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MA5 Masterarbeit

Erektile Dysfunktion bei jungen Männern und das Männlichkeitsgefühl

Leandra Gubser untersucht in der Masterarbeit «Erektile Dysfunktion bei jungen Männern und das Männlichkeitsgefühl» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Erektionsprobleme bei jungen Männern sind selten nur ein körperliches Problem. Diese Arbeit hat fünf Betroffene befragt und zeigt, wie tief die Störung ins Selbstbild greift — und dass manche Männer daraus ein anderes Verständnis von Männlichkeit entwickeln.

Warum trifft es das Selbstbild so hart?

Weil Männlichkeit noch immer stark über sexuelle Leistungsfähigkeit definiert wird, insbesondere über die Fähigkeit zur Penetration. Wer diese Vorstellung verinnerlicht hat, erlebt eine erektile Dysfunktion als tiefen Einschnitt ins männliche Selbstverständnis.

Die Befragten beschreiben Druck, Erwartungen und Unsicherheit — genährt vom Bild des funktionierenden, kontrollierten, leistungsfähigen Mannes, das nach wie vor präsent ist.

Eine Rolle spielen dabei drei Einflüsse, die die Arbeit benennt: das soziale Umfeld, der Pornografiekonsum und die Frage, ob professionelle Unterstützung gesucht wurde.

Was hilft?

Die Ergebnisse zeigen, dass Veränderung möglich ist — und wo sie geschieht. Dort, wo Austausch, Offenheit und Reflexion stattfinden, sei es mit der Partnerin oder im eigenen Inneren, entsteht Raum für Entlastung und neue Sichtweisen.

Manche Männer nutzen die Erfahrung als Anlass zur Reflexion und entwickeln alternative Männlichkeitsbilder. Manchmal entstehen daraus sogar neue Formen von Nähe.

Der Schlüssel liegt im Verständnis von Männlichkeit selbst: nicht als starres Konzept, sondern als etwas Verhandelbares und Entwickelbares — gerade im Zusammenhang mit Sexualität.

Was fehlt in der Versorgung?

Die Arbeit fordert mehr Sichtbarkeit für die psychologischen und sozialen Aspekte der erektilen Dysfunktion — in der Forschung, in der Beratung und ausdrücklich auch im medizinischen Kontext.

Ihre Begründung ist einfach: Es geht nicht nur darum, ein Symptom zu beheben, sondern darum, Menschen zu einem stimmigen Umgang mit sich selbst, ihrem Körper und ihren Beziehungen zu verhelfen.

Was dafür fehlt, benennt die Autorin am deutlichsten: sichere, unterstützende Räume, in denen Männer über Zweifel, Scham und Verletzlichkeit sprechen können, ohne befürchten zu müssen, dafür als weniger Mann zu gelten.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Fünf qualitative Interviews mit betroffenen jungen Männern. Das ist eine kleine Gruppe — und für ein Thema, über das kaum jemand spricht, sind fünf ausführliche Gespräche bereits bemerkenswert.

Die Arbeit macht keine Aussagen über Häufigkeiten oder Ursachen. Was sie zeigt, ist, wie unterschiedlich Männer mit derselben Störung umgehen — und dass der Umgang mehr mit dem verinnerlichten Männlichkeitsbild zu tun hat als mit dem Befund.

Die Autorin reflektiert im Schlusswort eine Frage, die ihr gestellt wurde: warum sie als Frau über ein Männerthema schreibe. Sie hält dagegen, dass es sie umgekehrt stört, wenn vor allem Männer über weibliche Körper und Lust forschen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 105 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu erektiler Dysfunktion bei jungen Männern, die theoretischen Konzepte zu Männlichkeitskonstruktionen, die vollständige Auswertung der fünf Interviews und die Ableitungen für Beratung und medizinische Praxis.

Abstract der Arbeit

Kurzbeschrieb Diese Masterarbeit untersucht, welche Auswirkungen erektile Dysfunktion (ED) auf das Erleben und die Konstruktion von Männlichkeit bei jungen Männern hat. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Männlichkeit häufig über sexuelle Leistungsfähigkeit definiert wird, insbesondere über die Fähigkeit zur Penetration. Auf Grundlage bestehender theoretischer Konzepte sowie qualitativer Interviews mit fünf Betroffenen wird analysiert, wie sich ED auf das Selbstbild, das Beziehungserleben und den Umgang mit gesellschaftlichen Männlichkeitsidealen auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass ED als tiefer Einschnitt in das männliche Selbstverständnis erlebt werden kann, insbesondere wenn traditionelle Vorstellungen von Potenz und Kontrolle internalisiert sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass manche Männer alternative Männlichkeitsbilder entwickeln und ED als Anlass zur Reflexion nutzen. Neben individuellen Bewältigungsstrategien spielen auch das soziale Umfeld, Pornografiekonsum und professionelle Unterstützung eine zentrale Rolle. Die Arbeit zeigt auf, dass Männlichkeit im Kontext von ED kein statisches Konstrukt ist, sondern ständig neu verhandelt wird, zwischen persönlichem Erleben und gesellschaftlichen Erwartungen. Schlagwörter Erektile Dysfunktion / ED / Sexuelle Funktionsstörung / Männlichkeitskonstruktion / Männlichkeitsbilder / Identität und Selbstbild / Geschlechterrollen / Männerforschung / Sexualität und Leistungsdruck HS Merseburg / ISP Zürich • ED und Konstruktion des Männlichkeitsgefühls • Leandra Gubser ​

Leandra Gubser, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Erektile Dysfunktion bei jungen Männern im Kontext der Konstruktion und Wahrnehmung des Männlichkeitsgefühls – Einblicke aus qualitativen Interviews

Verfasst von
Leandra Gubser

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Männlichkeit · Erektile Dysfunktion · Pornografie

Lizenz und Nachweis. Leandra Gubser: «Erektile Dysfunktion bei jungen Männern im Kontext der Konstruktion und Wahrnehmung des Männlichkeitsgefühls – Einblicke aus qualitativen Interviews». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA5 Masterarbeit

Jenseits der Nymphomanie – dranghafte Sexualität bei Frauen

Karoline de Falco untersucht in der Masterarbeit «Jenseits der Nymphomanie – dranghafte Sexualität bei Frauen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Männer melden sich mit einer Selbstdiagnose: sexsüchtig, pornosüchtig. Frauen tun das fast nie. Sie sagen «ich habe es nicht im Griff», «es überwältigt mich», «es zerstört meine Beziehung» — und meist erst nach Monaten, wenn sie wegen etwas anderem gekommen sind. Diese Arbeit hat Fachpersonen befragt, wie dranghafte Sexualität bei Frauen in der Praxis überhaupt sichtbar wird und was dann hilft.

