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MA5 Masterarbeit

Online-Intervention für Paare zur Förderung der sexuellen Lust

Sereina Wüst untersucht in der Masterarbeit «Online-Intervention für Paare zur Förderung der sexuellen Lust» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

In langen Beziehungen geht die sexuelle Lust bei vielen Paaren zurück — lange bevor daraus ein behandlungsbedürftiges Problem wird. Diese Arbeit entwickelt ein Angebot für genau diese Zwischenzone: vorbeugend, selbstgeleitet, ohne Praxisbesuch.

Für wen ist das gedacht?

Ausdrücklich für Paare ohne klinisch relevante Sexualstörung. Das ist der Kern des Ansatzes — ein präventives, niederschwelliges Angebot statt einer Behandlung.

Der Ausgangspunkt: Sexuelle Lust hat zentralen Einfluss auf die partnerschaftliche Intimität, die Beziehungszufriedenheit und die emotionale Verbundenheit. In Langzeitbeziehungen unterliegt sie vielfältigen biopsychosozialen Einflüssen, die den Rückgang begünstigen.

Das vierwöchige Online-Programm verbindet psychoedukative Inhalte mit körperorientierten Übungen und alltagsnahen Impulsen.

Was hat die Auswertung ergeben?

Die Intervention wurde überwiegend positiv bewertet. Förderliche Effekte zeigten sich vor allem bei der Zufriedenheit mit der Paarsexualität und bei der subjektiven Wahrnehmung von Lustveränderungen.

Ein zweiter Befund geht über das Programm hinaus: Sexuelle Lust ist nicht nur ein individuelles, sondern auch ein relationales Phänomen. Die Paarperspektive lässt sich nicht wegkürzen.

Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht — die meisten Angebote und Messinstrumente behandeln Lust als Eigenschaft einer Person.

Wie ehrlich ist die Arbeit mit ihren Zahlen?

Sehr. Am Vorfragebogen nahmen 22 Personen teil, am Nachfragebogen noch fünf. Die Autorin hält ausdrücklich fest, dass die Ergebnisse damit weder statistisch bedeutsam noch übertragbar sind.

Sie ordnet ihre Auswertung selbst als explorativ ein und benennt die begrenzte Dauer und die geringe Stichprobengrösse als Einschränkungen.

Für alle, die ein solches Programm planen, ist gerade dieser Schwund die wertvollste Information. Er zeigt, dass die eigentliche Herausforderung nicht im Inhalt liegt, sondern darin, dass Paare dabei bleiben.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Als Wirksamkeitsnachweis taugt die Arbeit nicht, und sie behauptet es auch nicht. Was sie liefert, ist ein vollständig dokumentiertes Konzept, eine erste Evaluation und eine realistische Erfahrung mit dem Ausstieg unterwegs.

Sie ist zudem eine von mehreren Arbeiten dieser Sammlung, die Online-Interventionen nach Sexocorporel prüfen — ein Feld, zu dem es kaum empirische Belege gibt. Die Designrichtlinien von Nina Jost liefern dazu die konzeptionelle Grundlage.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 104 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu sexueller Lust in Langzeitbeziehungen, das vollständige vierwöchige Online-Programm sowie die Auswertung der Vor- und Nachbefragung samt Diskussion der Limitationen.

Abstract der Arbeit

Hintergrund: Die Paarsexualität stellt einen zentralen Bestandteil partnerschaftlicher Inti- mität und Beziehungszufriedenheit dar. Wesentlich dafür ist die sexuelle Lust, die zur se- xuellen Interaktion motiviert. In Langzeitbeziehungen unterliegt sie jedoch vielfältigen bi- opsychosozialen Einflüssen, die oftmals zu einem Rückgang der sexuellen Lust im Verlauf der Beziehungsdauer führen. Online-Interventionen haben in den letzten Jahren aufgrund erster vielversprechender Wirksamkeitsstudien zunehmend an Bedeutung gewonnen und eignen sich daher auch für sexualwissenschaftliche Präventionsansätze. Deshalb war das Ziel dieser Arbeit die Kon- zeption, Umsetzung und Evaluation eines vierwöchigen, selbstgeleiteten Online-Pro- gramms zur Förderung sexueller Lust in Langzeitbeziehungen. Methodik: Die Intervention kombiniert psychoedukative Inhalte mit körperorientierten Übungen und alltagsnahen Impulsen. Die Evaluation erfolgte im Rahmen eines Mixed- Methods-Ansatzes durch einen Vor- und Nachfragebogen. Insgesamt nahmen 22 Perso- nen am Vorfragebogen und fünf am Nachfragebogen teil. Aufgrund der geringen Stichprobe sind die Ergebnisse weder statistisch signifikant noch generalisierbar. Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass die Intervention von den Teilnehmenden über- wiegend positiv erlebt wurde, insbesondere in Bezug auf die Zufriedenheit mit der Paarse- xualität. Die sexuelle Lust veränderte sich quantitativ nur geringfügig, wurde jedoch subjek- tiv als gesteigert wahrgenommen. Besonders hilfreich wurden körperbezogene Übungen und strukturierte Gespräche bewertet. Herausforderungen lagen in der Integration in den oftmals stressigen Alltag sowie in der begrenzten Programmdauer. Die hohe Abbruchquote verweist auf die Grenzen unbegleiteter Formate hin. Deshalb erscheint eine Weiterentwick- lung mit modularen und flexibleren Inhalten und optionaler Begleitung sinnvoll. Background: Couple sexuality represents a central aspect of intimate partnerships and relationship satisfaction. A key factor in this context is sexual desire, which motivates sexual interaction. In long-term relationships, however, sexual desire is subject to diverse biopsy- chosocial influences that often lead to a decline over time. Online interventions have gained increasing relevance in recent years due to promising evidence regarding their effectiveness and are therefore well suited for use in sexological prevention. The aim of this study was to develop, implement, and evaluate a four-week, self-guided online program to promote sexual desire in long-term relationships. Methodology: The int

