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MA5 Masterarbeit

Self-Affirming Masturbation and Sexual Self-Confidence

Valentine Friedli untersucht in der Masterarbeit «Self-Affirming Masturbation and Sexual Self-Confidence» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Selbstbefriedigung ist weit verbreitet und bleibt stigmatisiert — unter Gleichaltrigen wird kaum darüber gesprochen, in der Sexualaufklärung kommt sie kaum vor, im gesellschaftlichen Diskurs ebenso wenig. Diese Arbeit untersucht, was sie für das sexuelle Selbstbild leistet.

Warum überhaupt darüber forschen?

Weil die Diskrepanz auffällig ist. Solosexualität ist ein häufiger Aspekt menschlicher Sexualität und trotzdem von Stigma und soziokulturellen Einflüssen geprägt.

Dabei stellt sie nach dieser Arbeit eine wichtige Dimension der sexuellen Entwicklung dar und trägt bedeutsam zur sexuellen Gesundheit insgesamt bei.

Untersucht werden zwei Konstrukte des Modells Sexocorporel, die eng mit sexueller Gesundheit und Zufriedenheit zusammenhängen: das sexuelle Selbstkonzept und die sexuelle Selbstsicherheit. Beide beeinflussen, wie Menschen ihre Sexualität wahrnehmen und bewerten.

Was sind die Ergebnisse?

Die Zusammenhänge fallen durchwegs positiv aus, und zwar über fünf Dimensionen des sexuellen Selbstkonzepts hinweg: sexuelles Selbstwertgefühl, Körperbild, genitales Bild, sexuelle Durchsetzungsfähigkeit und sexuelle Selbstwirksamkeit.

Auch mit der sexuellen Selbstsicherheit zeigt sich ein positiver Zusammenhang.

Die Arbeit belässt es nicht bei der Feststellung. Sie arbeitet die zugrunde liegenden Mechanismen und Wege heraus, die sich in den Interviews zeigten — und benennt als mitwirkende Faktoren Geschlechterrollen, Kognitionen, Emotionen und gesellschaftliche Einflüsse.

Was heisst das für die Praxis?

Wenn Solosexualität mit fünf Dimensionen des sexuellen Selbstkonzepts positiv zusammenhängt, ist sie kein Randthema der Beratung, sondern ein Zugang.

Für die Sexualaufklärung folgt daraus die deutlichste Konsequenz: Ein Bereich, der zur sexuellen Gesundheit beiträgt, kommt im Unterricht kaum vor. Die Arbeit liefert das Argument, das zu ändern.

Sie ergänzt damit die Untersuchung von Vera Matjaz, die Solosexualität bei Erwachsenen mit ADHS quantitativ untersucht hat.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Halbstrukturierte Interviews mit sechs jungen Erwachsenen — drei Cis-Frauen und drei Cis-Männern. Die Arbeit ist auf Englisch verfasst.

Sechs Personen erlauben keine Aussagen über Häufigkeiten oder Ursachen. Es handelt sich zudem um Selbstauskünfte zu einem stigmatisierten Thema — wer darüber spricht, hat vermutlich ein unbelasteteres Verhältnis dazu als der Durchschnitt.

Die Arbeit spricht durchgehend von Zusammenhängen, nicht von Wirkungen. Ob Solosexualität das sexuelle Selbstkonzept stärkt oder ob ein starkes Selbstkonzept sie erleichtert, bleibt offen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 138 Seiten und ist auf Englisch verfasst. Sie enthält eine systematische Literaturrecherche zu Solosexualität und Stigma, die Darstellung von sexuellem Selbstkonzept und sexueller Selbstsicherheit nach Sexocorporel, die vollständige Auswertung der sechs Interviews sowie Empfehlungen für Forschung und Praxis.

Methodisches Vorgehen

Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Literaturrecherche und eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Der Volltext umfasst 138 Seiten.