Warum kommt das Thema so selten zur Sprache?

Nach Auskunft der befragten Fachpersonen melden sich Klientinnen fast nie mit dem ausdrücklichen Anliegen einer dranghaften Sexualität. Im Vordergrund stehen zunächst andere Themen: Lustlosigkeit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Vaginismus oder die Verarbeitung übergriffiger Erfahrungen. Erst im Verlauf der Therapie rückt die Dranghaftigkeit in den Blick.

Eine Fachperson berichtet, sie habe es nur ein einziges Mal erlebt, dass jemand sich damit gemeldet habe. Der Grund liegt nicht darin, dass es das Phänomen nicht gäbe, sondern in der Scham: Frauen verbergen solches Verhalten lange, aus Angst vor Verurteilung. Das ist der deutlichste Geschlechterunterschied, den die Arbeit herausarbeitet — und er hat Folgen dafür, wer überhaupt Hilfe bekommt.

Was steht hinter dem Verhalten?

Die befragten Therapeut*innen beschreiben dranghafte Sexualität bei Frauen selten als isoliertes Phänomen. Häufig steht sie in Verbindung mit anderen psychischen Belastungen — genannt wird unter anderem eine Borderline-Diagnostik, verbunden mit riskanten Kontakten und fehlendem Selbstschutz.

Eine zentrale Rolle spielen traumatische Erfahrungen in der Biografie. Sie wirken auf Selbstbild und emotionale Regulation und führen zu Mustern, die die Betroffenen in belastende Lagen bringen. Eine Fachperson schildert eine Klientin, die eigentlich Panik hatte und sie übersetzte, indem sie alles sexualisierte — es war ihre Hauptstrategie, die Angst vor erneuter Traumatisierung zu überwinden.

Daraus folgt für die Praxis die Zusammenarbeit: Häufig laufen Traumatherapie und Sexualtherapie parallel, in Co-Therapie zweier Fachpersonen.

Was hilft?

Die Arbeit kommt zu einem klaren Ergebnis: Körperzentrierte Interventionen sind ein wichtiger Zugang. Präsenz- und Wahrnehmungsübungen ermöglichen ein Bewusstsein für den eigenen Körper und für die Logik hinter dem eigenen Verhalten.

Der Grund dafür ist einleuchtend: Emotionale und kognitive Vorgänge werden unmittelbar körperlich erlebt. Wer nur kognitiv arbeitet, erreicht die Ebene nicht, auf der das Muster läuft. Körperzentrierte Arbeit erlaubt es, Wahrnehmung, emotionale Regulation und Impulskontrolle zusammenzubringen.

Ebenso wichtig ist die Haltung. Die Fachpersonen betonen Normalisierung und Enttabuisierung, um Druck und Scham zu mindern. Eine Interviewpartnerin bringt es so auf den Punkt: Man müsse aufhören, Moralpolizei zu spielen, und stattdessen fragen, was der Mensch brauche, damit es ihm besser gehe. Manchmal wirke schon die moralische Entlastung.

Was heisst das für die Beratung?

Drei Konsequenzen ergeben sich unmittelbar. Erstens: Wer nur auf das Anliegen hört, mit dem eine Frau kommt, wird dranghafte Sexualität selten finden — sie zeigt sich hinter Lustlosigkeit und Schmerz.

Zweitens: Die Frage nach der Biografie ist keine Nebensache. Wo Trauma im Spiel ist, braucht es Zusammenarbeit statt Alleingang.

Drittens: Der therapeutische Prozess zielt nicht auf Reduktion des Verhaltens, sondern auf das Verstehen der individuellen sexuellen Logik und auf eine gestärkte Körperwahrnehmung — mit dem Ziel einer lustvollen und selbstbestimmten Sexualität.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Die Arbeit stützt sich auf Leitfadeninterviews mit Fachpersonen, nicht auf Betroffene selbst. Sie beschreibt also, wie Therapeut*innen das Phänomen wahrnehmen — was gerade bei einem Thema, das lange verborgen bleibt, eine wichtige Einschränkung ist.

Die Autorin benennt zudem die grössere Lücke: Zur Wirksamkeit und zu den Wirkmechanismen körperzentrierter Ansätze fehlt systematische empirische Forschung. Als künftiges Feld nennt sie digitale Formate wie Apps und Tagebuchfunktionen, mit denen sich Emotionen und Erregungsmuster dokumentieren und therapeutisch nutzen liessen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 66 Seiten und ist auf Englisch verfasst. Sie enthält den Forschungsstand zu zwanghaftem Sexualverhalten, die vollständige Auswertung der Interviews mit wörtlichen Zitaten und die Ableitungen für körperzentrierte Interventionen.

Abstract der Arbeit

This master’s thesis focuses on compulsive sexuality in women and explores its therapeutic treatment based on the Sexocorporel model. Central to the study is how professionals perceive and address the phenomenon in clinical practice and what experiences they have with body-centered interventions. Guided expert interviews were conducted to examine how compulsive sexuality is named, understood, and treated in therapeutic settings. The findings show that compulsive sexual behavior is often experienced as a dysfunctional yet comprehensible coping strategy to regulate emotional tension. The therapeutic process emphasizes understanding the individual sexual logic and enhancing body awareness in order to foster pleasurable and self-determined sexuality. The results provide insights into key change processes and highlight the potential of body-based interventions within a resource- oriented sexological framework.

Karoline de Falco, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Jenseits der Nymphomanie – Eine Untersuchung zur Behandlung dranghafter Sexualität bei Frauen basierend auf dem Modell Sexocorporel

Verfasst von
Karoline de Falco

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Pornografie · Geschlecht & Identität · Recht & Ethik · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Karoline de Falco: «Jenseits der Nymphomanie – Eine Untersuchung zur Behandlung dranghafter Sexualität bei Frauen basierend auf dem Modell Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Wann ist Pornokonsum ein Problem?

