selbst und das sexuelle Begehren junger Frauen zu stärken.

Besonders hervor hebt die Arbeit zwei Elemente: den Einsatz von Musik und Bewegung als Reiz und als Rahmen. Beides schafft einen Kontext, in dem sich etwas einstellen kann — statt es zu fordern.

Der zweite Befund betrifft die Haltung. Für junge Frauen mit dem Wunsch nach stärkerem Begehren kann es entscheidend sein, sich überhaupt als sexuelle Wesen zu sehen und zu erkunden. Erst dann lassen sich eigene Bedürfnisse selbstbestimmt anerkennen und erfüllen.

Was heisst das für die Praxis?

Wer mit jungen Frauen zum Thema Begehren arbeitet, findet hier ein durchgerechnetes und erprobtes Gruppenkonzept — samt der Rückmeldung, welche Elemente die Teilnehmerinnen als wirksam beschrieben haben.

Der Gruppenrahmen ist dabei kein Sparmodell gegenüber der Einzelberatung. Er ermöglicht etwas, das einzeln schwer herzustellen ist: die Erfahrung, mit diesem Wunsch nicht allein zu sein.

Das deckt sich mit anderen Arbeiten dieser Sammlung, in denen der Austausch unter Teilnehmerinnen als wertvollstes Element genannt wurde.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier qualitative Interviews nach dem Kurs, ausgewertet nach Mayring. Befragt wurden ausschliesslich Teilnehmerinnen, die den Kurs absolviert haben — wer abgebrochen hat oder gar nicht erst kam, fehlt.

Kurs und Befragung stammen zudem von derselben Person. Das ist bei einer Konzeptarbeit üblich, färbt aber auf die Rückmeldungen ab. Was die Arbeit belegt, ist die Machbarkeit und die Resonanz — nicht die Wirksamkeit im Vergleich zu einem anderen Vorgehen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 136 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu sexuellem Begehren und sexuellem Selbst mit Fokus auf junge Frauen, das vollständige Kurskonzept sowie die Auswertung der vier Interviews.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Masterarbeit legt den Forschungsstand zum sexuellen Begehren und dem sexuellen Selbst mit Fokus auf junge Frauen dar. Auf der Basis ausgewählter Behandlungsansätze und des sexualwissenschaftlichen Modells Sexocorporel wird anhand eines körperorientierten Kurskonzeptes aufgezeigt, wie eine entsprechende Gruppenbegleitung junger Frauen, die sich mehr sexuelles Begehren wünschen, aussehen kann. Nach Absolvieren des Kurses wird mittels qualitativer Interviews mit vier Kursteilnehmerinnen zwischen 29 und 32 Jahren die Zusammenhänge zwischen dem sexuellen Begehren und dem sexuellen Selbst untersucht. Die Erkenntnisse zeigen, dass die körperorientierte Auseinandersetzung mit dem sexuellen Selbst – basierend auf Wissensvermittlung, Imaginationsreisen, Musik-, Bewegungs- und Reflexionssequenzen – junge Frauen in ihrem Wunsch nach mehr sexuellem Begehren ressourcenorientiert unterstützen kann.

Lea Eugster, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Das sexuelle Begehren junger Frauen und ihr sexuelles Selbst : Eine qualitative Untersuchung der Zusammenhänge zwischen dem sexuellen Begehren und dem sexuellen Selbst junger Frauen nach Absolvieren eines körperorientierten Gruppenkurses auf der Basis ausgewählter Behandlungsansätze und des sexualwissenschaftlichen Modells Sexocorporel

Verfasst von
Lea Eugster

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexuelles Verlangen · Körperarbeit · Soziale Arbeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Lea Eugster: «Das sexuelle Begehren junger Frauen und ihr sexuelles Selbst : Eine qualitative Untersuchung der Zusammenhänge zwischen dem sexuellen Begehren und dem sexuellen Selbst junger Frauen nach Absolvieren eines körperorientierten Gruppenkurses auf der Basis ausgewählter Behandlungsansätze und des sexualwissenschaftlichen Modells Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Vaginismus und Behandlungsansätze

Sarah Graf untersucht in der Masterarbeit «Vaginismus und Behandlungsansätze» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Fünf bis siebzehn Prozent der Patientinnen in klinischen Einrichtungen sind betroffen — und viele Fachpersonen kennen das Störungsbild kaum. Diese Arbeit erklärt, was Vaginismus von Dyspareunie unterscheidet, und untersucht, was Betroffenen tatsächlich hilft.

Was ist Vaginismus genau?

Eine sexuelle Funktionsstörung, die im DSM-5 zusammen mit der Dyspareunie als Genito-pelvine Schmerz-Penetrationsstörung geführt wird. Die Unterscheidung ist trotzdem wesentlich.

Bei der Dyspareunie bestehen Schmerzen in der Vulva. Vaginismus dagegen ist Ausdruck einer phobischen Vermeidung: Die Angst vor einer möglichen Penetration verursacht einen reflexartigen Zusammenzug des Beckenbodens, der die Penetration mit einem Objekt wie Tampon oder Spekulum oder mit einem Körperteil teilweise oder vollständig verhindert.

Unterschieden wird zudem zwischen primärem Vaginismus, der immer schon bestand, und sekundärem, bei dem die Symptome erst später auftreten. Auch diese Abgrenzung ist nicht einfach — die Übergänge der Störungsbilder sind fliessend.

Warum wird er so selten erkannt?

Weil er trotz seiner Häufigkeit beim Fachpersonal wenig bekannt ist. Das ist die Beobachtung, von der die Arbeit ausgeht, und sie erklärt einen Teil der langen Wege, die Betroffene zurücklegen.

