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MA3 Masterarbeit

Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen

Stefanie Achermann Kälin untersucht in der Masterarbeit «Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Wenn ein Mann an der Prostata operiert wird, richtet sich alle Aufmerksamkeit auf ihn. Die Partnerin erlebt die Folgen mit — gefragt wird sie selten. Diese Arbeit beschreibt die Paarsexualität aus ihrer Sicht und benennt, woran die Begleitung scheitert.

Wer ist zuständig für die Sexualität?

Formell die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Sie sind die erste Ansprechperson für den Patienten — und, wenn die Partnerin ihn begleitet, auch für sie.

Praktisch ist das eine Überforderung. Für viele Ärztinnen und Ärzte ist es neben der rein medizinischen Begleitung eine zusätzliche Herausforderung, die Mehrdimensionalität der Sexualität in die Sexualanamnese aufzunehmen.

Die Arbeit benennt dafür einen Grund, der über Wissenslücken hinausgeht: Fachpersonen, die sexuelle Themen begleiten, sollten auch die eigene Sexualität reflektiert haben. Nur dann können sie authentisch darauf eingehen — und nur dann fühlen sich Patientinnen und Patienten in ihrer Angst und Frustration abgeholt.

Lässt sich das lernen?

Ja, aber nicht im Medizinstudium. Die Arbeit hält fest, dass diese Kompetenz nicht Teil der medizinischen Ausbildung ist, sich jedoch durch Fortbildungen erwerben lässt — genannt werden etwa die syndyastische Sexualtherapie und andere sexualmedizinische Weiterbildungen.

Der Vergleich, den die Autorin zieht, ist einleuchtend: Wie die Krebserkrankung fachliche Begleitung braucht, so brauchen auch sexuelle Störungen mit Leidensdruck eine fachliche Begleitung. Beides ist Behandlung, nicht Beiwerk.

Was braucht die Partnerin?

Die Arbeit klärt anhand von zwei qualitativen Interviews mit betroffenen Frauen den Bedarf an sexualtherapeutischer Begleitung — aus deren eigener Sicht, nicht aus der des Paares oder des Mannes.

Aus der Theorie skizziert sie sexualtherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten samt deren Wirkung und lässt diese Ansätze in einen Vorschlag für eine bedarfsgerechte Begleitung einfliessen.

Zusammen mit der Arbeit von Peter Steinmann, die dieselbe Operation aus Sicht der Männer untersucht, ergibt sich für dieses Thema ein seltenes beidseitiges Bild.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Zwei qualitative Interviews, ausgewertet nach Mayring. Das ist eine sehr schmale Grundlage, und die Arbeit stützt ihre Schlüsse entsprechend stark auf die Literatur.

Was sie leistet, ist ein Perspektivwechsel: Die Partnerin ist bei einer Prostatektomie nicht die Begleitperson eines Patienten, sondern selbst betroffen. Diese Sicht kommt in der Forschung wie in der Nachsorge kaum vor. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 102 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Prostatektomie und Paarsexualität, die vollständige Auswertung der beiden Interviews sowie die skizzierten sexualtherapeutischen Unterstützungsmöglichkeiten.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit werden die Folgen einer Prostatektomie auf die Paarsexualität aus der Sicht der betroffenen Partnerin beschrieben. Mit Hilfe zweier qualitativer Interviews mit betroffenen Frauen soll der Bedarf einer sexualtherapeutischen Begleitung abgeklärt werden. Sexualtherapeutische Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkungen werden aus der Theorie skizziert, diese Ansätze fliessen in die Verbesserung und Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten fachlichen Begleitung ein. This master's thesis describes the consequences of a prostatectomy on couple sexuality from the perspective of the affected partner. With the help of two qualitative interviews with affected women, the need for sexual therapeutic support will be clarified. Sexual therapeutic support possibilities and their effects are outlined from theory, the findings flow into the improvement and further development of a need-based professional support.

