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MA5 Masterarbeit

Self-Affirming Masturbation and Sexual Self-Confidence

Valentine Friedli untersucht in der Masterarbeit «Self-Affirming Masturbation and Sexual Self-Confidence» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Selbstbefriedigung ist weit verbreitet und bleibt stigmatisiert — unter Gleichaltrigen wird kaum darüber gesprochen, in der Sexualaufklärung kommt sie kaum vor, im gesellschaftlichen Diskurs ebenso wenig. Diese Arbeit untersucht, was sie für das sexuelle Selbstbild leistet.

Warum überhaupt darüber forschen?

Weil die Diskrepanz auffällig ist. Solosexualität ist ein häufiger Aspekt menschlicher Sexualität und trotzdem von Stigma und soziokulturellen Einflüssen geprägt.

Dabei stellt sie nach dieser Arbeit eine wichtige Dimension der sexuellen Entwicklung dar und trägt bedeutsam zur sexuellen Gesundheit insgesamt bei.

Untersucht werden zwei Konstrukte des Modells Sexocorporel, die eng mit sexueller Gesundheit und Zufriedenheit zusammenhängen: das sexuelle Selbstkonzept und die sexuelle Selbstsicherheit. Beide beeinflussen, wie Menschen ihre Sexualität wahrnehmen und bewerten.

Was sind die Ergebnisse?

Die Zusammenhänge fallen durchwegs positiv aus, und zwar über fünf Dimensionen des sexuellen Selbstkonzepts hinweg: sexuelles Selbstwertgefühl, Körperbild, genitales Bild, sexuelle Durchsetzungsfähigkeit und sexuelle Selbstwirksamkeit.

Auch mit der sexuellen Selbstsicherheit zeigt sich ein positiver Zusammenhang.

Die Arbeit belässt es nicht bei der Feststellung. Sie arbeitet die zugrunde liegenden Mechanismen und Wege heraus, die sich in den Interviews zeigten — und benennt als mitwirkende Faktoren Geschlechterrollen, Kognitionen, Emotionen und gesellschaftliche Einflüsse.

Was heisst das für die Praxis?

Wenn Solosexualität mit fünf Dimensionen des sexuellen Selbstkonzepts positiv zusammenhängt, ist sie kein Randthema der Beratung, sondern ein Zugang.

Für die Sexualaufklärung folgt daraus die deutlichste Konsequenz: Ein Bereich, der zur sexuellen Gesundheit beiträgt, kommt im Unterricht kaum vor. Die Arbeit liefert das Argument, das zu ändern.

Sie ergänzt damit die Untersuchung von Vera Matjaz, die Solosexualität bei Erwachsenen mit ADHS quantitativ untersucht hat.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Halbstrukturierte Interviews mit sechs jungen Erwachsenen — drei Cis-Frauen und drei Cis-Männern. Die Arbeit ist auf Englisch verfasst.

Sechs Personen erlauben keine Aussagen über Häufigkeiten oder Ursachen. Es handelt sich zudem um Selbstauskünfte zu einem stigmatisierten Thema — wer darüber spricht, hat vermutlich ein unbelasteteres Verhältnis dazu als der Durchschnitt.

Die Arbeit spricht durchgehend von Zusammenhängen, nicht von Wirkungen. Ob Solosexualität das sexuelle Selbstkonzept stärkt oder ob ein starkes Selbstkonzept sie erleichtert, bleibt offen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 138 Seiten und ist auf Englisch verfasst. Sie enthält eine systematische Literaturrecherche zu Solosexualität und Stigma, die Darstellung von sexuellem Selbstkonzept und sexueller Selbstsicherheit nach Sexocorporel, die vollständige Auswertung der sechs Interviews sowie Empfehlungen für Forschung und Praxis.

Methodisches Vorgehen

Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Literaturrecherche und eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Der Volltext umfasst 138 Seiten.