Wer sich selbst für pornosüchtig hält, ist es meistens nicht. Was Leidensdruck erzeugt, ist in vielen Fällen nicht die Menge des Konsums, sondern der Widerspruch zwischen dem eigenen Verhalten und den eigenen moralischen Überzeugungen. Eine Masterarbeit am ISP Zürich hat geprüft, ob dieser Erklärungsansatz aus den USA auch für die deutschsprachige Schweiz trägt, und dafür drei erfahrene Sexualtherapeut*innen befragt.

Was ist moralische Inkongruenz?

Der Begriff stammt aus dem PPMI-Modell von Grubbs und Kolleg*innen aus dem Jahr 2019. Es unterscheidet drei Wege, auf denen jemand seinen Pornokonsum als problematisch erlebt: über tatsächlich dysreguliertes Verhalten, über blosse Nutzungsgewohnheiten, und über moralische Inkongruenz.

Moralische Inkongruenz meint die Lücke zwischen dem, was jemand für richtig hält, und dem, was er tut. Wer Pornografie grundsätzlich ablehnt und trotzdem regelmässig konsumiert, erlebt diesen Widerspruch als Belastung, unabhängig davon, wie viel er tatsächlich schaut. Der Leidensdruck entsteht dann nicht aus dem Verhalten, sondern aus der Bewertung des eigenen Verhaltens.

Sind die meisten Betroffenen pornosüchtig?

Nach Einschätzung der befragten Fachpersonen: nein. Ursina Donatsch, eine der drei Interviewten, stufte von zehn Klienten mit selbstwahrgenommenem problematischem Konsum lediglich zwei als tatsächlich dysreguliert konsumierend ein.

Die Selbstzuschreibung «süchtig» erwies sich in der Untersuchung als etwas anderes, als sie zunächst scheint. Sie dient im Schweizer Praxisalltag kaum dazu, weiteren Konsum zu rechtfertigen. Sie ist eher eine anfängliche Auslagerung des Problems: Wer sich als süchtig beschreibt, macht das Verhalten zu etwas, das ihm zustösst, statt zu etwas, das er tut. Im Verlauf einer Therapie lässt sich diese Zuschreibung aufarbeiten.

Damit ist zugleich gesagt, was sie nicht ist: eine Entwertung des Leidens. Der Druck ist real, nur die Erklärung dafür trägt nicht.

Woher kommt der innere Konflikt?

Das ursprüngliche Modell führt moralische Inkongruenz vor allem auf Religiosität zurück. In den Interviews zeigte sich für die Schweiz ein anderes Bild. Die Fachpersonen nannten übereinstimmend Gründe, die im Modell nicht vorgesehen sind:

  • Geschlechterethische Bedenken. Männer, die Gleichstellung und feministische Positionen vertreten, geraten in Konflikt mit dem, was sie in Pornografie sehen und trotzdem nutzen.
  • Erziehung. Vermittelte Haltungen zu Sexualität wirken weiter, auch ohne religiösen Rahmen.
  • Sexuelle Biografie und Traumatisierungen. Frühere Erfahrungen prägen, wie das eigene Konsumverhalten bewertet wird.

Religion spielte in den Schilderungen eine deutlich geringere Rolle als in der amerikanischen Forschung. Das ist der Kernbefund für den deutschsprachigen Raum: Das Modell trägt, aber seine Begründung muss ausgetauscht werden.

Was bedeutet das für die Therapie?

Die Arbeit zieht daraus eine klare Konsequenz. Eine Abklärung, die nur prüft, ob jemand die diagnostischen Kriterien für problematisches Sexualverhalten erfüllt, greift zu kurz. Entscheidend sind die Gründe hinter dem Verhalten.

Daraus folgt ein Behandlungsziel, das viele überrascht: Die Reduktion des Konsums muss nicht das Ziel sein. Wo der Leidensdruck aus moralischer Inkongruenz stammt, kann auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Massstäben zur Auflösung des inneren Konflikts führen.

Die Arbeit hält zugleich fest, dass das PPMI-Modell nie als therapeutisches Modell entwickelt wurde und für die Praxis deutliche Grenzen hat. Die Dynamiken im Behandlungszimmer sind komplexer als drei Pfade.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Die Untersuchung beruht auf drei Experteninterviews, ausgewertet nach der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Verfasserin benennt die Grenzen selbst: Drei Personen sind nicht repräsentativ für die Fachgemeinschaft, die Aussagen beruhen auf subjektiven Einschätzungen aus der eigenen Praxis, und die Interviews bezogen sich ausschliesslich auf männliche Klienten. Eine Übertragung auf andere Geschlechter ist damit nicht gedeckt.

Die Arbeit dient der Gewinnung neuer Erkenntnisse, nicht der Prüfung von Hypothesen. Eine quantitative Überprüfung der gefundenen Zusammenhänge steht aus.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 99 Seiten und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz frei zur Verfügung. Sie enthält den Forschungsstand zum PPMI-Modell, die Auswertung der drei Experteninterviews und die vollständigen Schlussfolgerungen für die Praxis.

