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MA5 Masterarbeit

Liebe als Gefahr – verliebte Ordensleute im Zwiespalt

Anouk Battefeld untersucht in der Masterarbeit «Liebe als Gefahr – verliebte Ordensleute im Zwiespalt» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Was geschieht, wenn sich ein Mensch verliebt, der ein Keuschheitsgelübde abgelegt hat? Diese Arbeit befragt vier Ordensmänner, denen genau das passiert ist und die im Orden geblieben sind — ein Thema, zu dem es bisher keine Forschung gab.

Wie wurde das untersucht?

Über einen schriftlichen Fragebogen mit offenen Fragen und einer Skalenfrage. Vier Ordensmänner, die sich im Verlauf ihres Ordenslebens verliebt haben und in ihrer Gemeinschaft verblieben sind, nahmen teil.

Der Zugang entstand über eine engagierte Vertrauensperson, überwiegend im Rahmen eines Ordenstreffens. Bei einem Thema, das mit einem Gelübde in Konflikt steht, ist das der entscheidende und schwierigste Teil einer solchen Arbeit.

Theoretisch verbindet die Arbeit aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung zum Verlieben mit dem römisch-katholischen Kirchenrecht, dem Habitus des Ordenslebens und dem Keuschheitsgelübde.

Was leistet das Modell Sexocorporel hier?

Es bietet den theoretischen Rahmen für eine ganzheitliche Betrachtung affektiv-körperlicher Erfahrungen — indem es Sexualität als Ausdruck persönlicher Entwicklung, leiblicher Identität und Beziehungskompetenz versteht.

Gerade im Kontext religiöser Enthaltsamkeit öffnet das eine bestimmte Perspektive: Die Erfahrungen lassen sich als entwicklungsrelevante Prozesse deuten statt als Verfehlung.

Die Schilderungen der Befragten lassen sich zudem mit zentralen Ergebnissen der neurowissenschaftlichen Forschung zum Verliebtsein in Verbindung bringen. Was sie beschreiben, ist nicht Ausdruck von Schwäche, sondern ein körperlicher Vorgang.

Was ist das Ergebnis?

Verliebtheit im Ordensleben ist kein randständiges Phänomen, sondern eine existenzielle Erfahrung. Das ist der Kernbefund und er widerspricht der Erwartung, es handle sich um seltene Ausnahmefälle.

Für die Begleitung von Menschen in institutionell gebundenen Lebensformen ist das eine seltene Grundlage. Sie zeigt, dass es einen Ort braucht, an dem diese Erfahrung besprochen werden kann — und dass dieser Ort innerhalb der Institution schwer zu finden ist.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier Personen, schriftlich befragt, alle männlich, alle im Orden geblieben. Die Arbeit ist qualitativ-explorativ angelegt und beansprucht nichts anderes.

Die Auswahl ist zweifach eingeschränkt: Wer den Orden verlassen hat, kommt nicht vor — und wer sich über eine Vertrauensperson an einem Ordenstreffen erreichen lässt, gehört zu denen, die darüber sprechen können.

Für ein bislang unerforschtes Thema an der Schnittstelle von Theologie, Psychologie und Spiritualität ist die Arbeit ein sorgfältig gearbeiteter erster Zugang.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 93 Seiten. Sie enthält die Hirnforschung zum Verlieben, die kirchenrechtlichen Grundlagen, die Darstellung des Ordenslebens und des Keuschheitsgelübdes sowie die vollständige Auswertung der vier Befragungen entlang der Komponenten des Modells Sexocorporel.

