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MA5 Masterarbeit

Erektile Dysfunktion bei jungen Männern und das Männlichkeitsgefühl

Leandra Gubser untersucht in der Masterarbeit «Erektile Dysfunktion bei jungen Männern und das Männlichkeitsgefühl» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Erektionsprobleme bei jungen Männern sind selten nur ein körperliches Problem. Diese Arbeit hat fünf Betroffene befragt und zeigt, wie tief die Störung ins Selbstbild greift — und dass manche Männer daraus ein anderes Verständnis von Männlichkeit entwickeln.

Warum trifft es das Selbstbild so hart?

Weil Männlichkeit noch immer stark über sexuelle Leistungsfähigkeit definiert wird, insbesondere über die Fähigkeit zur Penetration. Wer diese Vorstellung verinnerlicht hat, erlebt eine erektile Dysfunktion als tiefen Einschnitt ins männliche Selbstverständnis.

Die Befragten beschreiben Druck, Erwartungen und Unsicherheit — genährt vom Bild des funktionierenden, kontrollierten, leistungsfähigen Mannes, das nach wie vor präsent ist.

Eine Rolle spielen dabei drei Einflüsse, die die Arbeit benennt: das soziale Umfeld, der Pornografiekonsum und die Frage, ob professionelle Unterstützung gesucht wurde.

Was hilft?

Die Ergebnisse zeigen, dass Veränderung möglich ist — und wo sie geschieht. Dort, wo Austausch, Offenheit und Reflexion stattfinden, sei es mit der Partnerin oder im eigenen Inneren, entsteht Raum für Entlastung und neue Sichtweisen.

Manche Männer nutzen die Erfahrung als Anlass zur Reflexion und entwickeln alternative Männlichkeitsbilder. Manchmal entstehen daraus sogar neue Formen von Nähe.

Der Schlüssel liegt im Verständnis von Männlichkeit selbst: nicht als starres Konzept, sondern als etwas Verhandelbares und Entwickelbares — gerade im Zusammenhang mit Sexualität.

Was fehlt in der Versorgung?

Die Arbeit fordert mehr Sichtbarkeit für die psychologischen und sozialen Aspekte der erektilen Dysfunktion — in der Forschung, in der Beratung und ausdrücklich auch im medizinischen Kontext.

Ihre Begründung ist einfach: Es geht nicht nur darum, ein Symptom zu beheben, sondern darum, Menschen zu einem stimmigen Umgang mit sich selbst, ihrem Körper und ihren Beziehungen zu verhelfen.

Was dafür fehlt, benennt die Autorin am deutlichsten: sichere, unterstützende Räume, in denen Männer über Zweifel, Scham und Verletzlichkeit sprechen können, ohne befürchten zu müssen, dafür als weniger Mann zu gelten.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Fünf qualitative Interviews mit betroffenen jungen Männern. Das ist eine kleine Gruppe — und für ein Thema, über das kaum jemand spricht, sind fünf ausführliche Gespräche bereits bemerkenswert.

Die Arbeit macht keine Aussagen über Häufigkeiten oder Ursachen. Was sie zeigt, ist, wie unterschiedlich Männer mit derselben Störung umgehen — und dass der Umgang mehr mit dem verinnerlichten Männlichkeitsbild zu tun hat als mit dem Befund.

Die Autorin reflektiert im Schlusswort eine Frage, die ihr gestellt wurde: warum sie als Frau über ein Männerthema schreibe. Sie hält dagegen, dass es sie umgekehrt stört, wenn vor allem Männer über weibliche Körper und Lust forschen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 105 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu erektiler Dysfunktion bei jungen Männern, die theoretischen Konzepte zu Männlichkeitskonstruktionen, die vollständige Auswertung der fünf Interviews und die Ableitungen für Beratung und medizinische Praxis.

