Stand: September 2026 · Aktualisiert: 27. September 2026 · Lesezeit rund 27 Minuten
Du willst Sexualtherapie lernen und suchst in Zürich nach einer Ausbildung. Dann findest du zwei Institute und drei Angebote: den Diplomlehrgang Sexualtherapie am ISP, den Master of Arts in Sexologie am ISP und die modulare Sexocorporel-Ausbildung am ZISS. Alle drei arbeiten mit dem Modell Sexocorporel, alle drei stehen auf der Liste der vom Fachverband für Sexologie Schweiz empfohlenen Ausbildungen, und einige Dozierende unterrichten an beiden Häusern. Die Methode ist also dieselbe. Was sich unterscheidet, sind Aufbau, Zugang, Abschluss und die Frage, wie du am besten lernst.

Der Diplomlehrgang am ISP ist der Weg mit dem festen Rahmen. Du lernst drei Jahre in einem Jahrgang von 15 bis 25 Personen, hörst 24 Dozierende, die je ihr eigenes Fach vertreten, machst im ersten Jahr Körperarbeit in fünf Formen und arbeitest an der eigenen Sexualität als Teil des Lehrplans. In der Abschlussprüfung führst du eine Beratung im Rollenspiel. Der Abschluss berechtigt zur Mitgliedschaft im Fachverband für Sexologie Schweiz mit dem Titel «Sexolog:in FSS». Das ISP ist seit 2008 als Institution eduQua-zertifiziert, mit jährlichem Zwischenaudit, und bei der Stiftung ASCA als Schule für die Methode Sexualtherapie akkreditiert, dem Register, das Zusatzversicherungen in der Regel verlangen. eduQua ist in vielen Kantonen die Voraussetzung für Stipendien und Darlehen. Der Jahrgang startet im August 2027 in den eigenen Räumen am Grossmünsterplatz, und du meldest dich online an. Mit einem Hochschulabschluss kannst du am ISP den Master of Arts in Sexologie studieren, den einzigen in der Schweiz angebotenen Master of Arts in diesem Fach; 91 Masterarbeiten aus diesem Studiengang stehen im Volltext online.
Das ZISS hat, was das ISP nicht bietet: vier aufeinander aufbauende Module mit Ausstieg nach jedem, einen Einstieg für CHF 3’100, Fortbildungs-Credits für Ärzt*innen und einen zweiten Standort in Süddeutschland. Wer das braucht, ist dort richtig. Diese Seite stellt die drei Wege nebeneinander. Die Angaben zum ZISS stammen von ziss.ch, die Angaben zum ISP von unseren Lehrgangsseiten und den Stundenplänen der laufenden Jahrgänge. Wir sind Partei; deshalb bleiben die Zahlen des ZISS so, wie das ZISS sie publiziert. Preise und Termine können sich ändern, massgebend sind die Websites der Institute.
Die drei Wege in Kürze
Diplomlehrgang Sexualtherapie am ISP
Drei Jahre in einem festen Jahrgang, rund 100 Unterrichtstage, etwa monatlich ein Block von zwei bis drei Tagen zwischen Freitag und Sonntag und jeden August eine Intensivwoche, am Grossmünsterplatz 6 in Zürich. Zugang mit Berufslehre oder Maturität und mindestens einem Jahr Berufserfahrung. Jedes Störungsbild kommt zweimal: zuerst als Referat einer Fachperson, die genau dieses Gebiet vertritt, dann als Übungsblock nach Sexocorporel. Ab dem zweiten Jahr arbeitest du mit eigenen Klient*innen: drei Fallstudien, begleitet von 18 Stunden Gruppensupervision. Abschluss «Dipl. Sexualtherapeut*in ISP», vom Fachverband für Sexologie Schweiz anerkannt, mit Zugang zum Titel «Sexolog:in FSS». CHF 32’500 in fünf Raten, jeweils zwei Monate vor Modulbeginn fällig: 13’000 im ersten, 13’000 im zweiten, 6’500 im dritten Jahr, dazu CHF 400 Aufnahmegebühren. Das Datenblatt mit allen Terminen und Dozierenden steht auf der Lehrgangsseite zum Download. Nächster Start 9. August 2027, Durchführung garantiert.
Master of Arts in Sexologie am ISP
Dreieinhalb Jahre, 112 Unterrichtstage, fast immer Freitag und Samstag, in Kooperation mit der Hochschule Merseburg. Du bist dort immatrikuliert, unterstehst deren Studien- und Prüfungsordnung und erwirbst einen deutschen Hochschulgrad, den Weiterbildungsmaster «Master of Arts in Sexologie» mit 120 ECTS; er eröffnet den Zugang zur Promotion. Zugang mit Matur oder Berufsmatur, einem Hochschul- oder Fachhochschulabschluss in Psychologie, Medizin, Pädagogik oder Sozialer Arbeit und mindestens einem Jahr Berufserfahrung; wer die Kriterien nicht erfüllt, kann sich trotzdem bewerben, die Hochschule entscheidet über eine Feststellungsprüfung. Der Master deckt vier Felder ab: Sexualpädagogik, Beratung, Therapie und Forschung. Leistungsnachweise sind Essay, Hospitation, Projektarbeit, Fallstudien mit supervidierten Beratungen, eine wissenschaftliche Arbeit und die Masterarbeit. CHF 38’500 in sieben Raten. Nächster Start 18. März 2027, Durchführung garantiert.
Sexocorporel-Ausbildung am ZISS
Vier aufeinander aufbauende Module, Fundamentals, Klinik, Vertiefung und Expertise, zusammen 68 Präsenztage in dreieinhalb Jahren laut ZISS. Nach jedem Modul kannst du aussteigen; Fundamentals ist auch allein buchbar. Seminare von vier Tagen, Mittwoch bis Samstag in Zürich oder Donnerstagnachmittag bis Sonntag in Kisslegg in Süddeutschland; das Expertisemodul läuft in zweitägigen Ateliers und einem viertägigen Seminar. Ein Team von drei Lehrpersonen pro Standort unter ärztlicher Gesamtleitung, dazu einzelne Gäste. Supervision und Einzelselbsterfahrung finden zum Teil ausserhalb der Seminare bei iSi-anerkannten Supervisor*innen statt. Zertifikat pro Modul, nach vier Modulen das Abschlusszertifikat Klinische Sexologie, anerkannt vom Institut Sexocorporel International; für Ärzt*innen Credits von SAPPM und SGPP. Rund CHF 20’800 für alle vier Module in Zürich, Zahlung pro Seminar oder Jahr. Fundamentals startet am 6. Oktober 2027 in Zürich und am 1. Juli 2027 in Kisslegg.
