Zielgruppe
Der Diplomlehrgang in Sexualpädagogik richtet sich an Lehrpersonen und andere qualifizierte Fachleute mit einem Abschluss im Sozialbereich, Pädagogik oder Medizin, die Freude daran haben, mit Neugier, Kreativität, Liebe und Respekt, Menschen in ihrer Sexualität zu fördern.
Ziele des Studiums in Sexualpädagogik in Zürich
Sexualpädagoginnen und Sexualpädagogen sind befähigt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrer Entscheidungskompetenz in Bezug auf sexuelle Gesundheit zu fördern.
Grundlage des Studiums
Theoretische Hintergründe werden mit der Praxis verbunden. Das ➔ Modell Sexocorporel mit seinem körperorientierten Ansatz zeigt auf, wie Sexualität gelernt wird und wie Menschen ihre Sexualität weiter entfalten können.
Berufsperspektiven
Mit dem erfolgreichen Abschluss wird der Titel «Dipl. Sexualpädagog*in ISP» verliehen. Den Absolvent*innen stehen folgende Berufsmöglichkeiten offen:
- Sexualpädagog*in in Schulen, Jugendzentren, Kitas, Heimen oder Fachstellen
- Fachperson für sexuelle Bildung bei Menschen mit einer Beeinträchtigung, etwa in Institutionen, Werkstätten oder Wohngruppen
- Fachperson für Diversität und sexuelle Bildung, zum Beispiel im Schulkontext, bei NGO oder in Integrationsprojekten
- Berater*in für Schutzkonzepte und sexualpädagogische Konzepte, für Schulen, Kitas, Internate und Institutionen
- Workshopleitung für sexuelle Bildung in der Erwachsenenbildung, etwa für Eltern, Lehrpersonen oder Teams

Ziele
- Sachkompetenz
- Selbstkompetenz
- Kommunikations- und Interaktionskompetenz
Weiterbildungselemente
- Theoretisches Wissen über Sexualität
- Selbsterfahrung
- Erfahrung anhand von Übungen zum professionellen Umgang mit Sexualität
- Sexualpädagogische Vermittlungskompetenzen
- Reflexion der erworbenen Erkenntnisse und Erfahrungen
Start des Lehrgangs
- Intensivwoche:
10.08. bis 14.08.2027
09.15 bis 17.15 Uhr - Danach jeweils mittwochs
13.30 bis 20.00 Uhr
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Dauer
August 2027 – August 2028
Anschliessend Diplom-Modul
Insgesamt 1.5 Jahre
Durchführung
Der Lehrgang umfasst 48 Unterrichtstage in vier Modulen. Dazu kommen Lerngruppensitzungen, eine Hospitation und zwei begleitete Praktika.
Informationsveranstaltungen
Nächste Infoveranstaltungen:
- Montag, 31.08.2026 18:15-20:45 online
- Mitwoch, 30.09.2026 18:15-20:45 online
- Dienstag, 20.10.2026 18:15-20:45 online
Lehr- und Lernformen der Ausbildung
Lehrveranstaltungen
Referate fachkompetenter Dozierender werden mit Diskussionen, Rollenspielen, Übungen sowie Gesprächen in Gross- und Kleingruppen ergänzt. Die Verknüpfung mit dem Erfahrungswissen der Studierenden ist dabei selbstverständlich.
Intensivwoche zum Start
Der Lehrgang beginnt mit einer Intensivwoche. Sie dient dem fachlichen Einstieg und der Gruppenbildung und legt die Grundlage für die gemeinsame Lernzeit.
Lerngruppen
Die Studierenden bilden Lerngruppen, in denen sie Unterrichtsinhalte gemeinsam überprüfen und vertiefen sowie Bezüge zu ihren beruflichen und persönlichen Lernprozessen herstellen. Vier Lerngruppensitzungen sind fest eingeplant.