Abstract der Arbeit

Kurzbeschrieb Diese Masterarbeit untersucht, welche Auswirkungen erektile Dysfunktion (ED) auf das Erleben und die Konstruktion von Männlichkeit bei jungen Männern hat. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Männlichkeit häufig über sexuelle Leistungsfähigkeit definiert wird, insbesondere über die Fähigkeit zur Penetration. Auf Grundlage bestehender theoretischer Konzepte sowie qualitativer Interviews mit fünf Betroffenen wird analysiert, wie sich ED auf das Selbstbild, das Beziehungserleben und den Umgang mit gesellschaftlichen Männlichkeitsidealen auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass ED als tiefer Einschnitt in das männliche Selbstverständnis erlebt werden kann, insbesondere wenn traditionelle Vorstellungen von Potenz und Kontrolle internalisiert sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass manche Männer alternative Männlichkeitsbilder entwickeln und ED als Anlass zur Reflexion nutzen. Neben individuellen Bewältigungsstrategien spielen auch das soziale Umfeld, Pornografiekonsum und professionelle Unterstützung eine zentrale Rolle. Die Arbeit zeigt auf, dass Männlichkeit im Kontext von ED kein statisches Konstrukt ist, sondern ständig neu verhandelt wird, zwischen persönlichem Erleben und gesellschaftlichen Erwartungen. Schlagwörter Erektile Dysfunktion / ED / Sexuelle Funktionsstörung / Männlichkeitskonstruktion / Männlichkeitsbilder / Identität und Selbstbild / Geschlechterrollen / Männerforschung / Sexualität und Leistungsdruck HS Merseburg / ISP Zürich • ED und Konstruktion des Männlichkeitsgefühls • Leandra Gubser ​

Leandra Gubser, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Erektile Dysfunktion bei jungen Männern im Kontext der Konstruktion und Wahrnehmung des Männlichkeitsgefühls – Einblicke aus qualitativen Interviews

Verfasst von
Leandra Gubser

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Männlichkeit · Erektile Dysfunktion · Pornografie

Lizenz und Nachweis. Leandra Gubser: «Erektile Dysfunktion bei jungen Männern im Kontext der Konstruktion und Wahrnehmung des Männlichkeitsgefühls – Einblicke aus qualitativen Interviews». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Erstvaterschaft – Verlust oder Bestärkung der Männlichkeit?

Janine Amrein untersucht in der Masterarbeit «Erstvaterschaft – Verlust oder Bestärkung der Männlichkeit?» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Werdende Väter finden inzwischen Ratgeber und Kurse, die ihnen bei der neuen Rolle helfen. Zur eigenen Männlichkeit und Sexualität nach der Geburt gibt es kaum etwas — dabei ist genau das die verletzliche Stelle. Diese Arbeit zeigt, warum.

Warum ist diese Zeit heikel?

Die Schwangerschaft und die ersten Monate nach der Geburt des ersten Kindes sind nach dieser Arbeit eine vulnerable Zeit. In dieser Phase muss die eigene Männlichkeit in der neuen Rolle neu definiert werden.

Das kann sich unmittelbar auf die Sexualität auswirken — und ein Grund dafür ist besonders aufschlussreich: Erstväter haben den Eindruck, dass sie ihre Bedürfnisse zurückstecken müssen und sie nicht kommunizieren dürfen.

Diese Selbstbeschränkung ist nachvollziehbar und folgenreich zugleich. Wer davon ausgeht, seine Anliegen seien in dieser Situation unzulässig, spricht sie nicht aus — und bearbeitet sie auch nicht.

Was verändert sich konkret?

Die Arbeit betrachtet biologische, psychische und soziale Veränderungen und ihren Einfluss auf drei Grössen, die im Modell Sexocorporel zentral sind: die sexuelle Selbstsicherheit, das Gefühl der Verbindung zum sexuellen Körper und das Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit.

Ausgewertet wurde mit der interpretativen phänomenologischen Analyse — einem Verfahren, das nah am subjektiven Erleben bleibt statt es zu kategorisieren.

Das Ergebnis ist doppelt: Erstvaterschaft kann die Männlichkeit bestärken und sie kann sie infrage stellen. Was eintritt, hängt von individuellen und sozialen Faktoren ab.

Was fehlt im Angebot?

Die Autorin hält fest, dass die Zahl der Ratgeber und der Kurse in Spitälern zunimmt, die werdenden Vätern beim Hineinfinden in die neue Rolle helfen — sie hebt dabei ein Schweizer Projekt ausdrücklich hervor.