Stefanie Achermann Kälin, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen : Erleben der Paarsexualität aus Sicht von Frauen vor und nach der Prostatektomie des Partners sowie Befragung anhand von Interviews bezüglich sexualtherapeutischer Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkung

Verfasst von
Stefanie Achermann Kälin

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Operative Eingriffe · Paarsexualität · Erektile Dysfunktion

Lizenz und Nachweis. Stefanie Achermann Kälin: «Paarsexualität vor und nach einer Prostatektomie aus der Sicht betroffener Frauen : Erleben der Paarsexualität aus Sicht von Frauen vor und nach der Prostatektomie des Partners sowie Befragung anhand von Interviews bezüglich sexualtherapeutischer Unterstützungsmöglichkeiten und deren Wirkung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Cybersexualität in Fernbeziehungen

Judita Arenas untersucht in der Masterarbeit «Cybersexualität in Fernbeziehungen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Videotelefonie, Sprachnachrichten, Bilder: Fernbeziehungspaare nutzen die technischen Möglichkeiten vielfältig, um sich trotz Distanz sexuell nah zu sein. Ersetzen können sie die körperliche Berührung nicht — das sagen alle vier Befragten dieser Arbeit.

Wie wird eine Fernbeziehung sexuell aufrechterhalten?

Über cybersexuelle Elemente, und zwar über das gleichzeitige Senden und Empfangen sexuell motivierter Nachrichten — als Text, Sprache oder Video. Ziel ist, das Gegenüber offen über die eigene Erregung zu informieren und zum Austausch einzuladen.

Der Höhepunkt steht dabei nicht im Zentrum. Beim Cybersex geht es primär um den Austausch sexueller Erregung, nicht um den Orgasmus. Das ist eine wichtige Verschiebung gegenüber der verbreiteten Vorstellung.

Neben der Cybersexualität mit der Partnerin oder dem Partner lebt fast die gesamte Stichprobe zudem Autosexualität — regelmässige Selbstbefriedigung gehört dazu.

Wo sind die Grenzen?

Deutlich benannt: Die technischen Möglichkeiten lösen die physische Berührung nicht ab. Alle vier Befragten sagen das übereinstimmend.

Aufschlussreich ist die Ausnahme in der Stichprobe. Eine Person betreibt keine Selbstbefriedigung und begründet das damit, dass ihr das Teilen der Sexualität mit einer anderen Person sehr wichtig ist. Was für die einen ein Ersatz ist, ist für andere keiner.

Damit zeigt die Arbeit, dass Cybersexualität kein einheitliches Verhalten ist, sondern je nach Person eine andere Funktion erfüllt.

Was sagt die Arbeit über Fernbeziehungen selbst?

Sie räumt mit einer Nebenannahme auf: Fernbeziehungspaare gehen verbindliche Beziehungen ein und verfolgen Zukunftsabsichten. Die Distanz ist ein Umstand, kein Provisorium.

Ein zweiter Punkt betrifft den Zeitrahmen. Die Arbeit bezieht die Coronapandemie ausdrücklich ein — sie hat die sexpositive Nutzung von Onlinesex, darunter Cybersex, nachweislich vorangetrieben und damit Praktiken normalisiert, die zuvor Randerscheinungen waren.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier qualitative Leitfadeninterviews, ergänzt durch einen umfangreichen Forschungsüberblick zu Cybersexualität und zu Fernbeziehungen. Die Interviews dienen der Ergänzung der Theorie und der Überprüfung der Thesen — sie tragen die Aussagen nicht allein.