Körperarbeit und Selbsterfahrung
Die Körperarbeit nach Sexocorporel ist fester Bestandteil des Lehrgangs. Dazu kommen Embodiment und Auftrittskompetenz – beides mit dem Ziel, vor Gruppen sicher und glaubwürdig über Sexualität sprechen zu können.
Hospitation
Im ersten Modul hospitieren die Studierenden im Bereich der sexuellen Bildung. Sie reflektieren ihre Beobachtungen anhand eines vorgegebenen Rasters und halten sie in einer Hospitationsdokumentation fest.
Zwei begleitete Praktika
In den Modulen 3 und 4 führen die Studierenden zwei begleitete Praktika durch – von mindestens vier Lektionen bis zu einem ganzen Tag. Das zweite Praktikum wird der Gruppe präsentiert. So entsteht Sicherheit in der eigenen sexualpädagogischen Praxis.
Standortgespräche und Gruppensupervision
Standortgespräche in der Lerngruppe begleiten den Lernprozess. Ergänzend findet eine Gruppensupervision gemeinsam mit dem vorangehenden Jahrgang statt.
Diplomarbeit
Im abschliessenden Diplommodul verfassen die Studierenden eine Diplomarbeit. Sie werden dabei in zwei individuellen Begleitungen unterstützt und in wissenschaftliches Arbeiten eingeführt.
Überblick Inhalte Diplomlehrgang Sexualpädagogik in Zürich
- Modell sexueller Gesundheit «Sexocorporel»
- Sexuelle Entwicklung und der Sexualisierungsprozess
- Entwicklung sexueller Kompetenzen
- Körperarbeit nach «Sexocorporel»
- Biologische Grundlagen der weiblichen und männlichen Sexualität
- Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt
- Sexuell übertragbare Krankheiten und Prävention
- Gesetzliche Grundlagen
- Gesprächsführung zu Sexualität
- Sexualisierte Gewalt
- Rolle der Fachperson Sexualpädagogik
- Methodik/Didaktik der Sexualpädagogik
- Arbeit mit Eltern und Multiplikatoren
- Sexualpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen
- Leiten von Gruppen, Auftrittskompetenz
- Sexualität und Medien
- Sexualpädagogische Konzepte
- Sexualpädagogische Arbeit im Behindertenbereich
- Arbeit mit interkulturellen Gruppen
- Integration der Sexualpädagogik ins Berufsfeld
Der Sexualpädgogik Diplomlehrgang gliedert sich in vier Module und ein abschliessendes Diplommodul:
Modul 1 – Sexuelle Entwicklung
August bis September 2027 · Der Lehrgang beginnt mit einer Intensivwoche.
Die Studierenden erarbeiten die sexuelle Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Adoleszenten sowie die biologischen Grundlagen weiblicher und männlicher Sexualität. Die Sexualität Erwachsener wird in zwei Teilen behandelt: zunächst Physiologie und Beziehungskomponente, danach Sexodynamik und kognitive Komponente. Grundlage ist durchgehend das Modell Sexocorporel.
Leistungsnachweis sind eine Hospitation und die zugehörige Hospitationsdokumentation.
Modul 2 – Grundlagen der Sexualpädagogik
September bis Dezember 2027
Im Zentrum stehen die rechtlichen Grundlagen, die Didaktik der Sexualpädagogik und die Rolle der Fachperson. Die Studierenden üben Gesprächsführung und das Leiten von Gruppen im sexualpädagogischen Kontext, arbeiten an Embodiment und Auftrittskompetenz und setzen sich mit der Vielfalt sexueller Angebote in den Medien und der Förderung von Entscheidungskompetenz auseinander. Den Abschluss bildet die Sexualpädagogik im Zyklus 1 – Kita, Kindergarten und Unterstufe.
Leistungsnachweis ist eine schriftliche Prüfung über die Module 1 und 2.