Was es kaum gibt, ist Unterstützung bei der eigenen Männlichkeit und Sexualität nach der Geburt: ein Ort, an dem Väter Unsicherheiten, Ängste, Sorgen, Druck und Stress besprechen und reflektieren können.

Genau dort sieht die Arbeit die Aufgabe der Sexualberatung. Das ist eine gut begründete Marktlücke — und eine, die zur Arbeit von Fabienne Studer über die postpartale Sexualität passt, die dieselbe Lücke von der Paarseite her beschreibt.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Qualitative Interviews mit Erstvätern, ausgewertet mit der interpretativen phänomenologischen Analyse. Die Zahl der Befragten ist klein, und wer sich für ein Gespräch über Männlichkeit und Sexualität nach der Geburt meldet, bringt bereits eine gewisse Bereitschaft zur Reflexion mit.

Die Arbeit spricht von einer Korrelation zwischen den Veränderungen und ihren Auswirkungen — nicht von einer nachgewiesenen Ursache. Für die Beratungspraxis ist der Ertrag dennoch klar: Sie benennt, wann die verletzliche Phase liegt und woran sie erkennbar ist.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 93 Seiten. Sie enthält die bio-psycho-soziale Perspektive auf die Erstvaterschaft, die Einordnung in das Modell Sexocorporel, die vollständige Auswertung der Interviews sowie den Überblick über bestehende Angebote für werdende Väter.

Abstract der Arbeit

Diese Masterarbeit untersucht die Auswirkungen der Erstvaterschaft auf die Männ- lichkeit und Sexualität aus einer bio-psycho-sozialen Perspektive sowie aus der Sicht des Modell Sexocorporel. Ziel der qualitativen Forschung ist es, zu verstehen, wie Männer die Veränderungen in ihrem Selbstbild als Mann und ihrer Sexualität nach der Geburt ihres ersten Kindes erleben. Dazu wurden Interviews mit Erstvätern durchgeführt und mittels interpretativer phänomenologischer Analyse (IPA) ausge- wertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Erstvaterschaft sowohl zu einer Bestärkung als auch zu einem Verlust der Männlichkeit führen kann, abhängig von individuellen und sozialen Faktoren. Biologische, psychologische und soziale Veränderungen werden detailliert betrachtet, ebenso wie deren Einfluss auf die sexuelle Selbstsicherheit, das Gefühl der Verbindung zum sexuellen Körper und das Gefühl der Geschlechts- zugehörigkeit. Die Arbeit bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, die mit der Rolle als Vater einhergehen, und leistet einen Beitrag zum Verständnis der modernen Vaterschaft. This master's thesis examines the effects of first-time fatherhood on masculinity and sexuality from a bio-psycho-social perspective and from the perspective of the sex- ocorporel model. The aim of the qualitative research is to understand how men ex- perience the changes in their self-image as men and their sexuality after the birth of their first child. To this end, interviews were conducted with first-time fathers and evaluated using interpretative phenomenological analysis (IPA). The results show that first-time fatherhood can lead to both an affirmation and a loss of masculinity, depending on individual and social factors. Biological, psychological and social changes are considered in detail, as well as their influence on sexual confidence, the sense of connection to the sexual body and the sense of gender affiliation. The work offers valuable insights into the challenges and opportunities associated with the role of father and contributes to the understanding of modern fatherhood.

Janine Amrein, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Erstvaterschaft – Verlust oder Bestärkung der Männlichkeit? : Qualitative Forschung über die Auswirkung einer Erstvaterschaft auf die Männlichkeit und die Sexualität

Verfasst von
Janine Amrein

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Männlichkeit · Schwangerschaft & Geburt · Selbstwirksamkeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Janine Amrein: «Erstvaterschaft – Verlust oder Bestärkung der Männlichkeit? : Qualitative Forschung über die Auswirkung einer Erstvaterschaft auf die Männlichkeit und die Sexualität». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

«Neue Männlichkeit» als sexuelle Herausforderung

Eleanor Büchler untersucht in der Masterarbeit «‹Neue Männlichkeit› als sexuelle Herausforderung» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Neue Männlichkeit» klingt nach Fortschritt und erzeugt zugleich Druck. Diese Arbeit zeigt, dass die widersprüchlichen Anforderungen bis ins sexuelle Erleben durchschlagen — allerdings nicht bei allen Männern gleich. Entscheidend sind die vorhandenen persönlichen Ressourcen.