Sereina Wüst, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Online-Intervention für Paare – Entwicklung eines selbstgesteuerten Programms zur Förderung der sexuellen Lust in Langzeitbeziehungen

Verfasst von
Sereina Wüst

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Digitale Medien · Paarsexualität · Sexuelles Verlangen

Lizenz und Nachweis. Sereina Wüst: «Online-Intervention für Paare – Entwicklung eines selbstgesteuerten Programms zur Förderung der sexuellen Lust in Langzeitbeziehungen». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Do it yourself! Designrichtlinien für internetbasierte Selbsthilfe

Nina Jost untersucht in der Masterarbeit «Do it yourself! Designrichtlinien für internetbasierte Selbsthilfe» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sexuelle Probleme sind weit verbreitet, und viele Betroffene suchen keine Hilfe. Internetbasierte Selbsthilfe könnte diese Lücke schliessen — nur fehlten bisher Anhaltspunkte, wie solche Programme gestaltet sein müssen. Diese Arbeit liefert sie und lässt sie von Fachpersonen prüfen.

Woher kommen die Richtlinien?

Nicht aus der Erfahrung, sondern aus der Lerntheorie. Die Autorin verbindet mehrere etablierte Konzepte — unter anderem die kognitive Theorie multimedialen Lernens in mehreren Ausprägungen, das Fogg Behavior Model zur Verhaltensänderung und den Gamifizierungsansatz.

Daraus entwickelt sie ein Set von Designrichtlinien und darauf aufbauend ein Umsetzungskonzept. Beides wurde anschliessend empirisch überprüft, in vier Expert:innenbefragungen mit anschliessender strukturierender Inhaltsanalyse nach Mayring.

Halten die Richtlinien der Prüfung stand?

Weitgehend. Keine der Designrichtlinien wurde als falsch oder überholt eingestuft, und es kamen keine gänzlich neuen Aspekte auf, die zusätzliche Richtlinien erfordert hätten. Die Forschungsfrage lässt sich damit bejahen.

Einzelne Richtlinien wurden allerdings als herausfordernd in der Umsetzung beurteilt. Und die Autorin benennt selbst, was noch zu tun wäre: Manche Richtlinien liessen sich schärfer voneinander abgrenzen, andere zusammenführen. Sie führt die betroffenen Abhängigkeiten einzeln auf, statt bei der allgemeinen Feststellung zu bleiben.

Dem Umsetzungskonzept wurde zudem Neuigkeitswert zugesprochen.

Für wen ist das brauchbar?

Für alle, die ein digitales Angebot in der Sexualtherapie planen. Mehrere Arbeiten dieser Sammlung entwickeln genau solche Programme — zur frühzeitigen Ejakulation, zur Sexualität nach der Geburt, zur Lust in Langzeitbeziehungen, zur Kondomnutzung.

Diese Arbeit liefert die Ebene darunter: nicht ein weiteres Programm, sondern die Grundlage dafür, wie solche Programme gebaut sein sollten. Wer das übergeht, entwickelt Inhalte für ein Format, dessen Wirkung er nicht kennt.

Die Zahlen aus den anderen Arbeiten geben ihr recht: Bei der Online-Intervention für Paare fiel die Teilnehmendenzahl von 22 auf fünf. Gestaltung entscheidet darüber, ob jemand dabeibleibt.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier Expert:innenbefragungen sind eine schmale Prüfbasis. Geprüft wurde zudem die Plausibilität der Richtlinien, nicht ihre Wirkung: Ob ein nach diesen Richtlinien gebautes Programm tatsächlich besser funktioniert, zeigt die Arbeit nicht.