Was den Diplomlehrgang am ISP prägt

Ein Jahrgang, der zusammenbleibt. Du lernst drei Jahre in derselben Gruppe, im selben Rhythmus, am selben Ort. Wer über drei Jahre mit denselben Menschen an der eigenen Sexualität und an Fällen arbeitet, geht mit einem Netzwerk hinaus: Kolleg*innen für Intervision, Überweisungen und Praxisgemeinschaften, oft auch Freundschaften. Zwischen den Blöcken arbeitest du in Lerngruppen weiter, und der Stundenplan steht mit Reserveterminen drei Jahre im Voraus fest.
Wissen von Spezialist*innen, danach Übung. Im laufenden Jahrgang unterrichten 24 Dozierende, darunter drei Gynäkologinnen, ein Urologe, ein Psychiater, Psychotherapeut*innen, sechs Körpertherapeut*innen und ein Jurist. Die meisten lehren nur ihr eigenes Fach. Du hörst Vaginismus von einer Gynäkologin und Erektionsstörungen von einem Urologen, und im zweiten Jahr folgt auf jedes Störungsbild ein Übungsblock mit Rollenspielen, Wahrnehmen und Beobachten, Basisinterventionen und Fallgesprächsdemonstrationen der Dozierenden. Studienleitung und Gründerin unterrichten selbst; der Studienleiter Ben Kneubühler ist Vorstandsmitglied und Vizepräsident des Institut Sexocorporel International iSi, des Dachverbands, der das Modell weltweit vertritt.
Körperarbeit in fünf Formen. Im ersten Jahr gehört jeder Sonntag eines Blocks der Körperarbeit: Atemtechnik nach Alexander, Selbstwahrnehmung in zwei Teilen, Beckenboden, die doppelte Schaukel auf der Basis der Feldenkrais-Methode, Gang und Atmung. Dazu kommen 20 Körperarbeitsstunden bei einer Fachperson deiner Wahl. Du erfährst am eigenen Körper, wie verschiedene Methoden mit dem Modell Sexocorporel zusammenwirken, bevor du sie mit Klient*innen anwendest.
Selbsterfahrung mit Struktur. Die Arbeit an der eigenen Sexualität steht im Lehrplan: die Evaluation der eigenen Selbstbefriedigung nach dem Modell Sexocorporel zum Abschluss des ersten Moduls, zwei Durchgänge themenfokussierte Selbstwahrnehmung in der Halbklasse, die Präsentation des eigenen Sexualisierungsprozesses im zweiten Jahr, dazu 12 Therapiesitzungen bei einer Fachperson ausserhalb des Instituts. Wer mit Klient*innen präzise und unbefangen über Sexualität sprechen will, muss sie bei sich selbst angeschaut haben.
Prüfungen, die Können messen. Der Lehrgang prüft in jedem Modul, von der Theorieprüfung über Beratungsbericht und Fallstudien bis zur dreitägigen Abschlussprüfung, die einen Wissenstest mit einem Rollenspiel verbindet, in dem du eine Beratung führst. Geprüft wird damit, ob du eine Beratung führen kannst, nicht nur, was du weisst.
Ausführlicher steht das alles auf der Lehrgangsseite.
Wie viele Arbeitstage die Ausbildung kostet
Auf unseren Lehrgangsseiten steht, Diplomlehrgang und Master seien in der Regel bei einer Arbeitstätigkeit von 80 Prozent möglich. Der Satz beschreibt, was bequem geht. Eine Bedingung ist er nicht, und du kannst es selbst nachrechnen.
Der Stundenplan des laufenden Diplomjahrgangs zählt 104 Unterrichtstermine, pro Person 101 Tage: 35 Freitage, 54 Wochenendtage und drei Intensivwochen von Montag bis Freitag. Auf das Jahr verteilt sind das 17 bis 18 Arbeitstage in den ersten zwei Jahren, je eine Intensivwoche im August und rund 13 Freitage, und 13 Arbeitstage im dritten Jahr, dazu die dreitägige Abschlussprüfung unter der Woche. Der übrige Unterricht liegt am Wochenende. Am Master sind es die Freitage der Blöcke, laut Stundenplan 17 bis 20 Arbeitstage pro Studienjahr und 5 im Mastersemester. Am ZISS in Zürich sind es rund 15 Arbeitstage im Klinik- und im Vertiefungsjahr, weil die Seminare Mittwoch bis Samstag dauern, und 6 im Fundamentals-Halbjahr; in Kisslegg beginnen die Seminare erst Donnerstagnachmittag, dort ist es etwa die Hälfte. Dazu kommen am ZISS Supervisionen und Ateliers nach Absprache.
Die Belastung pro Jahr ist damit auf allen drei Wegen ähnlich. Bei 100 Prozent planst du die Tage als Ferien- oder Kompensationstage ein. Bei 80 Prozent hast du meist einen freien Wochentag; legst du ihn auf den Freitag, fallen am Diplomlehrgang im Wesentlichen nur die drei Intensivwochen und die Abschlussprüfung auf Arbeitstage, sonst bleibt er Reserve für Selbststudium, Lerngruppe und ab dem zweiten Jahr für deine eigenen Klient*innen. Dazwischen liegt, was dein Arbeitgeber mitträgt. Mit eigener Praxis rechnest du in Praxistagen: am ISP pro Block ein Freitag und eine Woche im August, am ZISS in Zürich pro Seminar Mittwoch bis Freitag. Im Schichtdienst mit Wochenendarbeit zählst du die Gesamtzahl der Tage, 101 am Diplomlehrgang, 112 am Master, 68 am ZISS. In beiden Fällen hilft, dass der ISP-Stundenplan mit Reserveterminen drei Jahre im Voraus feststeht und in die Dienst- oder Praxisplanung kann.
