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MA5 Masterarbeit

Erektile Dysfunktion bei jungen Männern und das Männlichkeitsgefühl

Leandra Gubser untersucht in der Masterarbeit «Erektile Dysfunktion bei jungen Männern und das Männlichkeitsgefühl» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Erektionsprobleme bei jungen Männern sind selten nur ein körperliches Problem. Diese Arbeit hat fünf Betroffene befragt und zeigt, wie tief die Störung ins Selbstbild greift — und dass manche Männer daraus ein anderes Verständnis von Männlichkeit entwickeln.

Warum trifft es das Selbstbild so hart?

Weil Männlichkeit noch immer stark über sexuelle Leistungsfähigkeit definiert wird, insbesondere über die Fähigkeit zur Penetration. Wer diese Vorstellung verinnerlicht hat, erlebt eine erektile Dysfunktion als tiefen Einschnitt ins männliche Selbstverständnis.

Die Befragten beschreiben Druck, Erwartungen und Unsicherheit — genährt vom Bild des funktionierenden, kontrollierten, leistungsfähigen Mannes, das nach wie vor präsent ist.

Eine Rolle spielen dabei drei Einflüsse, die die Arbeit benennt: das soziale Umfeld, der Pornografiekonsum und die Frage, ob professionelle Unterstützung gesucht wurde.

Was hilft?

Die Ergebnisse zeigen, dass Veränderung möglich ist — und wo sie geschieht. Dort, wo Austausch, Offenheit und Reflexion stattfinden, sei es mit der Partnerin oder im eigenen Inneren, entsteht Raum für Entlastung und neue Sichtweisen.

Manche Männer nutzen die Erfahrung als Anlass zur Reflexion und entwickeln alternative Männlichkeitsbilder. Manchmal entstehen daraus sogar neue Formen von Nähe.

Der Schlüssel liegt im Verständnis von Männlichkeit selbst: nicht als starres Konzept, sondern als etwas Verhandelbares und Entwickelbares — gerade im Zusammenhang mit Sexualität.

Was fehlt in der Versorgung?

Die Arbeit fordert mehr Sichtbarkeit für die psychologischen und sozialen Aspekte der erektilen Dysfunktion — in der Forschung, in der Beratung und ausdrücklich auch im medizinischen Kontext.

Ihre Begründung ist einfach: Es geht nicht nur darum, ein Symptom zu beheben, sondern darum, Menschen zu einem stimmigen Umgang mit sich selbst, ihrem Körper und ihren Beziehungen zu verhelfen.

Was dafür fehlt, benennt die Autorin am deutlichsten: sichere, unterstützende Räume, in denen Männer über Zweifel, Scham und Verletzlichkeit sprechen können, ohne befürchten zu müssen, dafür als weniger Mann zu gelten.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Fünf qualitative Interviews mit betroffenen jungen Männern. Das ist eine kleine Gruppe — und für ein Thema, über das kaum jemand spricht, sind fünf ausführliche Gespräche bereits bemerkenswert.

Die Arbeit macht keine Aussagen über Häufigkeiten oder Ursachen. Was sie zeigt, ist, wie unterschiedlich Männer mit derselben Störung umgehen — und dass der Umgang mehr mit dem verinnerlichten Männlichkeitsbild zu tun hat als mit dem Befund.

Die Autorin reflektiert im Schlusswort eine Frage, die ihr gestellt wurde: warum sie als Frau über ein Männerthema schreibe. Sie hält dagegen, dass es sie umgekehrt stört, wenn vor allem Männer über weibliche Körper und Lust forschen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 105 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu erektiler Dysfunktion bei jungen Männern, die theoretischen Konzepte zu Männlichkeitskonstruktionen, die vollständige Auswertung der fünf Interviews und die Ableitungen für Beratung und medizinische Praxis.

Abstract der Arbeit

Kurzbeschrieb Diese Masterarbeit untersucht, welche Auswirkungen erektile Dysfunktion (ED) auf das Erleben und die Konstruktion von Männlichkeit bei jungen Männern hat. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Männlichkeit häufig über sexuelle Leistungsfähigkeit definiert wird, insbesondere über die Fähigkeit zur Penetration. Auf Grundlage bestehender theoretischer Konzepte sowie qualitativer Interviews mit fünf Betroffenen wird analysiert, wie sich ED auf das Selbstbild, das Beziehungserleben und den Umgang mit gesellschaftlichen Männlichkeitsidealen auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass ED als tiefer Einschnitt in das männliche Selbstverständnis erlebt werden kann, insbesondere wenn traditionelle Vorstellungen von Potenz und Kontrolle internalisiert sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass manche Männer alternative Männlichkeitsbilder entwickeln und ED als Anlass zur Reflexion nutzen. Neben individuellen Bewältigungsstrategien spielen auch das soziale Umfeld, Pornografiekonsum und professionelle Unterstützung eine zentrale Rolle. Die Arbeit zeigt auf, dass Männlichkeit im Kontext von ED kein statisches Konstrukt ist, sondern ständig neu verhandelt wird, zwischen persönlichem Erleben und gesellschaftlichen Erwartungen. Schlagwörter Erektile Dysfunktion / ED / Sexuelle Funktionsstörung / Männlichkeitskonstruktion / Männlichkeitsbilder / Identität und Selbstbild / Geschlechterrollen / Männerforschung / Sexualität und Leistungsdruck HS Merseburg / ISP Zürich • ED und Konstruktion des Männlichkeitsgefühls • Leandra Gubser ​

Leandra Gubser, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Erektile Dysfunktion bei jungen Männern im Kontext der Konstruktion und Wahrnehmung des Männlichkeitsgefühls – Einblicke aus qualitativen Interviews

Verfasst von
Leandra Gubser

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Männlichkeit · Erektile Dysfunktion · Pornografie

Lizenz und Nachweis. Leandra Gubser: «Erektile Dysfunktion bei jungen Männern im Kontext der Konstruktion und Wahrnehmung des Männlichkeitsgefühls – Einblicke aus qualitativen Interviews». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern

Nathalie Hirsekorn untersucht in der Masterarbeit «Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Die befragten Männer hatten keine Erektionsstörung, als sie mit den Potenzmitteln anfingen. Sie gerieten trotzdem in eine subjektive psychische Abhängigkeit. Diese Arbeit zeigt, was dazu führt — und dass die Scham ein eigener Faktor ist.