Vier Personen bilden die Vielfalt von Fernbeziehungen nicht ab: Distanz, Dauer, Häufigkeit der Treffen und Lebenslage unterscheiden sich stark. Die Arbeit ist auf Deutsch und Englisch abgefasst.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 130 Seiten. Sie enthält den umfangreichen Forschungsüberblick zu Cybersexualität und Fernbeziehungen, den Bezug zur Coronapandemie sowie die vollständige Auswertung der vier Interviews.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, wie Fernbeziehungspaare ihre Beziehung aufrechterhalten und welche cybersexuellen Elemente sie dafür brauchen. Der Literaturteil der Arbeit bietet einen umfangreichen Forschungsüberblick über Cybersexualität sowie über Fernbeziehungen. Ebenfalls wird Bezug zur Coronapandemie und deren Auswirkun- gen auf Fernbeziehungspaare genommen. Auch wurde die Verbreitung von sexpositiver Nutzung von Onlinesex, darunter Cybersex, durch die Coronapandemie vorangetrieben (Döring, 2009; Döring & Walter 2020; Rothmüller 2021). Die vier qualitativen Leitfragenin- terviews dienen der Ergänzung der Theorie sowie der Überprüfung der Fragestellungen und der Thesen. Es wurde durch den aktuellen Forschungsüberblick festgestellt, dass cy- bersexuelle Elemente von Personen gebraucht werden, die in einer Fernbeziehung leben, um ihre Beziehung zu pflegen und sich sexuell nah zu sein. Dabei geht es um das gleich- zeitige Versenden und Empfangen von sexuell motivierten Nachrichten (Audio-, Video- und Textnachrichten) mit dem Ziel, das Gegenüber offen über die sexuelle Erregung zu infor- mieren und einzuladen, sexuelle Erregung auszutauschen (Merk et al., 2014; Döring 2004; Döring, 2008). Der Höhepunkt, der Orgasmus, steht bei der Cybersexualität nicht primär im Zentrum, vielmehr der Austausch von sexueller Erregung. Ausserdem wurde ersichtlich, dass Fernbeziehungspaare verbindliche Beziehungen eingehen und Zukunftsabsichten verfolgen. This master's thesis examines how long-distance couples maintain their relationship and what cybersexual elements they need to do so. The literature section of the thesis provides a comprehensive research overview of cybersexuality as well as long-distance relation- ships. Also referenced is the corona pandemic and its impact on long-distance relationship couples. Also, the spread of sexpositive use of online sex, including cybersex, was driven by the corona pandemic (Döring, 2009; Döring & Walter 2020; Rothmüller 2021). The four qualitative guideline interviews were used to supplement the theory and to test the research questions and theses. It was determined through the current research review that cyber- sexual elements are needed by individuals living in a long-distance relationship to maintain their relationship and be sexually close. This involves the simultaneous sending and receiv- ing of sexually motivated messages (audio, video, and text messages) with the goal of openly informing the other person of sexual arousal and inviting them to exchange sexual arousal (Merk et al., 2014; Döring 2004; Dö

Judita Arenas, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Cybersexualität in Fernbeziehungen : Die Nutzung von cybersexuellen Elementen in einer partnerschaftlichen langjährigen Fernbeziehung

Verfasst von
Judita Arenas

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Digitale Medien · Paarsexualität · Sexuelle Zufriedenheit

Lizenz und Nachweis. Judita Arenas: «Cybersexualität in Fernbeziehungen : Die Nutzung von cybersexuellen Elementen in einer partnerschaftlichen langjährigen Fernbeziehung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Sextoys, das Versprechen von Lust und Orgasmen

Tamara Schmucki untersucht in der Masterarbeit «Sextoys, das Versprechen von Lust und Orgasmen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sextoys werden millionenfach verkauft, und niemand kann genau sagen, was sie eigentlich stimulieren. Diese Arbeit hat die Lücke bemerkt und selbst gefüllt: Sie zeichnet für jede Kategorie von Sextoy auf, welche Areale und tieferen Schichten des weiblichen Geschlechts erreicht werden — samt Vergleich zum Penis.

Was fehlt in der Literatur?

Es gibt wissenschaftliche Modelle des weiblichen Geschlechts, und es gibt Beschreibungen der empfindlichen Zonen. Was fehlt, sind Darstellungen darüber, welche körperliche Wirkung eine bestimmte Stimulationsart mit einem Sexspielzeug tatsächlich hat.

Die Autorin hat diese Darstellungen erstellt. Auf Grundlage eines anatomischen Vulva-Modells legt sie für jedes Toy eine Skizze an und vergleicht die stimulierten Bereiche mit denen bei Penetration durch einen Penis. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass jedes Toy unterschiedlich angewendet werden kann und jeder Körper anders gebaut ist — die Skizzen zeigen je eine mögliche Anwendungsform.

Was stimuliert ein Vibrator tatsächlich?

Der Befund ist anschaulich. Befindet sich ein Vibrator in der Vagina, werden alle umliegenden Gewebe und Organe in Schwingung versetzt. Die Stimulation erreicht das gesamte weibliche Geschlecht: Anus und Enddarm, die Klitorisschenkel, die Vorhofbulben der Klitoris, die Beckenbodenmuskulatur sowie Blase, Harnröhre und Uterus.

