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MA3 Masterarbeit

Das sexuelle Begehren junger Frauen und ihr sexuelles Selbst

Lea Eugster untersucht in der Masterarbeit «Das sexuelle Begehren junger Frauen und ihr sexuelles Selbst» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2022 im Jahrgang MA3 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

«Ich hätte gern mehr Lust» ist ein häufiger Wunsch junger Frauen und ein schwieriger, weil Verlangen sich nicht herstellen lässt. Diese Arbeit hat einen Gruppenkurs entwickelt, durchgeführt und danach die Teilnehmerinnen befragt, was gewirkt hat.

Was war das für ein Kurs?

Ein körperorientiertes Gruppenangebot auf Grundlage ausgewählter Behandlungsansätze und des Modells Sexocorporel — entwickelt für junge Frauen, die sich mehr sexuelles Begehren wünschen.

Die Bestandteile sind konkret: Wissensvermittlung, Imaginationsreisen, Musik-, Bewegungs- und Reflexionssequenzen. Nach dem Kurs befragte die Autorin vier Teilnehmerinnen zwischen 29 und 32 Jahren.

Der Ansatz ist ausdrücklich ressourcenorientiert. Es geht nicht darum, einen Mangel zu beheben, sondern darum, Zugänge zu öffnen.

Was hat gewirkt?

Der Kurs kann nach diesen Ergebnissen ein ressourcenorientierter und Neugier weckender Weg sein, um das sexuelle Selbst und das sexuelle Begehren junger Frauen zu stärken.

Besonders hervor hebt die Arbeit zwei Elemente: den Einsatz von Musik und Bewegung als Reiz und als Rahmen. Beides schafft einen Kontext, in dem sich etwas einstellen kann — statt es zu fordern.

Der zweite Befund betrifft die Haltung. Für junge Frauen mit dem Wunsch nach stärkerem Begehren kann es entscheidend sein, sich überhaupt als sexuelle Wesen zu sehen und zu erkunden. Erst dann lassen sich eigene Bedürfnisse selbstbestimmt anerkennen und erfüllen.

Was heisst das für die Praxis?

Wer mit jungen Frauen zum Thema Begehren arbeitet, findet hier ein durchgerechnetes und erprobtes Gruppenkonzept — samt der Rückmeldung, welche Elemente die Teilnehmerinnen als wirksam beschrieben haben.

Der Gruppenrahmen ist dabei kein Sparmodell gegenüber der Einzelberatung. Er ermöglicht etwas, das einzeln schwer herzustellen ist: die Erfahrung, mit diesem Wunsch nicht allein zu sein.

Das deckt sich mit anderen Arbeiten dieser Sammlung, in denen der Austausch unter Teilnehmerinnen als wertvollstes Element genannt wurde.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Vier qualitative Interviews nach dem Kurs, ausgewertet nach Mayring. Befragt wurden ausschliesslich Teilnehmerinnen, die den Kurs absolviert haben — wer abgebrochen hat oder gar nicht erst kam, fehlt.

Kurs und Befragung stammen zudem von derselben Person. Das ist bei einer Konzeptarbeit üblich, färbt aber auf die Rückmeldungen ab. Was die Arbeit belegt, ist die Machbarkeit und die Resonanz — nicht die Wirksamkeit im Vergleich zu einem anderen Vorgehen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 136 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu sexuellem Begehren und sexuellem Selbst mit Fokus auf junge Frauen, das vollständige Kurskonzept sowie die Auswertung der vier Interviews.

Abstract der Arbeit

Die vorliegende Masterarbeit legt den Forschungsstand zum sexuellen Begehren und dem sexuellen Selbst mit Fokus auf junge Frauen dar. Auf der Basis ausgewählter Behandlungsansätze und des sexualwissenschaftlichen Modells Sexocorporel wird anhand eines körperorientierten Kurskonzeptes aufgezeigt, wie eine entsprechende Gruppenbegleitung junger Frauen, die sich mehr sexuelles Begehren wünschen, aussehen kann. Nach Absolvieren des Kurses wird mittels qualitativer Interviews mit vier Kursteilnehmerinnen zwischen 29 und 32 Jahren die Zusammenhänge zwischen dem sexuellen Begehren und dem sexuellen Selbst untersucht. Die Erkenntnisse zeigen, dass die körperorientierte Auseinandersetzung mit dem sexuellen Selbst – basierend auf Wissensvermittlung, Imaginationsreisen, Musik-, Bewegungs- und Reflexionssequenzen – junge Frauen in ihrem Wunsch nach mehr sexuellem Begehren ressourcenorientiert unterstützen kann.

Lea Eugster, Abstract der Masterarbeit, 2022

Angaben zur Arbeit

Titel
Das sexuelle Begehren junger Frauen und ihr sexuelles Selbst : Eine qualitative Untersuchung der Zusammenhänge zwischen dem sexuellen Begehren und dem sexuellen Selbst junger Frauen nach Absolvieren eines körperorientierten Gruppenkurses auf der Basis ausgewählter Behandlungsansätze und des sexualwissenschaftlichen Modells Sexocorporel

Verfasst von
Lea Eugster

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA3

Jahr
2022

Themen
Sexuelles Verlangen · Körperarbeit · Soziale Arbeit · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Lea Eugster: «Das sexuelle Begehren junger Frauen und ihr sexuelles Selbst : Eine qualitative Untersuchung der Zusammenhänge zwischen dem sexuellen Begehren und dem sexuellen Selbst junger Frauen nach Absolvieren eines körperorientierten Gruppenkurses auf der Basis ausgewählter Behandlungsansätze und des sexualwissenschaftlichen Modells Sexocorporel». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2022. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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