Abstract der Arbeit

Background and Central Questions: Solitary sex is a widespread yet often stigmatised aspect of human sexuality, underrepresented in societal discourse and sexual education. Despite this, it plays a key role in sexual development and health. To examine this dynamic further, this Master’s thesis explores how solitary sex influences sexual self-concept and sexual self-confidence as defined in the Sexocorporel model. These two constructs are associated with how individuals perceive and value their sexuality, and both impact sexual behaviour, functioning, satisfaction, and well-being. Methodology: Using a qualitative methodology, semi-structured interviews were conducted with a sample of young adults, comprising three cis women and three cis men. Conclusion: The findings indicated generally positive associations between solitary sex and five dimensions of sexual self-concept: sexual self-esteem, body image, genital image, sexual assertiveness, and sexual self-efficacy. Solitary sex was also linked to increased sexual self-confidence. Both associations appeared to be influenced by a variety of underlying mechanisms and pathways identified throughout the interviews. Various influencing factors, including gender roles, cognitions, emotions and societal influences, seemed to play a role in shaping these experiences. The results underscore solitary sex as a potentially empowering practice, with important implications for fostering sexual self- concept, sexual self-confidence and overall sexual well-being and health.

Valentine Friedli, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Self-Affirming Masturbation – Exploring the Impact of Solitary Sex on Sexual Self-Concept and Sexual Self-Confidence As Per Sexocorporel in Young Adults

Verfasst von
Valentine Friedli

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Selbstwirksamkeit · Wechseljahre · Körperbild · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Valentine Friedli: «Self-Affirming Masturbation – Exploring the Impact of Solitary Sex on Sexual Self-Concept and Sexual Self-Confidence As Per Sexocorporel in Young Adults». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA5 Masterarbeit

Lichen sclerosus – weibliche Sexualität bei chronischer Erkrankung

Sara Waldispühl untersucht in der Masterarbeit «Lichen sclerosus – weibliche Sexualität bei chronischer Erkrankung» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Lichen sclerosus betrifft schätzungsweise eine von fünfzig Frauen, verursacht Juckreiz, wunde Stellen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr — und wird von der Ärzteschaft fast nie im Zusammenhang mit Sexualität angesprochen. Diese Arbeit hat fünf betroffene Frauen gefragt, wie sie damit umgehen.

Was ist Lichen sclerosus?

Eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die vorwiegend die Genitalregion von Frauen betrifft. Typische Beschwerden sind Juckreiz, wunde Stellen und Brennen. Die Häufigkeit ist schwer zu bestimmen; geschätzt wird, dass etwa eine von fünfzig Frauen betroffen ist.

Die Ursachen sind ungeklärt, die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt. Die Erkrankung kann zu sichtbaren Veränderungen der Vulva führen, was das Körperbild belastet. Für die Sexualität sind Einreissen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr die häufigsten Folgen.

Wie gehen Betroffene damit um?

Die Analyse der Interviews zeigt eine Vielzahl von Strategien, die die Frauen entwickelt haben, um mit den Auswirkungen auf ihre Sexualität umzugehen. Diese Strategien stammen nicht aus der Behandlung — sie sind selbst erarbeitet.

Die Autorin beschreibt im Schlusswort, was sie an den Gesprächen beeindruckt hat: der individuelle Umgang der Betroffenen mit der Erkrankung und ihre scheinbar unerschütterliche Zuversicht, Lösungen für die eigene Situation zu finden.

Zugleich wurde deutlich, wie stark Sexualität von Erwartungen, Bildern und Normen geprägt ist — und dass deren Nichterfüllung zu Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und Abwertung führen kann.

Spricht die Ärzteschaft das Thema an?

Kaum. Das ist der zweite Befund der Arbeit, und sie hat ausdrücklich danach gefragt: ob und wie Sexualität bei Diagnosestellung und Behandlung zur Sprache kommt.

Die Befragten wurden von ärztlicher Seite kaum darüber informiert, was Lichen sclerosus für ihre Sexualität bedeutet. Die Autorin nennt den Grund ein doppeltes Tabu: Sexualität und Vulvakrankheit treffen aufeinander, und beides wird ungern besprochen.

Das ist ein Muster, das mehrere Arbeiten dieser Sammlung finden. Bei chronischen Erkrankungen des Genitals fällt die Sexualität zwischen alle Zuständigkeiten — die Dermatologie behandelt die Haut, die Gynäkologie den Befund, und für das Erleben ist niemand vorgesehen.

Was heisst das für die Praxis?

Für Fachpersonen ist der Schluss unmittelbar: Es braucht Aufklärung zu einem Thema, über das doppelt geschwiegen wird — und es braucht die Bereitschaft, die Frage von sich aus zu stellen.