Das erklärt, warum die Wirkung so viel weiter reicht als die Berührungsfläche vermuten lässt — und warum sich Geschwindigkeit, Vibrationsstärke, Rhythmus und Einführtiefe unterschiedlich anfühlen. Alle drei befragten Frauen verwenden den Vibrator sowohl aussen an der Vulva als auch innen in der Vagina.

Was bedeutet das für die sexuellen Lernschritte?

Hier liegt der eigentliche Ertrag für die Beratungspraxis. Die Arbeit fragt nicht nur, ob Sextoys wirken, sondern welche sexuellen Lernschritte Frauen zwischen 20 und 30 machen — und welche davon durch ein Sextoy begünstigt und welche möglicherweise verhindert werden.

Diese Unterscheidung ist der Grund, warum die Arbeit über eine Produktbetrachtung hinausgeht. Ein Hilfsmittel, das zuverlässig zum Orgasmus führt, kann einen Lernschritt abkürzen — oder ihn ersetzen. Die Auswertung erfolgt entlang des Modells Sexocorporel und ausdrücklich kritisch.

Wenn in der Beratung die Frage auftaucht, ob ein Toy weiterhilft oder im Weg steht, ist das die Grundlage, um differenziert zu antworten.

Warum überhaupt darüber schreiben?

Die Autorin nennt den Grund selbst: Sextoys sind gesellschaftlich noch immer ein Tabuthema, und um Tabuthemen ranken sich Mythen und falsches Wissen. Ihre Arbeit will beides aufbrechen.

Das erklärt auch die ungewöhnliche Machart. Wer eine Wirkung erklären will, für die es keine Darstellungen gibt, muss sie zuerst zeichnen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Drei qualitative Interviews mit Nutzerinnen, ausgewertet nach Mayring, ergänzt durch eine Literaturrecherche. Drei Frauen sind keine Grundlage für allgemeine Aussagen über die Wirkung von Sextoys.

Die anatomischen Darstellungen sind Herleitungen aus dem Modell, keine Messungen. Sie zeigen plausibel, welche Strukturen bei welcher Anwendung erreicht werden — nicht, wie stark sie im Einzelfall reagieren. Als Erklärungsgrundlage für ein Gespräch bleiben sie dennoch brauchbar.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 99 Seiten. Sie enthält die Definition und Kategorisierung von Sextoys, den Forschungsstand zu ihrer Verbreitung und Wirkung, die anatomischen Vergleichsskizzen, die vollständige Auswertung der drei Interviews und die Einordnung in das Modell Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

Diese Masterarbeit befasst sich mit Sextoys für Frauen. Es wird der Forschungsstand von Sextoys und deren Wirkung untersucht. Der Fokus liegt dabei auf der sexuellen Lust und der Orgasmusfähigkeit von Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Es wird der Frage nachgegangen, welche Lernschritte Frauen in diesem Alter in der Sexualität machen und welche Lernschritte anhand von Sextoys begünstigt oder verhindert werden können. Mit drei qualitativen Interviews werden Nutzerinnen von Sextoys befragt, wie sie diese in der Paarsexualität, sowie der Selbstbefriedigung einsetzen und welchen Nutzen sie daraus für die sexuelle Lust und die Orgasmusfähigkeit ziehen. Zudem wird untersucht, welche Wirkung unterschiedliche Sextoys haben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden anhand des Modells Sexocorporel in Bezug auf die Aktivierung sexueller Lust und dem Auslösen eines Orgasmus kritisch beleuchtet. Sextoys sind noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Um Tabuthemen existieren immer auch Mythen und falsches Wissen. Die vorliegende Masterarbeit soll helfen das Tabuthema aufzubrechen und das Wissen über Sextoys zu erweitern.

Tamara Schmucki, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sextoys, das Versprechen von Lust und Orgasmen : Die Wirkung von Sextoys auf die sexuelle Lust und die Orgasmusfähigkeit von Frauen zwischen 20 und 30 Jahren in der Selbstbefriedigung und der Paarsexualität

Verfasst von
Tamara Schmucki

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexuelles Verlangen · Paarsexualität · Sexuelle Zufriedenheit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Tamara Schmucki: «Sextoys, das Versprechen von Lust und Orgasmen : Die Wirkung von Sextoys auf die sexuelle Lust und die Orgasmusfähigkeit von Frauen zwischen 20 und 30 Jahren in der Selbstbefriedigung und der Paarsexualität». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Sexuelle Kommunikation von Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen

Liana Joëlle Simovic untersucht in der Masterarbeit «Sexuelle Kommunikation von Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Reden Sie darüber» ist der häufigste Rat bei sexuellen Problemen und der unbrauchbarste, weil er nicht sagt, wie. Diese Arbeit hat deshalb Frauen befragt, denen es gelingt — und findet, dass sie im entscheidenden Moment gerade nicht sprechen.