Die Arbeit fragt deshalb nicht nur nach der Behandlung, sondern nach dem gesamten Weg: Wer stellt die Diagnose, wie verläuft die Behandlung, welche Auswirkungen hat die Störung auf den Alltag, und wo finden Betroffene überhaupt Hilfe?

Was hilft bei der Genesung?

Die empirische Grundlage bilden Interviews mit zwei Betroffenen und zwei Fachfrauen — einer Gynäkologin mit sexualmedizinischer Beratung und einer Beckenbodenphysiotherapeutin. Ergänzt wird das durch Gespräche mit einer weiteren Betroffenen, einer Sexualtherapeutin und einem Online-Coach.

Diese Zusammensetzung ist die Stärke der Arbeit: Sie deckt medizinische, körpertherapeutische und sexualtherapeutische Perspektiven gleichzeitig ab — also genau die Stellen, zwischen denen Betroffene sonst hin- und hergeschickt werden.

Zusätzlich vergleicht die Arbeit die sexuelle Zufriedenheit vor und nach einer erfolgreichen Behandlung. Die Ergebnisse werden ausdrücklich auf ihre Bedeutung für die Beratungsarbeit hin geprüft.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Insgesamt sieben Gespräche, ausgewertet nach Mayring — davon drei mit Betroffenen. Das erlaubt keine Aussagen über Häufigkeiten oder Erfolgsquoten.

Was es erlaubt, ist die Rekonstruktion von Verläufen aus mehreren Blickwinkeln. Für Fachpersonen, die Vaginismus selten sehen und dann nicht recht weiterwissen, ist das die praktischste Arbeit dieser Sammlung zum Thema. Wer die Frage historisch und feministisch vertiefen will, findet sie in der Arbeit von Romina Fliri.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 115 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Vaginismus mit Diagnosekriterien und Abgrenzungen, die Darstellung verschiedener Behandlungsansätze, die vollständige Auswertung aller Interviews sowie die Reflexion für die Beratungspraxis.

Abstract der Arbeit

Vaginismus wird als ein unwillkürlicher, heftiger, reflexartiger Zusammenzug vom Becken- boden beschrieben, der aufgrund Angst vor Schmerzen im Zusammenhang mit der vagi- nalen Penetration auftritt und eine Frau daran hindert, penetrativen, vaginalen Geschlechts- verkehr zu erleben, obwohl sie sich dies wünscht. Vaginismus kann Betroffene in ihrem Alltag stark belasten und zu Vermeidungsstrategien führen. Die Diagnose gestaltet sich nicht ganz einfach, da die Übergänge der Störungsbilder fliessend sind und Vaginismus beim Fachpersonal, trotz einer Prävalenz von 5- 17 % im klinischen Setting, relativ unbe- kannt ist. Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene Behandlungsansätze und die Wirkfaktoren welche die Frauen in ihrem Genesungsprozess unterstützen. Des Weiteren soll die sexuelle Zufriedenheit von den Betroffenen vor und nach erfolgreicher Behandlung verglichen werden. Die empirische Grundlage der Arbeit bildet die Analyse von Interviews von zwei Betroffenen und zwei Expertinnen, einer Gynäkologin, welche sexualmedizinische Beratungen führt, sowie einer Beckenbodenphysiotherapeutin. Die Gespräche mit drei wei- teren Personen, zwei Expertinnen (einer Online-Coach und einer Sexualtherapeutin) und einer weiteren Betroffenen, ergänzen die erhobenen Daten. Die Ergebnisse werden in Be- zug auf deren Relevanz für die Forschung und praktische Beratungsarbeit reflektiert.

Sarah Graf, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Vaginismus und Behandlungsansätze : Wirkfaktoren zur Genesung eines Vaginismus sowie der Zustand sexueller Zufriedenheit vor und nach einer Behandlung, aufgezeigt anhand zwei unterschiedlicher Behandlungsansätze sowie qualitativer Befragungen von Fachleuten und betroffener Frauen nach erfolgreicher Behandlung

Verfasst von
Sarah Graf

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Vaginismus · Sexuelle Zufriedenheit · Sexualberatung

Lizenz und Nachweis. Sarah Graf: «Vaginismus und Behandlungsansätze : Wirkfaktoren zur Genesung eines Vaginismus sowie der Zustand sexueller Zufriedenheit vor und nach einer Behandlung, aufgezeigt anhand zwei unterschiedlicher Behandlungsansätze sowie qualitativer Befragungen von Fachleuten und betroffener Frauen nach erfolgreicher Behandlung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Erotisieren der Analregion – Voraussetzungen und Möglichkeiten

Simone Haug untersucht in der Masterarbeit «Erotisieren der Analregion – Voraussetzungen und Möglichkeiten» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Aufnehmender Analverkehr wird häufiger praktiziert, als darüber gesprochen wird — und fundierte Fachliteratur dazu ist rar. Diese Arbeit befragt Menschen unterschiedlichen Geschlechts und unterschiedlicher sexueller Orientierung, die Erfahrung damit haben, und arbeitet heraus, was es braucht, damit es lustvoll erlebt wird. Die Antwort ist konkreter, als man erwartet.

Was braucht es körperlich?

An erster Stelle steht Schmerzfreiheit. So lustvoll Schmerz im Zusammenhang mit bestimmten Praktiken sein kann — bei der analen Aufnahme wird er als lusthemmend erlebt.