Abstract der Verfasserin

Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit einem häufig in der sexualtherapeutischen Praxis auftretendem Thema: Männer, die Unterstützung suchen, weil sie ihren Pornografiekonsum als zu hoch einschätzen. Ziel dieser Arbeit ist es, bestehende theoretische Erklärungsmodelle zur Interpretation des Pornografiekonsums, die hauptsächlich aus dem US-amerikanischen Raum stammen, zusammenzufassen und deren Anwendbarkeit im europäischen, deutschsprachigen gesellschaftlichen Kontext zu prüfen. Im Fokus steht dabei das Modell der pornography problems due to moral incongruence (PPMI-Modell), das die Diskrepanz zwischen den persönlichen moralischen Überzeugungen eines Individuums und seinem tatsächlichen Konsumverhalten als moralische Inkongruenz definiert und als Kernkonzept nutzt.
Die Arbeit untersucht, wie Sexualtherapeutinnen und Sexualtherapeuten das PPMI-Modell und die Rolle der moralischen Inkongruenz in ihrer Praxis einschätzen. Dabei wird insbesondere beleuchtet, inwiefern kulturell und gesellschaftlich geprägte Wert- und Moralvorstellungen Einfluss auf die moralische Inkongruenz haben können und ob diese Diskrepanz möglicherweise dazu führen kann, dass sich Personen als «pornografiesüchtig» betrachten. Zur Untersuchung dieser Aspekte werden Interviews mit führenden Expertinnen und Experten aus der deutschsprachigen Schweiz im Bereich der Sexualtherapie durchgeführt.
Ariane Speck-Wyrsch, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel:
Moralische Inkongruenz bei Männern mit selbstwahrgenommenem problematischen Pornografiekonsum. Theoretische Aspekte und deren Bedeutung für die sexualtherapeutische Praxis

Verfasserin:
Ariane Speck-Wyrsch

Begutachtung:
Dr. Heinz Jufer, Prof. Dr. Konrad Weller

Abschluss:
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang IV 2021–2024

Methode:
Literaturanalyse und drei leitfadengestützte Experteninterviews, qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

Schlagwörter:
Pornografiesucht · Erklärungsmodelle zur Interpretation des Pornografiekonsums · PPMI-Modell

Dokumenttyp:
Masterarbeit, Hochschulschrift · Sachgruppe DDC 300 Sozialwissenschaften · Sprache Deutsch · 99 Seiten

Veröffentlicht:
November 2024, Open Access

Dauerhafte Adressen:
DOI 10.25673/117476
URN urn:nbn:de:gbv:542-1981185920-1194350

Lizenz und Nachweis. Ariane Speck-Wyrsch: «Moralische Inkongruenz bei Männern mit selbstwahrgenommenem problematischen Pornografiekonsum». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Lizenziert unter CC BY-SA 4.0. Der Volltext liegt im Repositorium der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt. Abstract im Wortlaut übernommen, die übrige Zusammenfassung wurde vom ISP Zürich verfasst.

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MA4 Masterarbeit

Das Erleben der eigenen Person in der sexuellen Fantasie

Martina Güdel untersucht in der Masterarbeit «Das Erleben der eigenen Person in der sexuellen Fantasie» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Eine Frau, die ihren Körper beim Sex aktiv einsetzt und ein erotisiertes Verhältnis zum eigenen Geschlecht hat, findet sich in ihren Fantasien kaum in einem unbewegten Szenario der Unterwerfung wieder. Das ist die These dieser Arbeit — und sie verschiebt die Frage weg vom Inhalt der Fantasie hin zur eigenen Position darin.

Warum die eigene Position und nicht der Inhalt?

Weil der Inhalt einer Fantasie wenig darüber sagt, wie jemand sich selbst erlebt. Die Autorin untersucht stattdessen, wie sich die Person in ihrer eigenen Fantasie erlebt — als Spiegel der inneren Selbstwahrnehmung.

Ausgangspunkt ist eine Annahme des Modells Sexocorporel: Der Einsatz des Körpers bei der Erregung — über die drei Dimensionen Muskelspannung, Bewegung und Atmung sowie die Stimulation unterschiedlicher Rezeptoren — steht in Wechselwirkung mit dem Auftreten und den Inhalten sexueller Fantasien.

In der Beratung wird meist über den Inhalt gesprochen. Die Frage nach der eigenen Position darin wird selten gestellt.

Was zeigt die Untersuchung?

Es gibt Hinweise darauf, dass sexuelle Fantasien eng mit dem körperlichen Geschehen verbunden sind — und zwar nicht nur mit der Erregung, sondern auch mit den spezifischen Stimulationsmustern, den Körperhaltungen und der gesamten Sensumotorik.

Die Autorin ordnet das in den grösseren Rahmen ein: Phänomene, bei denen geistige Aktivität körperliche Folgen hat und umgekehrt, sind nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext der Körper-Hirn-Einheit.

Daraus folgt ihre zugespitzte These: Vor dem Hintergrund der Embodimentforschung, der klinischen Erfahrung mit dem Modell und ihrer eigenen Befunde ist eher nicht davon auszugehen, dass eine Frau mit stark erotisiertem sexuellem Archetyp, intensiver Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschlecht und aktiver Bewegung beim Sex sich in ihren Fantasien in einem unbewegten Unterwerfungsszenario wiederfindet.

Was heisst das für die Beratung?

Wenn Körperdynamik und Fantasieposition zusammenhängen, ist die Fantasie ein diagnostischer Zugang — besonders dort, wo sich über den Körper schwer sprechen lässt.

Zugleich entlastet die These. Wer sich in seinen Fantasien in einer Rolle wiederfindet, die er ablehnt, muss das nicht als Wunsch deuten. Es kann auf eine Körperdynamik verweisen, an der sich arbeiten lässt.

Damit steht diese Arbeit neben jener von Debora Dürst, die denselben Zusammenhang von der anderen Seite her untersucht — über die Muskelspannung.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Sechs qualitative Interviews mit erwachsenen Cis-Frauen. Die Autorin spricht durchgehend von Hinweisen, nicht von Nachweisen — und ihre zentrale These formuliert sie ausdrücklich als Wahrscheinlichkeitsaussage.

Diese Vorsicht ist angebracht. Sechs Interviews können einen Zusammenhang plausibel machen, nicht belegen. Was die Arbeit leistet, ist eine gut begründete Hypothese, die sich prüfen liesse.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 117 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu sexuellen Fantasien und Embodiment, die Herleitung aus dem Modell Sexocorporel sowie die vollständige Auswertung der sechs Interviews.