Warum gerade kommunikationsstarke Frauen?

Die Forschungsliteratur macht meist auf die Folgen fehlender sexueller Kommunikation aufmerksam. Diese Arbeit dreht die Frage um: Welches Potenzial liegt in der gelingenden Kommunikation?

Mit dem Modell Sexocorporel als Grundlage lässt sich das Thema fähigkeitsorientiert betrachten. Nebenbei füllt die Arbeit eine Lücke im Modell selbst — die sexuelle Kommunikation führte in der Sexocorporel-Literatur bislang ein Schattendasein.

Wann wird gesprochen und wann nicht?

Hier liegt der praktisch wertvollste Befund. Je nachdem, welcher Zweck verfolgt wird, wählen die Befragten eine andere Art zu kommunizieren — und einen anderen Zeitpunkt.

Den Moment kurz vor oder während einer sexuellen Interaktion nehmen sie grundsätzlich als besonders verletzlich wahr. Dort setzen sie deshalb mehr nonverbale und paraverbale Kommunikation ein: Berührung, Bewegung, Tonfall statt Worte.

Das erklärt, warum der Rat, im Bett offen zu sprechen, so oft ins Leere läuft. Die Befragten meiden diesen Ort nicht aus Scham, sondern weil er der ungeeignetste ist.

Wovor schützt das Schweigen?

Vor zwei Dingen zugleich, und das macht den Befund interessant.

Erstens schützt nonverbale Kommunikation die Frauen selbst vor möglicher Ablehnung — etwa dann, wenn sie eine sexuelle Interaktion initiieren. Was nicht ausgesprochen wurde, kann nicht ausdrücklich zurückgewiesen werden.

Zweitens wollen sie damit ihren Partner schützen, der eine Botschaft als Kritik auffassen könnte — etwa bei Hinweisen zur Erregung. Nonverbale Kommunikation ist hier also nicht Vermeidung, sondern Rücksicht.

Für die Beratung heisst das: Es lohnt sich, mit Paaren nicht nur zu klären, ob gesprochen wird, sondern wann und wie.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier halbstandardisierte Interviews mit heterosexuellen Frauen, die sich selbst als kommunikationsstark einschätzen, ausgewertet über eine qualitative Inhaltsanalyse.

Diese Auswahl ist gewollt und zugleich die Grenze: Die Arbeit beschreibt, was bei denen funktioniert, bei denen es funktioniert. Ob dasselbe Vorgehen bei Frauen wirkt, die sich schwerer tun, zeigt sie nicht. Beide Vorannahmen der Autorin liessen sich bestätigen — was bei so kleiner Fallzahl auch heisst, dass sie kaum widerlegbar waren.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 103 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu sexueller Kommunikation, die Einordnung in das Modell Sexocorporel, die vollständige Auswertung der vier Interviews und die Diskussion fördernder wie hemmender Faktoren.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird der Frage nachgegangen, wie sich die sexuelle Kommunikation von kommunikationsstarken Frauen in heterosexuellen Beziehungen gestaltet. Die Untersuchung basiert auf dem theoretischen Modell Sexocorporel, das einen ganzheitlichen und fähigkeitsorientierten Blick auf das Konzept der sexuellen Kommunikation ermöglicht und es mit anderen Faktoren der Sexualität in Beziehung setzt. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden vier qualitative halb-standar- disierte Interviews durchgeführt, welche anschliessend anhand einer qualitativen In- haltsanalyse ausgewertet wurden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die sexu- elle Kommunikation für die Befragten eine Ressource in der Paarsexualität darstellen. Des Weiteren geht hervor, dass je nach Zweck der sexuellen Kommunikation eine andere Kommunikationsweise verwendet und ein anderer Zeitpunkt gewählt wird. Schliesslich zeigt sich, dass andere Faktoren des Modells Sexocorporel in Bezug auf die sexuelle Kommunikation als hemmend oder fördernd wahrgenommen werden.

