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MA5 Masterarbeit

Self-Affirming Masturbation and Sexual Self-Confidence

Valentine Friedli untersucht in der Masterarbeit «Self-Affirming Masturbation and Sexual Self-Confidence» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Selbstbefriedigung ist weit verbreitet und bleibt stigmatisiert — unter Gleichaltrigen wird kaum darüber gesprochen, in der Sexualaufklärung kommt sie kaum vor, im gesellschaftlichen Diskurs ebenso wenig. Diese Arbeit untersucht, was sie für das sexuelle Selbstbild leistet.

Warum überhaupt darüber forschen?

Weil die Diskrepanz auffällig ist. Solosexualität ist ein häufiger Aspekt menschlicher Sexualität und trotzdem von Stigma und soziokulturellen Einflüssen geprägt.

Dabei stellt sie nach dieser Arbeit eine wichtige Dimension der sexuellen Entwicklung dar und trägt bedeutsam zur sexuellen Gesundheit insgesamt bei.

Untersucht werden zwei Konstrukte des Modells Sexocorporel, die eng mit sexueller Gesundheit und Zufriedenheit zusammenhängen: das sexuelle Selbstkonzept und die sexuelle Selbstsicherheit. Beide beeinflussen, wie Menschen ihre Sexualität wahrnehmen und bewerten.

Was sind die Ergebnisse?

Die Zusammenhänge fallen durchwegs positiv aus, und zwar über fünf Dimensionen des sexuellen Selbstkonzepts hinweg: sexuelles Selbstwertgefühl, Körperbild, genitales Bild, sexuelle Durchsetzungsfähigkeit und sexuelle Selbstwirksamkeit.

Auch mit der sexuellen Selbstsicherheit zeigt sich ein positiver Zusammenhang.

Die Arbeit belässt es nicht bei der Feststellung. Sie arbeitet die zugrunde liegenden Mechanismen und Wege heraus, die sich in den Interviews zeigten — und benennt als mitwirkende Faktoren Geschlechterrollen, Kognitionen, Emotionen und gesellschaftliche Einflüsse.

Was heisst das für die Praxis?

Wenn Solosexualität mit fünf Dimensionen des sexuellen Selbstkonzepts positiv zusammenhängt, ist sie kein Randthema der Beratung, sondern ein Zugang.

Für die Sexualaufklärung folgt daraus die deutlichste Konsequenz: Ein Bereich, der zur sexuellen Gesundheit beiträgt, kommt im Unterricht kaum vor. Die Arbeit liefert das Argument, das zu ändern.

Sie ergänzt damit die Untersuchung von Vera Matjaz, die Solosexualität bei Erwachsenen mit ADHS quantitativ untersucht hat.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Halbstrukturierte Interviews mit sechs jungen Erwachsenen — drei Cis-Frauen und drei Cis-Männern. Die Arbeit ist auf Englisch verfasst.

Sechs Personen erlauben keine Aussagen über Häufigkeiten oder Ursachen. Es handelt sich zudem um Selbstauskünfte zu einem stigmatisierten Thema — wer darüber spricht, hat vermutlich ein unbelasteteres Verhältnis dazu als der Durchschnitt.

Die Arbeit spricht durchgehend von Zusammenhängen, nicht von Wirkungen. Ob Solosexualität das sexuelle Selbstkonzept stärkt oder ob ein starkes Selbstkonzept sie erleichtert, bleibt offen.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 138 Seiten und ist auf Englisch verfasst. Sie enthält eine systematische Literaturrecherche zu Solosexualität und Stigma, die Darstellung von sexuellem Selbstkonzept und sexueller Selbstsicherheit nach Sexocorporel, die vollständige Auswertung der sechs Interviews sowie Empfehlungen für Forschung und Praxis.

Methodisches Vorgehen

Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Literaturrecherche und eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Der Volltext umfasst 138 Seiten.

Abstract der Arbeit

Background and Central Questions: Solitary sex is a widespread yet often stigmatised aspect of human sexuality, underrepresented in societal discourse and sexual education. Despite this, it plays a key role in sexual development and health. To examine this dynamic further, this Master’s thesis explores how solitary sex influences sexual self-concept and sexual self-confidence as defined in the Sexocorporel model. These two constructs are associated with how individuals perceive and value their sexuality, and both impact sexual behaviour, functioning, satisfaction, and well-being. Methodology: Using a qualitative methodology, semi-structured interviews were conducted with a sample of young adults, comprising three cis women and three cis men. Conclusion: The findings indicated generally positive associations between solitary sex and five dimensions of sexual self-concept: sexual self-esteem, body image, genital image, sexual assertiveness, and sexual self-efficacy. Solitary sex was also linked to increased sexual self-confidence. Both associations appeared to be influenced by a variety of underlying mechanisms and pathways identified throughout the interviews. Various influencing factors, including gender roles, cognitions, emotions and societal influences, seemed to play a role in shaping these experiences. The results underscore solitary sex as a potentially empowering practice, with important implications for fostering sexual self- concept, sexual self-confidence and overall sexual well-being and health.

Valentine Friedli, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Self-Affirming Masturbation – Exploring the Impact of Solitary Sex on Sexual Self-Concept and Sexual Self-Confidence As Per Sexocorporel in Young Adults

Verfasst von
Valentine Friedli

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Selbstwirksamkeit · Wechseljahre · Körperbild · Sexocorporel

Lizenz und Nachweis. Valentine Friedli: «Self-Affirming Masturbation – Exploring the Impact of Solitary Sex on Sexual Self-Concept and Sexual Self-Confidence As Per Sexocorporel in Young Adults». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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