Die Autorin zieht daraus für ihre eigene sexologische Arbeit die Konsequenz, Menschen zur Reflexion ihrer eigenen Vorstellungen anzuregen und ein Bild von Sexualität zu vermitteln, das vielfältig und individuell gestaltbar ist. Genau darin liegt bei einer Erkrankung, die den bisherigen Ablauf unmöglich macht, der praktische Ansatz.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Leitfadeninterviews mit fünf betroffenen Frauen, ergänzt durch eine Literaturrecherche. Bei einer Erkrankung, zu der wenig geforscht wird und deren Häufigkeit sich nicht sicher bestimmen lässt, sind fünf ausführliche Gespräche eine übliche und angemessene Grundlage — sie erlauben aber keine Aussage darüber, wie verbreitet die geschilderten Erfahrungen sind.

Was die Arbeit leistet, ist Sichtbarkeit für eine Erkrankung, über die im Zusammenhang mit Sexualität kaum etwas vorliegt.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 122 Seiten. Sie enthält den medizinischen Forschungsstand zu Lichen sclerosus, den Stand zu Sexualität bei chronischen Erkrankungen, die vollständige Auswertung der fünf Interviews und die Ableitungen für Beratung und Aufklärung.

Abstract der Arbeit

Abstract Deutsch Lichen sclerosus ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die vorwiegend die Genitalregion von Frauen betrifft. Typische Symptome können Juckreiz, wunde Stellen und Brennen sein. Die Prävalenz ist schwierig zu ermitteln. Es wird vermutet, dass ca. 1 von 50 Frauen betroffen ist. Die Ursachen der Erkrankung sind noch ungeklärt und die Behandlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Die Erkrankung kann zu sichtbaren Veränderungen der Vulva führen, was das Körperbild der Betroffenen einschränken kann. Lichen sclerosus kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Sexualität der Betroffenen haben. Häufig wird von Einreissen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr berichtet. Die vorliegende Arbeit untersucht mittels qualitativer Forschungsmethode, wie betroffene Frauen mit der Erkrankung im Kontext ihrer Sexualität umgehen. Zudem soll in Erfahrung gebracht werden, inwiefern die Ärzteschaft das Thema Sexualität im Rahmen der Diagnosestellung und Behandlung von Lichen sclerosus anspricht. Die Analyse der Interviews zeigt, dass die Betroffenen eine Vielzahl von Strategien anwenden, um mit den Auswirkungen der Erkrankung auf die Sexualität umzugehen. Zudem wird deutlich, dass die Befragten kaum von der Ärzteschaft zum Thema Sexualität mit Lichen sclerosus informiert und beraten wurden. Abstract Englisch Lichen sclerosus is a chronic inflammatory skin disease that primarily affects the genital region in women. Typical symptoms include itching, sores, and burning. Its prevalence is difficult to determine. It is estimated that approximately 1 in 50 women are affected. The causes of the disease are still unclear and treatment options are limited. The disease can lead to visible changes in the vulva, which can affect the body image. Lichen sclerosus can have a significant negative impact on the sexuality of those affected. Tearing and pain during sexual intercourse are commonly reported. This study uses qualitative research methods to investigate how affected women deal with the disease in the context of their sexuality. It also aims to find out to what extent the medical profession addresses the issue of sexuality in the diagnosis and treatment of lichen sclerosus. The analysis of the interviews shows that those affected use a variety of strategies to deal with the effects of the disease on their sexuality. It also becomes clear that the respondents received little information and advice from the medical profession on the subject of sexuality with lichen sclerosus.

Sara Waldispühl, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Lichen sclerosus – Weibliche Sexualität im Kontext einer chronischen Erkrankung

Verfasst von
Sara Waldispühl

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Sexualität & Krankheit · Genitales Selbstbild · Körperbild

Lizenz und Nachweis. Sara Waldispühl: «Lichen sclerosus – Weibliche Sexualität im Kontext einer chronischen Erkrankung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA5 Masterarbeit

Jenseits des Östrogenspiegels – Sexualität in der Postmenopause

Melina Wyss untersucht in der Masterarbeit «Jenseits des Östrogenspiegels – Sexualität in der Postmenopause» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Über Sexualität nach den Wechseljahren wird meist in Hormonwerten gesprochen. Diese Arbeit fragt drei Frauen zwischen 50 und 60, wie sie es selbst erleben — und findet keine Verlustgeschichte. Die Befragten erleben ihre Sexualität nicht als defizitär, sondern richten sie neu aus.

Was verändert sich nach der Menopause wirklich?

