Berufe rund um
sexuelle Gesundheit

Vier Berufsbezeichnungen, die ständig verwechselt werden. Sexualpädagogik vermittelt, Sexualberatung begleitet, Sexualtherapie behandelt, Sexologie erforscht und verbindet die drei.

Wer sich für dieses Feld interessiert, steht meist vor derselben Frage: Welcher Beruf passt zu dem, was ich tun möchte, und welche Ausbildung führt dorthin? Die Zuordnung ist weniger eindeutig, als die Namen vermuten lassen. Derselbe Diplomlehrgang führt zu Beratung und zu Therapie. Der Master deckt alle vier Felder ab. Und der häufigste Weg überhaupt verlangt gar keinen Berufswechsel: Die Ausbildung wird in die bestehende Stelle eingebracht.

Diese Seiten beschreiben deshalb die Berufe und nicht die Lehrgänge. Was ein Arbeitstag enthält, wo man arbeitet, was man mitbringen muss, was man verdient und wo die Arbeit an ihre Grenze kommt. Der passende Lehrgang steht am Ende jeder Seite.

Und wenn Sie eine Fachperson suchen statt einer Ausbildung: Die Verzeichnisse stehen weiter unten.

Was die vier Berufe unterscheidet

BerufWas diese Person tutWer sie beauftragtAusbildung am ISP
Sexualpädagog:invermittelt Wissen und Haltung an GruppenSchulen, Institutionen, GemeindenDiplomlehrgang Sexualpädagogik oder Master of Arts in Sexologie
Sexualberater:inbegleitet einzelne Menschen und Paare bei FragenKlient:innen, BeratungsstellenDiplomlehrgang Sexualtherapie oder Master of Arts in Sexologie
Sexualtherapeut:inarbeitet an Störungsbildern und LeidensdruckKlient:innen, Kliniken, PraxenDiplomlehrgang Sexualtherapie oder Master of Arts in Sexologie
Sexolog:inverbindet Forschung, Lehre und PraxisHochschulen, Institutionen, eigene PraxisMaster of Arts in Sexologie

Der Master of Arts in Sexologie deckt alle vier Felder ab und setzt einen Bachelorabschluss voraus. Die Diplomlehrgänge führen je in ihr Feld und stehen auch ohne Hochschulabschluss offen. Alle drei Abschlüsse sind vom Fachverband für Sexologie Schweiz anerkannt und führen zu einem geschützten Fachtitel: «Sexualpädagog:in FSS», «Sexolog:in FSS, Diplomlehrgang Sexualtherapie (ISP)» oder «Sexolog:in FSS, Master of Arts in Sexologie». Wer noch in Ausbildung ist, führt denselben Titel mit dem Zusatz «i.A.».

Die Grenze zwischen Beratung und Therapie ist fliessend. Beratung setzt bei Fragen und Unsicherheit an, Therapie bei Leidensdruck und Störungsbildern. Am ISP führt derselbe Diplomlehrgang zu beidem: Die Module 2 und 5 heissen wörtlich «Grundlagen der Sexualberatung» und «Sexualberatung mit Paaren».

Weitere Begriffe werden oft dazugezählt, gehören aber nicht in dieselbe Reihe: Sexualassistenz, Sexualbegleitung und sexuelle Bildung. Was sie unterscheidet und welche Rolle Institutionen dabei haben, steht auf einer eigenen Seite.

Die Wege im Einzelnen

Sexualpädagogik

Schule, Jugendarbeit, Fachstelle, Institution. Der Weg für Menschen, die vermitteln wollen. Über den Diplomlehrgang Sexualpädagogik oder den Master.

Sexualtherapie

Eigene Praxis, Beratungsstelle, Klinik. Zugang mit Berufslehre oder Maturität und einem Jahr Berufserfahrung, ein Studium ist nicht nötig. Über den Diplomlehrgang Sexualtherapie oder, mit Bachelor, über den Master.

Paartherapie

Für alle, die mit Paaren arbeiten und die sexuelle Seite bisher aussparen mussten. Über den Diplomlehrgang Sexualtherapie oder den Master of Arts in Sexologie, dazu eine paartherapeutische Methode.

Sexologie

Deckt alle vier Felder ab: beraten, behandeln, vermitteln und die Grundlagen kennen, auf denen sie beruhen. Über den Master of Arts in Sexologie.

Drei Arbeitsformen, die alle vier betreffen

Selbständigkeit

Was eine eigene Praxis verlangt und wie lange sie braucht, bis sie trägt.

Fachstelle

Familienplanung, Schwangerschafts- und STI-Beratung, sexuelle Gesundheit im Kanton.

Eigener Beruf

Der häufigste Weg überhaupt: die Ausbildung in die bestehende Stelle einbringen.

Waldstrasse mit einfallendem Licht

Zwei Seiten zur Einordnung

Sexualassistenz

Was passive und aktive Sexualassistenz von Sexualbegleitung unterscheidet, was rechtlich gilt und welche Rolle eine Institution dabei hat.

Forschung

Woran in der Sexualwissenschaft geforscht wird, wie der Weg zur Promotion verläuft und wo man Anschluss findet.

Sie suchen eine Fachperson?

Woran sich die Qualität festmachen lässt

Drei Anerkennungen, und was jede davon praktisch bedeutet.

eduQua Das Schweizer Qualitätslabel für Weiterbildungsinstitutionen. Das ISP ist zertifiziert und erfüllt damit die Auflagen für Privatschulen in den Stipendiengesetzen der meisten Kantone. Studierende können Stipendien oder zinslose Darlehen direkt beim Wohnkanton beantragen.

eduQua Label Institut für Sexualpädagogik und Sexualtherapie

ASCA Die Ausbildungen des ISP sind ASCA-anerkannt. Zusatzversicherungen können Sitzungen von Absolvent:innen je nach Police übernehmen. Für den Aufbau einer eigenen Praxis ist das der Unterschied zwischen einer Rechnung, die mitfinanziert wird, und einer, die vollständig privat bleibt.

ASCA Label Institut für Sexualpädagogik und Sexualtherapie

FSS Der Fachverband für Sexologie Schweiz vergibt die geschützten Fachtitel. Alle drei Abschlüsse des ISP führen zu einem: «Sexualpädagog:in FSS», «Sexolog:in FSS, Diplomlehrgang Sexualtherapie (ISP)» oder «Sexolog:in FSS, Master of Arts in Sexologie». Wer noch in Ausbildung ist, führt denselben Titel mit dem Zusatz «i.A.».

Logo Fachverband für Sexologie Schweiz

Informationsveranstaltungen

Nächste Infoveranstaltungen:

  • Mittwoch, 30.09.2026 18:15-20:45 online
  • Dienstag, 20.10.2026 18:15-20:45 online
  • Dienstag, 10.11.2026 18:15-20:45 online