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MA2 Masterarbeit

Akzeptanz von haptischen und körperorientierten Methoden in der sexuellen Bildung

Laura Burkhardt untersucht in der Masterarbeit «Akzeptanz von haptischen und körperorientierten Methoden in der sexuellen Bildung» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2020 im Jahrgang MA2 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Genitale Operationen bei Frauen nehmen zu, und die Forschung fordert Massnahmen, die das genitale Selbstbild verbessern. Ob Frauen solche Methoden überhaupt annehmen würden, war offen. Diese Arbeit hat es mit zwölf Frauen ausprobiert.

Was wurde untersucht?

Die Frage lautet: Welche Akzeptanz erfahren körperorientierte und haptische Methoden in der sexuellen Bildung in Bezug auf das genitale Selbstbild — und zwar im Gruppensetting?

Dafür führte die Autorin mit zwölf Frauen einen Workshop zum genitalen Selbstbild durch und anschliessend zwei Gruppendiskussionen, ausgewertet nach Mayring.

Haptisch heisst hier: mit den Händen begreifen. Modelle, Materialien, Berührung — ein Zugang, der in der Erwachsenenbildung zu diesem Thema selten vorkommt.

Werden solche Methoden angenommen?

Weitgehend ja. Die Methoden wurden im Gruppensetting akzeptiert und positiv besetzt. Für die sexuelle Gesundheitsförderung heisst das, dass ein Angebot rund um das weibliche Genital, das körperorientierte und haptische Übungen einschliesst, auf Resonanz stösst.

Eine Bedingung nennt die Arbeit allerdings deutlich: Eine theoretische Einbettung der Übungen erscheint sinnvoll und wichtig. Haptische Methoden allein, ohne erklärenden Rahmen, sind nicht dasselbe.

Das ist ein praktischer Hinweis für jede Kursgestaltung: Die Übung braucht den Kontext, sonst bleibt sie eine Übung.

Was deutet sich über die Wirkung an?

Untersucht wurde die Akzeptanz, nicht die Wirkung — und die Arbeit hält diese Unterscheidung sauber ein. Sie weist aber auf Hinweise hin, die sich nebenbei ergaben.

Die Teilnehmerinnen äusserten sich überwiegend positiv zu den einzelnen Elementen und berichteten von Wissensaneignung. Daraus lässt sich vermuten, dass nicht nur das Format angenommen wurde, sondern dass auch die Inhalte für die sexuelle Gesundheitsförderung sinnvoll sein dürften.

Die Autorin empfiehlt ausdrücklich, die Wirkweise eines solchen Workshop-Formats in weiterer Forschung genauer zu untersuchen. Sie behauptet also nicht, was sie nicht geprüft hat.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Ein Workshop mit zwölf Frauen und zwei anschliessende Gruppendiskussionen. Wer sich für einen solchen Workshop anmeldet, bringt eine gewisse Offenheit bereits mit — die gemessene Akzeptanz ist also eine Akzeptanz unter Interessierten.

Für die Ausgangsfrage ist das dennoch aussagekräftig. Sie lautete nicht, ob alle Frauen solche Methoden annehmen, sondern ob sie sich im Gruppensetting überhaupt durchführen lassen. Diese Frage ist beantwortet.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 87 Seiten. Sie enthält den Forschungsstand zu genitalem Selbstbild und genitalen Operationen, die Beschreibung des durchgeführten Workshops sowie die vollständige Auswertung der beiden Gruppendiskussionen.

Abstract der Arbeit

Studien zeigen, dass die Zahl der genitalen Operationen bei Frauen zugenommen hat. Dies kann auf die Unzufriedenheit mit den eigenen Genitalien zurückzuführen sein, was sich wiederum auf die sexuelle Zufriedenheit auswirken kann. Forscher fordern daher In- terventionen, die das genitale Selbstbild verbessern. Da nur wenige Angebote für erwach- sene Frauen in der Sexuellen Bildungslandschaft existieren – im speziellen auch in Bezug auf das weibliche Genital – wurde die Akzeptanz entsprechender Interventionen bisher kaum untersucht. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Akzeptanz für körperorientierte sowie haptische Methoden in der Sexuellen Bildung in Bezug auf das genitale Selbstbild zu un- tersuchen, da diese einen Zugang zu einem positiven Körpergefühl ermöglichen können. Dazu wird folgende Forschungsfrage gestellt: Welche Akzeptanz erfahren körperorien- tierte und haptische Methoden in der Sexuellen Bildung in Bezug auf das genitale Selbst- bild in einem Gruppensetting? Um die Forschungsfrage zu beantworten wurde mit 12 Frauen ein Workshop zum genitalen Selbstbild sowie zwei anschliessende Gruppendis- kussionen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass körperorientierte sowie haptische Methoden in Bezug auf das genitale Selbstbild weitestgehend akzeptiert und positiv kon- notiert werden. Für die sexuelle Gesundheitsförderung kann dies bedeuten, dass ein An- gebot rund um das weibliche Genital, welches körperorientierte sowie haptischen Übun- gen miteinschliesst, auf Akzeptanz stösst. Weitere Studien zur Erforschung der eigentli- chen Wirkung solcher Interventionen werden empfohlen.

Laura Burkhardt, Abstract der Masterarbeit, 2020

Angaben zur Arbeit

Titel
Akzeptanz von haptischen und körperorientierten Methoden in Bezug auf die Sexuelle Bildung zum genitalen Selbstbild: Eine qualitative Untersuchung

Verfasst von
Laura Burkhardt

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA2

Jahr
2020

Themen
Körperarbeit · Selbstwirksamkeit · Geschlecht & Identität

Lizenz und Nachweis. Laura Burkhardt: «Akzeptanz von haptischen und körperorientierten Methoden in Bezug auf die Sexuelle Bildung zum genitalen Selbstbild: Eine qualitative Untersuchung». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2020. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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