Die Arbeit nimmt bewusst die psychosoziale Perspektive: subjektive Deutungsmuster, Selbst- und Körperbild, partnerschaftliche Dynamiken und gesellschaftliche Altersnormen.

Ihr zentrales Ergebnis widerspricht dem Defizitmodell. Sexualität in der Postmenopause erweist sich als dynamischer und individueller Prozess, der weit über hormonelle Veränderungen hinausgeht — als fortdauernde, wandelbare Dimension weiblicher Identität und Lebensqualität.

Nicht der Verlust steht im Vordergrund, sondern die Möglichkeit zur Neuausrichtung: Die Frauen entwickeln Strategien, um körperliche Veränderungen zu integrieren, neue Formen von Intimität zu leben und ihre Sexualität aktiv zu gestalten.

Was hilft?

Die Arbeit benennt die tragenden Ressourcen konkret: soziale Beziehungen, kommunikativer Austausch, ein reflektierter Umgang mit körperlichen Veränderungen und das bewusste Setzen persönlicher Grenzen.

Als zentrale Faktoren für ein selbstbestimmtes Erleben nennt sie emotionale Sicherheit, eine als hoch empfundene Beziehungsqualität, ein weitgehend positives Körperbild sowie kommunikative Kompetenzen und den Zugang zu Wissen und unterstützenden Angeboten.

Bemerkenswert ist, was die Frauen selbst tun: Sie stabilisieren ihre Sexualität über eigene Fürsorgepraktiken — nicht über eine Behandlung, sondern über die Art, wie sie mit sich umgehen.

Welche Rolle spielt die Hormonersatztherapie?

Alle drei Befragten nennen sie als wichtige medizinische Grundlage zur Linderung körperlicher Beschwerden. Die Arbeit spielt sie also nicht herunter.

Sie ordnet sie aber ein: Die Hormonersatztherapie bildet einen Teil eines umfassenderen Bewältigungskonzepts, nicht dessen Kern. Wer nur über Hormone spricht, verhandelt einen Ausschnitt.

Der Schluss der Arbeit ist entsprechend: Sexualität in der Postmenopause ist nicht biologisch vorgegeben, sondern biografisch, relational und kulturell verankert.

Was heisst das für die Beratung?

Die Autorin plädiert für ein lebensphasensensibles Verständnis, das Vielfalt, Autonomie und Entwicklungspotenzial auch im späteren Lebensverlauf sichtbar macht — und stellt fest, dass diese Perspektive weder im gesellschaftlichen Diskurs noch in der Forschung ausreichend vertreten ist.

Für die Praxis heisst das, die Frage anders zu stellen. Nicht «was funktioniert nicht mehr», sondern «was hat sich verschoben und wie liesse es sich gestalten».

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Drei leitfadengestützte Interviews mit Frauen zwischen 50 und 60, ausgewertet über eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Drei Frauen sind eine schmale Grundlage, und wer sich für ein solches Gespräch zur Verfügung stellt, hat zum Thema meist bereits ein Verhältnis gefunden.

Die Arbeit versteht sich ausdrücklich als Beitrag zur Anerkennung weiblicher Sexualität im Alter als eigenständigem Erfahrungsraum. Als Gegengewicht zur Defizitperspektive ist sie aufschlussreich, als Beleg für Häufigkeiten nicht gedacht.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 99 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Sexualität in der Postmenopause, die Auseinandersetzung mit Altersnormen und Körperbild, die vollständige Auswertung der drei Interviews und die Ableitungen für eine lebensphasensensible Beratung.