Was sie leistet, ist eine theoretisch fundierte und fachlich geprüfte Ausgangslage, wo es zuvor gar keine gab. Die Autorin unterzieht Methode und Datenerhebung am Schluss selbst einer kritischen Betrachtung und zeigt auf, wie mit den Ergebnissen weitergearbeitet werden kann.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 111 Seiten. Sie enthält die verhaltenspsychologischen und lerntheoretischen Grundlagen, das vollständige Set der Designrichtlinien, das darauf aufbauende Umsetzungskonzept sowie die Auswertung der Expert:innenbefragungen.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Masterarbeit basiert auf der weltweiten Verbreitung sexueller Probleme und der Beobachtung, dass viele Betroffene aus unterschiedlichen Grün- den keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Internetbasierte Selbsthilfepro- gramme scheinen geeignet, die identifizierte Versorgungslücke mit leicht zugänglichen, flexiblen und anonymen Behandlungsmöglichkeiten zu schliessen. Dennoch existieren kaum wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, auf welche Fak- toren bei der Bereitstellung solcher Programme im sexualtherapeutischen Kontext geachtet werden sollte. Allgemeingültige Richtlinien für die lernförderliche Gestal- tung digitaler Selbsthilfeprogramme für die Sexualtherapie fehlen gänzlich. Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit besteht darin, auf Basis ausgewählter ver- haltenspsychologischer und lerntheoretischer Konzepte relevante, verständliche und anwendungsfreundliche Designrichtlinien zu entwickeln. Zudem soll auf deren Grundlage ein Umsetzungskonzept ausgearbeitet werden. Sowohl die Richtlinien als auch das Konzept wurden mithilfe von vier Expert:innenbefragungen empirisch überprüft. Die folgende qualitative, strukturierende Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) hat gezeigt, dass die Design- richtlinien in ihrer Güte überwiegend positiv beurteilt wurden. Auch wurde das Um- setzungskonzept hinsichtlich seines Neuigkeitswerts und des potenziellen Nutzens für die Sexualtherapie hervorgehoben. Insbesondere die adaptive, sequenzielle Struktur der Selbsthilfe, die Niederschwelligkeit und Praxisrelevanz der Lösung, so- wie die erwartete Nutzungsfreundlichkeit der Anwendung wurden als positive Aspekte bewertet, während die hohe Komplexität bei der Zusammenstellung und Priorisierung der Selbsthilfesequenzen als grösste Herausforderung angesehen wurde. Mit dieser Arbeit trägt die Autorin zur Verbesserung der Zugänglichkeit und Wirk- samkeit von Methoden der Sexualtherapie bei und eröffnet neue Möglichkeiten für den Einsatz digitaler Medien in diesem Bereich.

Nina Jost, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Do it yourself! Designrichtlinien für internetbasierte Selbsthilfeprogramme für die Sexualtherapie

Verfasst von
Nina Jost

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Digitale Medien · Sexualtherapie · Soziale Arbeit

Lizenz und Nachweis. Nina Jost: «Do it yourself! Designrichtlinien für internetbasierte Selbsthilfeprogramme für die Sexualtherapie». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Oh Baby! Let’s talk about sex

Fabienne Studer untersucht in der Masterarbeit «Oh Baby! Let’s talk about sex» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Ein vierwöchiges Online-Programm für Paare nach der Geburt — und nach dem Programm war messbar nichts besser. Diese Arbeit berichtet ihr Nullergebnis offen, und gerade das macht sie brauchbar: Sie zeigt, woran es lag, und was für Paare in dieser Phase wirklich zählt.

Warum ist Sexualität nach der Geburt so schwierig?

Sie verändert sich auf allen Ebenen gleichzeitig — körperlich, psychisch, sozial, partnerschaftlich. Viele Paare, und vor allem Frauen, fühlen sich darauf unzureichend vorbereitet, und im Alltag bleibt das Thema weitgehend tabu.

Die Arbeit richtet den Blick auf die subjektive Wahrnehmung der eigenen und der partnerschaftlichen sexuellen Zufriedenheit — und darauf, ob sich Intimität und die Kommunikation sexueller Bedürfnisse über sexuelle Lernschritte nach dem Modell Sexocorporel steigern lassen.

Was wurde geprüft?

Die Autorin entwickelte eine ungeleitete Online-Selbsthilfe mit Wissensvermittlung, individuellen Übungen und Übungen zu zweit. Gemessen wurde vor und nach dem Programm mit etablierten Instrumenten: der New Sexual Satisfaction Scale in zwei Unterskalen, Globalskalen zur Beziehungszufriedenheit, einem Fragebogen zu sexuellen Bedenken und der Einschätzung der Zufriedenheit des Partners.

An der Vorher-Messung nahmen 41 Personen teil.

Was kam heraus?

Beim Vergleich vorher und nachher zeigte sich in keiner der geprüften Grössen eine bedeutsame Veränderung — weder bei der selbstfokussierten noch bei der partnerfokussierten sexuellen Zufriedenheit, weder bei der Beziehungszufriedenheit noch bei der sexuellen Kommunikation.

Das Programm hat in dieser Untersuchung also nicht gewirkt, oder die Untersuchung konnte eine Wirkung nicht zeigen. Beides ist möglich, und die Arbeit behauptet nichts anderes.

Aufschlussreich ist dagegen die Vorher-Messung. Dort zeigten sich starke Zusammenhänge zwischen sexueller Zufriedenheit einerseits und der Liebe in der Beziehung, der sexuellen Kommunikation, der eingeschätzten Zufriedenheit des Partners und dem Ausmass der Veränderung nach der Geburt andererseits. Wer wissen will, woran es in dieser Phase hängt, findet hier die Antwort — auch ohne dass das Programm sie verändert hätte.

Was folgt daraus?

Die Arbeit zieht zwei Schlüsse. Erstens: Unterstützung müsste früher ansetzen — Angebote, Information und Aufklärung schon vor der Geburt, nicht erst danach.