Abstract der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das Phänomen des Verliebtseins bei Ordensleuten und die Entscheidungsfindung, was ein bislang unerforschtes Thema an der Schnittstelle von Theologie, Psychologie und Spiritualität ist. Ziel war es, zu erfassen, wie Or- densleute Verliebtheit im Kontext der durch das Keuschheitsgelübde geprägten Le- bensform erleben, deuten und bewältigen. Die Arbeit verbindet aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung zum Thema Verlieben mit römisch-katholischen, kirchenrechtli- chen Grundlagen, stellt den Habitus und die Grundlage des Ordenslebens dar mit dem Schwerpunkt des Keuschheitsgelübdes und dem Modell Sexocorporel. Empirisch wurde ein qualitativ-exploratives Vorgehen gewählt: Vier Ordensmänner, die sich im Verlauf ihres Ordenslebens verliebt haben und im Orden verblieben sind, beantworteten einen schriftlichen Fragebogen mit offenen Fragen und einer Ska- lenfrage. Die Teilnehmenden wurden durch einen engagierten «Türöffner» überwie- gend im Rahmen eines Ordenstreffens auf diese Studie aufmerksam. Die Auswer- tung konzentrierte sich anhand der Forschungsfragen auf Vergleiche der Antworten und einer vertieften Zuordnung im Kontext aktueller wissenschaftlicher Literatur. Die Ergebnisse zeigen: Verliebtheit im Ordensleben ist kein randständiges Phäno- men, sondern eine existenzielle Erfahrung mit herausfordernder Ambivalenz. Sie kann zur spirituellen Vertiefung und Reifung beitragen. Die Arbeit leistet einen Bei- trag zur Sichtbarmachung innerer Konflikte im subjektiven Ordensleben und eröffnet neue Perspektiven auf gelebte Spiritualität, die einen Zwiespalt nicht ausschliesst, sondern auf individuelle Weise integriert. Abstract (Englisch Version) This thesis explores a largely under-researched phenomenon at the intersection of theology, psychology and sexuality: the experience of romantic love among mem- bers of Roman Catholic male religious orders. The focus lies on the subjective ex- perience of the inner conflict between the religious vow of chastity and the human longing for intimacy, emotional closeness and physical contact. The empirical basis of the study consists of qualitative written responses from four Catholic male members of a religious order who remained in their communities des- pite having fallen in love. Due to the sensitive nature of the topic, a written survey method was chosen, allowing for anonymous participation and multilingual acess

Anouk Battefeld, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Liebe als Gefahr – Verliebte Ordensleute im Zwiespalt zwischen Bleiben und Gehen

Verfasst von
Anouk Battefeld

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Institutionelle Begleitung · Recht & Ethik · Soziale Arbeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Anouk Battefeld: «Liebe als Gefahr – Verliebte Ordensleute im Zwiespalt zwischen Bleiben und Gehen». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Sexuelle Bildung als Allgemeingut im Kontext institutioneller schulischer Arbeit

Rahel Bühler untersucht in der Masterarbeit «Sexuelle Bildung als Allgemeingut im Kontext institutioneller schulischer Arbeit» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sexualpädagogik in einer Stadtschule und in einer Landgemeinde sind zwei verschiedene Aufgaben. Diese Arbeit untersucht, was es in ländlichen Gemeinden der Deutschschweiz braucht — und liefert am Ende kein Plädoyer, sondern ein Vorgehensraster.

Wovon hängt es ab?

Vier Faktoren bestimmen nach dieser Untersuchung, ob Sexualpädagogik an einer Landschule gelingt: die Ausbildung und Kompetenz der Lehrpersonen, die Unterstützung und Akzeptanz durch die Eltern, die politischen Rahmenbedingungen und die Verfügbarkeit geeigneter Konzepte.

Als zentral erwiesen sich Einstellung und Engagement der Lehrpersonen. Wer gut ausgebildet und motiviert ist, kann entscheidend zu einer offenen Atmosphäre beitragen — und umgekehrt.

Das deckt sich mit anderen Arbeiten dieser Sammlung: Die Haltung der unterrichtenden Person wirkt stärker als der Lehrplan.

Welche Rolle spielen die Eltern?

Eine grössere, als in Konzepten meist vorgesehen ist. Die Ergebnisse zeigen, dass eine aktive und offene Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus wesentlich ist, um Vorbehalte abzubauen.

Als hilfreiche Instrumente nennt die Arbeit Informationsveranstaltungen und Weiterbildungsangebote — also Formate, die Eltern nicht nur informieren, sondern einbeziehen.

Gerade in ländlichen Gemeinden, wo sich Widerstand schneller organisiert und Fachstellen weiter entfernt sind, ist dieser Punkt keine Nebensache.

Was müsste die Politik tun?

Klare Vorgaben und Leitlinien seitens der Bildungsbehörden erleichtern die Umsetzung, ebenso die Bereitstellung von Ressourcen und Fortbildungsangeboten für Lehrpersonen.

Die Arbeit belässt es nicht bei dieser Forderung. Sie entwickelt am Schluss ein Vorgehensraster für systemische Sexualpädagogik, mit dem eine ländliche Schule ein eigenes Konzept erarbeiten kann. Das ist der Teil, der über die Diagnose hinausgeht.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Ein qualitatives Untersuchungsdesign mit halbstrukturierten Interviews mit Fachpersonen und Schulakteur:innen. Dass mehrere Perspektiven auf dieselbe Lage zusammenkommen, macht das Bild dichter als eine Befragung nur einer Gruppe.