Liana Joëlle Simovic, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexuelle Kommunikation von Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen : Eine qualitative Untersuchung von kommunikationsstarken Frauen auf Basis des Modells Sexocorporel

Verfasst von
Liana Joëlle Simovic

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexuelle Kommunikation · Paarsexualität · Schwangerschaft & Geburt · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Liana Joëlle Simovic: «Sexuelle Kommunikation von Frauen in heterosexuellen Paarbeziehungen : Eine qualitative Untersuchung von kommunikationsstarken Frauen auf Basis des Modells Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA2 Masterarbeit

Sexuelle Unlust von Frauen im Kontext des Geschlechtsverkehrs und der Selbstbefriedigung

Lea Eisenring untersucht in der Masterarbeit «Sexuelle Unlust von Frauen im Kontext des Geschlechtsverkehrs und der » am ISP. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Keine Lust auf Sex» kann zweierlei heissen — kein Interesse an sexuellen Handlungen, oder kein Empfinden während der Begegnung. Diese Arbeit zeigt, dass betroffene Frauen selbst kaum zwischen beidem unterscheiden. Und sie nimmt einen zweiten Ort in den Blick, der in Beratungen fast nie vorkommt: die Selbstbefriedigung.

Lust oder Erregung — was meinen Betroffene?

Die befragten Frauen verstehen unter sexueller Lust vor allem das sexuelle Interesse. Wenn sie ihr Erleben schildern, setzen sie es aber mit der sexuellen Erregung gleich, etwa während des Geschlechtsverkehrs. Die Unterscheidung ist bei Betroffenen diffus.

Die befragte Fachfrau bestätigt das aus ihrer Praxis: Wer von fehlender Lust spricht, meint meist fehlendes Interesse an sexuellen Handlungen.

Für die Beratung ist das der praktisch wichtigste Punkt der Arbeit. Bevor man an einem Anliegen arbeitet, muss geklärt sein, was die Frau mit dem Wort überhaupt bezeichnet — sonst behandelt man das eine und meint das andere.

Passt die klinische Definition?

Das DSM-5 definiert sexuelle Unlust als Fehlen oder deutliche Verminderung des sexuellen Interesses über mindestens sechs Monate, verbunden mit Leidensdruck.

Genau daran zeigt die Arbeit eine Lücke. Beide Befragten fühlen sich von sexueller Unlust betroffen — beschreiben ihren Leidensdruck aber als nicht stark ausgeprägt. Nach der klinischen Definition wären sie also nicht betroffen.

Die Autorin schliesst daraus, dass eine ausschliesslich klinische Definition dem Empfinden vieler Frauen nicht gerecht wird. Wer nur nach Diagnosekriterien fragt, übersieht diejenigen, die etwas verändern möchten, ohne darunter im klinischen Sinn zu leiden.

Warum spielt die Selbstbefriedigung eine Rolle?

Sexuelle Unlust wird fast immer als Problem der Paarsexualität verhandelt. Diese Arbeit fragt, welchen Stellenwert die Selbstbefriedigung bei betroffenen Frauen hat — und findet dort ein Muster.

Viele Frauen befriedigen sich auf eine bestimmte, seit der Kindheit entwickelte und gefestigte Weise. Ist dieses Muster störungsanfällig oder in der Paarsexualität schwer umsetzbar, entstehen dort Probleme.

Kommt hinzu, dass der Geschlechtsverkehr als wenig lustvoll erlebt wird und andere Motive fehlen, verstärkt sich die Unlust weiter. Für viele Betroffene ist dieser Zusammenhang neu — in der Praxis ist er häufig.

Was sagt die Forschung dazu?

Die Arbeit ordnet ihre Befunde in das zirkuläre Modell von Rosemary Basson ein. Darin ist die intrinsische Appetenz — die Lust, die von selbst entsteht — nur ein kleiner Teil. Kennzeichnend sind die nicht-sexuellen Motive, sich auf eine Begegnung einzulassen.