Schmerzfreiheit setzt voraus, dass Beckenboden und Schliessmuskulatur entspannt sind und sich dehnen lassen. Dafür nennt die Arbeit einen zeitlichen Rahmen, den viele unterschätzen: ein schrittweises Erarbeiten über Wochen und Monate, dazu ein langsames Vorgehen in der konkreten Situation, mit allgemeiner sexueller Stimulation und gegebenenfalls gezielter Massage rund um den Anus. Entspannt sich der äussere Schliessmuskel, überträgt sich das auf den inneren.

Auch die Position wirkt mit. Empfohlen wird — von proktologischen Schriften wie von den Befragten — die Rückenlage mit angewinkelten Beinen und einem Kissen unter dem Gesäss, damit die inneren Organe vom Beckenboden wegrutschen. Die Praktizierenden schätzen daran zusätzlich, dass man sich dabei ansehen kann.

Was braucht es darüber hinaus?

Die Arbeit fasst die Voraussetzungen in fünf Punkten zusammen:

  • Kommunikation vor, während und nach dem Sex ist zentral.
  • Auf der körperlichen Ebene sind Entspannung und Schmerzfreiheit entscheidend.
  • Lustvoll wahrgenommene Berührungen wirken sich positiv auf die Erotisierung aus.
  • Ein stabiles und neugieriges Selbstbild sowie ein wohlwollendes Verhältnis zum eigenen Anus tragen wesentlich bei.
  • Wissen über Anatomie und körperliche Vorgänge beugt Schmerzen und Verletzungen vor — und hilft beim Abbau von Scham und Ekel.

Warum ist Vertrauen eine körperliche Grösse?

Der Zusammenhang, den die Arbeit herausarbeitet, ist bemerkenswert direkt. Die Entspannung des Beckenbodens wird nicht nur durch Zeit und Technik begünstigt, sondern auch durch das Vertrauen in die eindringende Person — dass Grenzen respektiert werden und dass alle Massnahmen gegen die Übertragung von Krankheiten getroffen wurden.

Damit ist Kommunikation keine Höflichkeitsfrage, sondern eine Voraussetzung dafür, dass der Muskel nachgibt. Was in anderen Zusammenhängen als weicher Faktor gilt, ist hier physiologisch wirksam.

Was heisst das für die Praxis?

Die Arbeit richtet sich ausdrücklich an Sexolog:innen im Arbeitsalltag — und ihr Nutzen ist bereits belegt. Die Autorin schildert im Schlusswort, wie sie im sexualpädagogischen Unterricht von einem 18-Jährigen gefragt wurde, wie das mit dem Analsex genau funktioniere. Zum ersten Mal habe sie sich sicher und kompetent gefühlt, mit der Gruppe darüber zu sprechen.

Das benennt den eigentlichen Bedarf. Nicht das Interesse fehlt, sondern das gesicherte Wissen auf Seiten der Fachpersonen — und mit ihm die Sicherheit, ohne Verlegenheit zu antworten.

Ausgearbeitet werden die Voraussetzungen entlang aller Komponenten des Modells Sexocorporel, also körperlich, kognitiv, emotional und beziehungsbezogen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Die Arbeit stützt sich auf halbstrukturierte Interviews mit Praktizierenden, ergänzt um den Forschungsstand sowie medizinisch-anatomische und polyvagale Überlegungen. Sie ist auf Englisch verfasst.

Befragt wurden Menschen, die aufnehmenden Analverkehr als lustvoll erleben. Was Menschen berichten, bei denen es nicht gelingt, bleibt damit ausserhalb des Blickfelds — die Arbeit beschreibt Gelingensbedingungen, nicht Häufigkeiten. Für die Beratung ist genau das brauchbar.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 145 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu aufnehmendem Analverkehr, die anatomischen und polyvagalen Grundlagen, die vollständige Auswertung der Interviews und die Diskussion entlang der Komponenten des Modells Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

In the master thesis, the current state of research regarding receptive anal intercourse will be reviewed. Medical-anatomical and polyvagal considerations will also be taken into account. By means of semi-structured interviews with practitioners of different gender and sexual orientation, preconditions will be identified that were experienced as supportive in learning anal sex. The preconditions are elaborated on using aspects of the model of the sexocorporel. The following prerequisites were considered important by practitioners; communication before, during and after receptive anal sex, pain free experience, relaxation, taking time and a careful slow learning process, a willingness to experiment, and a benevolent relationship with one's anus. In addition, previous knowledge of possible pains and injuries helps to avoid them and enables one to deal with uncomfortable feelings.

Simone Haug, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Erotisieren der Analregion – Voraussetzungen und Möglichkeiten

Verfasst von
Simone Haug

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Vaginismus · Sexualität & Krankheit · Pornografie · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Simone Haug: «Erotisieren der Analregion – Voraussetzungen und Möglichkeiten». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Selbstbefriedigung bei Erwachsenen mit einer kognitiven Behinderung

Raffaella Kälin-Carrer untersucht in der Masterarbeit «Selbstbefriedigung bei Erwachsenen mit einer kognitiven Behinderung» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Über die Sexualität von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung wird meist über sie hinweg gesprochen. Diese Arbeit fragt sie selbst — und bekommt eine Antwort, die Institutionen unbequem sein dürfte: Für dieses Thema wollen die Bewohnenden nicht ihre Betreuenden, sondern externe Fachpersonen.

Warum nicht mit den Betreuenden?

Die Betreuenden signalisieren durchaus Gesprächsbereitschaft. Das Problem liegt woanders: Sie sind den Bewohnenden oft zu nahe und in deren Alltag zu stark eingebunden.