Die Zahl der Befragten ist klein, und die Ergebnisse beziehen sich auf ländliche Gemeinden der Deutschschweiz. Übertragbar auf städtische Verhältnisse oder andere Sprachregionen sind sie nur bedingt — was die Arbeit auch nicht behauptet.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 104 Seiten. Sie enthält die theoretischen Grundlagen sexueller Bildung samt ihrer Bedeutung für sexuelle Gesundheit und Gerechtigkeit, die Analyse sozialer und politischer Herausforderungen, die vollständige Auswertung der Interviews sowie das Vorgehensraster für die Konzeptentwicklung.

Abstract der Arbeit

Diese Masterarbeit untersucht die Situation Sexueller Bildung in ländlichen Gemeinden der Deutschschweiz. Das zentrale Anliegen der Arbeit ist, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Sexualpädagogik in Schulen dieser Regionen zu analysieren und zu verbes- sern. Die Arbeit beleuchtet die theoretischen Grundlagen von Sexueller Bildung, einschließ- lich ihrer Bedeutung für die sexuelle Gesundheit und Gerechtigkeit. Eine detaillierte Be- trachtung der sozialen und politischen Herausforderungen sowie der institutionellen schuli- schen Arbeit bildet den Hintergrund der Untersuchung. Methodisch stützt sich die Arbeit auf ein qualitatives Untersuchungsdesign. Im Zuge dessen werden halbstrukturierte Interviews mit Expert:innen und Schulakteur:innen durchgeführt. Daraus entsteht ein Bild der Situation anhand von unterschiedlichen Perspektiven. Die Ergebnisse zeigen, dass eine erfolgreiche Sexualpädagogik von mehreren Faktoren abhängt: den politischen Rahmenbedingungen, der Handlungssicherheit der Lehrpersonen, der Vernetzung mit Fachstellen sowie systemi- schen Herangehensweisen. Abschließend wird ein Vorgehensraster für systemische Sexu- alpädagogik erstellt, das die Entwicklung eines Sexualpädagogikkonzepts einer ländlichen Schule erleichtern soll. Diese Masterarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Verbesserung der Sexuellen Bildung in ländlichen Regionen und bietet praktische Empfehlungen für die erfolgreiche Implementierung von Sexualpädagogik in Schulen. Durch die Berücksichtigung der spezifischen Herausforderungen ländlicher Gemeinden kann Sexuelle Bildung geför- dert werden, die zur Gesundheit und Gleichstellung in der Bevölkerung beiträgt. (193 Wör- ter, 1488 Zeichen ohne Leerzeichen)

Rahel Bühler, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexuelle Bildung als Allgemeingut im Kontext institutioneller schulischer Arbeit : Das Schaffen zielführender Voraussetzungen in der Bevölkerung für gelingende Sexualpädagogik in Schulen ländlicher Gemeinden

Verfasst von
Rahel Bühler

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Institutionelle Begleitung · Sexuelle Bildung · Jugendsexualität

Lizenz und Nachweis. Rahel Bühler: «Sexuelle Bildung als Allgemeingut im Kontext institutioneller schulischer Arbeit : Das Schaffen zielführender Voraussetzungen in der Bevölkerung für gelingende Sexualpädagogik in Schulen ländlicher Gemeinden». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA4 Masterarbeit

Sexologische Arbeit mit Sexualstraftätern

Olivia Zurlinden untersucht in der Masterarbeit «Sexologische Arbeit mit Sexualstraftätern» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2024 im Jahrgang MA4 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Im Schweizer Massnahmenvollzug werden Sexualstraftäter deliktorientiert behandelt: Im Zentrum steht die Tat und ihre Vermeidung. Diese Arbeit prüft, ob sich daneben körperorientiert nach dem Modell Sexocorporel arbeiten liesse — und ist bei der entscheidenden Frage ehrlich.

Lassen sich die beiden Zugänge verbinden?

Ja. Das ist der klarste Befund der Arbeit, und er ergab sich schon aus dem Material: Bei der Bildung der Kategorien für die Auswertung zeigte sich, dass sich die beiden Bereiche in den Interviews bereits überschneiden und ineinander verflechten.

Befragt wurden vier Fachpersonen mit unterschiedlichen Schwerpunkten — eine rein deliktorientiert, zwei mit beiden Zugängen, eine mit Sexocorporel. Diese Zusammensetzung erlaubt den Vergleich.

Die Diskussion bestätigt, was die Kategorienbildung nahelegte: Die theoretischen Grundlagen beider Modelle lassen sich gut miteinander in Verbindung bringen.

Senkt das die Rückfallgefahr?

Diese Frage kann die Arbeit nicht beantworten, und sie sagt das ausdrücklich. Ob sich die Einbindung sexologischer Arbeit auf das individuelle Rückfallrisiko auswirkt, lässt sich mit vier qualitativen Interviews nicht klären.