Der Diplomlehrgang hat mit rund 100 Unterrichtstagen gut ein Drittel mehr als die 68 Seminartage des ZISS. Der Unterschied liegt im Inhalt der Tage: elf Sonntage Körperarbeit, vier Tage themenfokussierte Selbstwahrnehmung, zehn Übungsblöcke zu den Störungsbildern, drei Intensivwochen und Referate zu Themen, die im ISP-Lehrplan eigene Blöcke haben, etwa Paarberatung in drei Blöcken, das Recht der Beratung, sexuell übertragbare Infektionen und Sexualität bei Behinderung. Supervision und Therapiesitzungen kommen an beiden Instituten ausserhalb des Unterrichts dazu. Auf den Unterrichtstag gerechnet kostet der Diplomlehrgang rund CHF 320 (32’500 durch 101 Tage) und die ZISS-Ausbildung rund CHF 305 (20’800 durch 68); der höhere Gesamtpreis des ISP entspricht den zusätzlichen Tagen.
Viele Dozierende oder ein kleines Lehrteam
Hier unterscheiden sich die Häuser am deutlichsten, und hier weisst du selbst am besten, wie du lernst.
Am ISP hörst du 24 Fachpersonen im Jahrgang, 28 stehen mit Namen und Fachtiteln auf der Dozierendenliste. Die meisten kommen für ihr Gebiet: die Gynäkologin für Vaginismus und Dyspareunie, der Urologe für Erektionsstörungen, der Jurist für das Recht der Beratung. Das hat zwei Folgen. Du bekommst jedes Thema von jemandem, der genau dieses Gebiet vertritt. Und wenn dir eine Lehrperson nicht liegt, hängt davon nicht dein ganzer Lehrgang ab; du siehst nebenbei, dass es in der Sexualtherapie mehr als eine Handschrift gibt. Den roten Faden halten die Übungsblöcke nach Sexocorporel und die Studienleitung, die selbst unterrichtet und im Vorstand des Institut Sexocorporel International sitzt.
Am ZISS unterrichtet pro Standort ein Team von drei Lehrpersonen mit einzelnen Gästen, unter der Gesamtleitung einer Ärztin. Die Lehrpersonen wechseln je nach Modul und Standort, die Leitung bleibt. Das ZISS beschreibt das als Kontinuität in Vermittlung, Didaktik und Betreuung. Wer sich an einer Handschrift orientieren will, findet das dort eher. Drei Dozierende des ISP-Diplomlehrgangs gehören zum ZISS-Team; die Überschneidung ist grösser, als der Vergleich vermuten lässt.
Die Vergleichstabelle
| Diplomlehrgang Sexualtherapie ISP | Master of Arts in Sexologie ISP | Sexocorporel-Ausbildung ZISS | |
|---|---|---|---|
| Abschluss | Dipl. Sexualtherapeut*in ISP; berechtigt zur FSS-Mitgliedschaft mit dem Titel «Sexolog:in FSS» | Master of Arts in Sexologie der Hochschule Merseburg, 120 ECTS, Zugang zur Promotion; berechtigt zur FSS-Mitgliedschaft mit dem Titel «Sexolog:in FSS» | Zertifikat pro Modul; nach vier Modulen Abschlusszertifikat Klinische Sexologie; nach den Vorgaben des iSi Zertifizierung als Klinische Sexolog:in iSi, die ebenfalls zur FSS-Mitgliedschaft berechtigt |
| Zulassung | Berufslehre oder Maturität, mindestens ein Jahr Berufserfahrung, Aufnahmegespräch; kein Studium nötig | Matur oder Berufsmatur, Hochschul- oder FH-Abschluss in Psychologie, Medizin, Pädagogik oder Sozialer Arbeit, mindestens ein Jahr Berufserfahrung; sonst Entscheid der Hochschule über eine Feststellungsprüfung (CHF 2’000) | Fundamentals und Klinik offen, auch für Quereinsteiger*innen; Vertiefung: Klinikmodul oder gleichwertige Grundausbildung, beraterische Erfahrung, laufende oder geplante Sexualberatungen und eine begonnene, geplante oder abgeschlossene Beratungs- oder Therapieausbildung; Expertise: eigene Sexocorporel-Praxis und Gespräch mit der Leitung |
| Gruppe und Ort | fester Jahrgang von 15 bis 25, drei Jahre dieselbe Gruppe, am Grossmünsterplatz 6 in eigenen Räumen, im laufenden Jahrgang ein Block online | fester Jahrgang von 15 bis 25, am ISP in Zürich, zwei Termine online | Plenarseminare ohne publizierte Gruppengrösse, Vertiefungssupervision und Expertise-Ateliers in festen Sechsergruppen; Festsaal Alterszentrum Hottingen Zürich oder Seminarzentrum Kisslegg, Supervision und Ateliers bei ZiSMed Zürich oder online |
| Dozierende | 24 im laufenden Jahrgang, 28 auf der Liste: Gynäkologie, Urologie, Psychiatrie, Psychotherapie, Körpertherapie, Recht; Studienleiter Ben Kneubühler unterrichtet selbst und ist Vizepräsident des iSi | 23 im Stundenplan, darunter vier Professor*innen; Studienleitung Ben Kneubühler, Agnes Silvani und Prof. Heinz-Jürgen Voss | drei Lehrpersonen pro Standort mit einzelnen Gästen, ärztliche Gesamtleitung |
| Übung und eigene Fälle | Übungsblock nach jedem Störungsbild; drei Fallstudien mit eigenen Klient*innen (Mann, Frau, Paar) ab dem zweiten Jahr; 18 Stunden Gruppensupervision | Hospitation, Projektarbeit, Fallstudien mit je sechs supervidierten Beratungssitzungen; 18 Stunden Fallsupervision in Gruppen inbegriffen | Rollenspiele, Körperlektüre und Mini-Modelings in den Seminaren; Vertiefungssupervision mit Rollenspiel-Vignetten zu eigenen Fällen; im Expertisemodul eine Fallstudie mit mindestens zehn Sitzungen und ein reflektierter Videomitschnitt; 40 Stunden Supervision, 30 davon in den Modulen |
| Körperarbeit | fünf Formen im ersten Jahr: Atemtechnik nach Alexander, Selbstwahrnehmung, Beckenboden, doppelte Schaukel nach Feldenkrais, Gang und Atmung; dazu 20 Stunden extern | Selbstwahrnehmung in der Halbklasse; 20 Körperarbeitsstunden extern | Atmung, Bewegung und Körperlektüre nach Sexocorporel in jedem Seminar |
| Selbsterfahrung | im Lehrplan: Evaluation der eigenen Selbstbefriedigung, zwei Durchgänge Selbstwahrnehmung in der Halbklasse, Präsentation des Sexualisierungsprozesses; 12 Therapiesitzungen extern | zwei Durchgänge Selbstwahrnehmung in der Halbklasse; 12 Therapiesitzungen extern | Selbsterfahrung in den Fundamentals-Seminaren, Selbstevaluation im Klinikmodul, Mini-Modelings in der Vertiefung; 12 Stunden Einzelselbsterfahrung bei iSi-Supervisor*innen ausserhalb der Seminare |