Für das schambehaftete Thema Sexualität wünschen sich die Befragten deshalb externe Fachpersonen. Die Arbeit formuliert daraus eine klare Anforderung: Dieser Zugang muss gewährleistet sein.

Das ist eine unmittelbar umsetzbare Forderung — und eine, die keine Haltungsänderung verlangt, sondern eine Organisationsentscheidung.

Was macht ein brauchbares Sexualkonzept aus?

Die Arbeit nennt drei Punkte, die sich von den üblichen Konzeptpapieren unterscheiden.

Erstens: Konzepte sollen nur das Wichtigste enthalten — dafür aber im Alltag tatsächlich gelebt werden. Ein umfassendes Dokument, das niemand anwendet, nützt nichts.

Zweitens: Unterlagen, Infomaterial und Konzepte müssen den Bewohnenden entsprechend ihren Lese- und Verständniskompetenzen zugänglich sein. Sie müssen ihre Rechte und Möglichkeiten kennen — sonst sind diese Rechte theoretisch.

Drittens: Sprache transportiert Werte und Normen, auch in Konzepten. Die Konzeptarbeit selbst braucht deshalb reflektierte fachliche Begleitung.

Wie wurde erhoben?

In vier Leitfadeninterviews in angepasster Sprache mit Frauen* und Männern* zwischen 20 und 30 Jahren, die in einer Institution leben. Im Zentrum stand das Erleben und Gestalten der Selbstbefriedigung, eingebettet in die Frage nach ihrer sexuellen Gesundheit.

Ausgewertet wurde nach Mayring und abgeglichen mit den Konzepten der beteiligten Institutionen. Damit trifft die Arbeit die Aussagen der Bewohnenden auf das, was auf dem Papier steht.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier Interviews sind eine kleine Grundlage, und die Befragten leben in Institutionen, die sich unterscheiden. Was sie berichten, gilt zunächst für sie.

Der Wert liegt in der Methode. Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung selbst zu befragen — in angepasster Sprache, zu einem schambesetzten Thema — ist aufwendig und wird selten gemacht. Die Alternative ist, über sie zu sprechen. Genau das kritisiert die Arbeit.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 101 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Sexualität und kognitiver Beeinträchtigung, die vollständige Auswertung der vier Interviews, den Abgleich mit den Institutionskonzepten sowie die Schlussfolgerungen für die sexualpädagogische und sexualtherapeutische Arbeit.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird anhand vier qualitativer Interviews mit Frauen* und Männern* mit einer kognitiven Beeinträchtigung der Bedarf an sexualpädagogischen und sexualtherapeutischen Interventionen im Kontext einer Institution erforscht. Mit Leitfaden- interviews in adäquater Sprache wird die Zielgruppe direkt befragt. Der Schwerpunkt liegt, unter Einbezug der sexuellen Gesundheit der Teilnehmenden, auf dem Erleben und Ge- stalten der Selbstbefriedigung. Anhand der Auswertung nach Mayring und der Konzepte der Institutionen wird der Bedarf an sexualtherapeutischer und sexualpädagogischer Un- terstützung evaluiert.

Raffaella Kälin-Carrer, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexuelle Gesundheit, im Speziellen die Selbstbefriedigung, erwachsener Frauen* und Männer* zwischen 20 und 30 Jahren mit einer kognitiven Behinderung : Bedarfsanalyse sexualpädagogischer und sexualtherapeutischer Unterstützung be-züglich der sexuellen Gesundheit und der Selbstbefriedigung erwachsener Frauen* und Männer*, welche mindestens seit zwei Jahren in einer Institution für Menschen mit einer Behinderung leben

Verfasst von
Raffaella Kälin-Carrer

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Operative Eingriffe · Institutionelle Begleitung · Paarsexualität

Lizenz und Nachweis. Raffaella Kälin-Carrer: «Sexuelle Gesundheit, im Speziellen die Selbstbefriedigung, erwachsener Frauen* und Männer* zwischen 20 und 30 Jahren mit einer kognitiven Behinderung : Bedarfsanalyse sexualpädagogischer und sexualtherapeutischer Unterstützung be-züglich der sexuellen Gesundheit und der Selbstbefriedigung erwachsener Frauen* und Männer*, welche mindestens seit zwei Jahren in einer Institution für Menschen mit einer Behinderung leben». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Stillerfahrungen jenseits gesellschaftlicher Stillnormen

Samira Lütscher untersucht in der Masterarbeit «Stillerfahrungen jenseits gesellschaftlicher Stillnormen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Alle fünf befragten Frauen hatten sich auf das Stillen gefreut und waren davon ausgegangen, es werde ein schönes Erlebnis. Bei allen war die erlebte Lebensqualität während der Stillzeit schlecht. Und alle nennen dieselbe Mitursache: die Literatur, die sie vorher gelesen hatten.

Woher kommt die Enttäuschung?

Nicht allein aus dem, was geschah, sondern aus dem Abstand zwischen Erwartung und Erfahrung. Die Arbeit bringt dafür den Begriff des Calman Gap ins Spiel — die Lücke zwischen Erhofftem und Eingetretenem.

Alle Befragten hatten hohe Erwartungen, und alle nennen die konsultierte Ratgeberliteratur als Mitursache dafür. Da die Realität diesen Erwartungen nicht entsprechen konnte, war die subjektiv erlebte Lebensqualität während der Stillzeit bei allen schlecht.

Das deckt sich mit der Forschungslage: Enttäuschungen während der Stillzeit und die daraus folgende Verurteilung des eigenen Körpers können zu depressiven Symptomen führen.

Was passiert mit den Erwartungen?