Was sie sagen kann, ist etwas anderes: Die Arbeit nach Sexocorporel trägt dazu bei, dass sich Vergewaltiger und Pädosexuelle auf eine neue Art mit sich auseinandersetzen — unter Einbezug ihres Körpers und vertieft mit der Logik ihres sexuellen Systems. Das fördert das Verständnis für die eigene Funktionalität.

Bedarf und Bedeutung einer solchen Ergänzung sieht die Arbeit damit als gegeben an. Den Wirksamkeitsnachweis behauptet sie nicht.

Warum könnte es trotzdem etwas bringen?

Die Autorin nennt einen Grund, der aus ihrer eigenen Erfahrung stammt: Auch wenn in der Theorie der Deliktorientierung und in ihrer therapeutischen Umsetzung von Ressourcenorientierung die Rede ist, bleibt der Ansatz in der Praxis eher defizitorientiert.

Das Modell Sexocorporel setzt umgekehrt bei sexueller Gesundheit an. In einem Setting, in dem Menschen eine gesetzlich auferlegte Therapie durchlaufen, kann diese Ausrichtung motivierend wirken — nicht als Milde, sondern als Bedingung dafür, dass jemand überhaupt mitarbeitet.

Damit ist die Arbeit eine der wenigen, die den Ansatz in einen Zwangskontext übersetzen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier Leitfadeninterviews mit Fachpersonen, ausgewertet nach Mayring. Befragt wurden Behandelnde, nicht Behandelte — was bei dieser Zielgruppe naheliegt, aber eine ganze Perspektive auslässt.

Die Arbeit ist als Machbarkeitsprüfung angelegt und hält ihre Reichweite ein. Sie zeigt, dass sich zwei Modelle verbinden lassen und dass Fachpersonen darin Sinn sehen. Was das im Vollzug bewirken würde, müsste eine andere Untersuchung zeigen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 130 Seiten. Sie enthält die Grundlagen des Modells Sexocorporel, Definitionen und Erklärungsansätze zu den beiden untersuchten dissexuellen Verhaltensweisen, die theoretischen Hintergründe deliktorientierter Behandlung sowie die vollständige Auswertung der vier Interviews.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird aufgezeigt, inwiefern männliche Sexualstraftäter (Pädose- xuelle und Vergewaltiger) zusätzlich zur deliktorientierten Straftäterbehandlung im Schweizer Massnahmenvollzug sexologisch anhand des Modells Sexocorporel behandelt werden können. Auf Grundlage relevanter Bezüge zum Modell Sexocorporel, Definitionen und Erklärungsansätze der beiden fokussierten dissexuellen Verhaltensweisen sowie theoretischer Hintergründe delikt- orientierter Sexualstraftäterbehandlung wurde eine qualitative Forschung anhand von Interviews mit einer Expertin und drei Experten durchgeführt. Somit wurden Bedarf, Bedeutung sowie Um- setzungsmöglichkeiten sexologischer Arbeit nach Sexocorporel im Massnahmenvollzug eruiert und in der Diskussion mit dem theoretischen Bezugsrahmen in Verbindung gesetzt. Die Master- arbeit zeigt auf, dass die theoretischen Grundlagen der beiden Modelle Sexocorporel und Delik- torientierung gut miteinander verbunden werden können und dass körperorientierte Behandlung nach dem Modell Sexocorporel ebenfalls deliktrelevante Persönlichkeitsmerkmale von Sexual- straftätern bearbeitet. Der Einbezug der ressourcenorientierten Sichtweise des Modells Sexocor- porel mit Ziel sexueller Gesundheit kann zudem motivationsfördernd auf die sich in gesetzlich auferlegten Therapien befindenden Sexualstraftäter wirken. Die Einbettung sexologischer Arbeit nach Sexocorporel in die bisherige deliktorientierte Behandlung von Vergewaltigern und Pädose- xuellen ist unter Voraussetzung von deren Tateinsicht und Willen zur Auseinandersetzung und Veränderung ihrer Sexualität möglich. Die über den Körper herbeigeführte Veränderung der Se- xualität, welche Kognitionen und Emotionen beeinflusst, basiert dabei auf dem Verständnis der Logik des eigenen sexuellen Systems des Sexualstraftäters unter Berücksichtigung des Ziels der Rückfallrisikosenkung.