Wer nimmt PDE-5-Hemmer ohne Not?

Junge, gesunde Männer ohne medizinische Notwendigkeit — eine Gruppe, deren Konsum in den letzten Jahren zugenommen hat und die sich subjektiv als abhängig von dieser Medikamentengruppe beschreibt.

Der zentrale Befund der Arbeit ist, dass die Probanden ursprünglich ohne Erektionsstörung mit dem missbräuchlichen Konsum begonnen haben. Die Störung ist nicht der Anlass, sondern allenfalls die Folge.

Als wesentliche Faktoren, die zur Abhängigkeit beitragen, nennt die Analyse Unsicherheit, Leistungsdruck und Versagensängste.

Welche Rolle spielt die Scham?

Eine eigenständige. Die Scham veranlasst die Probanden, ihren Konsum vor ihren Sexualpartnerinnen geheim zu halten.

Damit entsteht eine zweite Ebene des Problems. Was verborgen bleibt, kann nicht besprochen werden — weder mit der Partnerin noch mit einer Fachperson. Der Konsum stabilisiert sich also nicht nur pharmakologisch, sondern auch sozial.

Verstärkt wird das durch die Leichtfertigkeit der Anwendung. Sie entspringt hedonistischen Motiven, aber auch fehlender Aufklärung — und bewirkt, dass die damit verknüpften Problematiken gar nicht oder kaum beachtet werden.

Was begünstigt den Konsum sonst noch?

Die Arbeit nennt drei weitere Einflussfaktoren: das soziale Umfeld, die Einfachheit der Beschaffung und das Bestreben, negative Emotionen zu vermeiden.

Besonders aufschlussreich ist ein sexologischer Befund. Die Probanden weisen unterschiedliche Erregungsmodi und Zentrierungen auf, was ihre sexuelle Wahrnehmung und Interaktion beeinflusst — und möglicherweise mit dem Konsum in Verbindung steht.

Damit verschiebt sich der Ansatzpunkt. Wer nur über das Medikament spricht, übersieht, wie diese Männer Erregung überhaupt aufbauen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Halbstrukturierte Interviews mit drei Probanden, ausgewertet nach Mayring. Drei Personen sind eine sehr kleine Grundlage — und für eine Gruppe, die ihren Konsum geheim hält, sind drei ausführliche Gespräche bereits bemerkenswert.

Die Autorin hebt selbst hervor, dass es weitere Forschung braucht, um die langfristigen Auswirkungen des missbräuchlichen Konsums zu verstehen und geeignete Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 82 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu PDE-5-Hemmern und ihrem Missbrauch, die vollständige Auswertung der drei Interviews sowie die Einordnung der Erregungsmodi in das Modell Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

In den letzten Jahren hat der Missbrauch von erektionsfördernden Medikamenten der Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE-5-Hemmern) bei jungen, gesunden Männern ohne medizinische Notwendigkeit zugenommen. Diese Masterarbeit befasst sich mit dieser Zielgruppe, die sich aus subjektiver Sicht von eben dieser Medikamentengruppe als abhängig bezeichnen. Die qualitative Studie untersucht das Abhängigkeitspotenzial anhand von Risikofaktoren sowie psychosozi- ale und physiologische Auswirkungen dieses Missbrauchs. Mittels halbstrukturierter Interviews mit drei Probanden werden die zugrunde liegenden Motive und die Auswir- kungen auf ihre Sexualität analysiert. Die Ergebnisse zeigen eine Vielzahl von Fakto- ren, die als zentrale Gründe für den missbräuchlichen Konsum identifiziert wurden. Dazu gehören Neugier, der Wunsch nach verbesserter sexueller Leistungsfähigkeit und sozialer Druck. Insbesondere sexuelle Unsicherheiten und Leistungsdruck schei- nen eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung einer subjektiven Abhängigkeit zu spie- len. Diese Studie hebt die Notwendigkeit weiterer Forschung hervor, um die langfristi- gen Auswirkungen des missbräuchlichen Konsums von PDE-5-Hemmern besser zu verstehen und geeignete Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln. In recent years, the misuse of erectile stimulants such as phosphodiesterase-5 inhibi- tors (PDE-5 inhibitors) has increased among young, healthy men without medical ne- cessity. This master's thesis deals with this target group, who describe themselves as dependent on this group of drugs from a subjective point of view. The qualitative study examines the potential for dependence on the basis of risk factors as well as the psy- chosocial and physiological effects of this abuse. Semi-structured interviews with three test subjects are used to analyze the underlying motives and the effects on their sex- uality. The results show a variety of factors, including curiosity, the desire for improved sexual performance and social pressure, which were identified as central reasons for regular use. In particular, sexual insecurity and pressure to perform appear to play a significant role in the development of subjective addiction. This study highlights the need for further research to better understand the long-term effects of abusive use of PDE-5 inhibitors and to develop appropriate prevention and intervention strategies.

Nathalie Hirsekorn, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern : Eine qualitative Untersuchung der Risikofaktoren und den psychosozialen und physiologischen Auswirkungen

Verfasst von
Nathalie Hirsekorn

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Erektile Dysfunktion · Männlichkeit · Pornografie

Lizenz und Nachweis. Nathalie Hirsekorn: «Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern : Eine qualitative Untersuchung der Risikofaktoren und den psychosozialen und physiologischen Auswirkungen». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Über das Unterbewusstsein zu besserem Sex?