Abstract der Arbeit

Diese Masterarbeit untersucht aus psychosozialer Perspektive, wie Frauen sexuelle Veränderungen in der Postmenopause erleben, deuten und bewältigen. Ziel ist es, zentrale Einflussfaktoren auf das sexuelle Erleben zu identifizieren sowie Ressourcen und Strategien sichtbar zu machen, mit denen Frauen ihre Sexualität in dieser Lebensphase gestalten. Im Fokus stehen dabei subjektive Deutungsmuster, das Selbst- sowie Körperbild, partnerschaftliche Dynamiken und gesellschaftliche Altersnormen. Die empirische Grundlage bilden drei leitfadengestützte Interviews mit Frauen zwischen 50 und 60 Jahren. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen ihre Sexualität nicht primär als defizitär erleben, sondern durch individuell geprägte Fürsorgepraktiken stabilisieren oder neu ausrichten. Soziale Beziehungen, kommunikativer Austausch, reflexiver Umgang mit körperlichen Veränderungen sowie das bewusste Setzen persönlicher Grenzen erweisen sich als zentrale psychosoziale Ressourcen. Die Hormonersatztherapie wird von allen Befragten als wichtige medizinische Grundlage zur Linderung körperlicher Beschwerden genannt, bildet jedoch nur einen Teil eines umfassenderen Bewältigungskonzepts. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sexuelle Veränderungen in der Postmenopause nicht monokausal durch hormonelle Umstellungen erklärbar sind. Vielmehr zeigt sich ein komplexes Wechselspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Diese Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit, weibliche Sexualität in dieser Lebensphase als dynamisches und sozial eingebettetes Phänomen zu verstehen und sexualmedizinische sowie -therapeutische Angebote entsprechend biopsychosozial auszurichten hin zu einer lebensphasensensiblen, ressourcenfokussierten Begleitung. Daraus ergeben sich konkrete Implikationen für die sexualtherapeutische Praxis und den gesellschaftlichen Diskurs. HS Merseburg / ISP Zürich • Melina Wyss • Jenseits des Östrogenspiegels

Melina Wyss, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Jenseits des Östrogenspiegels: Die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die Sexualität von Frauen in der Postmenopause

Verfasst von
Melina Wyss

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Wechseljahre · Sexualität im Alter · Körperbild

Lizenz und Nachweis. Melina Wyss: «Jenseits des Östrogenspiegels: Die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die Sexualität von Frauen in der Postmenopause». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Körperübungen im Kontext sexueller Gesundheit

Patrizia Weibel untersucht in der Masterarbeit «Körperübungen im Kontext sexueller Gesundheit» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Die Eidgenössische Kommission für sexuelle Gesundheit fordert niederschwellige Bildungsangebote. Diese Arbeit hat eines entwickelt und geprüft: sechs Wochen auditiv angeleitete Körperübungen, zuhause durchführbar, ohne Termin und ohne Gruppe.

Was wurde untersucht?

Die Wirkung einer sechswöchigen, internetbasierten Intervention mit auditiv angeleiteten Körperübungen nach dem Modell Sexocorporel — auf die genitale Wahrnehmung von Menschen mit Vulvina.

Erfasst wurde diese Wahrnehmung dreifach: als genitale Gedanken, genitale Gefühle und genitale Empfindungen. Diese Unterteilung ist der methodische Kern, weil sie unterscheidet, was sich verändert.

Acht Personen führten die Übungen durch und gaben Einblick in ihre sexuellen Kompetenzen und Erfahrungen.

Was hat sich verändert?

Die Intervention hat die genitale Wahrnehmung in allen drei Bereichen beeinflusst — und zwar in eine bestimmte Richtung: hin zur Erotisierung des Gefühls der Verbindung mit dem sexuellen Körper.

Das ist präziser formuliert als «es hat geholfen». Es geht nicht darum, dass die Teilnehmenden mehr empfinden, sondern dass sich ihr Verhältnis zum eigenen Genital verschiebt.

Der Ausgangspunkt der Arbeit macht deutlich, warum das zählt: Erst wenn Menschen ihre genitale Ausstattung im eigenen Körper verorten und Sinnesreize dort differenziert wahrnehmen können, lässt sich Sexualität selbstbestimmt gestalten.

Warum ist das Format wichtig?

Weil es die Hürde senkt. Die Intervention eignet sich nach dieser Arbeit grundsätzlich als niederschwelliges sexuelles Bildungsangebot und kann damit zu den Forderungen der Eidgenössischen Kommission für sexuelle Gesundheit beitragen.

Auditiv angeleitet heisst: Man hört zu und macht mit. Es braucht keinen Raum, keine Gruppe und keine Anmeldung — nur Zeit und Bereitschaft.

Die Autorin fasst ihren Schluss knapp: Wer seine sexuellen Kompetenzen weiterentwickeln will, für den lohnt sich eine Investition in die Erweiterung der genitalen Wahrnehmung.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Acht Interventionspersonen ohne Kontrollgruppe. Die Arbeit leistet einen Beitrag zu einer, wie sie selbst schreibt, dürftigen Studienlage — sie schliesst sie nicht.

Wer sich freiwillig für sechs Wochen tägliche Körperübungen meldet, bringt bereits Motivation mit. Die beobachtete Veränderung ist also eine unter günstigen Bedingungen.