Abstract der Arbeit

Background and Central Questions: Solitary sex is a widespread yet often stigmatised aspect of human sexuality, underrepresented in societal discourse and sexual education. Despite this, it plays a key role in sexual development and health. To examine this dynamic further, this Master’s thesis explores how solitary sex influences sexual self-concept and sexual self-confidence as defined in the Sexocorporel model. These two constructs are associated with how individuals perceive and value their sexuality, and both impact sexual behaviour, functioning, satisfaction, and well-being. Methodology: Using a qualitative methodology, semi-structured interviews were conducted with a sample of young adults, comprising three cis women and three cis men. Conclusion: The findings indicated generally positive associations between solitary sex and five dimensions of sexual self-concept: sexual self-esteem, body image, genital image, sexual assertiveness, and sexual self-efficacy. Solitary sex was also linked to increased sexual self-confidence. Both associations appeared to be influenced by a variety of underlying mechanisms and pathways identified throughout the interviews. Various influencing factors, including gender roles, cognitions, emotions and societal influences, seemed to play a role in shaping these experiences. The results underscore solitary sex as a potentially empowering practice, with important implications for fostering sexual self- concept, sexual self-confidence and overall sexual well-being and health.

Valentine Friedli, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Self-Affirming Masturbation – Exploring the Impact of Solitary Sex on Sexual Self-Concept and Sexual Self-Confidence As Per Sexocorporel in Young Adults

Verfasst von
Valentine Friedli

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Selbstwirksamkeit · Wechseljahre · Körperbild · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Valentine Friedli: «Self-Affirming Masturbation – Exploring the Impact of Solitary Sex on Sexual Self-Concept and Sexual Self-Confidence As Per Sexocorporel in Young Adults». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA5 Masterarbeit

Die Auswirkungen von Diabetes mellitus Typ 2 auf die Sexualität bei Frauen

Pascale Olivia Schwarz untersucht in der Masterarbeit «Die Auswirkungen von Diabetes mellitus Typ 2 auf die Sexualität bei Frauen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Keine einzige der befragten Frauen wusste, dass Diabetes mellitus Typ 2 ihre Sexualität beeinflusst. Beim Mann ist der Zusammenhang medizinisch bekannt und wird beachtet. Bei Vulva und Vagina ist er weit weniger präsent — obwohl die Studienlage auch dort erhebliche Auswirkungen zeigt.

Was wissen betroffene Frauen?

Die Arbeit prüfte die These, dass Frauen mit Diabetes Typ 2 kein Wissen über den Einfluss der Erkrankung auf ihre Sexualität haben. Sie bestätigt sich vollständig: Keine der Teilnehmerinnen war sich dessen bewusst.

Das deckt sich mit der internationalen Forschung. In einer Interviewstudie mit Betroffenen war den meisten Teilnehmenden der Zusammenhang ebenfalls nicht bekannt.

Eine zweite Studie erklärt, warum das folgenreich ist: Postmenopausale Frauen schreiben sexuelle Beschwerden vor allem dem Alter und der Menopause zu und halten sie für einen natürlichen Alterungsprozess. Sie sind sich nicht bewusst, unter Einschränkungen zu leiden, die behandelbar wären.

Warum ist die Lücke so gross?

Weil Diabetes und Sexualität in zwei getrennten Zuständigkeiten liegen. Die Diabetesberatung kümmert sich um Blutzucker, Ernährung und Folgeerkrankungen, die Gynäkologie um den Befund — und die Frage nach dem sexuellen Erleben stellt niemand.

Beim Mann ist das anders. Der Einfluss auf die Erektionsfähigkeit gehört zum medizinischen Standardwissen und wird in Fachkreisen beachtet. Genau diese Asymmetrie macht die Arbeit sichtbar.

Es gibt zudem insgesamt wenige Studien, die das Wissen von Betroffenen über den Zusammenhang überhaupt erhoben haben. Die Forschung teilt die Lücke also mit der Praxis.

Was hat die Arbeit erhoben?

Sie fragt nicht nur nach der körperlichen Wahrnehmung, sondern nach vier Dingen zugleich: was die Frauen über den Einfluss der Erkrankung wissen, an wen sie sich wenden können, welche Behandlungsmöglichkeiten sie kennen und was sie sich wünschen.

Diese Anlage macht die Arbeit für die Versorgung brauchbar. Sie beschreibt nicht nur ein Defizit, sondern zeigt, an welcher Stelle im Behandlungsweg die Information fehlt.

