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MA1 Masterarbeit

Selbstwirksamkeit Jugendlicher im Massnahmenvollzug

Denise Fuchs untersucht in der Masterarbeit «Selbstwirksamkeit Jugendlicher im Massnahmenvollzug» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2017 im Jahrgang MA1 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Jugendliche im Massnahmenvollzug leben in einem Alltag, der fast alles regelt — nur die Sexualität ist selten ausdrücklich vorgesehen. Diese Arbeit fragt, was eine selbstwirksame sexuelle Entwicklung dort überhaupt bedeutet, und kommt zu einer Liste, die man einer Institution vorlegen kann.

Was brauchen Jugendliche für eine selbstwirksame sexuelle Entwicklung?

Die Arbeit beantwortet das konkret. Jugendliche brauchen soziale Begegnungen mit Gleichaltrigen, in denen sie sich austauschen und selbst erfahren können. Sie brauchen Rückzugsmöglichkeiten, um sich — auch sexuell — zu entdecken.

Sie brauchen ehrliche Rückmeldungen, um die eigene Selbstwahrnehmung zu regulieren. Und sie brauchen Bewegungsräume und Lernfelder, in denen sie sich ausprobieren, Ressourcen aufbauen und Erfahrungen sammeln können.

Gefördert wird all das durch eine Begleitung, die wohlwollend, ehrlich und kritisch zugleich ist. Als besondere Herausforderung nennt die Arbeit den Bezug zur eigenen Körperwahrnehmung und Körperakzeptanz.

Schutz oder Freiheit?

Beides — und darin liegt die Spannung, die den Massnahmenvollzug prägt. Jugendlichen steht ein Recht auf Schutz zu und zugleich ein Recht auf Freiheiten in sexuellen Belangen.

In einer Institution, deren Auftrag Schutz und Kontrolle ist, geraten diese beiden Rechte gegeneinander. Die Arbeit löst das nicht auf, aber sie benennt es — und macht damit besprechbar, was im Alltag meist als Sicherheitsfrage entschieden wird.

Grundlage einer selbstwirksamen Entwicklung ist nach dieser Arbeit differenziertes Wissen über den eigenen Körper, dazu Kenntnisse über Verhütung und über die eigenen Rechte.

Wie sieht die Praxis aus?

Die Autorin hat drei Fachleute eines Massnahmenzentrums befragt, wie sexuelle Gesundheit und Selbstwirksamkeit im Alltag der Institution tatsächlich vorkommen — und wie zentral diese Themen für die Jugendlichen dort sind.

Der Theorieteil arbeitet auf, wie sich das Selbst bei jungen Menschen bildet und welche Faktoren die sexuelle Entwicklung verletzlich machen. Beides zusammen ergibt die Grundlage für die abgeleiteten Begleitansätze.

Die Arbeit richtet sich damit an Fachpersonen der Sozialpädagogik und des Massnahmenvollzugs — und an alle, die sexuelle Bildung in einem Rahmen verantworten, in dem Freiwilligkeit und Zwang nebeneinanderliegen.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Drei qualitative Interviews mit Fachleuten einer Institution. Befragt wurden also die Begleitenden, nicht die Jugendlichen — bei Minderjährigen im Massnahmenvollzug ist das nachvollziehbar und lässt dennoch eine ganze Perspektive aus.

Die Ergebnisse beziehen sich auf ein Massnahmenzentrum. Die abgeleiteten Ansätze stützen sich stark auf die Theorie und werden durch die Praxisaussagen bestätigt, nicht daraus gewonnen.

Es ist die einzige Arbeit des Jahrgangs MA1 mit diesem Schwerpunkt und die älteste Arbeit dieser Sammlung.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 106 Seiten. Sie enthält die Theorie zu Selbst und Selbstwirksamkeit, die Aufarbeitung vulnerabilitätsfördernder Faktoren, die vollständige Auswertung der drei Interviews sowie die abgeleiteten Begleitansätze.