Wer ist betroffen — und wer nicht?

Die Arbeit bestätigt ihre erste Ausgangsthese: Aktuelle Männlichkeitskonstruktionen im Kontext des emanzipatorischen Diskurses führen bei Männern mit fehlenden persönlichen Ressourcen zu Verunsicherung im Erleben und Gestalten der Paarsexualität.

Der Zusatz ist der Kern. Nicht der Diskurs verunsichert, sondern das Zusammentreffen von widersprüchlichen Erwartungen mit fehlenden Ressourcen. Damit lässt sich erklären, warum bestimmte Männer betroffen sind und andere nicht.

Untersucht wurden cis-heterosexuelle Männer zwischen 30 und 45 in der Schweiz und in Deutschland. Die Arbeit ist auf Englisch verfasst.

Was folgt aus der Verunsicherung?

Die Arbeit arbeitet drei Ebenen heraus: mögliche Ursachen, die daraus folgenden Effekte in Form von Konflikten und Ängsten — und die individuellen Lösungsversuche der Betroffenen.

Diese Dreiteilung macht sie für die Praxis brauchbar. Wer in der Beratung nur die Symptome sieht, übersieht, dass die Lösungsversuche der Männer bereits Teil des Problems sein können.

Aus den Befunden leitet die Arbeit Entwicklungsbereiche ab und beschreibt Methoden und therapeutische Haltungen, die eine nachhaltige Begleitung tragen — teils bestätigt sie damit Bekanntes, teils ergänzt sie es.

Was heisst das für die Sexualtherapie?

Die zweite Ausgangsthese der Arbeit lautet, dass Verunsicherung im sexuellen Erleben von Männern eine differenzierte Betrachtung und Begleitung durch sexualtherapeutische Fachpersonen erfordert — und zwar damit nachhaltige Veränderungen in sexueller Zufriedenheit und sexueller Identität möglich werden.

Der Punkt richtet sich gegen zwei verbreitete Kurzschlüsse. Weder ist Verunsicherung ein Symptom, das sich beheben liesse, noch ist sie eine blosse Zeiterscheinung, die vorübergeht.

Gearbeitet wird aus der sexologischen Praxis nach Desjardins‘ Ansatz Sexocorporel — also körperbezogen und nicht nur über das Gespräch über Rollenbilder.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Eine qualitative Untersuchung aus der sexologischen Praxis mit einer klar umrissenen Zielgruppe: cis-heterosexuelle Männer eines bestimmten Alters in zwei Ländern.

Die Erhebung erfolgt aus der Praxis heraus, das heisst über Männer, die bereits in Behandlung sind. Wie verbreitet die beschriebene Verunsicherung ausserhalb dieses Rahmens ist, zeigt die Arbeit nicht.

Ihre Stärke liegt in der Differenzierung. Sie beschreibt nicht «die verunsicherten Männer», sondern unterscheidet, unter welchen Bedingungen Verunsicherung entsteht.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 121 Seiten und ist auf Englisch verfasst. Sie enthält die Analyse aktueller Männlichkeitskonstruktionen, die qualitative Untersuchung aus der sexologischen Praxis sowie die abgeleiteten Entwicklungsbereiche und therapeutischen Haltungen.