Diabetes Typ 2 gehört zu den häufigsten Erkrankungen weltweit, und die Häufigkeit steigt — in der Schweiz wie anderswo. Die Lücke betrifft also sehr viele Frauen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Qualitative Interviews mit betroffenen Frauen, ergänzt durch eine Literaturrecherche. Die Zahl der Befragten ist klein, und die Arbeit prüft ihre Thesen einzeln und diskutiert sie an der Studienlage.

Dass alle Befragten dasselbe Nichtwissen berichten, ist bei kleiner Stichprobe dennoch aussagekräftig — weil es sich mit den internationalen Befunden deckt. Für Häufigkeitsaussagen taugt die Arbeit nicht, für die Frage, ob überhaupt informiert wird, sehr wohl.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 76 Seiten. Sie enthält die medizinischen Grundlagen zu Diabetes mellitus Typ 2, den Forschungsstand zum Einfluss auf die weibliche Sexualität, die vollständige Auswertung der Interviews sowie Empfehlungen für Praxis und weiterführende Forschung.

Abstract der Arbeit

Diabetes mellitus Typ 2 (DM2) ist eines der häufigsten Krankheitsbilder der modernen Zivilisation und zählt zu der Gruppe der nichtübertragbaren Krankheiten, welche die häufigste Haupttodesursache weltweit darstellt. Die Prävalenz ist sowohl weltweit als auch in der Schweiz steigend. DM2, beeinflusst den Blutzuckerspiegel und hat dadurch auf verschiedene Bereiche des Körpers Einfluss und fordert als chronische Krankheit die betroffenen Personen sowohl körperlich als auch psychisch. Der Einfluss von DM2 auf das Genital ist vor allem bei Personen mit Penis bekannt und wird in medizinischen Fachkreisen auch beachtet. Der Einfluss auf Vulva und Vagina ist weit weniger bekannt, obwohl die Studienlage aufzeigt, dass auch einen erheblichen Einfluss auf die sexuelle Funktion durch DM2 besteht. Die vorliegende Arbeit untersucht in Interviews mit betroffenen Frauen neben der körperlichen Wahrnehmung auch andere Bereiche wie das Wissen über die Krankheit und Einfluss auf die Sexualität, Ansprechpersonen und Therapiemöglichkeiten sowie Wünsche und Zukunftsaussichten der betroffenen Frauen.

Pascale Olivia Schwarz, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Die Auswirkungen von Diabetes mellitus Typ 2 auf die Sexualität bei Frauen – Einblicke aus qualitativen Interviews mit betroffenen Frauen

Verfasst von
Pascale Olivia Schwarz

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Sexualität & Krankheit · Genitales Selbstbild · Wechseljahre

Lizenz und Nachweis. Pascale Olivia Schwarz: «Die Auswirkungen von Diabetes mellitus Typ 2 auf die Sexualität bei Frauen – Einblicke aus qualitativen Interviews mit betroffenen Frauen». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA5 Masterarbeit

Jenseits des Östrogenspiegels – Sexualität in der Postmenopause

Melina Wyss untersucht in der Masterarbeit «Jenseits des Östrogenspiegels – Sexualität in der Postmenopause» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Über Sexualität nach den Wechseljahren wird meist in Hormonwerten gesprochen. Diese Arbeit fragt drei Frauen zwischen 50 und 60, wie sie es selbst erleben — und findet keine Verlustgeschichte. Die Befragten erleben ihre Sexualität nicht als defizitär, sondern richten sie neu aus.

Was verändert sich nach der Menopause wirklich?

Die Arbeit nimmt bewusst die psychosoziale Perspektive: subjektive Deutungsmuster, Selbst- und Körperbild, partnerschaftliche Dynamiken und gesellschaftliche Altersnormen.

Ihr zentrales Ergebnis widerspricht dem Defizitmodell. Sexualität in der Postmenopause erweist sich als dynamischer und individueller Prozess, der weit über hormonelle Veränderungen hinausgeht — als fortdauernde, wandelbare Dimension weiblicher Identität und Lebensqualität.

Nicht der Verlust steht im Vordergrund, sondern die Möglichkeit zur Neuausrichtung: Die Frauen entwickeln Strategien, um körperliche Veränderungen zu integrieren, neue Formen von Intimität zu leben und ihre Sexualität aktiv zu gestalten.