| Prüfungen | Leistungsnachweis in jedem der sechs Module: Theorieprüfung (1), schriftliche Prüfung (2), Evaluationstechniken, Beratungsbericht und erste Fallstudie (3), zweite Fallstudie (4), dritte Fallstudie mit einem Paar (5), dreitägige Abschlussprüfung mit Wissenstest und Rollenspiel (6); dazu die Präsentation des Sexualisierungsprozesses | Prüfung zu Modul 1 und 2, Präsentation der Fallstudie mit Prüfungsgespräch, Literaturprüfung, Masterarbeit mit Kolloquium | Modulprüfungen, 90 Prozent Anwesenheit, Selbstevaluation, kurze schriftliche Arbeit in der Vertiefung; im Expertisemodul Fallstudie und Videoreflexion |
| Wissenschaft | Prüfungen, Fallstudien, Beratungsbericht | Essay, zwei Blöcke empirische Sozialforschung, wissenschaftliche Arbeit, Masterarbeit; 91 Masterarbeiten online | kurze schriftliche Arbeit in der Vertiefung, Fallstudie in der Expertise |
| Qualität und Register | Institution eduQua-zertifiziert seit 2008, jährliches Zwischenaudit; ASCA-akkreditierte Schule für die Methode Sexualtherapie | Institution eduQua-zertifiziert; Studien- und Prüfungsordnung der Hochschule Merseburg | Institut Sexocorporel International; im öffentlichen eduQua-Register nicht eingetragen (Stand September 2026); laut ziss.ch ist das Abschlusszertifikat von der ASCA als Sexualtherapie-Methode anerkannt |
| Finanzierung | kantonale Stipendien und Darlehen möglich (eduQua ist in vielen Kantonen Voraussetzung), Weiterbildungsversicherung, fünf Raten, steuerlicher Abzug | wie Diplomlehrgang, sieben Raten | Zahlung pro Seminar oder Jahr, steuerlicher Abzug |
| Nächster Start | 9. August 2027, Durchführung garantiert | 18. März 2027, Durchführung garantiert | Fundamentals 6. Oktober 2027 Zürich, 1. Juli 2027 Kisslegg; Expertise-Ateliers laufend |
| Anmeldung und Kennenlernen | online, rollende Aufnahme ohne Frist; Online-Infoabend, Einführungstag Sexocorporel CHF 50 | Online-Infoabend, Videos von Studierenden | PDF-Formular; Online-Infoabend, Einführungsseminar CHF 260 mit Anrechnung bei Eintritt 2027, Fundamentals allein buchbar |
| Unterrichtstage | rund 100 (Stundenplan ST26: 101 pro Person) | 112 laut Lehrgangsseite | 68 laut ZISS |
| Dauer | 3 Jahre, August 2027 bis Juli 2030 | 3.5 Jahre, März 2027 bis September 2030 | 3.5 Jahre für vier Module; Fundamentals allein ein halbes Jahr; Expertise-Ateliers starten laufend |
| Rhythmus | etwa monatlich ein Block von zwei bis drei Tagen zwischen Freitag und Sonntag, jeden August eine Intensivwoche | ein bis zwei Blöcke à zwei Tage pro Monat, fast immer Freitag und Samstag | Seminare von vier Tagen, Mittwoch bis Samstag (Zürich) oder Donnerstagnachmittag bis Sonntag (Kisslegg); Expertise als zweitägige Ateliers und ein viertägiges Seminar |
| Arbeitstage pro Jahr | 17 bis 18 in den ersten zwei Jahren, 13 im dritten plus dreitägige Abschlussprüfung | 17 bis 20 pro Studienjahr, 5 im Mastersemester | Zürich rund 15 im Klinik- und Vertiefungsjahr, 6 im Fundamentals-Halbjahr; Kisslegg etwa die Hälfte; Supervision und Ateliers nach Absprache |
| Aufbau | ein Lehrgang mit sechs Modulen, als Ganzes belegt | ein Studiengang mit sieben Modulen, als Ganzes belegt | vier aufeinander aufbauende Module, Ausstieg nach jedem möglich, Fundamentals allein buchbar |
| Fortbildungspunkte | anrechenbar an die Fortbildungspflicht von FSP und SBAP; Pflegefachpersonen und Hebammen erfassen den Unterricht in e-log; für Ärzt*innen keine Credits ausgewiesen | anrechenbar an die Fortbildungspflicht von FSP und SBAP | laut ziss.ch: SAPPM 27 Credits pro Seminar als Weiterbildungsteilangebot (maximal 120), SGPP 10 Credits pro Jahr, FSP, Landesärztekammer 36 bis 37 Punkte pro Seminar |
| Kosten | CHF 32’500 plus CHF 400 Aufnahme; Raten 13’000, 13’000, 6’500, je zwei Monate vor Modulbeginn; AGB auf der Lehrgangsseite | CHF 38’500 plus CHF 500 Aufnahme, sieben Raten | rund CHF 20’800 in Zürich für Teilnehmende aus der Schweiz, Euroraum tiefer |
| Nicht enthalten | 12 Therapiesitzungen und 20 Körperarbeitsstunden bei Fachpersonen deiner Wahl, extern gebucht und dort bezahlt; Literatur | 12 Therapiesitzungen und 20 Körperarbeitsstunden, extern gebucht und dort bezahlt; Literatur | rund 10 Stunden Supervision, 12 Stunden Einzelselbsterfahrung, zweites Expertiseseminar; in Kisslegg Übernachtung ab 85 Euro oder Tagespauschale |
Die Details zu den ISP-Wegen
- Diplomlehrgang Sexualtherapie: Lehrgangsseite mit Datenblatt, Stundenplan, Dozierenden und AGB
- Master of Arts in Sexologie: Studiengangsseite mit Modulen, Zulassung und Stundenplan
- Dozierende am ISP: alle 28 mit Fachgebiet
Was ist für wen geeignet
Du hast eine Berufslehre oder die Matur, aber kein Studium
Dann führt der Diplomlehrgang am ISP direkt in den Beruf: Berufslehre oder Maturität, ein Jahr Berufserfahrung und ein Aufnahmegespräch genügen, Beratungserfahrung wird nicht verlangt, und laut Lehrgangsseite vermittelt der Lehrgang mehr Grundlagen als andere, damit Quereinsteiger*innen mitkommen. Am Ende bist du für die FSS-Mitgliedschaft mit dem Titel «Sexolog:in FSS» qualifiziert. Auf der Lehrgangsseite berichten drei Absolvent*innen der Jahrgänge ST22 und ST23; zwei führen heute eine eigene Praxis, eine hat ihren früheren Beruf dafür aufgegeben. Am ZISS stehen dir Fundamentals und Klinik offen, zusammen 30 Tage; das ZISS schreibt selbst, ohne beratende Vorkenntnisse gebe das Klinikmodul einen Einblick, ob dir das Arbeitsfeld liegt. Für die Vertiefung brauchst du beraterische Erfahrung, laufende oder geplante Sexualberatungen und eine begonnene oder geplante Aus- oder Weiterbildung in Beratung oder Therapie; das Expertisemodul, das das ZISS für die hauptberufliche Sexualtherapie empfiehlt, setzt eine eigene Sexocorporel-Praxis voraus. Beim Master entscheidet die Hochschule Merseburg, ob sie dich auch ohne Bachelor zur Feststellungsprüfung zulässt, etwa mit einer tertiären Ausbildung und passender Berufserfahrung.