Abstract der Arbeit

In today's social context, the construction and perception of masculinity is undergoing profound change. Traditional gender roles and stereotypical expectations are increasingly being questioned and newly interpreted. These developments put forward important questions, particularly with regard to individual self-awareness and the social acceptance of modern masculinities. «New masculinity» as a leitmotif and with overlapping and contradictory expectations towards the contemporary male of today can result in uncertainty about masculinity. The presented paper examines the dynamics of current constructions of masculinity within the context of emancipatory discourse and their specific effects on the sexual experience of cis-heterosexual men aged 30 to 45 in couple sexuality in Switzerland and Germany. The qualitative study of sexological practice according to Desjardins’ approach Sexocorporel, helps to better understand the specific quality of masculine insecurity in sexual experience. The study provides indications as to why certain men are affected contrary to others, what the possible causes could be and which conflicts, anxieties and individual solutions result thereof. From this, on the one hand, areas of development can be derived and, on the other, helpful methods and therapeutic stances for sustainable therapeutic support can be described or confirmed. The study further shows that a salutogenetic approach such as Sexocorporel can support clients in discovering security in their own individuality and freedom from the external parameters of orientational-constraint. More widely accessible sexological expertise could positively complement social and socio-cultural developments, alleviate problematising dynamics surrounding male sexuality and promote individual development and emancipational processes. Uncertainty of one's own masculinity, due to the contemporary constructions of masculinity in the broader context of emancipatory discourse, should be regarded more positively than is currently the case. Uncertainty ought to be seen as integral part of the process towards an authentically experienced, individual male sexual identity.

Eleanor Büchler, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
«Neue Männlichkeit» als sexuelle Herausforderung Verunsicherte Männlichkeit im Kontext aktueller Männlichkeitskonstruktionen – eine Betrachtung aus sexualtherapeutischer Praxisperspektive

Verfasst von
Eleanor Büchler

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Männlichkeit · Paarsexualität · Geschlecht & Identität · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Eleanor Büchler: «‹Neue Männlichkeit› als sexuelle Herausforderung Verunsicherte Männlichkeit im Kontext aktueller Männlichkeitskonstruktionen – eine Betrachtung aus sexualtherapeutischer Praxisperspektive». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern

Nathalie Hirsekorn untersucht in der Masterarbeit «Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Die befragten Männer hatten keine Erektionsstörung, als sie mit den Potenzmitteln anfingen. Sie gerieten trotzdem in eine subjektive psychische Abhängigkeit. Diese Arbeit zeigt, was dazu führt — und dass die Scham ein eigener Faktor ist.

Wer nimmt PDE-5-Hemmer ohne Not?

Junge, gesunde Männer ohne medizinische Notwendigkeit — eine Gruppe, deren Konsum in den letzten Jahren zugenommen hat und die sich subjektiv als abhängig von dieser Medikamentengruppe beschreibt.

Der zentrale Befund der Arbeit ist, dass die Probanden ursprünglich ohne Erektionsstörung mit dem missbräuchlichen Konsum begonnen haben. Die Störung ist nicht der Anlass, sondern allenfalls die Folge.

Als wesentliche Faktoren, die zur Abhängigkeit beitragen, nennt die Analyse Unsicherheit, Leistungsdruck und Versagensängste.

Welche Rolle spielt die Scham?

Eine eigenständige. Die Scham veranlasst die Probanden, ihren Konsum vor ihren Sexualpartnerinnen geheim zu halten.

Damit entsteht eine zweite Ebene des Problems. Was verborgen bleibt, kann nicht besprochen werden — weder mit der Partnerin noch mit einer Fachperson. Der Konsum stabilisiert sich also nicht nur pharmakologisch, sondern auch sozial.

Verstärkt wird das durch die Leichtfertigkeit der Anwendung. Sie entspringt hedonistischen Motiven, aber auch fehlender Aufklärung — und bewirkt, dass die damit verknüpften Problematiken gar nicht oder kaum beachtet werden.

Was begünstigt den Konsum sonst noch?

Die Arbeit nennt drei weitere Einflussfaktoren: das soziale Umfeld, die Einfachheit der Beschaffung und das Bestreben, negative Emotionen zu vermeiden.

Besonders aufschlussreich ist ein sexologischer Befund. Die Probanden weisen unterschiedliche Erregungsmodi und Zentrierungen auf, was ihre sexuelle Wahrnehmung und Interaktion beeinflusst — und möglicherweise mit dem Konsum in Verbindung steht.