Hier liegt der überraschendste Befund. Man würde annehmen, dass die Frauen ihre Erwartungen nach dieser Erfahrung korrigieren. Sie tun es nicht.

Für eine mögliche künftige Stillzeit halten sie an ihren grundsätzlichen Erwartungen fest. Die Autorin fasst es mit dem Satz zusammen, dass die Hoffnung zuletzt stirbt.

Für die Beratung ist das wichtig. Wer glaubt, eine schlechte Erfahrung führe automatisch zu realistischeren Erwartungen, unterschätzt, wie stark die gesellschaftliche Norm wirkt — und wie wenig eine einzelne Erfahrung dagegen ausrichtet.

Was folgt daraus?

Die Arbeit zeigt zunächst, wie wenig unerfüllte Stillerwartungen in der gesellschaftlichen Debatte und im wissenschaftlichen Diskurs vorkommen. Wer damit ringt, findet also weder Sprache noch Gesellschaft.

Im empirischen Teil rekonstruiert sie, wie die Frauen diese Erfahrung beschreiben und wie sie damit umgegangen sind. Anschliessend verortet sie das Thema im Modell Sexocorporel.

Daraus leitet sie ab, was für die sexologische Beratung und Begleitung von Frauen folgt — für ein Thema, das in der Sexualberatung selten auftaucht, obwohl es unmittelbar an Körper, Scham und Selbstbild rührt.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Halbstrukturierte Interviews mit fünf Frauen, die Arbeit ist auf Englisch verfasst. Befragt wurden ausschliesslich Frauen mit unerfüllten Stillerwartungen — die Arbeit beschreibt also diese Erfahrung, nicht ihre Häufigkeit.

Mit 215 Seiten gehört sie zu den ausführlichsten der Sammlung. Der Umfang kommt vor allem dem theoretischen Teil zugute, der ein bislang kaum bearbeitetes Feld erschliesst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 215 Seiten und ist auf Englisch verfasst. Sie enthält die Aufarbeitung des gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurses zum Stillen, die vollständige Auswertung der fünf Interviews sowie die Verortung im Modell Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

In the theoretical part of this master's thesis, the extent to which unfulfilled breastfeeding expectations are only marginally addressed in the social debate and in scientific discourse is presented. In the subsequent empirical part, semi-structured interviews with five women are used to examine how they describe their experiences in connection with unfulfilled breastfeeding expectations and how they dealt with the experience in each case. Finally, the topic is located in the Sexocorporel model and implications from the theoretical and empirical discussion for sexological counseling and support of women are discussed. HS Merseburg / ISP Uster Samira Lütscher Stillerfahrungen jenseits gesellschaftlicher Stillnormen

Samira Lütscher, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Stillerfahrungen jenseits gesellschaftlicher Stillnormen : Eine qualitative Untersuchung über unerfüllte Stillerwartungen und Bezugspunkte zum Modell Sexocorporel

Verfasst von
Samira Lütscher

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Schwangerschaft & Geburt · Sexualberatung · Sexualtherapie · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Samira Lütscher: «Stillerfahrungen jenseits gesellschaftlicher Stillnormen : Eine qualitative Untersuchung über unerfüllte Stillerwartungen und Bezugspunkte zum Modell Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Sextoys, das Versprechen von Lust und Orgasmen

Tamara Schmucki untersucht in der Masterarbeit «Sextoys, das Versprechen von Lust und Orgasmen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sextoys werden millionenfach verkauft, und niemand kann genau sagen, was sie eigentlich stimulieren. Diese Arbeit hat die Lücke bemerkt und selbst gefüllt: Sie zeichnet für jede Kategorie von Sextoy auf, welche Areale und tieferen Schichten des weiblichen Geschlechts erreicht werden — samt Vergleich zum Penis.

Was fehlt in der Literatur?

Es gibt wissenschaftliche Modelle des weiblichen Geschlechts, und es gibt Beschreibungen der empfindlichen Zonen. Was fehlt, sind Darstellungen darüber, welche körperliche Wirkung eine bestimmte Stimulationsart mit einem Sexspielzeug tatsächlich hat.

Die Autorin hat diese Darstellungen erstellt. Auf Grundlage eines anatomischen Vulva-Modells legt sie für jedes Toy eine Skizze an und vergleicht die stimulierten Bereiche mit denen bei Penetration durch einen Penis. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass jedes Toy unterschiedlich angewendet werden kann und jeder Körper anders gebaut ist — die Skizzen zeigen je eine mögliche Anwendungsform.

Was stimuliert ein Vibrator tatsächlich?

Der Befund ist anschaulich. Befindet sich ein Vibrator in der Vagina, werden alle umliegenden Gewebe und Organe in Schwingung versetzt. Die Stimulation erreicht das gesamte weibliche Geschlecht: Anus und Enddarm, die Klitorisschenkel, die Vorhofbulben der Klitoris, die Beckenbodenmuskulatur sowie Blase, Harnröhre und Uterus.

Das erklärt, warum die Wirkung so viel weiter reicht als die Berührungsfläche vermuten lässt — und warum sich Geschwindigkeit, Vibrationsstärke, Rhythmus und Einführtiefe unterschiedlich anfühlen. Alle drei befragten Frauen verwenden den Vibrator sowohl aussen an der Vulva als auch innen in der Vagina.

Was bedeutet das für die sexuellen Lernschritte?

Hier liegt der eigentliche Ertrag für die Beratungspraxis. Die Arbeit fragt nicht nur, ob Sextoys wirken, sondern welche sexuellen Lernschritte Frauen zwischen 20 und 30 machen — und welche davon durch ein Sextoy begünstigt und welche möglicherweise verhindert werden.