Yael Roth untersucht in der Masterarbeit «Über das Unterbewusstsein zu besserem Sex?» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Autosuggestion klingt nach Ratgeberregal. Diese Arbeit prüft sie als therapeutisches Werkzeug bei sexueller Lustlosigkeit — mit neun Frauen über dreissig Tage — und ordnet sie neurowissenschaftlich ein, statt sie zu behaupten.

Warum überhaupt Autosuggestion?

Weil es zu dieser Intervention bei konkret sexuellen Anliegen eine Forschungslücke gibt. Die Autorin arbeitet zunächst den Ursprung der Methode auf, setzt sie zu ähnlichen sexologischen Ansätzen in Beziehung und stellt ihre Grenzen dar.

Der Anschluss an die Sexualtherapie ist dabei enger, als der Begriff vermuten lässt. In embodimentorientierten Verfahren wird über den Körper gearbeitet, und über die Neuroplastizität des Gehirns entstehen neue Verknüpfungen, die für Lernprozesse zentral sind. Diese Prozesse können auch das Unterbewusstsein beeinflussen.

Empirisch gestützt wird das durch Befunde, wonach therapeutische Erfolge mit Veränderungen in der Präfrontalregion des Gehirns einhergehen.

Wie unterscheidet sich das von einer Sexualtherapie?

In der Reihenfolge. In einer Sexualtherapie werden über Gespräche und Übungen zunächst stereotype und soziale Einflüsse auf ein Anliegen wie sexuelle Lustlosigkeit reflektiert und bewusst gemacht.

Bei autosuggestiven Interventionen geht es dagegen darum, neue Glaubenssätze zu lernen, die das Unterbewusstsein auf positive Weise beeinflussen. Der Weg führt nicht über die Einsicht, sondern über die Wiederholung.

Die Arbeit stellt beides nebeneinander, statt eines gegen das andere auszuspielen — als zwei Zugänge zu denselben Lernprozessen.

Was hat die Intervention bewirkt?

Neun Cis-Frauen in hetero- und homosexuellen Beziehungen führten dreissig Tage lang eine autosuggestive Intervention zum Anliegen sexueller Lustlosigkeit durch. Erhoben wurde vorher und nachher über zwei schriftliche halbstandardisierte Fragebogen.

Das Ziel — unbewusste negative Glaubenssätze in positive oder wenigstens realistische umzulenken — gelang bei einem Teil der Frauen gut.

Wer weniger Wirkung berichtete, profitierte dennoch: von der Bewusstmachung ausgewählter Themen im Zusammenhang mit der Lustlosigkeit und davon, klarere Ziele für sich definieren zu können. Auch das ist ein Ergebnis.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Neun Frauen ohne Kontrollgruppe, dreissig Tage, Selbstauskunft über Fragebogen. Das erlaubt keine Wirksamkeitsaussage.

Die Arbeit differenziert allerdings sauber zwischen denen, bei denen die Umdeutung gelang, und denen, bei denen sie ausblieb — und benennt für beide Gruppen, was übrig blieb. Am Schluss reflektiert sie Ansätze zur Weiterentwicklung der Methode für sexologische Anliegen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 132 Seiten. Sie enthält die Herkunft und theoretische Einordnung der Autosuggestion, den neurowissenschaftlichen Hintergrund, die vollständige Intervention sowie die Auswertung der Fragebogen vor und nach den dreissig Tagen.

Methodisches Vorgehen

Die Arbeit stützt sich auf qualitative Interviews und eine Literaturrecherche. Der Volltext umfasst 132 Seiten.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Autosuggestion als therapeutische Methode für sexologische Anliegen. Dafür wurde ihr Ursprung aufgearbeitet, mit ähnlichen (sexologischen) Ansätzen in Bezug gesetzt, und die Grenzen davon dargestellt. Anhand der Recherche wurde weiter eine 30-tägige autosuggestive Intervention zum Anliegen sexueller Lustlosigkeit bei neun Cis-Frauen in hetero- und homosexuellen Beziehungen durchgeführt. Das Erleben mit dem Anliegen vor, sowie auch nach der Intervention wurde mit zwei qualitativen, halbstandardisierten, schriftlichen Fragebogen nach Döring (2022) erörtert. Das Ziel der Studie war, unbewusste, negative Glaubenssätze in Bezug zu sexueller Lustlosigkeit in positive und/ oder realistische umzulenken, was bei einigen Probandinnen gut gelungen ist. Diejenigen, die von weniger Wirkung berichteten, konnten trotzdem von einer Bewusstmachung ausgewählter Themen in Bezug zur sexuellen Lustlosigkeit profitieren und klarere Ziele für sich definieren. Zum Schluss werden in der Arbeit Ansätze zur Weiterentwicklung dieser Methode für sexologische Anliegen anhand der Theorie reflektiert, gemischt mit Erkenntnissen aus der Studie. This master's thesis deals with autosuggestion as a therapeutic method for sexological concerns. To this end, its origins were analyzed, related to similar (sexological) approaches, and the limitations of these approaches were presented. Based on the research, a 30-day autosuggestive intervention was carried out on nine cis-women in heterosexual and homosexual relationships to address the issue of sexual desirelessness. The experience before and after the intervention was evaluated using two qualitative, semi-standardized, written questionnaires according to Döring (2022). The aim of the study was to redirect unconscious, negative beliefs about sexual desirelessness into positive and/ or realistic ones, which was successful for some of the participants. Those who reported less impact were still able to benefit from raising awareness of selected issues relating to loss of sexual desire and defining clearer goals for themselves. Finally, the paper reflects on approaches for the further development of this method for sexological concerns based on theory, mixed with findings from the study.