Abstract der Arbeit

Das Erleben der eigenen Person in der sexuellen Fantasie – Eine empirische Un- tersuchung zum persönlichen Erleben sexueller Fantasien bei erwachsenen Cis- Frauen und deren Zusammenhang mit der Art und Weise der Erregungssteigerung. Diese Masterarbeit untersucht das Erleben der eigenen Person in sexuellen Fanta- sien und deren Zusammenhang mit der Art und Weise der Erregungssteigerung. Ausgehend von der theoretischen und praxisgeprüften Annahme des Modells Sexocorporel, das davon ausgeht, dass der Einsatz des Körpers in der sexuellen Erregung – mit Fokus auf die drei Dimensionen des Körpers (Muskelspannung, Be- wegung, Atmung) und der Stimulation unterschiedlichster Rezeptoren – in Wech- selwirkung mit dem Auftreten und den Inhalten sexueller Fantasien steht, wurde das Erleben des eigenen Selbst in der sexuellen Fantasie als Spiegel der inneren Selbstwahrnehmung untersucht. In sechs qualitativen Interviews wurden die drei Hauptfragestellungen erforscht und die zugrunde liegenden Annahmen geprüft.

Martina Güdel, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Das Erleben der eigenen Person in der sexuellen Fantasie : Eine empirische Untersuchung zum persönlichen Erleben sexueller Fantasien bei erwachsenen Cis-Frauen und deren Zusammenhang mit der Art und Weise der Erregungssteigerung

Verfasst von
Martina Güdel

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Sexuelle Fantasien · Pornografie · Verhütung · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Martina Güdel: «Das Erleben der eigenen Person in der sexuellen Fantasie : Eine empirische Untersuchung zum persönlichen Erleben sexueller Fantasien bei erwachsenen Cis-Frauen und deren Zusammenhang mit der Art und Weise der Erregungssteigerung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern

Nathalie Hirsekorn untersucht in der Masterarbeit «Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Die befragten Männer hatten keine Erektionsstörung, als sie mit den Potenzmitteln anfingen. Sie gerieten trotzdem in eine subjektive psychische Abhängigkeit. Diese Arbeit zeigt, was dazu führt — und dass die Scham ein eigener Faktor ist.

Wer nimmt PDE-5-Hemmer ohne Not?

Junge, gesunde Männer ohne medizinische Notwendigkeit — eine Gruppe, deren Konsum in den letzten Jahren zugenommen hat und die sich subjektiv als abhängig von dieser Medikamentengruppe beschreibt.

Der zentrale Befund der Arbeit ist, dass die Probanden ursprünglich ohne Erektionsstörung mit dem missbräuchlichen Konsum begonnen haben. Die Störung ist nicht der Anlass, sondern allenfalls die Folge.

Als wesentliche Faktoren, die zur Abhängigkeit beitragen, nennt die Analyse Unsicherheit, Leistungsdruck und Versagensängste.

Welche Rolle spielt die Scham?

Eine eigenständige. Die Scham veranlasst die Probanden, ihren Konsum vor ihren Sexualpartnerinnen geheim zu halten.

Damit entsteht eine zweite Ebene des Problems. Was verborgen bleibt, kann nicht besprochen werden — weder mit der Partnerin noch mit einer Fachperson. Der Konsum stabilisiert sich also nicht nur pharmakologisch, sondern auch sozial.

Verstärkt wird das durch die Leichtfertigkeit der Anwendung. Sie entspringt hedonistischen Motiven, aber auch fehlender Aufklärung — und bewirkt, dass die damit verknüpften Problematiken gar nicht oder kaum beachtet werden.

Was begünstigt den Konsum sonst noch?

Die Arbeit nennt drei weitere Einflussfaktoren: das soziale Umfeld, die Einfachheit der Beschaffung und das Bestreben, negative Emotionen zu vermeiden.

Besonders aufschlussreich ist ein sexologischer Befund. Die Probanden weisen unterschiedliche Erregungsmodi und Zentrierungen auf, was ihre sexuelle Wahrnehmung und Interaktion beeinflusst — und möglicherweise mit dem Konsum in Verbindung steht.

Damit verschiebt sich der Ansatzpunkt. Wer nur über das Medikament spricht, übersieht, wie diese Männer Erregung überhaupt aufbauen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Halbstrukturierte Interviews mit drei Probanden, ausgewertet nach Mayring. Drei Personen sind eine sehr kleine Grundlage — und für eine Gruppe, die ihren Konsum geheim hält, sind drei ausführliche Gespräche bereits bemerkenswert.

Die Autorin hebt selbst hervor, dass es weitere Forschung braucht, um die langfristigen Auswirkungen des missbräuchlichen Konsums zu verstehen und geeignete Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 82 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu PDE-5-Hemmern und ihrem Missbrauch, die vollständige Auswertung der drei Interviews sowie die Einordnung der Erregungsmodi in das Modell Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

In den letzten Jahren hat der Missbrauch von erektionsfördernden Medikamenten der Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE-5-Hemmern) bei jungen, gesunden Männern ohne medizinische Notwendigkeit zugenommen. Diese Masterarbeit befasst sich mit dieser Zielgruppe, die sich aus subjektiver Sicht von eben dieser Medikamentengruppe als abhängig bezeichnen. Die qualitative Studie untersucht das Abhängigkeitspotenzial anhand von Risikofaktoren sowie psychosozi- ale und physiologische Auswirkungen dieses Missbrauchs. Mittels halbstrukturierter Interviews mit drei Probanden werden die zugrunde liegenden Motive und die Auswir- kungen auf ihre Sexualität analysiert. Die Ergebnisse zeigen eine Vielzahl von Fakto- ren, die als zentrale Gründe für den missbräuchlichen Konsum identifiziert wurden. Dazu gehören Neugier, der Wunsch nach verbesserter sexueller Leistungsfähigkeit und sozialer Druck. Insbesondere sexuelle Unsicherheiten und Leistungsdruck schei- nen eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung einer subjektiven Abhängigkeit zu spie- len. Diese Studie hebt die Notwendigkeit weiterer Forschung hervor, um die langfristi- gen Auswirkungen des missbräuchlichen Konsums von PDE-5-Hemmern besser zu verstehen und geeignete Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln. In recent years, the misuse of erectile stimulants such as phosphodiesterase-5 inhibi- tors (PDE-5 inhibitors) has increased among young, healthy men without medical ne- cessity. This master's thesis deals with this target group, who describe themselves as dependent on this group of drugs from a subjective point of view. The qualitative study examines the potential for dependence on the basis of risk factors as well as the psy- chosocial and physiological effects of this abuse. Semi-structured interviews with three test subjects are used to analyze the underlying motives and the effects on their sex- uality. The results show a variety of factors, including curiosity, the desire for improved sexual performance and social pressure, which were identified as central reasons for regular use. In particular, sexual insecurity and pressure to perform appear to play a significant role in the development of subjective addiction. This study highlights the need for further research to better understand the long-term effects of abusive use of PDE-5 inhibitors and to develop appropriate prevention and intervention strategies.