Diese Unterscheidung ist der Grund, warum die Arbeit über eine Produktbetrachtung hinausgeht. Ein Hilfsmittel, das zuverlässig zum Orgasmus führt, kann einen Lernschritt abkürzen — oder ihn ersetzen. Die Auswertung erfolgt entlang des Modells Sexocorporel und ausdrücklich kritisch.

Wenn in der Beratung die Frage auftaucht, ob ein Toy weiterhilft oder im Weg steht, ist das die Grundlage, um differenziert zu antworten.

Warum überhaupt darüber schreiben?

Die Autorin nennt den Grund selbst: Sextoys sind gesellschaftlich noch immer ein Tabuthema, und um Tabuthemen ranken sich Mythen und falsches Wissen. Ihre Arbeit will beides aufbrechen.

Das erklärt auch die ungewöhnliche Machart. Wer eine Wirkung erklären will, für die es keine Darstellungen gibt, muss sie zuerst zeichnen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Drei qualitative Interviews mit Nutzerinnen, ausgewertet nach Mayring, ergänzt durch eine Literaturrecherche. Drei Frauen sind keine Grundlage für allgemeine Aussagen über die Wirkung von Sextoys.

Die anatomischen Darstellungen sind Herleitungen aus dem Modell, keine Messungen. Sie zeigen plausibel, welche Strukturen bei welcher Anwendung erreicht werden — nicht, wie stark sie im Einzelfall reagieren. Als Erklärungsgrundlage für ein Gespräch bleiben sie dennoch brauchbar.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 99 Seiten. Sie enthält die Definition und Kategorisierung von Sextoys, den Forschungsstand zu ihrer Verbreitung und Wirkung, die anatomischen Vergleichsskizzen, die vollständige Auswertung der drei Interviews und die Einordnung in das Modell Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

Diese Masterarbeit befasst sich mit Sextoys für Frauen. Es wird der Forschungsstand von Sextoys und deren Wirkung untersucht. Der Fokus liegt dabei auf der sexuellen Lust und der Orgasmusfähigkeit von Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Es wird der Frage nachgegangen, welche Lernschritte Frauen in diesem Alter in der Sexualität machen und welche Lernschritte anhand von Sextoys begünstigt oder verhindert werden können. Mit drei qualitativen Interviews werden Nutzerinnen von Sextoys befragt, wie sie diese in der Paarsexualität, sowie der Selbstbefriedigung einsetzen und welchen Nutzen sie daraus für die sexuelle Lust und die Orgasmusfähigkeit ziehen. Zudem wird untersucht, welche Wirkung unterschiedliche Sextoys haben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden anhand des Modells Sexocorporel in Bezug auf die Aktivierung sexueller Lust und dem Auslösen eines Orgasmus kritisch beleuchtet. Sextoys sind noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Um Tabuthemen existieren immer auch Mythen und falsches Wissen. Die vorliegende Masterarbeit soll helfen das Tabuthema aufzubrechen und das Wissen über Sextoys zu erweitern.

Tamara Schmucki, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sextoys, das Versprechen von Lust und Orgasmen : Die Wirkung von Sextoys auf die sexuelle Lust und die Orgasmusfähigkeit von Frauen zwischen 20 und 30 Jahren in der Selbstbefriedigung und der Paarsexualität

Verfasst von
Tamara Schmucki

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexuelles Verlangen · Paarsexualität · Sexuelle Zufriedenheit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Tamara Schmucki: «Sextoys, das Versprechen von Lust und Orgasmen : Die Wirkung von Sextoys auf die sexuelle Lust und die Orgasmusfähigkeit von Frauen zwischen 20 und 30 Jahren in der Selbstbefriedigung und der Paarsexualität». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Einfluss der angeleiteten Theaterimprovisation auf die sexuelle Selbstsicherheit bei Männern

Urs Christof Sibold untersucht in der Masterarbeit «Einfluss der angeleiteten Theaterimprovisation auf die sexuelle Selbstsicherheit bei Männern» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sexuelle Selbstsicherheit lässt sich schwer besprechen und leichter erfahren. Diese Arbeit wählt dafür einen ungewöhnlichen Weg: Improvisationstheater. Und sie berichtet auch, bei wem es nicht gewirkt hat.

Was ist das KASBR-Modell?

Ein Aufwärmmodell, das der Autor eigens für diese Arbeit entwickelt hat. Die fünf Buchstaben stehen für Körper, Atmung, Sprache, Bewegung und Rhythmus — Grössen, die im Modell Sexocorporel ebenso vorkommen wie im Theater.

Das Warm-up soll die Teilnehmer in einen körperlichen und mentalen Zustand bringen, in dem sie entspannt sind und ihre bewusste Wahrnehmungsfähigkeit gesteigert ist. Erst danach folgt die Improvisation auf der Bühne.

Der Gedanke dahinter ist einleuchtend: Wer improvisiert, muss ohne Skript auskommen, sich zeigen und mit dem arbeiten, was gerade da ist. Es sind dieselben Fähigkeiten, um die es in der Sexualität geht.

Hat es gewirkt?

Teilweise — und der Autor berichtet das mit Zahlen statt mit Eindrücken. Die Auswertung stützt die Annahme, dass das Warm-up den Zustand verändert. Zwei von acht Teilnehmern gaben allerdings an, keine Veränderung erfahren zu haben.

Auf der verwendeten Skala lag der häufigste Wert vor dem Warm-up bei 4 und danach bei 5 — eine leichte Veränderung nach oben, nicht mehr.