Yael Roth, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Über das Unterbewusstsein zu besserem Sex? : Eine Untersuchung der Wirkung autosuggestiver Methoden zur Verbesserung sexueller Zufriedenheit

Verfasst von
Yael Roth

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Sexuelles Verlangen · Erektile Dysfunktion · Sexuelle Zufriedenheit

Lizenz und Nachweis. Yael Roth: «Über das Unterbewusstsein zu besserem Sex? : Eine Untersuchung der Wirkung autosuggestiver Methoden zur Verbesserung sexueller Zufriedenheit». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Sexualität und Krebs – Interventionen in der Behandlung

Jeannette Stucki untersucht in der Masterarbeit «Sexualität und Krebs – Interventionen in der Behandlung» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Eine Krebserkrankung greift in die Lebensqualität ein, und die Sexualität gehört dazu. Das Angebot ist gewachsen — sichtbar ist es nicht. Diese Erkundungsstudie hat nachgesehen, was es in der Deutschschweiz tatsächlich gibt, und findet ein Muster, das für die Praxis entlastend ist.

Wie sieht das Angebot aus?

In den letzten Jahren hat sich viel getan: Die Bedeutung des Themas wurde erkannt, und das Angebot ist gewachsen. Trotzdem ist es teilweise nach wie vor zu wenig sichtbar und präsent.

Besonders deutlich zeigt sich das dort, wo Betroffene zuerst sind: In Spitälern und Kliniken wird Sexualität nicht als vorrangig angesehen.

Die Folge benennt die Arbeit klar: Betroffene gehen oft erst nach ein paar Jahren in Beratung oder Therapie, um ihre Anliegen zur Sexualität zu besprechen. Jahre, in denen sie damit allein sind.

Gibt es die richtige Behandlung?

Nein — und das ist der für die Praxis wichtigste Befund. Einen klaren Best-Practice-Ansatz gibt es nicht. Je nach Fachperson kommen verschiedene Interventionen zum Einsatz, und diese lassen sich nicht unbedingt auf ein Merkmal der Betroffenen zurückführen.

Daraus folgt etwas Entlastendes: Menschen mit verschiedenen Krebsarten können gleichermassen von einer Sexualberatung profitieren. Es braucht also keine Spezialisierung nach Diagnose.

Was es braucht, ist der Blick auf die einzelne Person — auf das, was sie an Ressourcen und Anknüpfungspunkten mitbringt. Die Diagnose bestimmt nicht das Vorgehen.

Was heisst das für Fachpersonen?

Für die Onkologie ist die Arbeit vor allem eine Orientierung: Sie zeigt, was es gibt und wohin verwiesen werden kann.

Für die Sexualberatung heisst der Befund, dass die eigene Unsicherheit gegenüber onkologischen Krankheitsbildern kein Hinderungsgrund sein muss. Gefragt ist nicht Fachwissen über den Tumor, sondern die Arbeit mit dem, was die Person mitbringt.

Für ein systematischeres Verständnis dessen, was in diesem eher tabuisierten Bereich am besten wirkt, braucht es nach der Autorin eine vertieftere Analyse.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Eine Erkundungsstudie — die Arbeit nennt sich selbst so. Sie kombiniert eine kurze Online-Befragung zum Angebot in der Deutschschweiz mit drei Interviews mit Fachpersonen.

Drei Interviews und eine kurze Befragung ergeben eine Momentaufnahme, keine Bestandsaufnahme. Die Autorin sagt selbst, dass es eine systematischere Betrachtung braucht.

Für eine erste Orientierung in einem Feld, zu dem es kaum Übersichten gibt, ist das angemessen. Mit 62 Seiten ist es eine der kürzeren Arbeiten der Sammlung.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 62 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Sexualität bei Krebserkrankungen, die Ergebnisse der Online-Befragung zum Angebot in der Deutschschweiz sowie die vollständige Auswertung der drei Fachinterviews.

Abstract der Arbeit

Eine Krebserkrankung ist ein einschneidendes Erlebnis für die Betroffenen und deren Umfeld. Eine solche Erkrankung kann Folgen auf die Lebensqualität ha- ben, darunter auch auf die sexuelle Gesundheit. In den letzten Jahrzehnten wurde das Unterstützungsangebot für Betroffene mit sexuellen Anliegen immer stärker ausgebaut, trotzdem sind nach wie vor einige Hürden für umfassende Hilfestellungen vorhanden. Die Auswahl an möglichen Interventionen, um die Betroffenen in ihrer Sexualität zu unterstützen, scheint jedoch gross. Somit stellt sich die Frage, wie das Angebot denn tatsächlich aussieht und ob es vielleicht sogar eine Standardbehandlung gibt, welche Betroffene unabhängig irgend ei- nes Merkmals unterstützt. Um erste Ansätze auf diese Frage zu erhalten, wurde eine Erkundungsstudie mit einer kurzen Online-Befragung zum Angebot in der Deutschschweiz sowie Experteninterviews mit drei Experten und Expertinnen geführt. Es zeigt sich, dass ein Angebot zwar da ist, dies womöglich noch aus- gebaut oder vor allem auch präsenter gemacht werden kann. Einen klaren best- practice Ansatz scheint es nicht zu geben, womöglich helfen verschiedene In- terventionen, um die sexuellen Anliegen nach oder während einer Krebserkran- kung anzugehen. Wichtig dabei ist immer, dass das Individuum mit seinen gan- zen Erfahrungen und Ressourcen berücksichtig wird. Die Erkundungsstudie gibt Anhaltspunkte, um das Angebot und die Wirksamkeit der Interventionen in künf- tiger Forschung genauer zu betrachten.