Damit verschiebt sich der Ansatzpunkt. Wer nur über das Medikament spricht, übersieht, wie diese Männer Erregung überhaupt aufbauen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Halbstrukturierte Interviews mit drei Probanden, ausgewertet nach Mayring. Drei Personen sind eine sehr kleine Grundlage — und für eine Gruppe, die ihren Konsum geheim hält, sind drei ausführliche Gespräche bereits bemerkenswert.

Die Autorin hebt selbst hervor, dass es weitere Forschung braucht, um die langfristigen Auswirkungen des missbräuchlichen Konsums zu verstehen und geeignete Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 82 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu PDE-5-Hemmern und ihrem Missbrauch, die vollständige Auswertung der drei Interviews sowie die Einordnung der Erregungsmodi in das Modell Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

In den letzten Jahren hat der Missbrauch von erektionsfördernden Medikamenten der Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE-5-Hemmern) bei jungen, gesunden Männern ohne medizinische Notwendigkeit zugenommen. Diese Masterarbeit befasst sich mit dieser Zielgruppe, die sich aus subjektiver Sicht von eben dieser Medikamentengruppe als abhängig bezeichnen. Die qualitative Studie untersucht das Abhängigkeitspotenzial anhand von Risikofaktoren sowie psychosozi- ale und physiologische Auswirkungen dieses Missbrauchs. Mittels halbstrukturierter Interviews mit drei Probanden werden die zugrunde liegenden Motive und die Auswir- kungen auf ihre Sexualität analysiert. Die Ergebnisse zeigen eine Vielzahl von Fakto- ren, die als zentrale Gründe für den missbräuchlichen Konsum identifiziert wurden. Dazu gehören Neugier, der Wunsch nach verbesserter sexueller Leistungsfähigkeit und sozialer Druck. Insbesondere sexuelle Unsicherheiten und Leistungsdruck schei- nen eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung einer subjektiven Abhängigkeit zu spie- len. Diese Studie hebt die Notwendigkeit weiterer Forschung hervor, um die langfristi- gen Auswirkungen des missbräuchlichen Konsums von PDE-5-Hemmern besser zu verstehen und geeignete Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln. In recent years, the misuse of erectile stimulants such as phosphodiesterase-5 inhibi- tors (PDE-5 inhibitors) has increased among young, healthy men without medical ne- cessity. This master's thesis deals with this target group, who describe themselves as dependent on this group of drugs from a subjective point of view. The qualitative study examines the potential for dependence on the basis of risk factors as well as the psy- chosocial and physiological effects of this abuse. Semi-structured interviews with three test subjects are used to analyze the underlying motives and the effects on their sex- uality. The results show a variety of factors, including curiosity, the desire for improved sexual performance and social pressure, which were identified as central reasons for regular use. In particular, sexual insecurity and pressure to perform appear to play a significant role in the development of subjective addiction. This study highlights the need for further research to better understand the long-term effects of abusive use of PDE-5 inhibitors and to develop appropriate prevention and intervention strategies.

Nathalie Hirsekorn, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern : Eine qualitative Untersuchung der Risikofaktoren und den psychosozialen und physiologischen Auswirkungen

Verfasst von
Nathalie Hirsekorn

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Erektile Dysfunktion · Männlichkeit · Pornografie

Lizenz und Nachweis. Nathalie Hirsekorn: «Abhängigkeitspotenzial von PDE-5-Hemmern bei jungen, gesunden Männern : Eine qualitative Untersuchung der Risikofaktoren und den psychosozialen und physiologischen Auswirkungen». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Sexualität junger Männer zwischen tradierten und modernen Geschlechterrollenbildern

Lea von Mühlenen untersucht in der Masterarbeit «Sexualität junger Männer zwischen tradierten und modernen Geschlechterrollenbildern» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Wer ist jetzt bei euch zuhause das Oberhaupt?» Diese Frage bekam einer der vier befragten jungen Männer zu hören, weil seine Freundin mehr verdient und beruflich erfolgreicher ist. Die Arbeit zeigt, was es kostet, sich vom traditionellen Rollenbild zu lösen — und was dabei hilft.

Wie sehen sich junge Männer heute?