Olivia Zurlinden, Abstract der Masterarbeit, 2024

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexologische Arbeit mit Sexualstraftätern : Bedarf und Bedeutung sowie Umsetzungsmöglichkeiten sexologischer Arbeit nach Sexocorporel mit Sexualstraftätern im Massnahmenvollzug

Verfasst von
Olivia Zurlinden

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA4

Jahr
2024

Themen
Sexualisierte Gewalt · Institutionelle Begleitung · Körperarbeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Olivia Zurlinden: «Sexologische Arbeit mit Sexualstraftätern : Bedarf und Bedeutung sowie Umsetzungsmöglichkeiten sexologischer Arbeit nach Sexocorporel mit Sexualstraftätern im Massnahmenvollzug». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2024. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren

Karin Nicole Laowé Bürstl untersucht in der Masterarbeit «Sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Sobald sexualisierte Gewalt gegen eine minderjährige Person bekannt wird, greifen viele Stellen zu — und die betroffene Person verliert im selben Moment die Entscheidungsmacht darüber, was als Nächstes geschieht. Diese Arbeit macht dieses Ineinandergreifen erklärbar.

Wer wird tätig, und mit welchem Anspruch?

Behörden, Ämter, Institutionen und die dort angestellten Fachpersonen erheben Anspruch darauf, die Situation zu bearbeiten. Jede Stelle bringt eigene Aufgaben, eigene Möglichkeiten und eigene Macht mit.

Die Arbeit fordert, dass sich Fachpersonen dieser Wirkung stets bewusst sein sollten — der eigenen Aufgabe ebenso wie der eigenen Macht gegenüber den Betroffenen.

Fast unabdingbar erscheint deshalb, dass die Beteiligten über fachübergreifende Kenntnisse verfügen: Sie müssen im Kern wissen, was Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen ihrer Fachkolleginnen und -kollegen sind.

Warum ist das für die Betroffenen entscheidend?

Weil sie sonst nicht verstehen, was mit ihnen geschieht. Ohne dieses Wissen können Fachpersonen den Betroffenen das komplexe Ineinandergreifen der verschiedenen Disziplinen schlicht nicht erklären.

Dazu kommt ein Machtverhältnis, das die Arbeit deutlich benennt: Ab dem Zeitpunkt, an dem minderjährige Betroffene einen Übergriff einer Vertrauensperson mitteilen, geben sie die Entscheidungsmacht grösstenteils ab. Wer künftig mitspricht, entscheiden andere — etwa die Eltern darüber, ob Strafanzeige erstattet wird.

Diese Verschiebung ist rechtlich begründet und für die Betroffenen dennoch eine zweite Erfahrung von Kontrollverlust. Vernetzung kann nur gelingen, wenn die Abläufe so weit wie möglich transparent sind und das Ziel erkennbar bleibt.

Was leistet die Arbeit konkret?

Sie ist als Orientierungshilfe für den Kanton Aargau angelegt und arbeitet auf, welche Fachdisziplinen beteiligt sind, was sie leisten dürfen und wo ihre Grenzen liegen.

Damit richtet sie sich an Lehrpersonen, Sozialarbeitende, Beratungsstellen und alle, die in einem solchen Fall erklären müssen, warum jetzt was geschieht — und die dafür bisher keine zusammenhängende Darstellung zur Hand hatten.

Der Fokus auf Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren ist dabei bewusst gewählt: Es ist die Altersgruppe, in der sexuelle Selbstbestimmung und Schutzbedürfnis am stärksten in Spannung geraten.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Es handelt sich um eine institutionelle Kontextualisierung, nicht um eine empirische Erhebung. Die Arbeit systematisiert Zuständigkeiten, Abläufe und rechtliche Rahmenbedingungen.

Sie gilt für einen Kanton und einen Rechtsstand. Zuständigkeiten ändern sich, und wer die Arbeit als Orientierung nutzt, sollte den aktuellen Stand prüfen. Als Darstellung des Zusammenspiels der Akteure bleibt sie brauchbar.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 118 Seiten. Sie enthält die Aufarbeitung der beteiligten Fachdisziplinen mit ihren Aufgaben und Grenzen, die rechtlichen Grundlagen sowie die Orientierungshilfe für den Kanton Aargau.