Nathalie Hirsekorn, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern : Eine qualitative Untersuchung der Risikofaktoren und den psychosozialen und physiologischen Auswirkungen

Verfasst von
Nathalie Hirsekorn

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Erektile Dysfunktion · Männlichkeit · Pornografie

Lizenz und Nachweis. Nathalie Hirsekorn: «Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern : Eine qualitative Untersuchung der Risikofaktoren und den psychosozialen und physiologischen Auswirkungen». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Porno-Bild-Fantasien – eine malerische Auseinandersetzung

Joana Bösch untersucht in der Masterarbeit «Porno-Bild-Fantasien – eine malerische Auseinandersetzung» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Joana Bösch nähert sich der Pornografie nicht über die Analyse, sondern über den Pinsel. Sie malt Pornofilme — und dokumentiert dabei, wie sich ihre eigene Haltung zum Thema verändert. Das macht diese Arbeit zur ungewöhnlichsten der Sammlung.

Wie funktioniert der malerische Zugang?

Aus dem Pornofilm entsteht ein Gemälde, das seinerseits sexuelle Fantasien anregen kann. Die Autorin beschreibt das als transformativen Prozess: Das Bewegtbild wird zum Standbild, das Konsumierte zum Gestalteten.

Während dieses Prozesses entstehen Fragen aus einer weiblichen Perspektive — wie sich Porno überhaupt definieren lässt, oder ob Pornos sexualtherapeutisch nutzbar sind. Diesen Fragen geht sie über eine Literaturrecherche nach.

Das Ergebnis ist deshalb zweierlei: eine literaturgestützte Auseinandersetzung mit Pornografie und sexuellen Fantasien — und eigenständige Gemälde mit begleitenden Texten.

Was verändert die Auseinandersetzung?

Hier wird die Arbeit methodisch bemerkenswert. Die Autorin hält ihre eigene Haltung zu Beginn fest — neugierig, offen, Mainstream-Pornos konsumierend — und prüft am Ende, was sich verändert hat.

Kurzfristig, noch während des Projekts: ein abnehmendes Bedürfnis, Mainstream-Pornos zu schauen, nachdem sie unzählige davon angesehen hatte. Dazu das Suchen und Entdecken sehr unterschiedlicher Angebote, die Pornografie auf andere Weise darstellen.

Langfristig, auch Monate später: ein stärkeres Bewusstsein für die Hintergründe von Pornografie. Konkret heisst das, dass es ihr wichtig geworden ist, für die Pornos, die sie schaut, zu bezahlen.

Warum ist das mehr als eine persönliche Notiz?

Weil es die eigene Position offenlegt, statt sie zu verstecken. Wer über Pornografie forscht, hat eine Haltung dazu — die meisten Arbeiten sagen nicht welche.

Für die sexualpädagogische Praxis ist die Beobachtung zudem übertragbar: Die intensive, bewusste Auseinandersetzung mit dem Material verändert den Konsum stärker als jede Ermahnung. Das ist derselbe Mechanismus, den mehrere andere Arbeiten dieser Sammlung beschreiben.

Wer Pornografie in der Beratung sonst nur als Problem behandelt, findet hier einen anderen Zugang.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Es handelt sich um eine künstlerisch-reflexive Arbeit mit Literaturrecherche, nicht um eine empirische Untersuchung. Es gibt keine Befragten und keine Stichprobe — die Erfahrungsbasis ist die Autorin selbst.

Entsprechend lassen sich die Beobachtungen nicht verallgemeinern, und die Arbeit beansprucht es auch nicht. Was sie leistet, ist ein Zugang zu einem Thema, der in der Sexualwissenschaft selten gewählt wird, und eine sorgfältig dokumentierte Selbstreflexion.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 75 Seiten. Sie enthält die literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Pornografie und sexuellen Fantasien, die Dokumentation des malerischen Prozesses, die entstandenen Gemälde mit den begleitenden Texten sowie die Reflexion der eigenen Haltung.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Masterarbeit nutzt den malerischen Prozess, um sich mit dem Pornofilm auseinanderzusetzen. Dabei wird ein transformativer Prozess erlebt, in welchem aus dem Pornofilm ein Gemälde entsteht, das sexuelle Fantasien anregen kann. Während dieses Prozesses findet eine persönliche Reflexion zur Pornografie statt, welche Fragen zur Pornografie aufwirft, die eine weibliche Perspektive widerspiegeln. Durch Literaturrecherche wird versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden. Ergebnisse dieser Arbeit sind, neben der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Pornografie und sexuellen Fantasien, eigenständige Gemälde. Diese Gemälde werden von Texten begleitet, welche sexuelle Fantasien widerspiegeln und diese anregen können.

Joana Bösch, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Porno-Bild-Fantasien – eine malerische Auseinandersetzung

Verfasst von
Joana Bösch

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Pornografie · Sexuelle Fantasien · Recht & Ethik

Lizenz und Nachweis. Joana Bösch: «Porno-Bild-Fantasien – eine malerische Auseinandersetzung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Erotisieren der Analregion – Voraussetzungen und Möglichkeiten

Simone Haug untersucht in der Masterarbeit «Erotisieren der Analregion – Voraussetzungen und Möglichkeiten» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Aufnehmender Analverkehr wird häufiger praktiziert, als darüber gesprochen wird — und fundierte Fachliteratur dazu ist rar. Diese Arbeit befragt Menschen unterschiedlichen Geschlechts und unterschiedlicher sexueller Orientierung, die Erfahrung damit haben, und arbeitet heraus, was es braucht, damit es lustvoll erlebt wird. Die Antwort ist konkreter, als man erwartet.

Was braucht es körperlich?

An erster Stelle steht Schmerzfreiheit. So lustvoll Schmerz im Zusammenhang mit bestimmten Praktiken sein kann — bei der analen Aufnahme wird er als lusthemmend erlebt.