Deutlicher fallen die Aussagen in den beiden vertiefenden Interviews aus. Die Arbeit stützt sich damit auf drei Quellen zugleich: Feedbackbögen aller Teilnehmer, zwei semistrukturierte Interviews und die subjektiven Aussagen während der Workshops.

Für wen ist das interessant?

Für alle, die mit Männern an sexueller Selbstsicherheit arbeiten und dabei über das Gespräch hinauskommen wollen. Der Ansatz verlangt keine Vorerfahrung im Theater und findet in der Gruppe statt.

Das Konzept ist vollständig dokumentiert — Ablauf, Übungen, Warm-up-Modell und Feedbackbögen liegen der Arbeit bei. Wer es nachbauen will, kann das.

Bemerkenswert ist die Zielgruppe. Angebote zur sexuellen Selbstsicherheit richten sich meist an Frauen; Formate für Männer sind selten, und Formate, die ohne das Reden über Probleme auskommen, noch seltener.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Ein Workshop mit fünf bis acht Männern, zwei vertiefende Interviews, Feedbackbögen. Ohne Kontrollgruppe und ohne Nachbefragung nach längerer Zeit.

Der Autor prüft seine Hypothesen ausdrücklich kritisch und hält fest, wo die Daten sie nur teilweise stützen. Dass zwei von acht keine Veränderung berichten, steht im Ergebnis — nicht in einer Fussnote.

Was die Arbeit zeigt, ist die Machbarkeit eines Formats und erste Hinweise auf seine Wirkung. Für mehr wäre eine grössere Untersuchung nötig, was der Autor selbst als nächsten Schritt benennt.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 103 Seiten. Sie enthält die Grundlagen zu Improvisationstheater und Modell Sexocorporel, das vollständig ausgearbeitete Warm-up-Modell KASBR, die Auswertung der Feedbackbögen und Interviews sowie Vorschläge zur Weiterentwicklung.

Abstract der Arbeit

In dieser Masterarbeit wird die Veränderung der sexuellen Selbstsicherheit und sexuellen Zufriedenheit von Männern erforscht und beschrieben, die aus einer angeleiteten Theaterimprovisation mit einem vorgängigen Warm-up resultiert. Dieses Warm-up-Modell wurde eigens für diese Masterarbeit entwickelt. Die Methode, basierend auf dem Modell Sexocorporel, wird auf einer Bühne oder in einem Theatersaal in einer zeitlich begrenzten Reihe von Improvisationstheater-Workshops mit dem Warm-up-Modell KASBR erfahren. Diese Erfahrung soll den Teilnehmern die bewusste Veränderung der sexuellen Selbstsicherheit und sexuellen Zufriedenheit aufzeigen. Das Warm-up (engl. warm up, aufwärmen) dient den Teilnehmern für: Körper, Atmung, Sprache, Bewegung, Rhythmus (KASBR) mit Bewusstseinsübungen und Methoden zur praktischen Anwendung in Theaterimprovisation. Der Workshop wird in einer begrenzten Zeitspanne mit fünf bis acht Männern durchgeführt. Mit zwei der Testkandidaten werden semistrukturierte Interviews geführt, mittels deren die Wirksamkeit des Warm-up-Modells KASBR evaluiert und Ansätze zur Weiterentwicklung und Verbesserung der sexuellen Selbstsicherheit und sexuellen Zufriedenheit skizziert werden sollen. Die Workshops mit dem Warm-up-Modell KASBR und anschliessender Theaterimprovisation sowie die dazu geführten semistrukturierten Interviews und Feedbackbögen werden die Grundlage zur Forschung in dieser Arbeit sein. Die Masterarbeit nähert sich den Forschungsfragen in verschiedenen Hypothesen Schritt für Schritt, und im Ergebnis soll ein disziplinärer Erkenntnisgewinn erzielt werden. Die vorliegende Arbeit soll in zweierlei Hinsicht überraschen: sowohl im Sinn einer improvisationstheatralischen Erfahrung als auch hinsichtlich der in diesem Zusammenhang erzielten Ergebnisse. Damit möchte sie einen wissenschaftlichen Beitrag wie auch einen Beitrag zur sexualtherapeutischen Praxis leisten. 211 Wörter, 20 Zeichen ohne Leerzeichen

Urs Christof Sibold, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Einfluss der angeleiteten Theaterimprovisation auf die sexuelle Selbstsicherheit und sexuelle Zufriedenheit bei Männern Entwicklung von Theaterimprovisation und Evaluation eines Programms mit Schwerpunkt auf dem Modell Sexocorporel (JeanYves Desjardins) und der eigens dafür

Verfasst von
Urs Christof Sibold

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Körperarbeit · Selbstwirksamkeit · Sexuelle Zufriedenheit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Urs Christof Sibold: «Einfluss der angeleiteten Theaterimprovisation auf die sexuelle Selbstsicherheit und sexuelle Zufriedenheit bei Männern Entwicklung von Theaterimprovisation und Evaluation eines Programms mit Schwerpunkt auf dem Modell Sexocorporel (JeanYves Desjardins) und der eigens dafür». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA2 Masterarbeit

Sexuelle Lust und Unlust von Frauen im Zusammenhang mit hormoneller Empfängnisverhütung

Christina Schnurrenberger untersucht in der Masterarbeit «Sexuelle Lust und Unlust von Frauen im Zusammenhang mit hormoneller Empfängnisverhütung» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Seit ich die Pille nehme, ist die Lust weg» — der Satz fällt in Beratungen regelmässig, und ebenso regelmässig bleibt offen, was daran am Hormon liegt. Diese Arbeit nimmt einen zweiten Faktor dazu, der sonst getrennt behandelt wird: das erlernte körperliche Verhalten in der Sexualität.