Abstract der Arbeit

Sobald Menschen von (sexualisierter) Gewalt betroffen sind, hat dies oftmals zur Folge, dass die verschiedensten Behörden, Ämter, Institutionen und damit die dort angestellten Fachpersonen einen Anspruch darauf erheben, die Situation zu bearbeiten. Gerade Fachpersonen, die in Fällen von (sexualisierter) Gewalt involviert werden, sollten sich ihrer jeweiligen, zu erfüllenden Aufgabengebiete, ihrer Wirkung und ggf. auch ihrer Macht in Bezug auf die Situation der betroffenen Person(en) stets bewusst sein. Damit wird deutlich, dass es fast unabdingbar erscheint, dass die einzelnen Akteur:innen über fach- übergreifende Kenntnisse verfügen oder dass sie im Kern darüber Bescheid wissen, was die Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen ihrer Fachkolleg:innen sind. Ansonsten können sie den Betroffenen das komplexe Ineinandergreifen der verschiedenen Disziplinen nicht erläutern. Diese Vernetzung kann den involvierten Professionellen jedoch nur dann gelingen, wenn Abläufe so weit wie möglich transparent sind und ersichtlich wird, welches Ziel verfolgt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass minderjährige Betroffene von sexualisierten Grenzüber- schreitungen und/oder Gewalt ab dem Zeitpunkt der Bekanntgabe des vorgefallenen Über- griffes an eine Vertrauensperson, grösstenteils die Entscheidungsmacht darüber abgeben (Machtverlust), welche Akteur:innen ein Mitspracherecht (Machtgewinn) über die weiteren Geschehnisse/Abläufe haben. Es sind etwa die Eltern, die darüber entscheiden, ob eine Strafanzeige erstattet wird oder ob eine Therapie notwendig ist. Auch entscheiden sie dar- über, mit wem gesprochen wird und wo das Wissen über den Vorfall deponiert wird. Die minderjährige Person hat kaum die Möglichkeit, über solche Themen gänzlich selbst zu entscheiden. Ausserdem ist es auch für Fachpersonen oftmals schwierig zu beurteilen, wann welche Instanzen/Institutionen informiert werden müssen bzw. dürfen. Die vorliegende Arbeit versucht anhand zehn anonymisierter Fälle herauszuarbeiten, wel- che Institutionen involviert werden, bzw. sind und ob diese in einen logischen Prozessablauf gestellt werden können. Auch soll kurz umrissen werden, wie die verschiedenen Gesetzes- artikel aus verschiedenen Gesetzesbücher und die entsprechenden Aufgabengebiete der verschiedenen Fachdisziplinen rudimentär ineinandergreifen.

Karin Nicole Laowé Bürstl, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren Institutionelle Kontextualisierung und Orientierungshilfe für den Kanton Aargau

Verfasst von
Karin Nicole Laowé Bürstl

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexualisierte Gewalt · Jugendsexualität · Institutionelle Begleitung

Lizenz und Nachweis. Karin Nicole Laowé Bürstl: «Sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren Institutionelle Kontextualisierung und Orientierungshilfe für den Kanton Aargau». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA3 Masterarbeit

Selbstbefriedigung bei Erwachsenen mit einer kognitiven Behinderung

Raffaella Kälin-Carrer untersucht in der Masterarbeit «Selbstbefriedigung bei Erwachsenen mit einer kognitiven Behinderung» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Über die Sexualität von Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung wird meist über sie hinweg gesprochen. Diese Arbeit fragt sie selbst — und bekommt eine Antwort, die Institutionen unbequem sein dürfte: Für dieses Thema wollen die Bewohnenden nicht ihre Betreuenden, sondern externe Fachpersonen.

Warum nicht mit den Betreuenden?

Die Betreuenden signalisieren durchaus Gesprächsbereitschaft. Das Problem liegt woanders: Sie sind den Bewohnenden oft zu nahe und in deren Alltag zu stark eingebunden.

Für das schambehaftete Thema Sexualität wünschen sich die Befragten deshalb externe Fachpersonen. Die Arbeit formuliert daraus eine klare Anforderung: Dieser Zugang muss gewährleistet sein.

Das ist eine unmittelbar umsetzbare Forderung — und eine, die keine Haltungsänderung verlangt, sondern eine Organisationsentscheidung.

Was macht ein brauchbares Sexualkonzept aus?

Die Arbeit nennt drei Punkte, die sich von den üblichen Konzeptpapieren unterscheiden.

Erstens: Konzepte sollen nur das Wichtigste enthalten — dafür aber im Alltag tatsächlich gelebt werden. Ein umfassendes Dokument, das niemand anwendet, nützt nichts.

Zweitens: Unterlagen, Infomaterial und Konzepte müssen den Bewohnenden entsprechend ihren Lese- und Verständniskompetenzen zugänglich sein. Sie müssen ihre Rechte und Möglichkeiten kennen — sonst sind diese Rechte theoretisch.

Drittens: Sprache transportiert Werte und Normen, auch in Konzepten. Die Konzeptarbeit selbst braucht deshalb reflektierte fachliche Begleitung.

Wie wurde erhoben?

