Berufsbilder Sexolog:in werden
Sexologie ist das Fach, das die anderen drei verbindet: Sie erforscht menschliche Sexualität und übersetzt die Erkenntnisse in Beratung, Therapie und Bildung. Sexologinnen und Sexologen arbeiten in eigener Praxis, in Institutionen und in der Forschung.
Auf dieser Seite: Warum · Der Unterschied · Wo man arbeitet · Voraussetzungen · Verdienst · Der Weg
Warum Menschen dieses Fach studieren
In der Sexualität wird mehr geglaubt als gewusst. Was normal ist, was häufig ist, was sich behandeln lässt: vieles davon beruht auf Annahmen, die niemand geprüft hat, und die trotzdem in Beratungen, Praxen und Schulzimmern weitergegeben werden.
Menschen richten ihr Leben nach diesen Annahmen ein. Sie halten sich für gestört, weil sie etwas nicht empfinden, das sie empfinden sollten. Oder sie bekommen eine Behandlung, die auf einer Vorstellung aus den Siebzigerjahren beruht.
Sexologie ist das Fach, das diese Lücke schliesst, indem es forscht und indem es die Ergebnisse dorthin bringt, wo sie gebraucht werden. Wer sexologisch arbeitet, behandelt nicht nur einzelne Menschen, sondern verändert, was die nächste Generation von Fachpersonen für selbstverständlich hält.
Wie sich Sexologie, Sexualtherapie und Sexualpädagogik unterscheiden
| Arbeitet mit | Setzt an bei | Abschluss am ISP | |
|---|---|---|---|
| Sexualpädagogik | Gruppen | Wissen und Haltung | Dipl. Sexualpädagog*in ISP oder MA Sexologie |
| Sexualberatung | Einzelnen und Paaren | Fragen und Unsicherheit | Dipl. Sexualtherapeut*in ISP oder MA Sexologie |
| Sexualtherapie | Einzelnen und Paaren | Leidensdruck, Störungsbildern | Dipl. Sexualtherapeut*in ISP oder MA Sexologie |
| Sexologie | allen dreien und der Forschung | dem Fach selbst | MA Sexologie |
Sexologie ist keine vierte Behandlungsform, sondern die wissenschaftliche Klammer. Wer sexologisch arbeitet, kann beraten, behandeln und vermitteln und kennt die Grundlagen, auf denen alle drei beruhen.
Wo man arbeitet
- Freiberuflich als sexologische Berater:in, Therapeut:in oder Ausbildner:in.
- In Kooperation mit Psychologie und Medizin, in Spezialpraxen der Urologie und Gynäkologie, in der Onkologie und in der Kinderwunschmedizin.
- In sozialen Institutionen, beraterisch und sexualpädagogisch.
- In Lehre und Ausbildung, mit Weiterbildungen, Teamschulungen und Supervision.
- In der Forschung, für alle, die beim Fach selbst bleiben wollen.
Dieser letzte Weg ist einer von mehreren und nicht das Ziel der Ausbildung. Wer ihn geht: Die Hochschule Merseburg hat seit 2021 eigenes Promotionsrecht, zwei sexualwissenschaftliche Professuren sind betreuungsberechtigt. Die 120 ECTS des Masters erfüllen die formale Voraussetzung für ein Doktorat; über die Zulassung entscheidet die aufnehmende Fakultät.

Was man mitbringen muss
Maturität, ein Bachelorabschluss und mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Der Master richtet sich an qualifizierte Fachleute aus Therapie, Psychologie, Medizin, Sozialer Arbeit und Pädagogik.
Ein Bachelor in einem anderen Fach schliesst die Aufnahme nicht aus. Nehmen Sie in diesem Fall gerne Kontakt mit uns auf: info@isp-zuerich.ch.
Wer keinen Bachelor hat, aber sexologisch arbeiten will, findet den Weg über den Diplomlehrgang Sexualtherapie; dort genügen Berufslehre oder Maturität mit einem Jahr Berufserfahrung.
Was man verdient
In eigener Praxis gelten dieselben Ansätze wie in der Sexualtherapie: CHF 160 bis 250 pro Sitzung.
Bei Anstellung in Institutionen und Hochschulen hängt der Lohn vom Träger ab. Als Orientierung: Sozialpädagog:innen in der Schweiz verdienen im Mittel rund CHF 71’600 brutto im Jahr (lohnanalyse.ch).
Der Weg dorthin
Der Master of Arts in Sexologie am ISP führt dorthin. Dreieinhalb Jahre, 120 ECTS, CHF 38’500, berufsbegleitend mit vier Unterrichtstagen pro Monat. MA9 startet im März 2027, die Durchführung ist gesichert.
Der Abschluss ist ein Master of Arts der Hochschule Merseburg mit 120 ECTS, studiert in Zürich.
Der Master ist vom Fachverband für Sexologie Schweiz anerkannt und führt zum geschützten Fachtitel «Sexolog:in FSS, Master of Arts in Sexologie». Wer noch in Ausbildung ist, führt denselben Titel mit dem Zusatz «i.A.».
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Diese Seite beschreibt den Beruf und den Weg dorthin. Wenn Sie selbst eine Begleitung suchen, führen unsere Verzeichnisse zu Fachpersonen, die am ISP abgeschlossen haben.
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