Abstract der Arbeit

Die Masterarbeit untersucht das Selbst und die Selbstwirksamkeit in Bezug zur se- xuellen Gesundheit und zum sexuellen Verhalten Jugendlicher mit und ohne Prob- lemverhalten. Literatur und Studien zur Selbstwirksamkeit und zu Herausforderun- gen Jugendlicher in einer neoliberalen Gesellschaft werden beigezogen. Der zweite Teil beleuchtet vulnerabilitätsfördernde Faktoren und deren Zusammenhang mit der Selbstwirksamkeit und der sexuellen Entwicklung der Jugendlichen. Anhand drei qualitativer Interviews mit Fachleuten wird untersucht, wie die Praxis in einem Mass- nahmenzentrum die sexuelle Gesundheit und die Entwicklung der Selbstwirksamkeit in den Alltag einfliessen lässt und wie zentral diese Themen für die Jugendlichen im Massnahmenvollzug tatsächlich sind. Ein abschliessendes Kapitel zieht Rück- schlüsse zur selbstwirksamen sexuellen Entwicklung, zum Umgang mit der Sexuali- tät in einem Massnahmenvollzug und daraus resultierende Begleitansätze.

Denise Fuchs, Abstract der Masterarbeit, 2017

Angaben zur Arbeit

Titel
Die Selbstwirksamkeit Jugendlicher im Massnahmenvollzug im Kontext der Förderung sexueller Gesundheit : Vergleich der Selbstwirksamkeit in der Sexualität Jugendlicher mit und ohne Problemverhalten und deren Bedeutung für die Begleitung

Verfasst von
Denise Fuchs

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA1

Jahr
2017

Themen
Jugendsexualität · Institutionelle Begleitung · Selbstwirksamkeit

Lizenz und Nachweis. Denise Fuchs: «Die Selbstwirksamkeit Jugendlicher im Massnahmenvollzug im Kontext der Förderung sexueller Gesundheit : Vergleich der Selbstwirksamkeit in der Sexualität Jugendlicher mit und ohne Problemverhalten und deren Bedeutung für die Begleitung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2017. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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Weibliche Sexualität im Kontext einer Brustentfernung (Ablatio mammae)

Simone Dudle untersucht in der Masterarbeit «Weibliche Sexualität im Kontext einer Brustentfernung (Ablatio Mammae)» am ISP. Die Arbeit entstand 2017 im Jahrgang MA1 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Nach einer Brustentfernung richtet sich die Nachsorge auf Heilung, Rekonstruktion und Rückfallrisiko. Was mit der Sexualität geschieht, wird meist erst gefragt, wenn die Frau es selbst anspricht — und junge Frauen sprechen es selten an. Diese Arbeit hat zwei Betroffene ein Jahr nach dem Eingriff befragt.

Was verändert sich?

Operation, Bestrahlung und medikamentöse Therapien wirken auf die körperliche, psychische und kognitive Ebene der weiblichen sexuellen Gesundheit — nicht nacheinander, sondern gleichzeitig.

Die Veränderungen am Körper lösen Emotionen aus und beeinflussen das sexuelle Erleben. Aus den psychischen und körperlichen Veränderungen können zwischenmenschliche Schwierigkeiten folgen.

Drei Dinge erschweren nach dieser Arbeit den Zugang zu lustvoller Sexualität besonders: Veränderungen des Körperbilds mit belastender Wirkung auf die weibliche Identität, sexuelle Funktionsstörungen und Kommunikationsprobleme in der Paarbeziehung.

Warum reicht es nicht, die Funktion zu behandeln?

Weil Funktionalität und Genusserleben eng zusammenhängen und gleichermassen beachtet werden müssen. Eine Nachsorge, die nur prüft, ob etwas möglich ist, übergeht die Frage, ob es als lustvoll erlebt wird.