In vier Leitfadeninterviews in angepasster Sprache mit Frauen* und Männern* zwischen 20 und 30 Jahren, die in einer Institution leben. Im Zentrum stand das Erleben und Gestalten der Selbstbefriedigung, eingebettet in die Frage nach ihrer sexuellen Gesundheit.

Ausgewertet wurde nach Mayring und abgeglichen mit den Konzepten der beteiligten Institutionen. Damit trifft die Arbeit die Aussagen der Bewohnenden auf das, was auf dem Papier steht.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier Interviews sind eine kleine Grundlage, und die Befragten leben in Institutionen, die sich unterscheiden. Was sie berichten, gilt zunächst für sie.

Der Wert liegt in der Methode. Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung selbst zu befragen — in angepasster Sprache, zu einem schambesetzten Thema — ist aufwendig und wird selten gemacht. Die Alternative ist, über sie zu sprechen. Genau das kritisiert die Arbeit.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 101 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu Sexualität und kognitiver Beeinträchtigung, die vollständige Auswertung der vier Interviews, den Abgleich mit den Institutionskonzepten sowie die Schlussfolgerungen für die sexualpädagogische und sexualtherapeutische Arbeit.

Abstract der Arbeit

In der vorliegenden Masterarbeit wird anhand vier qualitativer Interviews mit Frauen* und Männern* mit einer kognitiven Beeinträchtigung der Bedarf an sexualpädagogischen und sexualtherapeutischen Interventionen im Kontext einer Institution erforscht. Mit Leitfaden- interviews in adäquater Sprache wird die Zielgruppe direkt befragt. Der Schwerpunkt liegt, unter Einbezug der sexuellen Gesundheit der Teilnehmenden, auf dem Erleben und Ge- stalten der Selbstbefriedigung. Anhand der Auswertung nach Mayring und der Konzepte der Institutionen wird der Bedarf an sexualtherapeutischer und sexualpädagogischer Un- terstützung evaluiert.

Raffaella Kälin-Carrer, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Sexuelle Gesundheit, im Speziellen die Selbstbefriedigung, erwachsener Frauen* und Männer* zwischen 20 und 30 Jahren mit einer kognitiven Behinderung : Bedarfsanalyse sexualpädagogischer und sexualtherapeutischer Unterstützung be-züglich der sexuellen Gesundheit und der Selbstbefriedigung erwachsener Frauen* und Männer*, welche mindestens seit zwei Jahren in einer Institution für Menschen mit einer Behinderung leben

Verfasst von
Raffaella Kälin-Carrer

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Operative Eingriffe · Institutionelle Begleitung · Paarsexualität

Lizenz und Nachweis. Raffaella Kälin-Carrer: «Sexuelle Gesundheit, im Speziellen die Selbstbefriedigung, erwachsener Frauen* und Männer* zwischen 20 und 30 Jahren mit einer kognitiven Behinderung : Bedarfsanalyse sexualpädagogischer und sexualtherapeutischer Unterstützung be-züglich der sexuellen Gesundheit und der Selbstbefriedigung erwachsener Frauen* und Männer*, welche mindestens seit zwei Jahren in einer Institution für Menschen mit einer Behinderung leben». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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MA1 Masterarbeit

Selbstwirksamkeit Jugendlicher im Massnahmenvollzug

Denise Fuchs untersucht in der Masterarbeit «Selbstwirksamkeit Jugendlicher im Massnahmenvollzug» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2017 im Jahrgang MA1 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Jugendliche im Massnahmenvollzug leben in einem Alltag, der fast alles regelt — nur die Sexualität ist selten ausdrücklich vorgesehen. Diese Arbeit fragt, was eine selbstwirksame sexuelle Entwicklung dort überhaupt bedeutet, und kommt zu einer Liste, die man einer Institution vorlegen kann.

Was brauchen Jugendliche für eine selbstwirksame sexuelle Entwicklung?

Die Arbeit beantwortet das konkret. Jugendliche brauchen soziale Begegnungen mit Gleichaltrigen, in denen sie sich austauschen und selbst erfahren können. Sie brauchen Rückzugsmöglichkeiten, um sich — auch sexuell — zu entdecken.

Sie brauchen ehrliche Rückmeldungen, um die eigene Selbstwahrnehmung zu regulieren. Und sie brauchen Bewegungsräume und Lernfelder, in denen sie sich ausprobieren, Ressourcen aufbauen und Erfahrungen sammeln können.

Gefördert wird all das durch eine Begleitung, die wohlwollend, ehrlich und kritisch zugleich ist. Als besondere Herausforderung nennt die Arbeit den Bezug zur eigenen Körperwahrnehmung und Körperakzeptanz.