Zweitens: Die Forschung ist frauenlastig und müsste den Partner einbeziehen. Studien zu den Einflussfaktoren postpartaler sexueller Funktionsstörungen gibt es reichlich; Untersuchungen dazu, wie sich partnerschaftliche Intimität unter Einbezug beider erhalten lässt, kaum.

Und ein Satz, der in der Beratung mehr wert ist als jedes Programm: Frisch gewordenen Eltern hilft es zu wissen, dass sexuelle Schwierigkeiten in dieser Phase weit verbreitet sind.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Die Stichprobe schrumpfte zwischen Vorher- und Nachher-Messung erheblich, und ein ungeleitetes Selbsthilfeprogramm über vier Wochen ist ein schwacher Eingriff. Ein Nullergebnis unter diesen Bedingungen belegt nicht, dass der Ansatz nicht wirkt.

Die Arbeit ist eine der wenigen, die eine Online-Intervention nach Sexocorporel überhaupt wissenschaftlich geprüft haben — die Autorin weist selbst darauf hin, dass es zum Ansatz nur wenige empirische Belege gibt. Dass sie ein unbequemes Ergebnis vollständig berichtet, statt es zu beschönigen, ist der eigentliche Beitrag.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 119 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zur postpartalen Sexualität, das vollständige Online-Programm, alle eingesetzten Messinstrumente sowie die komplette statistische Auswertung mit Korrelationstabellen und Testergebnissen.

Abstract der Arbeit

Die postpartale Sexualität in einer Partnerschaft ist ein komplexes, vielschichtiges und heraus- forderndes Thema, welches die Individuen auf der physiologischen, psychologischen, sozialen, partnerschaftlichen und sexologischen Ebene unterschiedlich stark prägt. In der Praxis und im Alltag stellt die Thematik rund die postpartale Sexualität noch ein Tabuthema dar. Viele Paare, und vor allem Frauen, fühlen sich auf die Veränderungen in der Sexualität nach der Geburt eines Kindes unzureichend vorbereitet. Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt auf der subjek- tiven Wahrnehmung der eigenen und der partnerschaftlichen sexuellen Zufriedenheit nach der Geburt eines Kindes und der Möglichkeit, die partnerschaftliche Intimität und die Kommuni- kation der sexuellen Bedürfnisse mithilfe von sexuellen Lernschritten anhand des Modell Sexocorporels steigern zu können. Als Unterstützung für diese Forschungsarbeit wurde eine ungeleitete Selbsthilfe mit Wissensvermittlung, individuellen Übungen sowie partnerschaftli- chen Übungen entwickelt und in ihrer Wirksamkeit in Bezug auf die sexuelle Zufriedenheit, die wahrgenommene Nähe und die Kommunikationsfähigkeit geprüft.

Fabienne Studer, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Oh Baby! Let’s talk about sex Online-Selbsthilfe zur Förderung der partnerschaftlichen Sexualität nach der Geburt

Verfasst von
Fabienne Studer

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Schwangerschaft & Geburt · Digitale Medien · Vaginismus · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Fabienne Studer: «Oh Baby! Let’s talk about sex Online-Selbsthilfe zur Förderung der partnerschaftlichen Sexualität nach der Geburt». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Körperübungen im Kontext sexueller Gesundheit

Patrizia Weibel untersucht in der Masterarbeit «Körperübungen im Kontext sexueller Gesundheit» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Die Eidgenössische Kommission für sexuelle Gesundheit fordert niederschwellige Bildungsangebote. Diese Arbeit hat eines entwickelt und geprüft: sechs Wochen auditiv angeleitete Körperübungen, zuhause durchführbar, ohne Termin und ohne Gruppe.

Was wurde untersucht?

Die Wirkung einer sechswöchigen, internetbasierten Intervention mit auditiv angeleiteten Körperübungen nach dem Modell Sexocorporel — auf die genitale Wahrnehmung von Menschen mit Vulvina.

Erfasst wurde diese Wahrnehmung dreifach: als genitale Gedanken, genitale Gefühle und genitale Empfindungen. Diese Unterteilung ist der methodische Kern, weil sie unterscheidet, was sich verändert.

Acht Personen führten die Übungen durch und gaben Einblick in ihre sexuellen Kompetenzen und Erfahrungen.

Was hat sich verändert?

Die Intervention hat die genitale Wahrnehmung in allen drei Bereichen beeinflusst — und zwar in eine bestimmte Richtung: hin zur Erotisierung des Gefühls der Verbindung mit dem sexuellen Körper.

Das ist präziser formuliert als «es hat geholfen». Es geht nicht darum, dass die Teilnehmenden mehr empfinden, sondern dass sich ihr Verhältnis zum eigenen Genital verschiebt.

Der Ausgangspunkt der Arbeit macht deutlich, warum das zählt: Erst wenn Menschen ihre genitale Ausstattung im eigenen Körper verorten und Sinnesreize dort differenziert wahrnehmen können, lässt sich Sexualität selbstbestimmt gestalten.

Warum ist das Format wichtig?

Weil es die Hürde senkt. Die Intervention eignet sich nach dieser Arbeit grundsätzlich als niederschwelliges sexuelles Bildungsangebot und kann damit zu den Forderungen der Eidgenössischen Kommission für sexuelle Gesundheit beitragen.