Diese Arbeit ist zudem eine der wenigen der Sammlung ohne Abstract; sie beginnt direkt mit der Einleitung. Die Angaben stützen sich deshalb auf Fazit und Fragestellung.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 125 Seiten. Sie enthält die theoretischen Grundlagen zu sexueller Gesundheit und körperorientierter sexueller Bildung, die Systematik der genitalen Wahrnehmung, die vollständige Intervention sowie deren Auswertung.

Die Fragestellung

Die Arbeit geht diesen Fragen nach:

  • Welches sind die Merkmale zentraler Begriffe dieser Arbeit und in welchem Zusammenhang stehen sie zueinander?
  • Wie sind die Proportionen der Tonfigur?
  • Wie vollständig ist die Tonfigur?

Methodisches Vorgehen

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturrecherche. Der Volltext umfasst 125 Seiten.

Angaben zur Arbeit

Titel
Körperübungen im Kontext sexueller Gesundheit : Wirkungen spezifischer Körperübungen im Kontext des Modell Sexocorporel mit dem Fokus auf die Veränderung der genitalen Wahrnehmung von Menschen mit Vulvina

Verfasst von
Patrizia Weibel

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Körperarbeit · Körperbild · Digitale Medien

Lizenz und Nachweis. Patrizia Weibel: «Körperübungen im Kontext sexueller Gesundheit : Wirkungen spezifischer Körperübungen im Kontext des Modell Sexocorporel mit dem Fokus auf die Veränderung der genitalen Wahrnehmung von Menschen mit Vulvina». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Körperbild und die Entscheidung für eine ästhetische Intimchirurgie

Trime Misini untersucht in der Masterarbeit «Körperbild und die Entscheidung für eine ästhetische Intimchirurgie» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Der Intimbereich wird häufig getrennt vom übrigen Körperbild betrachtet. Eine Frau kann mit ihrem Körper im Reinen sein und trotzdem über eine Operation an der Vulva nachdenken. Diese Arbeit geht dem Entscheidungsprozess nach — und stiess dabei gleich zu Beginn auf ein Problem, das viel über das Thema aussagt.

Warum ist der Intimbereich ein Sonderfall?

Das ist der zentrale Befund. Die narrativen Interviews zeigen, dass der Intimbereich beim Körperbild oft abgespalten wird — er folgt eigenen Massstäben und wird an eigenen Normen gemessen.

Verstärkt wird der Wunsch nach einem Eingriff durch zwei Kräfte zugleich: äussere Normen und persönliche Unsicherheiten. Biografische, gesellschaftliche und mediale Einflüsse wirken dabei zusammen; keiner davon erklärt die Entscheidung allein.

Für die Forschung leitet die Arbeit daraus eine konkrete Forderung ab: Das Selbstwertgefühl in Bezug auf den Körper und auf den Intimbereich sollte getrennt betrachtet werden.

Wer entscheidet sich für so einen Eingriff?

Diese Frage konnte die Arbeit nicht beantworten — und das ist selbst aufschlussreich. Ursprünglich wollte die Autorin Frauen befragen, die eine ästhetische Intimchirurgie bereits hinter sich haben. Gefunden hat sie zwei Frauen, die darüber nachdenken.

Die eine meldete sich über eine Facebook-Gruppe, den Kontakt zur anderen vermittelte eine Bekannte, die über einen WhatsApp-Status auf das Projekt aufmerksam geworden war. Beide luden die Interviewerin zu sich nach Hause ein; die Gespräche fanden am Esstisch statt.

Die Autorin hat den Fokus daraufhin verschoben — vom Eingriff auf den Entscheidungsprozess. Dass sich keine Frau mit erfolgtem Eingriff fand, sagt etwas über die Scham, die dieses Thema umgibt.

Was folgt daraus für die Beratung?

Die Arbeit plädiert für zweierlei: eine tiefere Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und dem Intimbereich, und eine stärkere Normalisierung körperlicher Vielfalt.

Das ist mehr als ein Appell. Wenn der Wunsch nach dem Eingriff aus dem Abgleich mit einer Norm entsteht, die kaum jemand kennt, dann ist Wissen über die tatsächliche Bandbreite eine Intervention. Mehrere andere Arbeiten dieser Sammlung setzen genau dort an — mit Workshops und Körperübungen zum genitalen Selbstbild.