Schutz oder Freiheit?

Beides — und darin liegt die Spannung, die den Massnahmenvollzug prägt. Jugendlichen steht ein Recht auf Schutz zu und zugleich ein Recht auf Freiheiten in sexuellen Belangen.

In einer Institution, deren Auftrag Schutz und Kontrolle ist, geraten diese beiden Rechte gegeneinander. Die Arbeit löst das nicht auf, aber sie benennt es — und macht damit besprechbar, was im Alltag meist als Sicherheitsfrage entschieden wird.

Grundlage einer selbstwirksamen Entwicklung ist nach dieser Arbeit differenziertes Wissen über den eigenen Körper, dazu Kenntnisse über Verhütung und über die eigenen Rechte.

Wie sieht die Praxis aus?

Die Autorin hat drei Fachleute eines Massnahmenzentrums befragt, wie sexuelle Gesundheit und Selbstwirksamkeit im Alltag der Institution tatsächlich vorkommen — und wie zentral diese Themen für die Jugendlichen dort sind.

Der Theorieteil arbeitet auf, wie sich das Selbst bei jungen Menschen bildet und welche Faktoren die sexuelle Entwicklung verletzlich machen. Beides zusammen ergibt die Grundlage für die abgeleiteten Begleitansätze.

Die Arbeit richtet sich damit an Fachpersonen der Sozialpädagogik und des Massnahmenvollzugs — und an alle, die sexuelle Bildung in einem Rahmen verantworten, in dem Freiwilligkeit und Zwang nebeneinanderliegen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Drei qualitative Interviews mit Fachleuten einer Institution. Befragt wurden also die Begleitenden, nicht die Jugendlichen — bei Minderjährigen im Massnahmenvollzug ist das nachvollziehbar und lässt dennoch eine ganze Perspektive aus.

Die Ergebnisse beziehen sich auf ein Massnahmenzentrum. Die abgeleiteten Ansätze stützen sich stark auf die Theorie und werden durch die Praxisaussagen bestätigt, nicht daraus gewonnen.

Es ist die einzige Arbeit des Jahrgangs MA1 mit diesem Schwerpunkt und die älteste Arbeit dieser Sammlung.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 106 Seiten. Sie enthält die Theorie zu Selbst und Selbstwirksamkeit, die Aufarbeitung vulnerabilitätsfördernder Faktoren, die vollständige Auswertung der drei Interviews sowie die abgeleiteten Begleitansätze.

Abstract der Arbeit

Die Masterarbeit untersucht das Selbst und die Selbstwirksamkeit in Bezug zur se- xuellen Gesundheit und zum sexuellen Verhalten Jugendlicher mit und ohne Prob- lemverhalten. Literatur und Studien zur Selbstwirksamkeit und zu Herausforderun- gen Jugendlicher in einer neoliberalen Gesellschaft werden beigezogen. Der zweite Teil beleuchtet vulnerabilitätsfördernde Faktoren und deren Zusammenhang mit der Selbstwirksamkeit und der sexuellen Entwicklung der Jugendlichen. Anhand drei qualitativer Interviews mit Fachleuten wird untersucht, wie die Praxis in einem Mass- nahmenzentrum die sexuelle Gesundheit und die Entwicklung der Selbstwirksamkeit in den Alltag einfliessen lässt und wie zentral diese Themen für die Jugendlichen im Massnahmenvollzug tatsächlich sind. Ein abschliessendes Kapitel zieht Rück- schlüsse zur selbstwirksamen sexuellen Entwicklung, zum Umgang mit der Sexuali- tät in einem Massnahmenvollzug und daraus resultierende Begleitansätze.

Denise Fuchs, Abstract der Masterarbeit, 2017

Angaben zur Arbeit

Titel
Die Selbstwirksamkeit Jugendlicher im Massnahmenvollzug im Kontext der Förderung sexueller Gesundheit : Vergleich der Selbstwirksamkeit in der Sexualität Jugendlicher mit und ohne Problemverhalten und deren Bedeutung für die Begleitung

Verfasst von
Denise Fuchs

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA1

Jahr
2017

Themen
Jugendsexualität · Institutionelle Begleitung · Selbstwirksamkeit

Lizenz und Nachweis. Denise Fuchs: «Die Selbstwirksamkeit Jugendlicher im Massnahmenvollzug im Kontext der Förderung sexueller Gesundheit : Vergleich der Selbstwirksamkeit in der Sexualität Jugendlicher mit und ohne Problemverhalten und deren Bedeutung für die Begleitung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2017. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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