Auditiv angeleitet heisst: Man hört zu und macht mit. Es braucht keinen Raum, keine Gruppe und keine Anmeldung — nur Zeit und Bereitschaft.

Die Autorin fasst ihren Schluss knapp: Wer seine sexuellen Kompetenzen weiterentwickeln will, für den lohnt sich eine Investition in die Erweiterung der genitalen Wahrnehmung.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Acht Interventionspersonen ohne Kontrollgruppe. Die Arbeit leistet einen Beitrag zu einer, wie sie selbst schreibt, dürftigen Studienlage — sie schliesst sie nicht.

Wer sich freiwillig für sechs Wochen tägliche Körperübungen meldet, bringt bereits Motivation mit. Die beobachtete Veränderung ist also eine unter günstigen Bedingungen.

Diese Arbeit ist zudem eine der wenigen der Sammlung ohne Abstract; sie beginnt direkt mit der Einleitung. Die Angaben stützen sich deshalb auf Fazit und Fragestellung.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 125 Seiten. Sie enthält die theoretischen Grundlagen zu sexueller Gesundheit und körperorientierter sexueller Bildung, die Systematik der genitalen Wahrnehmung, die vollständige Intervention sowie deren Auswertung.

Die Fragestellung

Die Arbeit geht diesen Fragen nach:

  • Welches sind die Merkmale zentraler Begriffe dieser Arbeit und in welchem Zusammenhang stehen sie zueinander?
  • Wie sind die Proportionen der Tonfigur?
  • Wie vollständig ist die Tonfigur?

Methodisches Vorgehen

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturrecherche. Der Volltext umfasst 125 Seiten.

Angaben zur Arbeit

Titel
Körperübungen im Kontext sexueller Gesundheit : Wirkungen spezifischer Körperübungen im Kontext des Modell Sexocorporel mit dem Fokus auf die Veränderung der genitalen Wahrnehmung von Menschen mit Vulvina

Verfasst von
Patrizia Weibel

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Körperarbeit · Körperbild · Digitale Medien

Lizenz und Nachweis. Patrizia Weibel: «Körperübungen im Kontext sexueller Gesundheit : Wirkungen spezifischer Körperübungen im Kontext des Modell Sexocorporel mit dem Fokus auf die Veränderung der genitalen Wahrnehmung von Menschen mit Vulvina». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Cybersexualität in Fernbeziehungen

Judita Arenas untersucht in der Masterarbeit «Cybersexualität in Fernbeziehungen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Videotelefonie, Sprachnachrichten, Bilder: Fernbeziehungspaare nutzen die technischen Möglichkeiten vielfältig, um sich trotz Distanz sexuell nah zu sein. Ersetzen können sie die körperliche Berührung nicht — das sagen alle vier Befragten dieser Arbeit.

Wie wird eine Fernbeziehung sexuell aufrechterhalten?

Über cybersexuelle Elemente, und zwar über das gleichzeitige Senden und Empfangen sexuell motivierter Nachrichten — als Text, Sprache oder Video. Ziel ist, das Gegenüber offen über die eigene Erregung zu informieren und zum Austausch einzuladen.

Der Höhepunkt steht dabei nicht im Zentrum. Beim Cybersex geht es primär um den Austausch sexueller Erregung, nicht um den Orgasmus. Das ist eine wichtige Verschiebung gegenüber der verbreiteten Vorstellung.

Neben der Cybersexualität mit der Partnerin oder dem Partner lebt fast die gesamte Stichprobe zudem Autosexualität — regelmässige Selbstbefriedigung gehört dazu.

Wo sind die Grenzen?

Deutlich benannt: Die technischen Möglichkeiten lösen die physische Berührung nicht ab. Alle vier Befragten sagen das übereinstimmend.

Aufschlussreich ist die Ausnahme in der Stichprobe. Eine Person betreibt keine Selbstbefriedigung und begründet das damit, dass ihr das Teilen der Sexualität mit einer anderen Person sehr wichtig ist. Was für die einen ein Ersatz ist, ist für andere keiner.

Damit zeigt die Arbeit, dass Cybersexualität kein einheitliches Verhalten ist, sondern je nach Person eine andere Funktion erfüllt.

Was sagt die Arbeit über Fernbeziehungen selbst?

Sie räumt mit einer Nebenannahme auf: Fernbeziehungspaare gehen verbindliche Beziehungen ein und verfolgen Zukunftsabsichten. Die Distanz ist ein Umstand, kein Provisorium.

Ein zweiter Punkt betrifft den Zeitrahmen. Die Arbeit bezieht die Coronapandemie ausdrücklich ein — sie hat die sexpositive Nutzung von Onlinesex, darunter Cybersex, nachweislich vorangetrieben und damit Praktiken normalisiert, die zuvor Randerscheinungen waren.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier qualitative Leitfadeninterviews, ergänzt durch einen umfangreichen Forschungsüberblick zu Cybersexualität und zu Fernbeziehungen. Die Interviews dienen der Ergänzung der Theorie und der Überprüfung der Thesen — sie tragen die Aussagen nicht allein.