Du arbeitest in der Sozialen Arbeit oder in der Pädagogik
Sexualität begegnet dir im Alltag, in der Wohngruppe, im Heim, in der Beratungsstelle, und oft fehlt das sexologische Handwerk dafür. Der Diplomlehrgang nimmt dich mit oder ohne Studium auf. Im fünften Modul stehen Behandlungsansätze bei sexueller Gewalt, die Sexualberatung von Menschen mit einer Behinderung und die rechtlichen Aspekte der Beratung im Lehrplan, und als Berufsperspektive nennt die Lehrgangsseite die Fachperson für sexuelle Gesundheit in Pflege und Langzeitbetreuung, inklusive Schulungen für Teams. Mit einem Bachelor in Sozialer Arbeit oder Pädagogik erfüllst du die Zulassung der Hochschule Merseburg zum Master; laut ISP haben die meisten Studierenden einen pädagogischen Hintergrund, und Beeinträchtigung und sexualisierte Gewalt sind dort Themen des sechsten Moduls. Willst du vor allem mit Gruppen arbeiten, mit Klassen, Teams und Eltern, passt der Diplomlehrgang Sexualpädagogik am ISP besser; für die Behindertenhilfe bietet das ISP zudem den Diplomlehrgang Sexualität und Behinderung und eine Seminarreihe zum Thema an. Am ZISS stehen dir Fundamentals und Klinik offen; die Vertiefung setzt beraterische Erfahrung voraus.
Du bist Paartherapeut*in oder arbeitest beratend
Am ISP ist Paarberatung ein eigenes Thema in drei Blöcken im dritten Jahr, die drei Fallstudien (Mann, Frau, Paar) führst du ab dem zweiten Jahr mit eigenen Klient*innen, jede mit zwei Fallsupervisionen, und der Zugang braucht keine Feststellungsprüfung. Am ZISS erfüllst du mit deiner Beratungsausbildung und laufender Beratungstätigkeit die Bedingung für die Vertiefung; vorher durchläufst du Fundamentals und Klinik, zusammen 30 Tage in eineinhalb Jahren, weil die Vertiefung eine Sexocorporel-Grundausbildung voraussetzt. Beide Wege passen; der Unterschied liegt darin, ob du drei Jahre am Stück willst oder Etappen, und ob dein Budget eher bei CHF 21’000 oder bei CHF 33’000 liegt.
Du kommst aus Pflege, Hebammenarbeit oder Physiotherapie
Der Diplomlehrgang nimmt dich mit Berufslehre oder Matur auf, ein Bachelor ist mehr als verlangt. Beckenboden ist eine der fünf Körperarbeitsformen im ersten Jahr; Vaginismus und Dyspareunie unterrichtet eine Gynäkologin, Erektionsstörungen ein Urologe, je mit Übungsblock nach Sexocorporel; Sexualität bei akuten und chronischen Erkrankungen gehört zu Modul 4. Als Berufsperspektive nennt die Lehrgangsseite die Fachperson für sexuelle Gesundheit in Pflege und Langzeitbetreuung, inklusive Schulungen für Teams. Als Pflegefachperson oder Hebamme kannst du die rund 100 Unterrichtstage in e-log erfassen, und das ISP ist bei der ASCA als Schule für die Methode Sexualtherapie akkreditiert; was das für die Zusatzversicherung heisst, steht unten bei der Krankenkassenfrage. Der Master passt, wenn du einen Hochschulabschluss in Psychologie, Medizin, Pädagogik oder Sozialer Arbeit hast; mit einem anderen Abschluss, etwa Physiotherapie BSc, entscheidet die Hochschule Merseburg über eine Feststellungsprüfung. Das ZISS nennt Hebammen und Physiotherapeut*innen ebenfalls als Zielgruppe; physioswiss-Punkte oder e-log-Labels weist keines der beiden Häuser aus.
Du bist Psycholog*in oder Psychotherapeut*in
Der Unterricht beider Häuser ist an die Fortbildungspflicht der FSP anrechenbar, der Diplomlehrgang auch an jene des SBAP; das sind Schweizer Verbände, deutsche Kammerpunkte nennt laut ziss.ch nur das ZISS. Mit einem Bachelor in Psychologie steht dir der Master offen, wenn du den akademischen Grad willst; mit dem Diplomlehrgang kommst du in drei Jahren zum Diplom und zur FSS-Mitgliedschaft. Am ZISS kannst du modulweise planen; für die Vertiefung brauchst du neben dem Klinikmodul beraterische Erfahrung und eine begonnene oder abgeschlossene Beratungs- oder Therapieausbildung.
