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MA5 Masterarbeit

Spielend verführen – ein Spielkonzept für sexuelles Begehren

Dominique Tanner untersucht in der Masterarbeit «Spielend verführen – ein Spielkonzept für sexuelles Begehren» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Begehren lässt sich nicht befehlen, aber vielleicht spielen. Diese Arbeit entwickelt ein Spielkonzept für Paare — und begründet es mit einer Annahme, die überraschend trägt: Spielen ist ein natürlicher menschlicher Trieb, der soziale Kompetenzen erfahrbar macht und neue Fähigkeiten hervorbringt.

Was soll das Spiel bewirken?

Es soll Paaren ermöglichen, drei Dinge spielerisch zu fördern: ihre Kommunikation, ihr sexuelles Begehren und ihre Verführungskompetenzen.

Das zentrale Anliegen war dabei, Spielfreude und Zielorientierung zu verbinden. Ein Spiel, das sich wie eine Übung anfühlt, verfehlt seinen Zweck — eines ohne Richtung ebenfalls.

Der theoretische Teil geht deshalb in zwei Richtungen: zum Spiel selbst mit Definition, Geschichte, Funktion und den Spielpersönlichkeiten nach Brown — und zu Begehren, Bedürfnissen und Beziehung.

Wie versteht die Arbeit Begehren?

Als Wechselwirkung zwischen Reiz und Emotion. Begehren löst eine positive Vorerwartung aus und gilt deshalb selbst als erstrebenswert — es ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern angenehm für sich.

Daraus folgt der praktische Kern: Die bewusste Wahrnehmung der eigenen Begehrensstruktur bildet eine wichtige Grundlage dafür, Wünsche überhaupt zu artikulieren.

Und das gilt nach dieser Arbeit nicht nur in Paarbeziehungen, sondern auch im alltäglichen Leben. Wer nicht weiss, was er will, kann es nicht sagen — im Bett so wenig wie sonst.

Was ist an der Arbeit methodisch bemerkenswert?

Zwei Dinge, die in Masterarbeiten selten so ausdrücklich vorkommen.

Erstens widmet sie der Forschungsethik ein eigenes Kapitel — vor der Methodik. Bei einer Arbeit, in der Paare ein Spiel zu ihrer Sexualität ausprobieren, ist das keine Formalität.

Zweitens legt sie die Nutzung von künstlicher Intelligenz offen. Das ist bei einer Arbeit aus dem Jahrgang 2025 zeitgemäss und in dieser Sammlung dennoch die Ausnahme.

Dazu kommt ein ausführliches Kapitel zur Paarkommunikation, das verbale, nonverbale und paraverbale Ebenen sowie Kommunikationsmodelle und -muster behandelt.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Das Spielkonzept wurde entwickelt und erprobt, die Auswertung stützt sich auf Leitfadeninterviews und Fragebogen mit einer sehr kleinen Zahl von Teilnehmenden.

Was die Arbeit liefert, ist ein durchdachtes und dokumentiertes Konzept samt ersten Rückmeldungen — keine Wirksamkeitsprüfung. Für die Arbeit mit Paaren ist es dennoch brauchbares Material, weil es die Begründung für jede Spielentscheidung mitliefert.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 111 Seiten. Sie enthält die Theorie des Spiels, die ausführliche Auseinandersetzung mit Begehren, Bedürfnissen und Paarkommunikation, das vollständige Spielkonzept sowie die Kapitel zu Forschungsethik und zum Einsatz künstlicher Intelligenz.

Methodisches Vorgehen

Die Arbeit stützt sich auf leitfadengestützte Interviews (zwei Personen). Der Volltext umfasst 111 Seiten.

Angaben zur Arbeit

Titel
Spielend verführen Entwicklung eines Spielkonzepts zur Förderung und Erhaltung von sexuellem

Verfasst von
Dominique Tanner

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Sexuelles Verlangen · Paarsexualität · Recht & Ethik · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Dominique Tanner: «Spielend verführen Entwicklung eines Spielkonzepts zur Förderung und Erhaltung von sexuellem». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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