Was hilft?

Die Arbeit benennt die tragenden Ressourcen konkret: soziale Beziehungen, kommunikativer Austausch, ein reflektierter Umgang mit körperlichen Veränderungen und das bewusste Setzen persönlicher Grenzen.

Als zentrale Faktoren für ein selbstbestimmtes Erleben nennt sie emotionale Sicherheit, eine als hoch empfundene Beziehungsqualität, ein weitgehend positives Körperbild sowie kommunikative Kompetenzen und den Zugang zu Wissen und unterstützenden Angeboten.

Bemerkenswert ist, was die Frauen selbst tun: Sie stabilisieren ihre Sexualität über eigene Fürsorgepraktiken — nicht über eine Behandlung, sondern über die Art, wie sie mit sich umgehen.

Welche Rolle spielt die Hormonersatztherapie?

Alle drei Befragten nennen sie als wichtige medizinische Grundlage zur Linderung körperlicher Beschwerden. Die Arbeit spielt sie also nicht herunter.

Sie ordnet sie aber ein: Die Hormonersatztherapie bildet einen Teil eines umfassenderen Bewältigungskonzepts, nicht dessen Kern. Wer nur über Hormone spricht, verhandelt einen Ausschnitt.

Der Schluss der Arbeit ist entsprechend: Sexualität in der Postmenopause ist nicht biologisch vorgegeben, sondern biografisch, relational und kulturell verankert.

Was heisst das für die Beratung?

Die Autorin plädiert für ein lebensphasensensibles Verständnis, das Vielfalt, Autonomie und Entwicklungspotenzial auch im späteren Lebensverlauf sichtbar macht — und stellt fest, dass diese Perspektive weder im gesellschaftlichen Diskurs noch in der Forschung ausreichend vertreten ist.

Für die Praxis heisst das, die Frage anders zu stellen. Nicht «was funktioniert nicht mehr», sondern «was hat sich verschoben und wie liesse es sich gestalten».

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Drei leitfadengestützte Interviews mit Frauen zwischen 50 und 60, ausgewertet über eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Drei Frauen sind eine schmale Grundlage, und wer sich für ein solches Gespräch zur Verfügung stellt, hat zum Thema meist bereits ein Verhältnis gefunden.

Die Arbeit versteht sich ausdrücklich als Beitrag zur Anerkennung weiblicher Sexualität im Alter als eigenständigem Erfahrungsraum. Als Gegengewicht zur Defizitperspektive ist sie aufschlussreich, als Beleg für Häufigkeiten nicht gedacht.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 99 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Sexualität in der Postmenopause, die Auseinandersetzung mit Altersnormen und Körperbild, die vollständige Auswertung der drei Interviews und die Ableitungen für eine lebensphasensensible Beratung.

Abstract der Arbeit

Diese Masterarbeit untersucht aus psychosozialer Perspektive, wie Frauen sexuelle Veränderungen in der Postmenopause erleben, deuten und bewältigen. Ziel ist es, zentrale Einflussfaktoren auf das sexuelle Erleben zu identifizieren sowie Ressourcen und Strategien sichtbar zu machen, mit denen Frauen ihre Sexualität in dieser Lebensphase gestalten. Im Fokus stehen dabei subjektive Deutungsmuster, das Selbst- sowie Körperbild, partnerschaftliche Dynamiken und gesellschaftliche Altersnormen. Die empirische Grundlage bilden drei leitfadengestützte Interviews mit Frauen zwischen 50 und 60 Jahren. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen ihre Sexualität nicht primär als defizitär erleben, sondern durch individuell geprägte Fürsorgepraktiken stabilisieren oder neu ausrichten. Soziale Beziehungen, kommunikativer Austausch, reflexiver Umgang mit körperlichen Veränderungen sowie das bewusste Setzen persönlicher Grenzen erweisen sich als zentrale psychosoziale Ressourcen. Die Hormonersatztherapie wird von allen Befragten als wichtige medizinische Grundlage zur Linderung körperlicher Beschwerden genannt, bildet jedoch nur einen Teil eines umfassenderen Bewältigungskonzepts. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sexuelle Veränderungen in der Postmenopause nicht monokausal durch hormonelle Umstellungen erklärbar sind. Vielmehr zeigt sich ein komplexes Wechselspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Diese Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit, weibliche Sexualität in dieser Lebensphase als dynamisches und sozial eingebettetes Phänomen zu verstehen und sexualmedizinische sowie -therapeutische Angebote entsprechend biopsychosozial auszurichten hin zu einer lebensphasensensiblen, ressourcenfokussierten Begleitung. Daraus ergeben sich konkrete Implikationen für die sexualtherapeutische Praxis und den gesellschaftlichen Diskurs. HS Merseburg / ISP Zürich • Melina Wyss • Jenseits des Östrogenspiegels