Du bist Ärztin, Psychiater oder brauchst ärztliche Fortbildungs-Credits
Hier ist das ZISS im Vorteil: laut ziss.ch 27 SAPPM-Credits pro viertägigem Seminar als Weiterbildungsteilangebot, maximal 120 für die ganze Ausbildung, 10 SGPP-Credits pro Jahr als Fortbildung, dazu Punkte der Landesärztekammer, und die Module lassen sich nacheinander in eine laufende Praxis einbauen. Andere Fachärzt*innen können solche Credits als erweiterte Fortbildung anrechnen. Das ISP weist für Ärzt*innen keine Credits aus. Medizinisch dünn ist der Lehrgang deshalb nicht: Drei Gynäkologinnen, ein Urologe und ein Psychiater unterrichten im laufenden Jahrgang, und die Funktionsstörungen werden nach ICD-10 und ICD-11 systematisiert. Mit einem Medizinstudium erfüllst du die Zulassung zum Master, und der Stundenplan des Diplomlehrgangs steht mit Reserveterminen drei Jahre im Voraus fest, was die Praxisplanung erleichtert. Wenn dir der akademische Grad, die Breite des Dozierendenteams oder der feste Jahrgang wichtiger sind als die Credits, bleiben Diplomlehrgang und Master eine Option.
Du hast einen Bachelor und willst später forschen oder lehren
Dann ist der Master of Arts in Sexologie dein Weg. Er ist der einzige in der Schweiz angebotene Master of Arts in Sexologie; die MAS-, DAS- und CAS-Angebote der Hochschulen sind Weiterbildungsabschlüsse. Er deckt neben der Therapie auch Sexualpädagogik, Beratung und Forschung ab, mit zwei Blöcken empirischer Sozialforschung, einer wissenschaftlichen Arbeit und der Masterarbeit, und er eröffnet den Zugang zur Promotion: Die Hochschule Merseburg hat seit 2021 eigenes Promotionsrecht, zwei sexualwissenschaftliche Professuren dürfen Doktorate betreuen, über die Zulassung entscheidet die Fakultät. Was in diesem Studiengang entsteht, siehst du an den 91 Masterarbeiten, die online stehen, ein Teil davon im Repositorium der Hochschule. Als Immatrikulierte nutzt du deren Career Services. Diplomlehrgang und ZISS-Ausbildung zielen auf die Praxis; einen akademischen Grad gibt es dort nicht. Wer nach dem Master tiefer in die Sexocorporel-Therapie will, kann am ZISS in die Vertiefung einsteigen.
Du willst Struktur und eine feste Gruppe
Der ISP-Jahrgang gibt dir drei Jahre denselben Rhythmus, dieselben 15 bis 25 Menschen und denselben Ort. Zwischen den Blöcken arbeitest du in Lerngruppen, der Stundenplan mit Reserveterminen steht im Voraus fest, und nach dem Abschluss bleibt ein Netzwerk für Intervision, Überweisungen und Praxisgemeinschaften. Am ZISS entscheidest du nach jedem Modul neu, ob du weitermachst; für die Plenarseminare publiziert das ZISS keine Gruppengrösse, Vertiefungssupervision und Expertise-Ateliers laufen in festen Sechsergruppen.
Du brauchst ein Stipendium oder ein Darlehen
Das ISP ist als Institution eduQua-zertifiziert, was in vielen Kantonen die Voraussetzung für Stipendien und Darlehen ist; über die Vergabe entscheidet dein Wohnkanton. Dazu kommen Ratenzahlung in fünf oder sieben Teilen, der steuerliche Abzug und eine Weiterbildungsversicherung. Frag vor der Anmeldung bei der Stipendienstelle deines Kantons nach; die Raten sind jeweils zwei Monate vor Beginn der Module fällig, die erste also vor dem Start im August 2027. Wenn du ohne Stipendium rechnest, ist das ZISS über alle vier Module günstiger: rund CHF 20’800 gegenüber CHF 32’500 am ISP, wobei am ZISS Supervision und Selbsterfahrung teilweise dazukommen.
Du willst dich erst einmal ausprobieren oder in Etappen entscheiden
Am ZISS geht das mit dem Fundamentals-Modul für CHF 3’100 in einem halben Jahr, danach dem Klinikmodul, und nach jedem Modul entscheidest du neu. Am ISP gibt es dafür den Online-Infoabend und den Einführungstag Sexocorporel für CHF 50; den Lehrgang belegst du als Ganzes, weil der Jahrgang als Gruppe lernt. Wer die Entscheidung lieber in Etappen trifft, ist am ZISS besser bedient.
Du lebst in Süddeutschland
Das ZISS führt Fundamentals, Klinik und Vertiefung in Kisslegg, mit Übernachtung im Seminarzentrum und Preisen in Euro; die Seminare beginnen dort Donnerstagnachmittag und kosten weniger Arbeitstage. Die Expertise-Ateliers finden in der Regel in Zürich statt. Der Master am ISP ist für Teilnehmende aus Deutschland interessant, weil der Abschluss ein Grad der Hochschule Merseburg mit 120 ECTS ist, in Deutschland ohne Umweg verwertbar; die 12 Therapiesitzungen und 20 Körperarbeitsstunden buchst du bei Fachpersonen deiner Wahl, auch zu Hause.
Häufige Fragen
Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in der Schweiz, um Sexualtherapeut*in zu werden?
Drei Wege führen zu einer vollständigen Sexualtherapie-Ausbildung: der Diplomlehrgang Sexualtherapie und der Master of Arts in Sexologie am ISP Zürich sowie die Sexocorporel-Ausbildung am ZISS. Dazu kommen kürzere Weiterbildungsabschlüsse mit akademischem Zugang: das [DAS Sexualmedizin/Sexualtherapie der Universität Basel](https://advancedstudies.unibas.ch/studienangebot/kurs/das-sexualmedizinsexualtherapie-19713), der MAS Sexuelle Gesundheit der Hochschule Luzern, das [CAS Sexuelle Gesundheit der Universität Bern](https://www.unibe.ch/weiterbildungsangebote/cas_sexuelle_gesundheit/index_ger.html), das [CAS Sexologie clinique der Université de Genève](https://www.unige.ch/formcont/cours/cas-sexologie-clinique) und CAS/DAS Santé sexuelle der HES-SO; in der Romandie bildet zudem Sexocorporel Genève nach dem Modell aus. Die Übersicht steht am Ende dieser Seite.