Schmerzfreiheit setzt voraus, dass Beckenboden und Schliessmuskulatur entspannt sind und sich dehnen lassen. Dafür nennt die Arbeit einen zeitlichen Rahmen, den viele unterschätzen: ein schrittweises Erarbeiten über Wochen und Monate, dazu ein langsames Vorgehen in der konkreten Situation, mit allgemeiner sexueller Stimulation und gegebenenfalls gezielter Massage rund um den Anus. Entspannt sich der äussere Schliessmuskel, überträgt sich das auf den inneren.

Auch die Position wirkt mit. Empfohlen wird — von proktologischen Schriften wie von den Befragten — die Rückenlage mit angewinkelten Beinen und einem Kissen unter dem Gesäss, damit die inneren Organe vom Beckenboden wegrutschen. Die Praktizierenden schätzen daran zusätzlich, dass man sich dabei ansehen kann.

Was braucht es darüber hinaus?

Die Arbeit fasst die Voraussetzungen in fünf Punkten zusammen:

  • Kommunikation vor, während und nach dem Sex ist zentral.
  • Auf der körperlichen Ebene sind Entspannung und Schmerzfreiheit entscheidend.
  • Lustvoll wahrgenommene Berührungen wirken sich positiv auf die Erotisierung aus.
  • Ein stabiles und neugieriges Selbstbild sowie ein wohlwollendes Verhältnis zum eigenen Anus tragen wesentlich bei.
  • Wissen über Anatomie und körperliche Vorgänge beugt Schmerzen und Verletzungen vor — und hilft beim Abbau von Scham und Ekel.

Warum ist Vertrauen eine körperliche Grösse?

Der Zusammenhang, den die Arbeit herausarbeitet, ist bemerkenswert direkt. Die Entspannung des Beckenbodens wird nicht nur durch Zeit und Technik begünstigt, sondern auch durch das Vertrauen in die eindringende Person — dass Grenzen respektiert werden und dass alle Massnahmen gegen die Übertragung von Krankheiten getroffen wurden.

Damit ist Kommunikation keine Höflichkeitsfrage, sondern eine Voraussetzung dafür, dass der Muskel nachgibt. Was in anderen Zusammenhängen als weicher Faktor gilt, ist hier physiologisch wirksam.

Was heisst das für die Praxis?

Die Arbeit richtet sich ausdrücklich an Sexolog:innen im Arbeitsalltag — und ihr Nutzen ist bereits belegt. Die Autorin schildert im Schlusswort, wie sie im sexualpädagogischen Unterricht von einem 18-Jährigen gefragt wurde, wie das mit dem Analsex genau funktioniere. Zum ersten Mal habe sie sich sicher und kompetent gefühlt, mit der Gruppe darüber zu sprechen.

Das benennt den eigentlichen Bedarf. Nicht das Interesse fehlt, sondern das gesicherte Wissen auf Seiten der Fachpersonen — und mit ihm die Sicherheit, ohne Verlegenheit zu antworten.

Ausgearbeitet werden die Voraussetzungen entlang aller Komponenten des Modells Sexocorporel, also körperlich, kognitiv, emotional und beziehungsbezogen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Die Arbeit stützt sich auf halbstrukturierte Interviews mit Praktizierenden, ergänzt um den Forschungsstand sowie medizinisch-anatomische und polyvagale Überlegungen. Sie ist auf Englisch verfasst.

Befragt wurden Menschen, die aufnehmenden Analverkehr als lustvoll erleben. Was Menschen berichten, bei denen es nicht gelingt, bleibt damit ausserhalb des Blickfelds — die Arbeit beschreibt Gelingensbedingungen, nicht Häufigkeiten. Für die Beratung ist genau das brauchbar.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 145 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu aufnehmendem Analverkehr, die anatomischen und polyvagalen Grundlagen, die vollständige Auswertung der Interviews und die Diskussion entlang der Komponenten des Modells Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

In the master thesis, the current state of research regarding receptive anal intercourse will be reviewed. Medical-anatomical and polyvagal considerations will also be taken into account. By means of semi-structured interviews with practitioners of different gender and sexual orientation, preconditions will be identified that were experienced as supportive in learning anal sex. The preconditions are elaborated on using aspects of the model of the sexocorporel. The following prerequisites were considered important by practitioners; communication before, during and after receptive anal sex, pain free experience, relaxation, taking time and a careful slow learning process, a willingness to experiment, and a benevolent relationship with one's anus. In addition, previous knowledge of possible pains and injuries helps to avoid them and enables one to deal with uncomfortable feelings.

Simone Haug, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Erotisieren der Analregion – Voraussetzungen und Möglichkeiten

Verfasst von
Simone Haug

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Vaginismus · Sexualität & Krankheit · Pornografie · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Simone Haug: «Erotisieren der Analregion – Voraussetzungen und Möglichkeiten». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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Kategorien
MA2 Masterarbeit

Beratungsansätze bei Leidensdruck unter dranghafter Sexualität oder Sexsucht bei Männern

Nathalie Gadola-Dürler untersucht in der Masterarbeit «Beratungsansätze bei Leidensdruck unter dranghafter Sexualität oder Sexsucht bei Männern» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Wer wegen seiner Sexualität nicht mehr weiterweiss, sucht eine Diagnose und findet vier Fachpersonen mit vier verschiedenen Zugängen. Diese Arbeit hat erhoben, was in der Deutschschweiz tatsächlich gemacht wird — und kommt zu einem unbequemen Befund: Was in der Beratung geschieht, hängt weniger am Verfahren als an der Person, die es anwendet.

Sucht oder Drang — worüber wird hier gesprochen?

Die beiden nach Sexocorporel arbeitenden Fachpersonen verwenden den Suchtbegriff ungern. Sie sprechen von dranghafter Sexualität: einem Suchen, Wünschen und Fordern sexueller Kontakte, begleitet von sexueller Unersättlichkeit. Sucht ist in dieser Lesart kein eigener Zustand, sondern der Endpol eines Kontinuums.