Vier Personen bilden die Vielfalt von Fernbeziehungen nicht ab: Distanz, Dauer, Häufigkeit der Treffen und Lebenslage unterscheiden sich stark. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 130 Seiten. Sie enthält den umfangreichen Forschungsüberblick zu Cybersexualität und Fernbeziehungen, den Bezug zur Coronapandemie sowie die vollständige Auswertung der vier Interviews.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, wie Fernbeziehungspaare ihre Beziehung aufrechterhalten und welche cybersexuellen Elemente sie dafür brauchen. Der Literaturteil der Arbeit bietet einen umfangreichen Forschungsüberblick über Cybersexualität sowie über Fernbeziehungen. Ebenfalls wird Bezug zur Coronapandemie und deren Auswirkun- gen auf Fernbeziehungspaare genommen. Auch wurde die Verbreitung von sexpositiver Nutzung von Onlinesex, darunter Cybersex, durch die Coronapandemie vorangetrieben (Döring, 2009; Döring & Walter 2020; Rothmüller 2021). Die vier qualitativen Leitfragenin- terviews dienen der Ergänzung der Theorie sowie der Überprüfung der Fragestellungen und der Thesen. Es wurde durch den aktuellen Forschungsüberblick festgestellt, dass cy- bersexuelle Elemente von Personen gebraucht werden, die in einer Fernbeziehung leben, um ihre Beziehung zu pflegen und sich sexuell nah zu sein. Dabei geht es um das gleich- zeitige Versenden und Empfangen von sexuell motivierten Nachrichten (Audio-, Video- und Textnachrichten) mit dem Ziel, das Gegenüber offen über die sexuelle Erregung zu infor- mieren und einzuladen, sexuelle Erregung auszutauschen (Merk et al., 2014; Döring 2004; Döring, 2008). Der Höhepunkt, der Orgasmus, steht bei der Cybersexualität nicht primär im Zentrum, vielmehr der Austausch von sexueller Erregung. Ausserdem wurde ersichtlich, dass Fernbeziehungspaare verbindliche Beziehungen eingehen und Zukunftsabsichten verfolgen. This master's thesis examines how long-distance couples maintain their relationship and what cybersexual elements they need to do so. The literature section of the thesis provides a comprehensive research overview of cybersexuality as well as long-distance relation- ships. Also referenced is the corona pandemic and its impact on long-distance relationship couples. Also, the spread of sexpositive use of online sex, including cybersex, was driven by the corona pandemic (Döring, 2009; Döring & Walter 2020; Rothmüller 2021). The four qualitative guideline interviews were used to supplement the theory and to test the research questions and theses. It was determined through the current research review that cyber- sexual elements are needed by individuals living in a long-distance relationship to maintain their relationship and be sexually close. This involves the simultaneous sending and receiv- ing of sexually motivated messages (audio, video, and text messages) with the goal of openly informing the other person of sexual arousal and inviting them to exchange sexual arousal (Merk et al., 2014; Döring 2004; Dö

Judita Arenas, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Cybersexualität in Fernbeziehungen : Die Nutzung von cybersexuellen Elementen in einer partnerschaftlichen langjährigen Fernbeziehung

Verfasst von
Judita Arenas

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Digitale Medien · Paarsexualität · Sexuelle Zufriedenheit

Lizenz und Nachweis. Judita Arenas: «Cybersexualität in Fernbeziehungen : Die Nutzung von cybersexuellen Elementen in einer partnerschaftlichen langjährigen Fernbeziehung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA2 Masterarbeit

Online-Lerntool Sexualpädagogik für Lehrpersonen

Lorena Covolan untersucht in der Masterarbeit «Online Lerntool Sexualpädagogik Konzepterarbeitung eines sexualpädagog» am ISP. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sexualaufklärung gehört zum Auftrag der Schule, aber kaum eine Lehrperson ist dafür ausgebildet worden. Weiterbildungen gäbe es — sie werden kaum in Anspruch genommen. Diese Arbeit hat erhoben, woran es liegt, und daraus ein Format entwickelt, das der Situation entgegenkommt.

Woran fehlt es?

Die Ergebnisse sind deutlich: Die Ausbildung für das Erteilen schulischer Sexualaufklärung ist unzureichend, und Weiterbildungsangebote werden kaum genutzt. Lehrpersonen fühlen sich teilweise nicht kompetent oder berichten von fehlendem Fachwissen.

Weiterer Bedarf besteht beim Verständnis und der Umsetzung einer ganzheitlichen Sexualaufklärung — einer, bei der die Freude an Sexualität Vorrang hat und nicht die Aufzählung von Risiken.

Warum ist Sexualaufklärung anders als andere Fächer?

Weil sie sich nicht auf dieselbe Weise unterrichten lässt. Schülerinnen und Schüler tragen persönliche Fragen an die Lehrperson heran — Fragen, die in Mathematik nicht vorkommen.

Damit wird die Haltung der unterrichtenden Person zum Unterrichtsmittel. Genau das ist der Kern, den die Arbeit herausarbeitet: Die Selbstreflexion der eigenen Haltung zur Sexualität und der eigenen sexuellen Biografie beeinflusst das pädagogische Handeln und damit die Qualität des Unterrichts.