Die Arbeit beschreibt, was nach einer Brustentfernung tatsächlich ansteht: eine sexuelle Neudefinition und Neuorientierung. Das ist kein Reparaturvorgang, sondern ein Prozess.

Er verlangt Abschied und Trauer, Loslassen — und erst später das Annehmen und Neubesetzen der sexuellen Identität. Wer diese Abfolge kennt, kann Betroffene anders begleiten als jemand, der auf schnelle Wiederherstellung zielt.

Was kann die Sexualberatung leisten?

Die Arbeit stellt die Erkenntnisse aus den Interviews Interventionen der Sexualberatung gegenüber und zeigt an einem Beispiel aus der eigenen Beratungspraxis, wie eine solche Begleitung konkret aussieht.

Als Grundlage dienen psychosomatische und sexualwissenschaftliche Ansätze, insbesondere das Modell Sexocorporel und das Konzept der Salutogenese — also ein Zugang, der nach den Kräften fragt, die Gesundheit erhalten, statt nach dem Defekt.

Für Fachpersonen in Onkologie, Nachsorge und Beratung ist die Arbeit deshalb brauchbar: Sie benennt den Bedarf und liefert das Vorgehen gleich mit.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Zwei retrospektive Interviews mit jungen betroffenen Frauen, geführt ein Jahr nach dem Eingriff mit einem teilstrukturierten Leitfaden. Zwei Frauen sind eine sehr schmale Grundlage.

Die Arbeit stützt ihre Schlüsse deshalb stark auf den Forschungsstand und nutzt die Interviews zur Veranschaulichung. Der zeitliche Abstand von einem Jahr ist dabei sinnvoll gewählt — er erfasst nicht die akute Phase, sondern den Zustand danach.

Es ist eine der beiden Arbeiten aus dem Jahrgang MA1, dem ersten des Studiengangs.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 127 Seiten. Sie enthält die psychosomatischen und sexualwissenschaftlichen Grundlagen, den Forschungsstand zu Sexualität nach Brustkrebs, die vollständige Auswertung der beiden Interviews sowie das Fallbeispiel aus der Beratungspraxis.

Abstract der Arbeit

In dieser Masterarbeit werden Aspekte weiblicher Sexualität und der sexuellen Gesundheit von Frauen im gebärfähigen Alter vor und nach einer Brustentfernung dargelegt und untersucht. Grundlage bilden dabei psychosomatische und sexualwissenschaftliche Ansätze wie das Modell Sexocorporel und das Konzept der Salutogenese. Es wurden zwei retrospektive Interviews mit jungen betroffenen Frauen ein Jahr nach dem Eingriff mittels teilstrukturiertem Interviewleitfaden durchgeführt. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Art der Veränderungen, deren Wahrnehmung durch die betroffenen Frauen sowie den Bedarf an zusätzlicher Begleitung durch eine Sexualberatung. Anhand eines Beispiels aus der Beratungspraxis der Autorin wird die Möglichkeit und die Bedeutung der Sexualberatung im Zusammenhang mit einer Brustentfernung aufgezeigt. Die Erkenntnisse aus den Interviews werden Interventionen der Sexualberatung gegenübergestellt.

Simone Dudle, Abstract der Masterarbeit, 2017

Angaben zur Arbeit

Titel
Weibliche Sexualität im Kontext einer Brustentfernung (Ablatio Mammae) : Sexuelles Erleben von Frauen im gebärfähigen Alter vor einer Krebserkrankung und ein Jahr nach einer Brustentfernung und die Bedeutung der Sexualberatung

Verfasst von
Simone Dudle

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA1

Jahr
2017

Themen
Sexualberatung · Sexualität & Krankheit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Simone Dudle: «Weibliche Sexualität im Kontext einer Brustentfernung (Ablatio Mammae) : Sexuelles Erleben von Frauen im gebärfähigen Alter vor einer Krebserkrankung und ein Jahr nach einer Brustentfernung und die Bedeutung der Sexualberatung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP, 2017. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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