Die vier Befragten sind sehr unterschiedlich aufgewachsen und haben dennoch ähnliche Vorstellungen: Sie distanzieren sich klar von den klassischen Geschlechterrollenbildern.

Ihre Selbstbeschreibung deckt sich mit dem Bild des «neuen Mannes» aus der Forschung — eines Mannes, der sich im Alltag mit der Partnerin abspricht und gemeinsame Vorstellungen von Elternschaft und Partnerschaft im Team umsetzt.

Das ist zunächst eine Erfolgsgeschichte. Die Arbeit zeigt aber auch, was sie kostet.

Was kostet die Distanzierung?

Rollenabweichendes Verhalten bleibt im Umfeld nicht unbemerkt. Der Befragte, dessen Partnerin mehr verdient, erhielt Kommentare, die infrage stellten, wer zuhause das Sagen habe — eine Erfahrung, die auch die Forschungsliteratur beschreibt.

Insgesamt identifiziert die Arbeit fünf Spannungsfelder, die aus den widersprüchlichen Erwartungshaltungen entstehen. Drei davon betreffen unmittelbar die Sexualität.

Die Distanzierung vom traditionellen Bild ist also keine einmalige Entscheidung, sondern eine dauernde Aushandlung mit dem Umfeld.

Was hilft dabei?

Neben persönlichen und sozialen Ressourcen findet die Arbeit viele Ressourcen im Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit — also genau dort, wo das Modell Sexocorporel ansetzt.

Das ist der eigentliche Beitrag der Arbeit zur sexologischen Praxis. Wenn sich ein junger Mann zwischen widersprüchlichen Erwartungen zerrieben fühlt, liegt der Ansatzpunkt nicht nur im Gespräch über Rollen, sondern im eigenen Verhältnis zum Geschlecht, dem er sich zugehörig fühlt.

Die Autorin hält fest, dass weitere Forschung nötig ist, um diese Ergebnisse zu untermauern.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Teilstandardisierte Leitfadeninterviews mit vier jungen Männern, ausgewertet nach Mayring. Vier Personen bilden keine Generation ab.

Auffällig ist die Einheitlichkeit der Aussagen trotz sehr unterschiedlicher Herkunft — das spricht für ein verbreitetes Muster, kann aber auch daran liegen, welche jungen Männer sich für ein Gespräch über Männlichkeit und Sexualität zur Verfügung stellen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 152 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Männlichkeit und Geschlechterrollen, die Herleitung der fünf Spannungsfelder, die vollständige Auswertung der vier Interviews sowie die Einordnung in das Modell Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den teilweise konträren traditionellen und moder- nen Erwartungen an das männliche Geschlechterrollenbild und den daraus resultierenden Spannungsfeldern für junge Männer. Die Datenerhebung erfolgte durch teilstandardisierte Leitfadeninterviews und zur Auswertung der Daten wurde eine Inhaltsanalyse nach May- ring durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die jungen Männer vom traditionellen Geschlechterrollenbild distanzieren und beschreiben ihre Rolle mehr im Kontext des Rol- lenmodells des “neuen Mannes”. Insgesamt konnten fünf Spannungsfelder aus den ver- schiedenen Erwartungshaltungen identifiziert werden, wovon drei Spannungsfelder die Sexualität betreffen. Neben persönlichen und sozialen Ressourcen zeigten die Ergeb- nisse, dass viele Ressourcen im Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit junge Männer bei der Bewältigung der Spannungsfelder unterstützen können. Weitere Forschung ist in Zu- kunft nötig, um diese Ergebnisse zu untermauern.

Lea von Mühlenen, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexualität junger Männer zwischen tradierten und modernen Geschlechterrollenbildern : Eine qualitative Untersuchung zum Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit und dessen Interdependenzen im Modell Sexocorporel

Verfasst von
Lea von Mühlenen

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Geschlecht & Identität · Männlichkeit · Sexuelle Fantasien

Lizenz und Nachweis. Lea von Mühlenen: «Sexualität junger Männer zwischen tradierten und modernen Geschlechterrollenbildern : Eine qualitative Untersuchung zum Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit und dessen Interdependenzen im Modell Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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