Jeannette Stucki, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexualität und Krebs : Sexualitätsbezogene Interventionen in der Behandlung von Menschen mit einer Krebserkrankung: eine Erkundungsstudie

Verfasst von
Jeannette Stucki

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Sexualität & Krankheit · Erektile Dysfunktion · Sexualberatung

Lizenz und Nachweis. Jeannette Stucki: «Sexualität und Krebs : Sexualitätsbezogene Interventionen in der Behandlung von Menschen mit einer Krebserkrankung: eine Erkundungsstudie». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen

Stefanie Achermann Kälin untersucht in der Masterarbeit «Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Wenn ein Mann an der Prostata operiert wird, richtet sich alle Aufmerksamkeit auf ihn. Die Partnerin erlebt die Folgen mit — gefragt wird sie selten. Diese Arbeit beschreibt die Paarsexualität aus ihrer Sicht und benennt, woran die Begleitung scheitert.

Wer ist zuständig für die Sexualität?

Formell die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Sie sind die erste Ansprechperson für den Patienten — und, wenn die Partnerin ihn begleitet, auch für sie.

Praktisch ist das eine Überforderung. Für viele Ärztinnen und Ärzte ist es neben der rein medizinischen Begleitung eine zusätzliche Herausforderung, die Mehrdimensionalität der Sexualität in die Sexualanamnese aufzunehmen.

Die Arbeit benennt dafür einen Grund, der über Wissenslücken hinausgeht: Fachpersonen, die sexuelle Themen begleiten, sollten auch die eigene Sexualität reflektiert haben. Nur dann können sie authentisch darauf eingehen — und nur dann fühlen sich Patientinnen und Patienten in ihrer Angst und Frustration abgeholt.

Lässt sich das lernen?

Ja, aber nicht im Medizinstudium. Die Arbeit hält fest, dass diese Kompetenz nicht Teil der medizinischen Ausbildung ist, sich jedoch durch Fortbildungen erwerben lässt — genannt werden etwa die syndyastische Sexualtherapie und andere sexualmedizinische Weiterbildungen.

Der Vergleich, den die Autorin zieht, ist einleuchtend: Wie die Krebserkrankung fachliche Begleitung braucht, so brauchen auch sexuelle Störungen mit Leidensdruck eine fachliche Begleitung. Beides ist Behandlung, nicht Beiwerk.

Was braucht die Partnerin?

Die Arbeit klärt anhand von zwei qualitativen Interviews mit betroffenen Frauen den Bedarf an sexualtherapeutischer Begleitung — aus deren eigener Sicht, nicht aus der des Paares oder des Mannes.

Aus der Theorie skizziert sie sexualtherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten samt deren Wirkung und lässt diese Ansätze in einen Vorschlag für eine bedarfsgerechte Begleitung einfliessen.

Zusammen mit der Arbeit von Peter Steinmann, die dieselbe Operation aus Sicht der Männer untersucht, ergibt sich für dieses Thema ein seltenes beidseitiges Bild.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Zwei qualitative Interviews, ausgewertet nach Mayring. Das ist eine sehr schmale Grundlage, und die Arbeit stützt ihre Schlüsse entsprechend stark auf die Literatur.

Was sie leistet, ist ein Perspektivwechsel: Die Partnerin ist bei einer Prostatektomie nicht die Begleitperson eines Patienten, sondern selbst betroffen. Diese Sicht kommt in der Forschung wie in der Nachsorge kaum vor. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 102 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Prostatektomie und Paarsexualität, die vollständige Auswertung der beiden Interviews sowie die skizzierten sexualtherapeutischen Unterstützungsmöglichkeiten.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit werden die Folgen einer Prostatektomie auf die Paarsexualität aus der Sicht der betroffenen Partnerin beschrieben. Mit Hilfe zweier qualitativer Interviews mit betroffenen Frauen soll der Bedarf einer sexualtherapeutischen Begleitung abgeklärt werden. Sexualtherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkungen werden aus der Theorie skizziert, diese Ansätze fliessen in die Verbesserung und Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten fachlichen Begleitung ein. This master's thesis describes the consequences of a prostatectomy on couple sexuality from the perspective of the affected partner. With the help of two qualitative interviews with affected women, the need for sexual therapeutic support will be clarified. Sexual therapeutic support possibilities and their effects are outlined from theory, the findings flow into the improvement and further development of a need-based professional support.

Stefanie Achermann Kälin, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen : Erleben der Paarsexualität aus Sicht von Frauen vor und nach der Prostatektomie des Partners sowie Befragung anhand von Interviews bezüglich sexualtherapeutischer Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkung

Verfasst von
Stefanie Achermann Kälin

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Operative Eingriffe · Paarsexualität · Erektile Dysfunktion

Lizenz und Nachweis. Stefanie Achermann Kälin: «Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen : Erleben der Paarsexualität aus Sicht von Frauen vor und nach der Prostatektomie des Partners sowie Befragung anhand von Interviews bezüglich sexualtherapeutischer Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Einfluss der erektilen Dysfunktion nach einer radikalen Prostatektomie

Peter Steinmann untersucht in der Masterarbeit «Einfluss der erektilen Dysfunktion nach einer radikalen Prostatektomie» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Drei der vier befragten Männer berichteten nach der Prostataoperation von keinerlei psychischen Nachwirkungen. Alle drei hatten denselben Urologen — einen, der zusätzlich Sexologie studiert hat. Der vierte, nur medizinisch aufgeklärt, musste sich seine Antworten allein zusammensuchen. Der Autor benennt diesen Umstand selbst als Schwäche seiner Studie. Er ist zugleich ihr stärkstes Ergebnis.

Was verändert sich nach der Operation?

Die physiologischen Funktionen nehmen durch die radikale Prostatektomie ab — das ist erwartbar und bestätigt sich. Die Häufigkeit sexueller Begegnungen und der Selbstbefriedigung blieb dagegen etwa gleich.

Alle vier Befragten können auch nach dem Eingriff ihre Lust steigern, Erektionen bekommen und zum Orgasmus kommen. Was sich verändert hat, liegt anderswo.

Erhoben wurde das entlang der Komponenten des Modells Sexocorporel, jeweils für die Zeit vor und nach der Operation — ein Vorgehen, das mehr zeigt als die Frage nach der Erektionsfähigkeit allein.