Sind alle drei Ausbildungen gleich anerkannt?
Alle drei stehen auf der Liste der vom Fachverband für Sexologie Schweiz empfohlenen Ausbildungen, und alle drei Abschlüsse sind in den FSS-Statuten als Zugang zur ordentlichen Mitgliedschaft mit dem Titel «Sexolog:in FSS» genannt: der Master in Sexologie, der Diplomlehrgang Sexualtherapie ISP und die Zertifizierung als Klinische Sexolog:in iSi. Der Titel ist ein Verbandstitel, kein staatlicher; das Diplom lautet «Dipl. Sexualtherapeut*in ISP». Der Master ist zusätzlich ein Hochschulgrad mit 120 ECTS. Das ZISS-Zertifikat ist vom Institut Sexocorporel International anerkannt und bringt Ärzt*innen Credits. Das ISP ist als Institution eduQua-zertifiziert (seit 2008, im öffentlichen eduQua-Register) und als Schule bei der ASCA akkreditiert; das ZISS steht nicht im eduQua-Register und gibt an, sein Abschlusszertifikat sei von der ASCA als Sexualtherapie-Methode anerkannt. Auf der iSi-Institutsliste steht das ZISS, nicht das ISP; im iSi-Vorstand sitzen beide Häuser: Ben Kneubühler vom ISP als Vizepräsident, Annette Bischof-Campbell vom ZISS als Schatzmeisterin. Was «mehr» wert ist, hängt davon ab, wo du hinwillst: eigene Praxis, Hochschule oder ärztliche Fortbildung.
Brauche ich ein Studium?
Für den Diplomlehrgang am ISP nicht: Berufslehre oder Maturität und mindestens ein Jahr Berufserfahrung genügen. Für den Master brauchst du Matur oder Berufsmatur, einen Hochschul- oder FH-Abschluss in Psychologie, Medizin, Pädagogik oder Sozialer Arbeit und ein Jahr Berufserfahrung; wer das nicht mitbringt, kann sich bewerben, und die Hochschule Merseburg entscheidet über eine Feststellungsprüfung. Am ZISS sind Fundamentals und Klinik offen; für die Vertiefung brauchst du beraterische Erfahrung und eine begonnene, geplante oder abgeschlossene Aus- oder Weiterbildung in Beratung oder Therapie.
Wie viel Zeit brauche ich neben dem Beruf?
Am Diplomlehrgang 17 bis 18 Arbeitstage pro Jahr in den ersten zwei Jahren (eine Intensivwoche im August und rund 13 Freitage) und 13 im dritten, dazu die dreitägige Abschlussprüfung; der übrige Unterricht liegt am Wochenende. Am Master sind es die Freitage der Blöcke, 17 bis 20 pro Studienjahr. Am ZISS in Zürich rund 15 pro Seminarjahr, weil die Seminare Mittwoch bis Samstag dauern, in Kisslegg etwa die Hälfte, dazu Supervision und Ateliers nach Absprache. Bei 100 Prozent planst du die Tage als Ferien- oder Kompensationstage ein; bei 80 Prozent hast du auf allen drei Wegen Reserve für Selbststudium und eigene Fälle.
Warum hat der Diplomlehrgang mehr Unterrichtstage als das ZISS?
Die rund 100 Tage des ISP enthalten elf Sonntage Körperarbeit, vier Tage themenfokussierte Selbstwahrnehmung, zehn Übungsblöcke zu den Störungsbildern, drei Intensivwochen und Referate zu Paarberatung, Recht, sexuell übertragbaren Infektionen und Sexualität bei Behinderung. Das ZISS kommt mit 68 Seminartagen aus. Supervision und Therapiesitzungen liegen an beiden Instituten ausserhalb des Unterrichts. Auf den Unterrichtstag gerechnet kostet der Diplomlehrgang rund CHF 320 und die ZISS-Ausbildung rund CHF 305; der höhere Gesamtpreis des ISP entspricht den zusätzlichen Tagen, und die Arbeitstage pro Jahr liegen an beiden Instituten zwischen 13 und 18.
Kann ich am ISP mit einem einzelnen Modul beginnen?
Nein. Der Diplomlehrgang wird als Ganzes belegt, weil der Jahrgang drei Jahre als Gruppe lernt. Zum Kennenlernen gibt es den Online-Infoabend und den Einführungstag Sexocorporel für CHF 50. Wer in Etappen entscheiden will, findet das am ZISS mit dem Fundamentals-Modul für CHF 3’100.
Kann ich Diplomlehrgang oder Master später mit dem ZISS kombinieren?
Ja, nach Prüfung deiner Unterlagen in einem Beratungsgespräch. Das ZISS nimmt Personen mit einer Sexocorporel-Grundausbildung, etwa vom ISP, in sein Vertiefungsmodul auf, und Absolvent*innen des Masters können einzelne Seminare als Gasthörende oder Gastteilnehmende besuchen. Die Wege schliessen sich nicht aus.
Zahlt die Krankenkasse Sexualtherapie?
Die Grundversicherung übernimmt Sexualtherapie nur als Psychotherapie bei Krankheit, erbracht von Ärzt*innen oder auf ärztliche Anordnung von zugelassenen psychologischen Psychotherapeut*innen. Zusatzversicherungen beteiligen sich nur teilweise; der Fachverband für Sexologie Schweiz schreibt, Sexualtherapie bei Fachpersonen ohne Psychotherapie- oder Facharzttitel sei zurzeit zumeist nicht erstattungsfähig, und setzt sich dafür ein, dass sich das ändert. Voraussetzung ist in der Regel eine Registrierung, etwa bei der ASCA. Das ISP ist dort als Schule für die Methode Sexualtherapie akkreditiert; was die ASCA von dir persönlich verlangt, klärst du vor der Anmeldung direkt dort. Das ZISS schreibt, sein Abschlusszertifikat sei von der ASCA als Sexualtherapie-Methode anerkannt. Ob und was vergütet wird, entscheidet jede Versicherung selbst. Versprechen kann das niemand. Was Sexualtherapeut*innen rechtlich dürfen und was die Kassen zahlen, steht im Beitrag [Was Sexualtherapeut*innen in der Schweiz dürfen](https://isp-zuerich.ch/2026/08/31/was-sexualtherapeutinnen-in-der-schweiz-duerfen/).