Melina Wyss, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Jenseits des Östrogenspiegels: Die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die Sexualität von Frauen in der Postmenopause

Verfasst von
Melina Wyss

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Wechseljahre · Sexualität im Alter · Körperbild

Lizenz und Nachweis. Melina Wyss: «Jenseits des Östrogenspiegels: Die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die Sexualität von Frauen in der Postmenopause». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

«Die goldene Mitte» – ein Workshop zu den Wechseljahren

Monika Nänni untersucht in der Masterarbeit «‹Die goldene Mitte› – ein Workshop zu den Wechseljahren» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Wie Frauen die Wechseljahre erleben, hängt nicht nur an den Hormonen. Die Selbstakzeptanz und die Einstellung zu dieser Lebensphase lassen sich beeinflussen — und beide wirken darauf, wie stark die Symptome belasten. Diese Arbeit hat daraus ein dreiteiliges Bildungsprogramm gebaut, es mit elf Frauen durchgeführt und ausgewertet, was sich verändert hat.

Was wollen Frauen in den Wechseljahren wissen?

Vor dem Programm wurden die elf Teilnehmerinnen nach ihren Erwartungen gefragt. Acht wollten schlicht mehr über die Wechseljahre erfahren — um gewappnet zu sein, oder um mit Mythen aufzuräumen.

Sechs wünschten sich den Austausch mit anderen Frauen und wollten wissen, wie es diesen ergeht. Je drei interessierten sich für Methoden zur Bewältigung der Symptome und für den medizinischen Hintergrund und die Hormone. Je eine wollte wissen, was von dieser Lebensphase zu erwarten sei und wie gesundes Altern geht.

Diese Verteilung ist selbst ein Ergebnis: Der grösste Bedarf liegt bei Wissen und Austausch, nicht bei Therapie.

Wie ist das Programm aufgebaut?

Die dreiteilige Workshopreihe «Die goldene Mitte» verbindet biomedizinisches und psychosoziales Wissen mit Achtsamkeitstraining und körperorientierten Methoden.

Konkret heisst das: stille Atemmeditation zum Ankommen, Bewegungs- und Aufwärmspiele, Reflexion über das bisher Geleistete und darüber, was in die neue Lebensphase mitgenommen und was zurückgelassen werden soll. Eine gemeinsam gefüllte «Schatzkiste» sammelt Ideen zur Selbstfürsorge für Zeiten der Erschöpfung. Zum Abschluss schreiben die Frauen einander Komplimente.

Eine der wirksamsten Übungen war die einfachste: den eigenen nackten Körper im Spiegel betrachten.

Was hat sich verändert?

Die Auswertung erfolgte über Fragebogen vor und nach der Reihe sowie eine Gruppendiskussion — und sie unterscheidet sorgfältig, was sich bewegt hat und was nicht.

Verändert hat sich die Selbstakzeptanz: höhere Zufriedenheit mit sich selbst, mehr Achtung vor der eigenen Person, eine wohlwollendere Haltung. Über den Zugang der Achtsamkeit wurde der eigene Körper weniger bewertet. Nebenbei entstand ein praktischer Nutzen — wer Körperempfindungen bewusster wahrnimmt, erkennt und ordnet Symptome besser ein.

Nicht verändert hat sich die Akzeptanz des eigenen Aussehens: Sämtliche Teilnehmerinnen bewerteten sie vorher und nachher gleich. Die Autorin nennt drei mögliche Gründe und behauptet keinen Erfolg, wo keiner messbar war.