Was macht die erektile Dysfunktion mit der Selbstsicherheit?

Die sexuelle Selbstsicherheit hat nach der Operation abgenommen. Das ist der zentrale Befund und der Grund, warum diese Arbeit über eine urologische Nachkontrolle hinausgeht.

Bei den Bewältigungsstrategien nannten die Männer vor allem PDE-5-Hemmer. Der Umgang mit der Störung läuft also stark über Medikamente — was naheliegt, wenn die Beratung sich auf das Medizinische beschränkt.

Warum ist die Begleitung entscheidend?

Hier liegt der eigentliche Ertrag. Drei Befragte gaben an, psychisch keine Nachwirkungen zu haben, und hatten weder Fragen noch Verbesserungsvorschläge zur medizinischen und sexologischen Betreuung. Alle drei waren Patienten desselben Urologen, der auch Sexologie studiert hat und sie entsprechend begleiten konnte.

Der vierte Teilnehmer wurde von seinem Urologen nur medizinisch aufgeklärt und musste die sexologischen Fragen mit grossem Aufwand auf anderen Wegen selbst abklären.

Der Autor wertet die Rekrutierung dieser drei über denselben Arzt als Einschränkung der Repräsentativität — und zieht daraus zugleich den Schluss, dass ein entsprechend ausgebildeter Urologe seine Patienten auch über das Medizinische hinaus vollumfänglich beraten kann.

Was heisst das für die Praxis?

Für die Urologie ist die Folgerung unmittelbar: Die sexologische Kompetenz der behandelnden Person entscheidet mit darüber, wie ein Mann die Zeit nach der Operation erlebt. Nicht als Zusatzangebot, sondern als Teil der Nachsorge.

Für die Sexualberatung heisst es umgekehrt: Wer Männer nach einer Prostatektomie begleitet, arbeitet meist mit denen, die diese Begleitung nicht bekommen haben.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier qualitative Interviews, ausgewertet nach Mayring. Der Autor reflektiert seine Methodik ungewöhnlich offen und benennt drei Schwächen selbst.

Erstens die einseitige Rekrutierung über einen Arzt. Zweitens: Ein Teilnehmer hatte nach der Operation keine Sexualpartnerin mehr und fiel bei allen partnerbezogenen Fragen aus — er hätte das vorher abklären müssen. Drittens waren die verwendeten Skalen von 0 bis 7 ungünstig gewählt; von 0 bis 10 hätten sie sich ohne Umrechnung mit den Prozentskalen verbinden lassen.

Diese Offenheit macht die Arbeit nicht schwächer, sondern lesbarer. Man weiss, worauf sich die Aussagen stützen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 107 Seiten. Sie enthält die medizinischen Grundlagen der radikalen Prostatektomie, den Forschungsstand zur erektilen Dysfunktion danach, die vollständige Auswertung der vier Interviews entlang der Komponenten des Modells Sexocorporel sowie die kritische Methodenreflexion.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit werden die Folgen einer partiellen oder vollständigen erek- tilen Dysfunktion bei Männern betrachtet, welche sich einer radikale Prostatektomie unter- zogen haben. Es wurden dafür vier Männer nach einer radikalen Prostatektomie in einem qualitativen Interview befragt. Eine zentrale Frage dieser Arbeit war die Untersuchung der sexuellen Selbstsicherheit ba- sierend auf den Komponenten des Sexocorporel vor und nach der radikalen Prostatekto- mie. Die Ergebnisse zeigen, dass die sexuelle Selbstsicherheit nach der Operation durch die erektile Dysfunktion abgenommen hat. Eine weitere Frage betrifft die Bewältigungsstrategien der Interviewteilnehmer beim Um- gang mit den Nachwirkungen der Operation. Hier geht es ebenfalls vor allem um den Um- gang mit der erektilen Dysfunktion. Bei den Strategien erwähnten die Teilnehmer vornehm- lich verschiedene PDE-5-Hemmer. In Bezug auf die psychischen Nachwirkungen sagten drei der vier Teilnehmer, dass sie psychisch keine Nachwirkungen hätten. Alle drei Perso- nen sind Patienten desselben Urologen. Da Letzterer auch Sexologie studiert hatte, konnte er die Patienten zusätzlich sexologisch einwandfrei betreuen, sodass in diesem Bereich keine Fragen offenblieben. Dies war ein grosser Gegensatz zur Situation beim vierten Teil- nehmer, der von seinem Urologen nur medizinisch aufgeklärt wurde und mit grossem Auf- wand die sexologischen Fragen auf anderen Wegen allein abklären musste. Dieser letzte Teilnehmer besuchte eine begleitende Sexualtherapie, welche nach seinen Angaben seine Heilung beschleunigt hat. Schlussfolgerung: Wie in den Forschungshypothesen angenommen hat die sexuelle Selbstsicherheit durch die radikale Prostatektomie abgenommen. Im Weiteren hat sich gezeigt, dass es von grosser Bedeutung ist, dass Patienten einer radikalen Prostatektomie mit ihren Partner*innen, sowohl medizinisch als auch sexologisch betreut werden, damit sie effektiv mit den Folgen der Operation umgehen können. Diese Betreuung kann durch einen entsprechend ausgebildeten Urologen oder durch einen Se- xologen erfolgen.