Das Modell passt nicht auf alle Frauen. Aufschlussreich ist aber, wer sich darin wiedererkennt: vor allem Frauen mit sexuellen Problemen. Damit liefert es für genau diese Gruppe eine Erklärung, die ohne Defizit auskommt.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Offene Leitfadeninterviews mit zwei betroffenen Frauen sowie ein Interview mit einer Fachfrau. Das ist eine schmale empirische Grundlage, und die Arbeit stützt ihre Schlüsse entsprechend stark auf die Literatur.

Was sie leistet, ist eine begriffliche Klärung, die in der Beratung unmittelbar brauchbar ist — und der Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Selbstbefriedigungsmuster und Paarsexualität, der in der Praxis häufig, in der Literatur aber wenig behandelt ist.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 110 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu sexueller Lust und Unlust, die Definitionen nach DSM-5 und das Modell von Basson, die vollständige Auswertung der Interviews sowie konkrete Hinweise für die Beratung betroffener Frauen.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der sexuellen Unlust von Frauen. Anders als in vielen Arbeiten wird diese nicht nur auf die Paarsexualität bezogen, sondern auch auf die Selbstbefriedigung. Durch offene Leitfadeninterviews sowie einem Experteninterview wird der Frage nachgegangen, welchen Stellenwert die Selbstbefriedigung bei von sexueller Unlust betroffenen Frauen hat. Es zeigt sich, dass sowohl die Ursachen der sexuellen Unlust, das Erleben der sexuellen Unlust als auch die Gestaltung der Selbstbefriedigung sehr variantenreich sind. Die Selbstbefriedigung wird bei vielen Frauen auf eine bestimmte Art gestaltet und in immer wiederkehrendem Muster gelebt. Dieses Muster wurde seit Kindheit entwickelt und gefestigt. Zeigt sich dieses Muster sehr störungsanfällig und schwer umsetzbar, kann es in der Paarsexualität zu Problemen führen. Wird der Geschlechtsverkehr mit dem Partner oder Partnerin als wenig lustvoll erlebt und fehlen zudem andere Motive, sich auf den Geschlechtsverkehr einzulassen, kann dies die sexuelle Unlust positiv verstärken. Diese Ansicht ist für viele betroffenen Frauen zwar neu, in der Praxis jedoch häufig. Diese Erkenntnis sowie weitere Ergebnisse der vorliegenden Masterarbeit ermöglichen konkrete Hinweise für die Beratung von betroffenen Frauen.

Lea Eisenring, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexuelle Unlust von Frauen im Kontext des Geschlechtsverkehrs und der Selbstbefriedigung

Verfasst von
Lea Eisenring

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Paarsexualität

Lizenz und Nachweis. Lea Eisenring: «Sexuelle Unlust von Frauen im Kontext des Geschlechtsverkehrs und der Selbstbefriedigung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA2 Masterarbeit

Die Bedeutung sexueller Fantasien in der Sexualberatung nach Sexocorporel

Jessica Müller untersucht in der Masterarbeit «Die Bedeutung sexueller Fantasien in der Sexualberatung nach Sexocorporel» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sexuelle Fantasien kommen in der Beratung oft zur Sprache — und ebenso oft weiss die Fachperson nicht recht, was damit anzufangen ist. Diese Arbeit fragt drei Sexualberater*innen, die nach Sexocorporel arbeiten, wie sie damit umgehen. Ihre erste Antwort: Eine saubere Definition gibt es nicht.

Was ist eine sexuelle Fantasie?

Weder in der Literatur noch bei den Befragten findet sich eine einheitliche Definition. Die Autorin beschreibt das Verhältnis treffend als gemeinsamen Kern mit unterschiedlichen Blüten drumherum.

Auch eine Kategorisierung scheitert. Die Inhalte sexueller Fantasien weisen jeweils Aspekte mehrerer Kategorien gleichzeitig auf, sodass eine eindeutige Systematisierung nicht möglich ist.

Für die Beratung ist das keine akademische Feststellung. Wer nach Fantasien fragt, sollte nicht voraussetzen, dass alle dasselbe meinen — die Klärung ist Teil des Gesprächs.

Körperliche oder emotionale Erregung?

Hier liegt eine begriffliche Unterscheidung, die die Arbeit klarer trifft als ein Grossteil der Literatur. Sexuelle Fantasien stehen in direktem Zusammenhang mit der emotionalen Erregung und können sie auslösen.