Modul 3 – Sexualpädagogik Teil I
Januar bis Mai 2028
Die sexualpädagogische Arbeit wird für die Mittelstufe (Zyklus 2) sowie für Berufs- und Mittelschulen (Zyklus 3) erarbeitet. Dazu kommen die Förderung sexueller Gesundheit von Menschen mit einer Behinderung, die Eltern- und Multiplikatorenarbeit, Verhütung, sexuell übertragbare Infektionen und Prävention sowie geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Standortgespräche in der Lerngruppe begleiten das Modul.
Leistungsnachweis sind das Praktikum und die Praktikumsdokumentation.
Modul 4 – Sexualpädagogik Teil II
Mai bis September 2028
Behandelt werden sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, die Entwicklung sexualpädagogischer Konzepte, interkulturelle Sexualpädagogik sowie die internationalen Standards und die sexualpädagogische Landschaft der Schweiz. Ein eigener Block widmet sich der sexualpädagogischen Gruppenarbeit mit Erwachsenen. Zum Schluss folgen die Auswertung der Module 1 bis 4 und eine Standortbestimmung.
Leistungsnachweis sind das zweite Praktikum und dessen Präsentation.
Diplommodul – Diplomarbeit
September 2028 bis März 2029
Das Diplommodul führt in die Diplomarbeit ein: Themenfindung, wissenschaftliches Arbeiten und zwei individuelle Begleitungen. Nach der Abgabe des Konzepts folgt die Erarbeitung der Diplomarbeit. Die Diplomübergabe findet im Frühling statt.
Leistungsnachweis ist die Diplomarbeit.

Weitere Informationen zur Sexualpädagogik Ausbildung am ISP
Studieren am ISP
Am Institut für Sexualpädagogik und Sexualtherapie tragen
folgende Aspekte zu einem anregenden Lernklima bei:
- In den Unterrichtsblöcken werden relevante Kompetenzen in der sexualpädagogischen Tätigkeit anhand theoretischer und praktischer Konzepte gelehrt. Durch Körperarbeit werden Studieninhalte vertieft und ergänzt.
- Kleine Studiengruppen zwischen 15 – 25 Personen ermöglichen einen persönlichen Kontakt zur Studiengangsleitung und den Dozierenden.
- Der Erfahrungsaustausch im Gruppensetting sowie die Selbsterfahrung, sind wertvolle und zentrale Faktoren des Ausbildungskonzepts.
- Die Leistungsnachweise setzen sich aus praxisnahen und wissenschaftlich fundierten Elementen zusammen.
Titel und Berufsperspektiven
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs wird
der Titel «Dipl. Sexpädagog*in ISP» verliehen.
Den Absolvent*innen stehen folgende Berufsperspektiven offen:
- Sexualpädagogische Arbeit (z.B. in Schulen oder
Fachstellen) - Durchführung von Beratungen, Schulungen und Veranstaltungen zu sexualitäts- und partnerschaftsbezogenen Themen
- Freiberufliche Tätigkeit, um Menschen auf Ihrem Weg zu
sexueller Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit zu
begleiten und unterstützen
Weiterbildungsdauer & Zeitaufwand
Der Diplomlehrgang Sexualpädagogik dauert 3 Semester bzw. 1.5 Jahr berufsbegleitend. Davon sind 48 Tage Kontaktunterricht.
Mittwochslehrgang: Beginnt mit einer Intensivwoche und findet danach jeden Mittwochnachmittag statt.
Zusätzlich zum Unterricht werden 4 Lerngruppen-Sitzungen, 1 Hospitationen, sowie 2 begleitete Praktika abgehalten. Die Dauer eines Praktikums beträgt mind. 4 Lektionen bis zu einem Tag. Zum Abschluss folgt das Diplom-Modul.
Für die Vor- und Nachbereitung der Studientage ist mit einem Aufwand von ca. 300 Stunden zu rechnen. Dies beinhaltet das Studium der Pflichtlektüre, die Lerngruppe, die Hospitationen, die Vorbereitung für die schriftliche Prüfung, die Vorbereitung für das Standortgespräch und die Vor- und Nachbereitung der Praktika. In der Regel ist die Weiterbildung bei einer 80-prozentigen Arbeitstätigkeit möglich.
