Karin Wagemann untersucht in der Masterarbeit «Zufriedene Paare in der sexologischen Praxis» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.
Sexuelle Zufriedenheit und Partnerschaftszufriedenheit hängen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Diese Arbeit führt zusammen, was die Forschung dazu weiss, und übersetzt es in etwas, das sich in der Praxis mit Paaren verwenden lässt.
Was hält Paare zufrieden?
Über eine systematische Durchsicht empirischer Studien arbeitet die Autorin die zentralen Vorhersagefaktoren heraus — und die Liste ist konkreter, als man erwartet.
Genannt werden unter anderem kommunikative Fähigkeiten, Intimität, Responsivität, gemeinsame Rituale, Opferbereitschaft und die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit.
Zwei davon lohnen besondere Beachtung. Responsivität meint, auf die Signale des Gegenübers einzugehen — eine Fähigkeit, die sich üben lässt. Und die Qualität der gemeinsamen Zeit ist nicht dasselbe wie ihre Menge.
Was ist der praktische Teil?
Aus den Befunden entwickelt die Arbeit konkrete Übungen zur Förderung der Partnerschaftszufriedenheit. Sie sind bewusst niederschwellig und in den Alltag integrierbar angelegt.
Gedacht sind sie für den Einsatz in der sexologischen Praxis mit Paaren. Wer nach Material sucht, findet hier eine begründete Sammlung statt einer Ideenliste — jede Übung lässt sich auf einen Befund zurückführen.
Der Anspruch der Arbeit war ausdrücklich, nicht beim Verständnis stehenzubleiben, sondern die Erkenntnisse in einen umfassenden und alltagstauglichen Übungsteil zu überführen.
Wie gut lässt sich Zufriedenheit messen?
Diese Frage stellt die Arbeit ausdrücklich und diskutiert die Anwendbarkeit gängiger Messinstrumente für sexuelle und partnerschaftliche Zufriedenheit.
Das ist mehr als eine methodische Fussnote. Wer mit Paaren arbeitet und den Fortschritt einschätzen will, braucht ein Mass — und muss wissen, was es erfasst und was nicht.
Damit ist die Arbeit auch für Fachpersonen brauchbar, die eigene Angebote evaluieren möchten.
Wie belastbar sind diese Ergebnisse?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit mit systematischer Durchsicht empirischer Studien, ohne eigene Erhebung. Die Übungen sind aus der Forschungslage abgeleitet, nicht erprobt.
Was die Arbeit leistet, ist die Zusammenführung zweier Forschungsstränge, die getrennt bearbeitet werden — sexuelle und partnerschaftliche Zufriedenheit — und deren Übersetzung in die Praxis. Ob die Übungen wirken, müsste eine andere Untersuchung zeigen.
Die Arbeit im Original
Die vollständige Masterarbeit umfasst 80 Seiten. Sie enthält die systematische Aufarbeitung der Forschungslage zu sexueller und partnerschaftlicher Zufriedenheit, die Diskussion der Messinstrumente sowie den vollständigen Übungsteil für die Praxis.
Die Fragestellung
Die Arbeit geht diesen Fragen nach:
- Wie lässt sich Partnerschaftszufriedenheit messen?
- Wie lässt sich die sexuelle Zufriedenheit messen?
Abstract der Arbeit
Sexuelle Zufriedenheit und Partnerschaftszufriedenheit zählen zu wichtige Qualitätskriterien intimer Paarbeziehungen. Sie stehen in einem wechselseitigen Zusammenhang und beeinflussen sowohl das individuelle Wohlbefinden als auch die Stabilität und Qualität der Beziehung. Ziel dieser Masterarbeit ist es, theoretische und empirische Erkenntnisse über die Verbindung dieser beiden Zufriedenheitsdimensionen zusammenzuführen, zentrale Einflussfaktoren zu identifizieren und praxisnahe Ansätze zur Erhaltung und Förderung der partnerschaftlichen Zufriedenheit abzuleiten. Auf Basis einer systematischen Überprüfung empirischer Forschung werden zunächst zentrale Prädiktoren sexueller und partnerschaftlicher Zufriedenheit hervorgehoben, wie unter anderem kommunikative Fähigkeiten, Intimität, Responsivität, gemeinsame Rituale, Opferbereitschaft sowie die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit. In einem anschliessenden Schritt werden konkrete Strategien zur Erhaltung oder Förderung der jeweiligen Zufriedenheit abgeleitet. Der Fokus liegt auf der Entwicklung praktischer Übungen zur Förderung der Partnerschaftszufriedenheit. Diese sind als niedrigschwellige, im Alltag integrierbare Angebote konzipiert, die Sexolog*innen in der sexologischen Praxis mit Paaren anwenden können. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Professionalisierung der sexual- und paartherapeutischen Beratung, indem sie empirisch fundierte Erkenntnisse in praxisrelevante Anwendungen überführt und aufzeigt, wie partnerschaftliche Qualität gezielt gestärkt werden kann – in enger Verbindung mit, aber nicht beschränkt auf den sexuellen Bereich.
Karin Wagemann, Abstract der Masterarbeit, 2025
Angaben zur Arbeit
Titel
Zufriedene Paare – Erhaltung und Förderung der Zufriedenheit von Paaren in der sexologischen Praxis
Verfasst von
Karin Wagemann
Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5
Jahr
2025
Themen
Sexuelle Zufriedenheit · Paarsexualität · Sexuelle Kommunikation
Lizenz und Nachweis. Karin Wagemann: «Zufriedene Paare – Erhaltung und Förderung der Zufriedenheit von Paaren in der sexologischen Praxis». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.
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Weiterführend
- Master of Arts in Sexologie, der Studiengang, aus dem diese Arbeit stammt
- Diplomlehrgang Sexualtherapie
- Diplomlehrgang Sexualpädagogik