Die Entscheidung in drei Sätzen
Mit oder ohne Studium, mit dem Ziel eigener Praxis oder einer Stelle in Klinik, Pflege oder Beratungsstelle und dem Wunsch nach einer festen Gruppe: Diplomlehrgang. Mit Hochschulabschluss und dem Wunsch nach akademischem Grad oder Forschung: Master. Als Ärztin oder Arzt mit Bedarf an Fortbildungs-Credits, mit dem Wunsch, in Etappen zu entscheiden, oder mit Wohnort in Süddeutschland: ZISS; wer aus Deutschland kommt und einen dort ausgestellten Hochschulgrad will, prüft den Master.
Wer unsicher ist, kommt an den Infoabend; dort beantworten Ehemalige und Studierende deine Fragen, die dieselbe Entscheidung schon getroffen haben.
Dein nächster Schritt
- Online-Infoabend: Termine und Anmeldung, mit Ehemaligen und Studierenden
- Einführungstag Sexocorporel: ein Tag am ISP für CHF 50
- Anmeldung Diplomlehrgang Sexualtherapie: online, rollende Aufnahme, Start 9. August 2027
- Anmeldung Master of Arts in Sexologie: Start 18. März 2027
Weitere Angebote in der Schweiz
Das Feld Sexologie ist in der Schweiz klein. Der Fachverband für Sexologie Schweiz führt in seiner Ausbildungsliste den Master und die Diplomlehrgänge des ISP, die ZISS-Ausbildung, den MAS der Hochschule Luzern und ein CAS zu Behinderung und Sexualität. Dazu kommen universitäre Weiterbildungen in Sexualmedizin und sexueller Gesundheit, ein zweites Sexocorporel-Institut in der Romandie und Kurzformate für einzelne Themen. Die Hochschulangebote sind kürzer, akademisch im Zugang und führen zu Weiterbildungsabschlüssen (CAS, DAS, MAS), nicht zu einem Master of Arts und nicht zu einer Sexocorporel-Ausbildung. Für die Arbeit als Sexualtherapeut*in mit eigenen Klient*innen bleiben die drei Wege oben die umfassenderen; die Angebote hier passen, wenn du einen Ausschnitt willst oder in einem anderen Feld der Sexologie arbeitest.
Weitere Wege am ISP
Neben Diplomlehrgang Sexualtherapie und Master bietet das ISP den Diplomlehrgang Sexualpädagogik für die Arbeit mit Gruppen, Klassen, Teams und Eltern, den Diplomlehrgang Sexualität und Behinderung und eine Seminarreihe zum selben Thema, alle FSS-gelistet beziehungsweise auf dem Modell Sexocorporel aufgebaut. Wer erst später weiss, welches Feld passt, bleibt damit im Haus.
Universität Basel
DAS Sexualmedizin/Sexualtherapie der Universität Basel: zwei Jahre, 30 ECTS, CHF 13’000, getragen von der Medizinischen Fakultät und der Frauenklinik des Universitätsspitals Basel; nächster Start voraussichtlich März 2028. Der universitäre Weg für Ärzt*innen und Psycholog*innen, die Sexualmedizin neben der Praxis vertiefen wollen.
Hochschule Luzern
MAS Sexuelle Gesundheit im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich der Hochschule Luzern: 60 ECTS aus dem Pflicht-CAS Sexuelle Gesundheit und Menschenrechte, zwei Wahlpflicht-CAS und dem Master-Modul, vier bis sechs Jahre, mit Sexuelle Gesundheit Schweiz; Einstieg mit jedem CAS-Start. Die CAS sind auch einzeln belegbar: CAS Sexualpädagogik in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, CAS Psychosoziale Beratung zu Sexualität und sexueller Gesundheit, CAS Behinderung und Sexualität (mit der Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten und Luzern). Zugang mit Tertiärabschluss, bei höherer Berufsbildung mit drei Jahren Berufserfahrung; die Kosten nennt die Hochschule pro CAS. Ausgerichtet auf Bildung, Beratung und Sexualpädagogik; der Fachverband für Sexologie Schweiz führt den MAS unter Sexualpädagogik.
Universität Bern
CAS Sexuelle Gesundheit der Universität Bern: ein Semester, 15 ECTS, zehn Präsenztage, CHF 7’200; Zugang mit Masterabschluss in Psychologie, Medizin oder einem Gesundheitsberuf nach Gesundheitsberufegesetz, Ausnahmen im Einzelfall. Ein Einstieg für Fachpersonen, die das Thema in ihren Beruf holen wollen.
Université de Genève
CAS Sexologie clinique der Université de Genève: 25 ECTS, 168 Präsenzstunden, CHF 7’200, auf Französisch; Zugang mit Hochschulabschluss und zwei Jahren Berufserfahrung im Gesundheits- oder Sozialbereich.
HES-SO, Westschweiz
CAS und DAS Santé sexuelle der HES-SO (Genf, mit den Universitäten Genf und Lausanne und Santé Sexuelle Suisse): CAS mit 10 bis 15 ECTS, DAS mit 30 bis 35 ECTS, alle zwei Jahre, auf Französisch; Zugang mit Hochschulabschluss und zwei Jahren Berufserfahrung. Ausgerichtet auf Prävention, Bildung und Beratung, nicht auf Therapie.
Sexocorporel Genève
Sexocorporel Genève ist neben dem ZISS das zweite vom Institut Sexocorporel International anerkannte Ausbildungsinstitut in der Schweiz, auf Französisch. Aufbau, Dauer und Kosten stehen auf der Website des Instituts.
Kurzformate zu einzelnen Themen
Für einzelne Themen gibt es Kurse ohne sexologischen Abschluss: die Aids-Hilfe Schweiz Academy zu HIV und STI, LehrplanQ und Du bist du zu LGBTIQ+, Limita und die Opferhilfestellen zur Prävention sexualisierter Gewalt, Valida zu Sexualität und Behinderung. Sie ergänzen eine sexologische Ausbildung, ersetzen sie nicht.
Stand September 2026. Angaben zum ZISS gemäss ziss.ch, Angaben zum ISP gemäss Lehrgangsseiten, Datenblatt ST26, Stundenplan MA IX und Studiengangsleitung. Änderungen vorbehalten.