Für die Beratungspraxis heisst das auch: Der Zeitpunkt vor dem Termin beim Chirurgen ist der, an dem ein Gespräch etwas ändern kann.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Zwei narrative Interviews — eine sehr kleine Grundlage, und die Autorin macht daraus kein Geheimnis. Beide Befragten erwägen den Eingriff, keine hat ihn vollzogen; über die Erfahrung danach sagt die Arbeit nichts.

Das narrative Interview lässt Lebensgeschichten in ihrer eigenen Logik erzählen, statt sie in Kategorien zu pressen. Für den Zugang zu einem schambesetzten Thema ist das die richtige Wahl — für Aussagen über Häufigkeiten taugt es nicht.

Die Rekrutierung über Facebook und den Bekanntenkreis der Forscherin schränkt zusätzlich ein, wer überhaupt erreicht wurde. Die Arbeit dokumentiert dieses Vorgehen vollständig und nachvollziehbar.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 82 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu ästhetischer Intimchirurgie mit historischen und ethischen Perspektiven, die Theorie zu Körperbild und Körpernormen, die vollständig dokumentierte Rekrutierung und Datenerhebung sowie die Auswertung der beiden Interviews.

Abstract der Arbeit

Die ästhetische Intimchirurgie hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und stellt ein wichtiges Thema in der medizinischen und gesellschaftlichen Diskussion dar. Diese Arbeit un- tersucht individuelle Entscheidungsprozesse aufgrund von biografischen Hintergründe der Frauen. Sie ermöglicht Einblicke in das komplexe Zusammenspiel von Körperbild, gesell- schaftlichen Normen und individuellen Entscheidungsverläufe. Die zentrale Fragestellung ist, wie Frauen, die eine ästhetische Intimchirurgie in Erwägung ziehen, ihren eigenen Körper, ihr individuelles Körperbild und ihren Intimbereich wahrnehmen. Der Umfang der Forschung um- fasst die Analyse der individuellen Wahrnehmung, der Beziehungsgestaltung von Körper und Intimbereich und der Körperbilder dieser Frauen sowie die Untersuchung der Einflüsse, die ihre Entscheidung prägen. Die Forschung basiert auf einem qualitativen Ansatz, wobei narra- tive Interviews als primäre Datenerhebungsmethode verwendet werden. Durch biografische Methoden sollen tiefere Einblicke in die individuelle Lebensgeschichten und die vielfältigen Einflüsse gewonnen werden, die zu der Entscheidung für eine ästhetische Intimchirurgie ge- führt haben. Die Forschungsarbeit zeigt, dass die Entscheidung für oder gegen eine ästheti- sche Intimchirurgie tief in den biografischen und leiblichen Erfahrungen der Frauen verwurzelt ist. Es wird deutlich, dass sowohl äussere Einflüsse wie kulturelle Normen und Medienpräsenz als auch funktionale und emotionale Gründe eine Rolle spielen. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung des sexuellen Selbstwertgefühls und der allgemeinen Körperzufriedenheit. Diese Arbeit trägt zum Verständnis der Motivationen und Wahrnehmungen von Frauen bei, die sich im Entscheidungsprozess hinsichtlich einer ästhetischen Intimchirurgie befinden. Die gewon- nen Erkenntnisse können zukünftige Forschungsansätze und therapeutische Praktiken infor- mieren und verbessern, um Frauen bei einer informierten und selbstbestimmten Entscheidung zu unterstützen. Abstract in English Aesthetic genital surgery has gained importance in recent years and represents a significant topic in medical and societal discussions. This study examines individual decision-making pro- cesses based on the biographical backgrounds of women. It provides insights into the complex interplay of body image, societal norms, and individual decision-making processes. The central research question is how women who consider aesthetic genital surgery perceive their own bodies, individual body image, and intimate areas. The scope of the research includes the analysis

Trime Misini, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Die Rolle der Einstellung von Frauen zu Körper und Körperbilder auf den Entscheidungsprozess hinsichtlich einer ästhetischen Intimchirurgie

Verfasst von
Trime Misini

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Körperbild · Operative Eingriffe · Genitales Selbstbild

Lizenz und Nachweis. Trime Misini: «Die Rolle der Einstellung von Frauen zu Körper und Körperbilder auf den Entscheidungsprozess hinsichtlich einer ästhetischen Intimchirurgie». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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