Das ist mehr als eine Wortfrage. Diagnosemanuale wie ICD und DSM denken kategorial: Man erfüllt die Kriterien oder nicht. Der Anteil derer, die klinisch relevante Suchtkriterien erfüllen, ist klein. Die befragten Fachpersonen halten dagegen, dass Betroffene mit Leidensdruck keine erfüllte Kriterienliste brauchen, um behandelt zu werden.

Die Arbeit entstand 2020 und hoffte darauf, dass diagnostische Kriterien Eingang in die ICD-11 finden. Das ist inzwischen geschehen — die zwanghafte sexuelle Verhaltensstörung ist dort als eigene Diagnose erfasst. Die hier beschriebene Spannung zwischen Kategorie und Kontinuum bleibt davon unberührt.

Wer sucht Hilfe?

Es sind überwiegend Männer. Eine der befragten Fachpersonen behandelt bis zu 25 Klientinnen und Klienten pro Woche, darunter bis zu 40 Fälle dranghafter Sexualität im Jahr.

Bei 20 bis 30 Prozent liegt zusätzlich eine ADHS oder eine andere psychische Erkrankung vor, beispielsweise eine bipolare Störung. Oft kommen Männer, die von ihrer Partnerin ertappt wurden, oder solche, die im Alltag und in ihren Beziehungen Einbussen bemerken.

Was diese sehr unterschiedliche Gruppe verbindet, ist nicht ein Verhalten, sondern der Leidensdruck — der eigene, der der Partnerschaft, manchmal auch eine finanzielle Notlage.

Was wirkt in der Beratung?

Die Arbeit vergleicht drei Zugänge: das Modell Sexocorporel, den systemischen Ansatz nach Ulrich Clement und den Ansatz nach David Schnarch. Ihre Antwort auf die Frage, welcher der richtige sei, lautet: Es kommt darauf an, worauf man schaut.

Richtet sich der Blick auf die individuelle sexuelle Lerngeschichte, eignet sich Sexocorporel besonders. Der Betroffene lernt, wie sein Drang mit konkreten Ursachen zusammenhängt, und erhält Zugang zu einer erweiterten Sexualität statt zu einer Verbotsliste.

Steht die Beziehung auf dem Spiel, arbeiten Clement und Schnarch mit dem Paar. Dort geht es darum, sich mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen und daran zu wachsen — das Anliegen wird zum Auslöser einer Entwicklung.

Quer über alle drei Zugänge steht dieselbe Kernfrage: Welches Bedürfnis steckt hinter dem ausser Kontrolle geratenen Verhalten, und wie liesse es sich anders befriedigen?

Was heisst das für die Praxis?

Der zentrale Befund der Arbeit ist zugleich ihr unbequemster. Ausschlaggebend dafür, welche Überzeugungen und Interventionen zur Anwendung kommen, sind Erfahrung, Auseinandersetzung und Weiterbildung der behandelnden Person — nicht das Verfahren.

Daraus folgt eine klare Empfehlung: Bei diesem Anliegen ist die Kombination mehrerer Ansätze vorzuziehen. Körperübungen können die sexuelle Balance wiederherstellen und das Gefühl der Steuerungsfähigkeit stärken; dazu kommt das Erlernen dessen, was die Arbeit ein heilsames Ausnützen des Moments zwischen Drang und Reaktion nennt. Die ehrliche Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Partnerin darf dabei nicht fehlen.

Bemerkenswert ist, wie niederschwellig der erste Schritt sein kann. Im besten Fall genügt eine Beratung, die aufklärt, dass das Verhalten in der Spannbreite des Normalen liegt — das allein entlastet bereits.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Die Arbeit stützt sich auf theoriegenerierende Interviews mit vier Fachpersonen, ausgewertet nach der Grounded Theory. Vier Personen bilden die Deutschschweizer Praxis nicht ab, und die Aussagen sind Einschätzungen aus der eigenen Arbeit, keine Messwerte.

Die Arbeit hält das selbst fest und benennt auch, was fehlt: Wirksamkeitsstudien, die zeigen, ob Kombinationsbehandlungen tatsächlich erfolgreicher sind. Was sie leistet, ist eine geordnete Bestandsaufnahme dessen, was Fachpersonen tun, wenn ihnen die Diagnose keine Anleitung gibt.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 114 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu dranghafter Sexualität, die Darstellung der drei Beratungsansätze, die vollständige Auswertung der vier Interviews und den systematischen Vergleich von Gemeinsamkeiten und Unterschieden.

Abstract der Arbeit

Eine ausser Kontrolle geratene Sexualität kann für den Betroffenen einen Leidensdruck erzeugen und die Partnerbeziehung belasten und gefährden. Für die Sexsucht oder die dranghafte Sexualität existieren bis heute jedoch weder klare diagnostische Kriterien, noch gibt es eine einheitliche Interventions- oder Behandlungsstrategie. Nach dem Ansatz Sexocorporel begünstigen ein fehlender Bezug zur eigenen Intimität und zur Genitalität die Entwicklung und Aufrechterhaltung des dranghaften sexuellen Verhaltens. Anhand einer Analyse theoriengenerierender Expertinnen- und Experten-Interviews mittels der Grounded Theory wird deutlich, dass es die Erfahrung, die fundierte Auseinandersetzung mit dem Anliegen der Sexsucht und die Aus- und Weiterentwicklungen der behandelnden Thera- peutinnen und Therapeuten sind, die bestimmen, in welcher Form theoretische Überzeu- gungen und konkrete Interventionen in den Beratungen und Behandlungen angewendet werden. Eine Kombination der verschiedenen Ansätze erlaubt, das Anliegen besser zu er- fassen, denn die Behandlung von dranghafter Sexualität ist genauso wie das Verständnis dieses Phänomens eine Herausforderung, die mehr als nur eine spezialisierte Therapieme- thode verlangt.

Nathalie Gadola-Dürler, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Beratungsansätze bei Leidensdruck unter dranghafter Sexualität oder Sexsucht bei Männern Aktuelle Beratungspraxis in der Deutschschweiz

Verfasst von
Nathalie Gadola-Dürler

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Pornografie · Sexualtherapie · Soziale Arbeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Nathalie Gadola-Dürler: «Beratungsansätze bei Leidensdruck unter dranghafter Sexualität oder Sexsucht bei Männern Aktuelle Beratungspraxis in der Deutschschweiz». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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