Selbstreflexion und sexuelle Biografiearbeit sind deshalb keine Zusatzmodule, sondern ein wichtiger Baustein jeder sexualpädagogischen Aus- und Weiterbildung.

Was wurde entwickelt?

Ein Konzept für ein Online-Lerntool mit sechs Modulen: biologische Grundlagen, Ziele und Standards, Selbstreflexion, Bedürfnisse der Zielgruppe, Beziehungsebenen und Klassenklima, Rollenverständnis der Lehrperson sowie sexuelle Identitäten.

Das Modul Selbstreflexion hat die Autorin modellhaft ausgearbeitet — folgerichtig, weil ihre Analyse genau dort den Kern sieht.

Das Online-Format ist dabei kein Selbstzweck. Wenn Weiterbildungen kaum besucht werden, muss die Hürde sinken. Ein Angebot, das ortsunabhängig und ohne Anmeldung in einer Gruppe genutzt werden kann, senkt sie.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Eine Literaturrecherche verbunden mit teilstrukturierten Interviews mit drei Lehrpersonen, ausgewertet nach Mayring. Drei Lehrpersonen bilden die Vielfalt der Schulen nicht ab.

Das Lerntool ist zudem als Konzept entwickelt, nicht erprobt. Ob es genutzt würde und ob es wirkt, zeigt die Arbeit nicht — sie liefert die Bedarfsanalyse und den darauf aufbauenden Entwurf.

Für Schulleitungen und Weiterbildungsverantwortliche ist beides brauchbar: die Diagnose, warum bisherige Angebote nicht greifen, und ein durchdachter Vorschlag.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 112 Seiten. Sie enthält die Literaturaufarbeitung zur schulischen Sexualaufklärung, die Bedarfsanalyse aus den Interviews, das vollständige Konzept des Online-Lerntools sowie das ausgearbeitete Modul zur Selbstreflexion.

Abstract der Arbeit

Ziel dieser Forschungsarbeit ist den Weiterbildungsbedarf von Lehrpersonen in der schu- lischen Sexualaufklärung und die Interessen der Schüler und Schülerinnen1 zu erarbeiten, sowie ein Konzept für ein Online Lerntool für die Weiterbildung von Lehrpersonen zu ent- wickeln. Es wurden eine Literaturrecherche und für die Bedarfsanalyse teilstrukturierte Interviews mit drei Lehrpersonen durchgeführt. Darauf aufbauend wurden die Hauptthemen für das Online Lerntool identifiziert. Die Auswertung der Interviews und Literatur zeigte, dass Lehr- personen unzureichend für das Unterrichten schulischer Sexualaufklärung ausgebildet werden und dass deren Haltung zur Sexualität den Unterricht beeinflusst. Ausserdem bringt das Unterrichten schulischer Sexualaufklärung spezifische Herausforderungen mit sich. Ein möglicher Lösungsansatz dafür ist die Selbstreflexion der Lehrperson, welche von der Aus- einandersetzung mit ihrer eigenen Haltung und sexuellen Biografie profitiert. Das Online Lerntool Konzept enthält sechs Module, welche die Themen biologische Grundlagen, Ziele und Standards, Selbstreflexion, Bedürfnisse der Zielgruppe, Beziehungsebenen, Klassen- klima, Rollenverständnis der Lehrperson und sexuelle Identitäten beinhalten. Das Modul Selbstreflexion wurde aufgrund deren zentralen Bedeutung für das Unterrichten modellhaft ausgearbeitet.

Lorena Covolan, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Online Lerntool Sexualpädagogik Konzepterarbeitung eines sexualpädagogischen Weiterbildungsangebotes für Lehrpersonen, aufbauend auf einer Bedarfsanalyse von Lehrpersonen und Schüler_innen _________________________________________________________________

Verfasst von
Lorena Covolan

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Digitale Medien

Lizenz und Nachweis. Lorena Covolan: «Online Lerntool Sexualpädagogik Konzepterarbeitung eines sexualpädagogischen Weiterbildungsangebotes für Lehrpersonen, aufbauend auf einer Bedarfsanalyse von Lehrpersonen und Schüler_innen _________________________________________________________________». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA2 Masterarbeit

Frühzeitige Ejakulation – Erklärungsmodelle und Selbsthilfe

Stefanie Gonin-Spahni untersucht in der Masterarbeit «Frühzeitige Ejakulation – Erklärungsmodelle und Selbsthilfe» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Die frühzeitige Ejakulation ist häufig, schambesetzt und nicht einheitlich definiert — viele Betroffene suchen deshalb gar keine Behandlung. Diese Arbeit hat als erste geprüft, ob ein Weg ohne Praxisbesuch funktioniert. Er tut es.

Wann ist es überhaupt ein Problem?

Die Arbeit setzt hier einen klaren Massstab: Die frühzeitige Ejakulation ist ein in der Allgemeinbevölkerung häufiges Phänomen und nur dann als sexuelles Problem zu betrachten, wenn der betroffene Mann einen Leidensdruck berichtet.

Was diesen Leidensdruck ausmacht, bestätigt die Untersuchung: Am häufigsten und belastendsten ist die fehlende Kontrolle über den Zeitpunkt der Ejakulation — nicht die Dauer an sich.

