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MA5 Masterarbeit

Einfluss von TRE (Tension/Trauma Releasing Exercises) auf die Sexualität

Edona Hasanagic untersucht in der Masterarbeit «Einfluss von TRE (Tension/Trauma Releasing Exercises) auf die Sexualität» am ISP Zürich. Die Arbeit entstand 2025 im Jahrgang MA5 des Master of Arts in Sexologie und steht als Volltext frei zur Verfügung.

Fünfzehn Menschen führten in zwei Wochen drei angeleitete TRE-Sitzungen durch. Danach war bei einem Teil die Genitalwahrnehmung besser und die Lust höher — und bei manchen wichen die Messwerte deutlich vom eigenen Empfinden ab. Genau diese Diskrepanz macht die Arbeit lesenswert.

Was ist TRE?

Tension and Trauma Releasing Exercises: eine Methode, die über gezielte Körperübungen ein neurogenes Zittern auslöst und darüber die Körperspannung reguliert.

Der Anschluss an die Sexualität liegt im Becken. Muskuläre Spannungsmuster, besonders in dieser Region, gelten als möglicher Einflussfaktor für sexuelles Erleben und Wohlbefinden — und Sexualität ist ein biopsychosoziales Geschehen, das eng mit Körperwahrnehmung und Spannungsregulation verbunden ist.

Untersucht wurde beides gleichzeitig: die wahrgenommene Sexualität und die persönliche Körperwahrnehmung, erhoben über Online-Fragebogen vor und nach der Intervention.

Was hat sich verändert?

Die Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, dass TRE bei einem Teil der Teilnehmenden zu einer verbesserten Genitalwahrnehmung, einer Reduktion körperlicher Spannungen und einer gesteigerten sexuellen Erregbarkeit führen kann.

Besonders deutlich zeigte sich der Anstieg bei Genitalwahrnehmung und sexueller Lust. Andere Bereiche veränderten sich nur wenig oder wurden subjektiv nicht als verändert erlebt.

Die Arbeit unterscheidet damit sauber zwischen dem, was sich bewegt hat, und dem, was gleich blieb — statt eine Gesamtwirkung zu behaupten.

Warum ist die Diskrepanz interessant?

Weil sie in beide Richtungen auftrat. Einige Teilnehmende berichteten von spürbaren Veränderungen, obwohl die Messwerte kaum abwichen. Andere zeigten auf den Skalen Fortschritte, ohne sie subjektiv zu bemerken.

Für die Praxis ist das ein wichtiger Hinweis. Wer eine körperorientierte Intervention nur über Fragebogen bewertet, misst womöglich nicht das, was die Person erlebt — und umgekehrt.

Für die Forschung stellt sich damit die Frage, welches der beiden Mass das bessere ist. Die Arbeit beantwortet sie nicht, aber sie stellt sie.

Wie belastbar sind diese Ergebnisse?

Fünfzehn Teilnehmende, drei Sitzungen in zwei Wochen, keine Kontrollgruppe. Die Autorin ordnet ihre Ergebnisse selbst als erste explorative Anhaltspunkte ein.

Es ist die erste Untersuchung dieser Art zum Zusammenhang von TRE, Körperwahrnehmung und Sexualität. Für ein niederschwelliges körpertherapeutisches Verfahren, das sich ohne grossen Aufwand anleiten lässt, ist das ein sinnvoller Ausgangspunkt — mehr aber nicht.

Die Arbeit im Original

Die vollständige Masterarbeit umfasst 78 Seiten. Sie enthält die Grundlagen zu TRE und Spannungsregulation, das biopsychosoziale Verständnis von Sexualität, die vollständige Intervention sowie die quantitative und qualitative Auswertung.

Abstract der Arbeit

Die Sexualität ist ein komplexes biopsychosoziales Geschehen, das eng mit der körperlichen Selbstwahrnehmung und Spannungsregulation verbunden ist. Muskuläre Spannungsmuster, insbesondere im Bereich des Beckens, gelten als möglicher Einflussfaktor für sexuelles Erleben und Wohlbefinden. Die Methode der Tension & Trauma Releasing Exercises (TRE) setzt über gezielte Körperübungen an diesem Bereich an, indem durch neurogenes Zittern eine Regulation von Körperspannung ermöglicht werden soll. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die möglichen Zusammenhänge zwischen TRE, Körperwahrnehmung und Sexualität zu untersuchen. Hierzu führten 15 Teilnehmende innerhalb von zwei Wochen drei angeleitete TRE-Sitzungen durch. Die subjektiv wahrgenommene Sexualität sowie persönliche Körperwahrnehmung wurden mittels Online-Fragebögen vor und nach der Intervention erfasst. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass TRE zu einer positiven Veränderung der Körperwahrnehmung sowie des sexuellen Erlebens beitragen kann. Die Studie liefert erste explorative Anhaltspunkte auf das Potenzial von TRE als niedrigschwellige körpertherapeutische Methode im Kontext von Sexualität. Aufgrund methodischer Limitationen, wie einer geringen Stichprobengrösse von 15 Personen und fehlender Kontrollgruppe, sind die Ergebnisse vorläufig und bedürfen weiterer Forschung.

Edona Hasanagic, Abstract der Masterarbeit, 2025

Angaben zur Arbeit

Titel
Einfluss von TRE (Tension/Trauma Releasing Exercises) auf die Sexualität

Verfasst von
Edona Hasanagic

Abschluss
Master of Arts in Sexologie, ISP Zürich in Kooperation mit der Hochschule Merseburg, Jahrgang MA5

Jahr
2025

Themen
Körperarbeit · Sexuelle Zufriedenheit · Sexuelles Verlangen

Lizenz und Nachweis. Edona Hasanagic: «Einfluss von TRE (Tension/Trauma Releasing Exercises) auf die Sexualität». Masterarbeit, Hochschule Merseburg und ISP Zürich, 2025. Der Abstract ist im Wortlaut übernommen. Die übrigen Angaben stammen vom ISP Zürich.

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