Berufsbilder Selbständig arbeiten
Die meisten, die am ISP abschliessen, arbeiten irgendwann auf eigene Rechnung: als Sexualtherapeut:in in eigener Praxis oder als Sexualpädagog:in im Auftrag von Schulen und Institutionen. Diese Seite beschreibt, was das verlangt, und was es nicht ist.
Auf dieser Seite: Zwei verschiedene Modelle · Wie lange es dauert · Was es braucht · Woher die ersten Klient:innen kommen · Was das ISP beisteuert
Zwei verschiedene Modelle
- Sexualtherapie und Sexualberatung werden pro Sitzung von Privatpersonen bezahlt. Üblich sind CHF 160 bis 250 pro Sitzung. Wer Sitzungen füllt, verdient; wer keine hat, verdient nichts. Das Risiko liegt bei der Praxis.
- Sexualpädagogik wird pro Einsatz von Schulen, Gemeinden und Institutionen bezahlt, vielerorts kantonal subventioniert. Zum Vergleich: fabeso in Solothurn verrechnet CHF 570 pro Einsatz für zwei Fachpersonen, im Kanton Luzern zahlen öffentliche Schulen CHF 300 pro Klassenanlass. Die Aufträge sind grösser, aber die Kundschaft ist eine Institution mit Budgetzyklus. Akquise heisst hier Beziehungsarbeit über Jahre, nicht Werbung.
Wer beides kann, gleicht die Schwankungen aus. Das ist einer der praktischen Gründe, warum Absolvent:innen oft in beiden Feldern arbeiten.
Wie lange es dauert
Die meisten beginnen nebenberuflich. Ein oder zwei Tage pro Woche neben der bestehenden Anstellung, und bauen über zwei bis drei Jahre auf.
Das ist kein Zwischenschritt, sondern für viele der Dauerzustand, und er hat Vorteile: Eine Anstellung trägt die Fixkosten, während die Praxis wächst, und die beiden Tätigkeiten befruchten sich.

Was es braucht
- Räume. Sexualtherapie braucht einen Raum, in dem Menschen über sehr Persönliches sprechen können: Schallschutz, ein separater Warteplatz, keine Durchgangssituation. Viele mieten stundenweise, bevor sie eigene Räume nehmen.
- Versicherung und Anerkennung. Berufshaftpflicht ist die Grundlage. Ob Klient:innen Sitzungen über eine Zusatzversicherung abrechnen können, hängt von der Anerkennung ab; die Ausbildungen des ISP sind ASCA-anerkannt.
- Fallsupervision. Nicht formal vorgeschrieben, aber in diesem Feld nicht verzichtbar.
Woher die ersten Klient:innen kommen
Nicht aus Werbung. In diesem Feld kommen Menschen über drei Wege:
- Über Zuweisungen aus Gynäkologie, Urologie, Hausarztpraxen und Psychotherapie. Diese Beziehungen entstehen langsam und tragen dann lange.
- Über Suchmaschinen. «Sexualtherapie Zürich» wird rund 1’100 Mal im Jahr gesucht, «Sexualtherapeutin» 4’100 Mal. Die Nachfrage ist da.
- Über die Fachpersonen-Verzeichnisse des ISP. Das Institut führt eigene Verzeichnisse und leitet Anfragen an Absolvent:innen weiter. Hochschulen tun das nicht.
Was das ISP beisteuert
Der Lernweg enthält Fallarbeit und Supervision, nicht nur Theorie. Im Diplomlehrgang Sexualtherapie entstehen drei Fallstudien mit je zwei Fallsupervisionen.
Nach dem Abschluss bleibt der Eintrag in den Fachpersonen-Verzeichnissen und das Netzwerk aus dem eigenen Jahrgang. In einem Feld, in dem man allein in einem Raum sitzt, ist das kein Nebenpunkt.
- Sexualtherapeut:innen finden, das Verzeichnis, in dem Absolvent:innen des ISP stehen
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