Damit einher gehen Verzweiflung, negative Auswirkungen auf die Paarsexualität und geringere sexuelle Zufriedenheit.

Was wurde entwickelt und geprüft?

Eine ungeleitete Online-Selbsthilfe nach dem Modell Sexocorporel, bestehend aus Wissensvermittlung und konkreten Körperübungen. Getestet wurde sie über vier Wochen mit zehn Männern.

Der Vergleich vorher und nachher zeigt eine kleine bis mittelstarke Verbesserung der Symptomatik. Die Arbeit bestätigt damit als erste ihrer Art den Nutzen einer Online-Intervention bei frühzeitiger Ejakulation — vor dieser Masterarbeit existierte, soweit bekannt, keine solche.

Was wirkt dabei?

Aufschlussreich sind die Zusammenhänge neben dem Hauptergebnis. Je stärker die Symptome, desto geringer die sexuelle Zufriedenheit. Und die Symptomatik zeigt sich verstärkt bei grösseren sexuellen Bedenken, vor allem in Bezug auf die sexuelle Kommunikation.

Der wichtigste Befund für die Praxis betrifft den Körper: Wer sich bei der Erregungssteigerung in der Selbstbefriedigung häufiger bewegt, hat mehr Kontrolle über die Erregung, weniger Verzweiflung und ist mit dem Geschlechtsverkehr zufriedener.

Bemerkenswert ist zudem die Wahl des Ansatzes. Sexocorporel ist nicht störungsspezifisch, sondern allgemein auf die Förderung sexueller Gesundheit ausgerichtet — behandelt wird also nicht ein Symptom, sondern ein Lernprozess.

Warum ist das versorgungspolitisch relevant?

Weil die Zielgruppe schwer erreichbar ist. Online-Interventionen können nach der von der Autorin aufgearbeiteten Studienlage den Zugang zu einer angemessenen Behandlung erleichtern und eine wirksame Alternative zur Therapie vor Ort bieten.

Bei unterversorgten und schambehafteten Anliegen lässt sich damit kostengünstig eine Versorgungslücke schliessen. Die Autorin sieht darin einen Beitrag zur Prävention sexueller Gesundheit.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Zehn Männer über vier Wochen, ohne Kontrollgruppe. Das ist eine Machbarkeitsstudie, kein Wirksamkeitsnachweis im klinischen Sinn.

Die Autorin formuliert entsprechend zurückhaltend, was sich übertragen lässt: Die Zukunft werde zeigen, inwiefern die Erkenntnis auf andere sexuelle Probleme anwendbar ist.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 103 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Definition und Erklärungsmodellen der frühzeitigen Ejakulation, die vollständige Online-Selbsthilfe mit allen Übungen sowie die statistische Auswertung des Vorher-Nachher-Vergleichs.

Abstract der Arbeit

Die frühzeitige Ejakulation ist ein nicht einheitlich definiertes, häufig berichtetes sexuelles Phänomen, welches in der Praxis mit Hilfe sexologischer, psychologischer und medizinischer Methoden behandelt wird. Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht die subjektive Wahrnehmung der Männer und die Möglichkeit der Verbesserung der Kontrolle über die sexuelle Erregung durch sexuelle Lernschritte, wie sie der Ansatz Sexocorporel beschreibt. Zur Behandlung der frühzeitigen Ejakulation wurde eine ungeleitete online Selbsthilfe mit Wissensvermittlung und konkreten Körperübungen entwickelt und in ihrer Wirksamkeit in Bezug auf die Symptomatik mit Hilfe der Teilnahme von 10 Männern über vier Wochen geprüft. Je stärker sich die Symptome frühzeitiger Ejakulation zeigen, desto tiefer fällt die sexuelle Zufriedenheit aus. Die frühzeitige Ejakulation zeigt sich verstärkt bei grösseren sexuellen Bedenken, vor allem in Hinblick auf die sexuelle Kommunikation. Eine häufigere Bewegung des Körpers bei der Erregungssteigerung in der Selbstbefriedigung hingegen geht mit stärkerer Kontrolle über die Erregung, weniger Verzweiflung und höherer Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr einher. Der Vergleich vor und nach der online Selbsthilfe zeigt eine kleine bis mittelstarke Verbesserung der Symptome frühzeitiger Ejakulation. Die online Selbsthilfe nach Sexocorporel beweist sich als wirksame und niederschwellige Alternative zum klassischen Behandlungssetting. Online Interventionen haben das Potenzial besonders bei unterversorgten und teils schambehafteten sexuellen Anliegen wie der frühzeitigen Ejakulation kostengünstig eine Versorgungslücke zu schliessen und einen bedeutenden Beitrag zur Prävention sexueller Gesundheit zu leisten.

Stefanie Gonin-Spahni, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Frühzeitige Ejakulation Definition, Erklärungsmodelle und Testung einer Internet-basierten Selbsthilfe nach Sexocorporel

Verfasst von
Stefanie Gonin-Spahni

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Erektile Dysfunktion · Digitale Medien · Körperarbeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Stefanie Gonin-Spahni: «Frühzeitige Ejakulation Definition, Erklärungsmodelle und Testung einer Internet-basierten Selbsthilfe nach Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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