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MA3 Masterarbeit

Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen

Stefanie Achermann Kälin untersucht in der Masterarbeit «Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Wenn ein Mann an der Prostata operiert wird, richtet sich alle Aufmerksamkeit auf ihn. Die Partnerin erlebt die Folgen mit — gefragt wird sie selten. Diese Arbeit beschreibt die Paarsexualität aus ihrer Sicht und benennt, woran die Begleitung scheitert.

Wer ist zuständig für die Sexualität?

Formell die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Sie sind die erste Ansprechperson für den Patienten — und, wenn die Partnerin ihn begleitet, auch für sie.

Praktisch ist das eine Überforderung. Für viele Ärztinnen und Ärzte ist es neben der rein medizinischen Begleitung eine zusätzliche Herausforderung, die Mehrdimensionalität der Sexualität in die Sexualanamnese aufzunehmen.

Die Arbeit benennt dafür einen Grund, der über Wissenslücken hinausgeht: Fachpersonen, die sexuelle Themen begleiten, sollten auch die eigene Sexualität reflektiert haben. Nur dann können sie authentisch darauf eingehen — und nur dann fühlen sich Patientinnen und Patienten in ihrer Angst und Frustration abgeholt.

Lässt sich das lernen?

Ja, aber nicht im Medizinstudium. Die Arbeit hält fest, dass diese Kompetenz nicht Teil der medizinischen Ausbildung ist, sich jedoch durch Fortbildungen erwerben lässt — genannt werden etwa die syndyastische Sexualtherapie und andere sexualmedizinische Weiterbildungen.

Der Vergleich, den die Autorin zieht, ist einleuchtend: Wie die Krebserkrankung fachliche Begleitung braucht, so brauchen auch sexuelle Störungen mit Leidensdruck eine fachliche Begleitung. Beides ist Behandlung, nicht Beiwerk.

Was braucht die Partnerin?

Die Arbeit klärt anhand von zwei qualitativen Interviews mit betroffenen Frauen den Bedarf an sexualtherapeutischer Begleitung — aus deren eigener Sicht, nicht aus der des Paares oder des Mannes.

Aus der Theorie skizziert sie sexualtherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten samt deren Wirkung und lässt diese Ansätze in einen Vorschlag für eine bedarfsgerechte Begleitung einfliessen.

Zusammen mit der Arbeit von Peter Steinmann, die dieselbe Operation aus Sicht der Männer untersucht, ergibt sich für dieses Thema ein seltenes beidseitiges Bild.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Zwei qualitative Interviews, ausgewertet nach Mayring. Das ist eine sehr schmale Grundlage, und die Arbeit stützt ihre Schlüsse entsprechend stark auf die Literatur.

Was sie leistet, ist ein Perspektivwechsel: Die Partnerin ist bei einer Prostatektomie nicht die Begleitperson eines Patienten, sondern selbst betroffen. Diese Sicht kommt in der Forschung wie in der Nachsorge kaum vor. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 102 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Prostatektomie und Paarsexualität, die vollständige Auswertung der beiden Interviews sowie die skizzierten sexualtherapeutischen Unterstützungsmöglichkeiten.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit werden die Folgen einer Prostatektomie auf die Paarsexualität aus der Sicht der betroffenen Partnerin beschrieben. Mit Hilfe zweier qualitativer Interviews mit betroffenen Frauen soll der Bedarf einer sexualtherapeutischen Begleitung abgeklärt werden. Sexualtherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkungen werden aus der Theorie skizziert, diese Ansätze fliessen in die Verbesserung und Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten fachlichen Begleitung ein. This master's thesis describes the consequences of a prostatectomy on couple sexuality from the perspective of the affected partner. With the help of two qualitative interviews with affected women, the need for sexual therapeutic support will be clarified. Sexual therapeutic support possibilities and their effects are outlined from theory, the findings flow into the improvement and further development of a need-based professional support.

Stefanie Achermann Kälin, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen : Erleben der Paarsexualität aus Sicht von Frauen vor und nach der Prostatektomie des Partners sowie Befragung anhand von Interviews bezüglich sexualtherapeutischer Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkung

Verfasst von
Stefanie Achermann Kälin

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Operative Eingriffe · Paarsexualität · Erektile Dysfunktion

Lizenz und Nachweis. Stefanie Achermann Kälin: «Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen : Erleben der Paarsexualität aus Sicht von Frauen vor und nach der Prostatektomie des Partners sowie Befragung anhand von Interviews bezüglich sexualtherapeutischer Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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