Der Forschungsstand stützt das: Fantasien können sowohl die physiologischen als auch die psychologischen Anteile der sexuellen Reaktion beeinflussen, etwa indem beim Auftreten einer Fantasie Gefühle fokussiert werden.

Die Autorin weist darauf hin, dass viele Autor*innen schlicht von sexueller Erregung sprechen, ohne kenntlich zu machen, ob körperliche, emotionale oder beides gemeint sind. Wer die beiden trennt, kann in der Beratung anders arbeiten.

Welche Interventionen bieten sich an?

Aus den Interviews treten sechs Themen hervor, darunter die Fantasie als Teil des Körpers, ihr Verhältnis zum Bedürfnis nach genitaler Erregung, ihre Rolle in der Paarbeziehung — und die Fantasie als Möglichkeitsform: können statt sein.

Die Arbeit zeigt, dass sich rund um Fantasien verschiedene Interventionen anbieten, die beraterisch vielseitig einsetzbar sind.

Bemerkenswert ist der Umgang mit der Scham, die im Zusammenhang mit Fantasien fast immer auftaucht. Sie wird nicht als Hindernis behandelt, das wegzuräumen wäre, sondern als etwas, das seine Sinnhaftigkeit hat und beraterisch genutzt werden kann.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Drei Interviews mit Sexualberater*innen, die nach dem Sexocorporel-Ansatz arbeiten, ausgewertet nach einer an der Grounded Theory orientierten Methode.

Befragt wurde damit eine sehr spezifische Gruppe — Fachpersonen eines Ansatzes. Wie Beraterinnen anderer Schulen mit Fantasien arbeiten, zeigt die Arbeit nicht, und sie beansprucht es auch nicht.

Der Ertrag liegt in der theoretischen Einbettung: Der Begriff wird über kognitive Psychologie, Sexualwissenschaft, systemische Therapie und Sexoanalyse verortet, bevor die Praxis zu Wort kommt.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 93 Seiten. Sie enthält die theoretische Einbettung des Konzepts der sexuellen Fantasie, die vollständige Auswertung der drei Interviews entlang der sechs Themenbereiche sowie die Diskussion der Scham als beraterische Ressource.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersuchte die Frage, welche Bedeutung sexuelle Fantasien in der Sexualberatung nach Sexocorporel haben. Dabei wurde den Fragen nachgegangen, wie sexuelle Fantasien innerhalb des Modells zu verstehen sind und welche beraterischen Interventionen sich rund um sexuelle Fantasien in der Sexualberatung nach Sexocorporel anbieten. Zur theoretischen Einbettung des Konzepts der sexuellen Fantasie, wurden Literatur und Studien aus den Bereichen der kognitiven Psychologie, der Sexualwissenschaft, der systemischen Therapie, bezüglich der Sexoanalyse und des Modells Sexocorporel hinzugezogen. Um die Fragestellungen zu beantworten wurden Expert*inneninterviews mit drei Sexualberater*innen durchgeführt, welche nach dem Sexocorporel-Ansatz arbeiten. Basierend auf einer qualitativen Auswertungsmethode nach Bogner, Littig, und Menz (2014), welche sich an der Grounded-Theory-Methodologie orientiert, wurden die Interviews kodiert und ausgewertet. Aus den Daten ergaben sich folgende zentrale Themen: Offenheit der Definition sexueller Fantasien; Sexuelle Fantasie als Teil des Körpers; Sexuelle Fantasien und das Bedürfnis nach genitaler Erregung; Sexuelle Fantasien im Kontext der Paarbeziehung; Sexuelle Fantasie als Möglichkeitsform – können statt sein; Vielfalt der Interventionen. Die vorliegende Arbeit zeigt auf, dass sich rund um sexuelle Fantasien verschiedene Interventionen anbieten, die beraterisch vielseitig eingesetzt werden können. Es wird diskutiert, dass auch die Scham, häufig im Zusammenhang mit sexuellen Fantasien auftretend, ihre Sinnhaftigkeit hat und beraterisch genutzt werden kann.

Jessica Müller, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Die Bedeutung sexueller Fantasien in der Sexualberatung nach Sexocorporel

Verfasst von
Jessica Müller

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Sexuelle Fantasien · Sexualberatung · Paarsexualität · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Jessica Müller: «Die Bedeutung sexueller Fantasien in der Sexualberatung nach Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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