Warum zwei Faktoren statt einem?

Weil beide gleichzeitig wirken. Die hormonelle Empfängnisverhütung greift in den Hormonhaushalt ein — und wie eine Frau ihren Körper beim Sex einsetzt, ist erlernt und veränderbar.

Wer nur auf das Präparat schaut, hat für den Fall, dass ein Wechsel nichts bringt, keine zweite Karte. Genau darum geht es dieser Arbeit: den Blick auf beides zu richten.

Untersucht werden dabei nicht «Lust» als Ganzes, sondern drei Grössen getrennt — sexuelles Verlangen, sexuelles Vergnügen und sexuelle Motivation.

Was hat die Befragung ergeben?

Die Aussagen der sechs befragten Frauen im gebärfähigen Alter stützen die Annahme: Sowohl die hormonelle Empfängnisverhütung als auch das erlernte körperliche Verhalten können sich auf die sexuelle Lust auswirken.

Aufschlussreicher ist der Zusammenhang zwischen den drei Grössen. Das sexuelle Vergnügen kann auf das Verlangen und auf die Motivation wirken — und die Motivation wiederum auf das Verlangen.

Das ist keine Nebensache, sondern eine andere Reihenfolge als die vertraute. Nicht das Verlangen führt zum Vergnügen, sondern das Vergnügen kann Verlangen erzeugen. Wer wartet, bis Lust da ist, wartet womöglich am falschen Ende.

Was heisst das für die Beratung?

Wenn eine Frau nach einem Wechsel des Verhütungsmittels fragt, ist das eine legitime Frage — aber selten die einzige. Diese Arbeit zeigt, wo daneben anzusetzen wäre: beim körperlichen Verhalten während der Erregung, das sich erlernen und verändern lässt.

Die Autorin ist bei der Reichweite ihrer Daten ausdrücklich vorsichtig. Sechs Interviews erlauben keine allgemeinen Schlüsse; um kausale Zusammenhänge zwischen Einflussfaktoren und sexueller Lust allgemeingültig zu formulieren, brauche es eine deutlich grössere Teilnehmerzahl. Sie benennt diesen Forschungsbedarf selbst.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Eine Aufarbeitung des Forschungsstands verbunden mit einer qualitativen Befragung von sechs Frauen im gebärfähigen Alter.

Ein methodischer Punkt verdient Beachtung: Die Leitfragen liessen sich den Befragten nicht direkt stellen — niemand kann aus dem Stand sagen, ob ein Präparat seine sexuelle Motivation beeinflusst. Sie wurden deshalb in Interviewfragen übersetzt. Die Auswertung ist damit eine Deutung von Schilderungen, keine Messung.

Was die Arbeit leistet, ist die Verbindung zweier Erklärungswege, die sonst getrennt verhandelt werden.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 151 Seiten. Sie enthält die Aufarbeitung früherer Forschung zu hormoneller Verhütung und sexueller Lust, die theoretischen Grundlagen zum erlernten körperlichen Verhalten sowie die vollständige Auswertung der sechs Interviews.

Abstract der Arbeit

Abstrakt Einführung: In der Masterarbeit fasst die Verfasserin die Ergebnisse anderer Forschungen und die Ergebnisse eigener Untersuchungen zum Thema der beiden Faktoren zusammen, welche die sexuelle Lust bei Frauen beeinflussen – die hormonelle Empfängnisverhütung und das erlernte körperliche Verhalten in der Sexualität. Methodik: Forschungsarbeit mit Aufarbeitung der Ergebnisse früherer, von anderen durchgeführter Forschungen und der Ergebnisse der eigenen Untersuchung mittels qualitativer Befragung von sechs Frauen im gebärfähigen Alter. Ergebnis: Aufgrund der bei der Befragung erhaltenen Antworten wurde aufgezeigt, dass die hormonelle Empfängnisverhütung und das erlernte körperliche Verhalten in der Sexualität Einfluss auf die sexuelle Lust haben können (auf das sexuelle Verlangen und das sexuelle Vergnügen). Der Untersuchung nach kann das sexuelle Vergnügen Auswirkungen auf das sexuelle Verlangen und die sexuelle Motivation haben. Gleichermassen wirkt sich die sexuelle Motivation auf das sexuelle Verlangen aus. Schlussfolgerung: Die hormonelle Empfängnisverhütung und das erlernte körperliche Verhalten können sich auf das sexuelle Verlangen, das sexuelle Vergnügen und die sexuelle Motivation bei Frauen auswirken. Da die Befragung jedoch lediglich unter Mitwirkung von sechs Frauen durchgeführt wurde, ist eine weiterführende Forschung notwendig, um unter Einbindung einer höheren Anzahl an Frauen allgemeine Schlussfolgerungen ziehen zu können. Mit einer erhöhten Teilnehmerzahl könnten die kausalen Zusammenhänge zwischen Einflussfaktoren und sexueller Lust allgemeingültig formuliert werden.

Christina Schnurrenberger, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexuelle Lust und Unlust von Frauen im Zusammenhang mit hormoneller Empfängnisverhütung und erlerntem körperlichem Verhalten in der Sexualität

Verfasst von
Christina Schnurrenberger

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Verhütung · Sexuelles Verlangen · Schwangerschaft & Geburt

Lizenz und Nachweis. Christina Schnurrenberger: «Sexuelle Lust und Unlust von Frauen im Zusammenhang mit hormoneller Empfängnisverhütung und erlerntem körperlichem Verhalten in der Sexualität». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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