Peter Steinmann, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Einfluss der erektilen Dysfunktion nach einer radikalen Prostatektomie auf das Sexualleben des betroffenen Mannes : Einfluss der Operationsfolgen auf die sexuelle Selbstsicherheit unter Einbezug des Modells Sexocorporel

Verfasst von
Peter Steinmann

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Operative Eingriffe · Erektile Dysfunktion · Selbstwirksamkeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Peter Steinmann: «Einfluss der erektilen Dysfunktion nach einer radikalen Prostatektomie auf das Sexualleben des betroffenen Mannes : Einfluss der Operationsfolgen auf die sexuelle Selbstsicherheit unter Einbezug des Modells Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA2 Masterarbeit

Fortbildungsprogramm „Sexuelle Gesundheit“ für Hausärzte

Sandra Hauptmann untersucht in der Masterarbeit «Fortbildungsprogramm „Sexuelle Gesundheit“ für Hausärzte» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Patientinnen und Patienten möchten sexuelle Probleme mit ihrer Hausärztin besprechen. Studien zeigen zugleich, dass sich die meisten Hausärztinnen und Hausärzte dabei unsicher fühlen — und dass seit vierzig Jahren mehr Weiterbildung gefordert wird, ohne dass viel geschehen wäre. Diese Arbeit hat daraus keinen weiteren Appell gemacht, sondern ein Programm.

Worauf stützt sich das Programm?

Auf vier Interviews mit Ärztinnen und Ärzten, die zusätzlich sexologisch oder sexualmedizinisch ausgebildet sind. Befragt wurden sie zu Häufigkeit, Ursachen und Therapie der verbreitetsten sexuellen Funktionsstörungen sowie zu ihren Empfehlungen für den Workshop.

Die Auswertung erfolgte über eine zusammenfassende Inhaltsanalyse nach Mayring und ist ungewöhnlich transparent dokumentiert: 198 Paraphrasen insgesamt, davon 115 zu den Ursachen sexueller Funktionsstörungen und 83 zu deren Behandlung.

Aus der Häufigkeit, mit der einzelne Störungsbilder genannt wurden, leitet die Autorin ab, welche Themen ins Programm gehören — ein einfaches, aber nachvollziehbares Vorgehen.

Ein unerwarteter Befund

Die Autorin hält fest, dass sie überrascht war: In den Interviews ging es deutlich mehr um die sexuellen Probleme der Männer als um jene der Frauen.

Das ist keine Nebenbemerkung. Es sagt etwas darüber, was in Praxen tatsächlich zur Sprache kommt — und damit auch darüber, wessen Anliegen gehört werden. Wer eine Fortbildung nur an dem ausrichtet, was berichtet wird, schreibt diese Schieflage fort.

Im entwickelten Programm bilden entsprechend die erektile Dysfunktion und die Lustlosigkeit bei Frauen die beiden Schwerpunkte — die Autorin hat also gegengesteuert.

Wie sieht der Workshop aus?

Er beginnt mit einer Einführung in das Modell Sexocorporel. Danach folgen zwei Rollenspiele: eines mit einem Mann mit erektiler Dysfunktion, eines mit einer Frau mit Lustlosigkeit. Anschliessend übernehmen die Teilnehmenden die Rollen selbst.

Zum Abschluss führen die Ärztinnen und Ärzte Körperübungen durch. Der Gedanke dahinter ist der eigentliche Kern: Wer den Unterschied in der eigenen Körperwahrnehmung selbst gespürt hat, spricht leichter mit Patientinnen darüber.

Damit setzt das Programm nicht bei Wissen an, sondern bei der Unsicherheit — dem Grund, aus dem die Gespräche bisher unterbleiben.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier Interviews mit ausgewählten Fachpersonen — Ärztinnen und Ärzte mit sexologischer Zusatzausbildung sind eine kleine und besondere Gruppe. Was sie berichten, ist Expertenwissen, keine repräsentative Erhebung der hausärztlichen Praxis.

Die Autorin sagt selbst, dass es sich bei der Zählung der Nennungen nicht um statistisch belastbares Material handelt, sondern um einen Hinweis. Und das Programm ist entwickelt, aber nicht erprobt — ob es wirkt, zeigt die Arbeit nicht.

Die Arbeit ist auf Englisch verfasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 165 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zur sexualmedizinischen Kompetenz in der Hausarztpraxis, die vollständige Auswertung der vier Interviews mit allen Paraphrasen sowie das ausgearbeitete Workshop-Programm.

Abstract der Arbeit

The family practitioner plays an important role when it comes to sexual issues. Patients want to talk about their sexual problems with their family doctor, but studies show that the majority of general practitioners feel insecure talking about it. For the last 40 years it is known that there should be more training opportunities for general practitioners, but major movements happened. Objective: The aim of this study was to develop a workshop program about sexual health for general practitioners based on four expert interviews. Method: 3 physicians who are also trained sexologists and one who is trained in sexual medicine were interviewed about the prevalence, causes and therapy of the most common sexual dysfunctions as well as about recommendations for the workshop. The interviews were transliterated. The author used the summarizing content analysis of Mayring as the evaluation method. Results: Erectile dysfunction (ED) and female lack of libido are the main topics to be discussed in the workshop. At the beginning of the workshop the Sexocorporel model is going to be explained, afterwards two role plays with a man with ED and a woman with lack of libido are going to be conducted. The participants are going to play the role play between themselves afterwards. Towards the end of the workshop the general practitioners are going to perform some body exercises in order to experience some differences in body awareness which should make it easier for them to talk with their patients about sexuality.

Sandra Hauptmann, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Fortbildungsprogramm „Sexuelle Gesundheit“ für Hausärzte Entwicklung eines Workshops

Verfasst von
Sandra Hauptmann

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Vaginismus · Erektile Dysfunktion · Sexualität & Krankheit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Sandra Hauptmann: «Fortbildungsprogramm „Sexuelle Gesundheit“ für Hausärzte Entwicklung eines Workshops». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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Kategorien
MA2 Masterarbeit

Frühzeitige Ejakulation – Erklärungsmodelle und Selbsthilfe

Stefanie Gonin-Spahni untersucht in der Masterarbeit «Frühzeitige Ejakulation – Erklärungsmodelle und Selbsthilfe» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Die frühzeitige Ejakulation ist häufig, schambesetzt und nicht einheitlich definiert — viele Betroffene suchen deshalb gar keine Behandlung. Diese Arbeit hat als erste geprüft, ob ein Weg ohne Praxisbesuch funktioniert. Er tut es.