Bei der Einstellung zu den Wechseljahren fällt das Ergebnis deutlicher aus. Die Frauen kommen nachweislich besser mit dieser Lebensphase zurecht, bewerten das Gefühl einer Frau in der Perimenopause als wertvoller und attraktiver und fühlen sich durch den Wissenszuwachs gelassener — vor allem, weil sie den Symptomen nicht mehr hilflos ausgeliefert sind.

Was war den Teilnehmerinnen am wichtigsten?

Nicht das Wissen, sondern die anderen Frauen. Sieben von elf nannten den Austausch als besonders wertvoll. Eine fasste es so zusammen: mit dem Thema nicht mehr alleine zu sein.

Ebenso viele empfanden die Wissensvermittlung als sehr informativ, sechs lobten die Mischung der Inhalte. Für alle, die selbst ein Angebot zu den Wechseljahren planen, ist das der wichtigste Hinweis: Der Gruppenraum ist nicht Beiwerk zum Inhalt, er ist ein Teil davon.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Elf Teilnehmerinnen, kein Kontrollgruppendesign, Erhebung über selbst ausgefüllte Fragebogen und eine Gruppendiskussion — durchgeführt und ausgewertet von derselben Person, die das Programm entwickelt hat.

Die Arbeit geht damit offen um und benennt ihre Grenzen in einem eigenen Kapitel. Was sie liefert, ist ein vollständig dokumentiertes, erprobtes Konzept samt Rückmeldungen — nicht der Wirksamkeitsnachweis einer Methode.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 158 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zur Perimenopause aus medizinischer und psychosozialer Sicht, das ausgearbeitete Workshop-Konzept mit vollständigem Ablaufplan und Quellenangaben zu jeder Übung sowie die komplette Auswertung.

Abstract der Arbeit

Die Perimenopause ist ein komplexes Phänomen. Neben hormonellen Veränderun- gen wirken sich auch psychosoziale und kulturelle Einflüsse auf das Erleben der Wechseljahre und die Sexualität aus. Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wel- chen Anforderungen ein Angebot sexueller Bildung entsprechen muss, um Frauen während den Wechseljahren in ihrem psychosozialen Wohlbefinden zu unterstüt- zen. Aus der Forschung zeigen sich die Selbstakzeptanz und die Einstellung ge- genüber den Wechseljahren als beeinflussbare Faktoren, die einen positiven Ein- fluss auf das Erleben der Perimenopause und den Umgang mit Symptomen ausü- ben können. In der Konzeption der 3-teiligen Workshopreihe «Die goldene Mitte» wird die Selbstakzeptanz gestärkt durch die Vermittlung von biomedizinischem, wie auch psychosozialem Wissen, Achtsamkeitstraining und körperorientierten Metho- den. Die Verarbeitung von Erfahrungen auf der kognitiven, emotionalen und sozia- len Ebene sowie der Austausch mit anderen Frauen und das Erkennen eigener Ressourcen verbessern die Einstellung gegenüber den Wechseljahren und gegen- über dem Altern. Das Bildungsprogramm wird mit elf perimenopausalen Frauen durchgeführt und mittels Pre- und Post-Fragebogen sowie einer Gruppendiskussion ausgewertet. Die Evaluation der schriftlichen Rückmeldungen und die Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse zeigen, dass sich sowohl die Selbstakzeptanz als auch die Einstellung gegenüber den Wechseljahren bei den Teilnehmerinnen posi- tiv verändert haben. Damit stellt das sexuelle Bildungsprogramm «Die goldene Mitte» eine wirksame Massnahme zur Förderung der sexuellen Gesundheit von Frauen in der Perimenopause dar.

Monika Nänni, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
«Die goldene Mitte» – ein Workshop zu den Wechseljahren. Der Einfluss gezielter sexueller Bildung auf die Selbstakzeptanz von Frauen in der Perimenopause und ihre Einstellung dazu

Verfasst von
Monika Nänni

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Wechseljahre · Körperarbeit · Verhütung

Lizenz und Nachweis. Monika Nänni: «‹Die goldene Mitte› – ein Workshop zu den Wechseljahren. Der Einfluss gezielter sexueller Bildung auf die Selbstakzeptanz von Frauen in der Perimenopause und ihre Einstellung dazu». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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