Wann ist es überhaupt ein Problem?

Die Arbeit setzt hier einen klaren Massstab: Die frühzeitige Ejakulation ist ein in der Allgemeinbevölkerung häufiges Phänomen und nur dann als sexuelles Problem zu betrachten, wenn der betroffene Mann einen Leidensdruck berichtet.

Was diesen Leidensdruck ausmacht, bestätigt die Untersuchung: Am häufigsten und belastendsten ist die fehlende Kontrolle über den Zeitpunkt der Ejakulation — nicht die Dauer an sich.

Damit einher gehen Verzweiflung, negative Auswirkungen auf die Paarsexualität und geringere sexuelle Zufriedenheit.

Was wurde entwickelt und geprüft?

Eine ungeleitete Online-Selbsthilfe nach dem Modell Sexocorporel, bestehend aus Wissensvermittlung und konkreten Körperübungen. Getestet wurde sie über vier Wochen mit zehn Männern.

Der Vergleich vorher und nachher zeigt eine kleine bis mittelstarke Verbesserung der Symptomatik. Die Arbeit bestätigt damit als erste ihrer Art den Nutzen einer Online-Intervention bei frühzeitiger Ejakulation — vor dieser Masterarbeit existierte, soweit bekannt, keine solche.

Was wirkt dabei?

Aufschlussreich sind die Zusammenhänge neben dem Hauptergebnis. Je stärker die Symptome, desto geringer die sexuelle Zufriedenheit. Und die Symptomatik zeigt sich verstärkt bei grösseren sexuellen Bedenken, vor allem in Bezug auf die sexuelle Kommunikation.

Der wichtigste Befund für die Praxis betrifft den Körper: Wer sich bei der Erregungssteigerung in der Selbstbefriedigung häufiger bewegt, hat mehr Kontrolle über die Erregung, weniger Verzweiflung und ist mit dem Geschlechtsverkehr zufriedener.

Bemerkenswert ist zudem die Wahl des Ansatzes. Sexocorporel ist nicht störungsspezifisch, sondern allgemein auf die Förderung sexueller Gesundheit ausgerichtet — behandelt wird also nicht ein Symptom, sondern ein Lernprozess.

Warum ist das versorgungspolitisch relevant?

Weil die Zielgruppe schwer erreichbar ist. Online-Interventionen können nach der von der Autorin aufgearbeiteten Studienlage den Zugang zu einer angemessenen Behandlung erleichtern und eine wirksame Alternative zur Therapie vor Ort bieten.

Bei unterversorgten und schambehafteten Anliegen lässt sich damit kostengünstig eine Versorgungslücke schliessen. Die Autorin sieht darin einen Beitrag zur Prävention sexueller Gesundheit.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Zehn Männer über vier Wochen, ohne Kontrollgruppe. Das ist eine Machbarkeitsstudie, kein Wirksamkeitsnachweis im klinischen Sinn.

Die Autorin formuliert entsprechend zurückhaltend, was sich übertragen lässt: Die Zukunft werde zeigen, inwiefern die Erkenntnis auf andere sexuelle Probleme anwendbar ist.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 103 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Definition und Erklärungsmodellen der frühzeitigen Ejakulation, die vollständige Online-Selbsthilfe mit allen Übungen sowie die statistische Auswertung des Vorher-Nachher-Vergleichs.

Abstract der Arbeit

Die frühzeitige Ejakulation ist ein nicht einheitlich definiertes, häufig berichtetes sexuelles Phänomen, welches in der Praxis mit Hilfe sexologischer, psychologischer und medizinischer Methoden behandelt wird. Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht die subjektive Wahrnehmung der Männer und die Möglichkeit der Verbesserung der Kontrolle über die sexuelle Erregung durch sexuelle Lernschritte, wie sie der Ansatz Sexocorporel beschreibt. Zur Behandlung der frühzeitigen Ejakulation wurde eine ungeleitete online Selbsthilfe mit Wissensvermittlung und konkreten Körperübungen entwickelt und in ihrer Wirksamkeit in Bezug auf die Symptomatik mit Hilfe der Teilnahme von 10 Männern über vier Wochen geprüft. Je stärker sich die Symptome frühzeitiger Ejakulation zeigen, desto tiefer fällt die sexuelle Zufriedenheit aus. Die frühzeitige Ejakulation zeigt sich verstärkt bei grösseren sexuellen Bedenken, vor allem in Hinblick auf die sexuelle Kommunikation. Eine häufigere Bewegung des Körpers bei der Erregungssteigerung in der Selbstbefriedigung hingegen geht mit stärkerer Kontrolle über die Erregung, weniger Verzweiflung und höherer Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr einher. Der Vergleich vor und nach der online Selbsthilfe zeigt eine kleine bis mittelstarke Verbesserung der Symptome frühzeitiger Ejakulation. Die online Selbsthilfe nach Sexocorporel beweist sich als wirksame und niederschwellige Alternative zum klassischen Behandlungssetting. Online Interventionen haben das Potenzial besonders bei unterversorgten und teils schambehafteten sexuellen Anliegen wie der frühzeitigen Ejakulation kostengünstig eine Versorgungslücke zu schliessen und einen bedeutenden Beitrag zur Prävention sexueller Gesundheit zu leisten.

Stefanie Gonin-Spahni, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Frühzeitige Ejakulation Definition, Erklärungsmodelle und Testung einer Internet-basierten Selbsthilfe nach Sexocorporel

Verfasst von
Stefanie Gonin-Spahni

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Erektile Dysfunktion · Digitale Medien · Körperarbeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Stefanie Gonin-Spahni: «Frühzeitige Ejakulation Definition, Erklärungsmodelle und Testung einer Internet-basierten Selbsthilfe nach Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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