Kosten und Zahlungskonditionen
Die Gesamtkosten für den Diplomlehrgang Sexualpädagogik betragen CHF 16’900.–.
| Modul 1 (Block 1 – 6) | CHF 3’600.– |
| Modul 2 (Block 7 – 12) | CHF 3’600.– |
| Modul 3 (Block 13 – 18) | CHF 3’600.– |
| Modul 4 (Block 19 – 24) | CHF 3’600.– |
| Diplom-Modul | CHF 2’500.– |
| Total | CHF 16’900.– |
Dazu kommen einmalig das Aufnahmegespräch (CHF 200.–) und das Aufnahmeverfahren (CHF 200.–). Beide werden nach Erhalt der Anmeldung in Rechnung gestellt.
Was inbegriffen ist
Im Weiterbildungsgeld inbegriffen sind die abgegebenen Unterlagen sowie die Praktikumsbegleitung.
Was zusätzlich anfällt
Nicht inbegriffen sind die Gebühren für Pflichtliteratur, Reisekosten, Unterkunft und Verpflegung.
Zahlungskonditionen
Die Weiterbildungsgebühren werden im Rahmen von 5 Teilzahlungen in Rechnung gestellt und jeweils zwei Monate vor Beginn des jeweiligen Moduls fällig.
Finanzierung
Für die Finanzierung stehen verschiedene Wege offen: Stipendien und Darlehen sowie die Weiterbildungsversicherung. Weitere Informationen zu den finanziellen Bestimmungen stehen in den AGB.
Abschlusskriterien
• 90 % Anwesenheit in den Kontaktstunden
• Teilnahme an den 4 Lerngruppensitzungen
• Absolvierung von 1 Hospitationen und 2 Praktika und deren schriftliche Evaluationen
• Eingereichte Erfahrungsprotokolle der einzelnen Unterrichtsblöcke
• Erfolgreich bestandene Prüfung der gelesenen Pflichtlektüre
• Erfolgreiche Präsentation der Praktika sowie bestandene mündliche und schriftliche Prüfung
• Erfolgreich verfasste Diplomarbeit
Sexualpädagogik FAQ
Was ist Sexocorporel?
In der Sexualpädagogik unterstützt Sexocorporel eine wertschätzende und körperbewusste Haltung, die es Pädagog*innen erleichtert, Lernende in ihrer sexuellen Entwicklung zu begleiten. Der Ansatz fördert die Fähigkeit, Körperlichkeit in der Bildungsarbeit reflektiert und offen anzusprechen und stärkt somit die pädagogischen Kompetenzen.
Erfahren Sie mehr über Sexocorporel: ➔Was ist Sexocorporel?
Zudem bieten wir einen Infotag zum Thema an: ➔Infotag Sexocorporel
Wer sind die Studierenden?
Die Studierenden haben grösstenteils einen pädagogischen Hintergrund. Einige haben auch einen Hintergrund in Psychologie oder dem medizinischen Bereich. Dazu kommen dann noch ein paar wenige Quereinsteiger. Das Alter ist sehr unterschiedlich und ein grosser Teil der Studierenden identifiziert sich als Frau.
Wer sind die Dozierenden?
Unsere Dozierenden im Diplomlehrgang Sexualpädagogik sind erfahrene Fachpersonen aus unterschiedlichsten Bereichen, darunter Pädagogik, Psychologie, Soziale Arbeit, Körpertherapie und weitere Disziplinen. Ihre gezielte Spezialisierung und der modulare Einsatz im Lehrgang ermöglichen eine vielseitige und praxisnahe Ausbildung, die Ihnen einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Ansätze der Sexualpädagogik bietet.
Bis wann ist die Anmeldefrist?
Wir haben ein rollendes Aufnahmeverfahren ohne fixe Anmeldefristen. Das heisst, man kann sich anmelden bis die Lehrgänge voll sind, darum ist es von Vorteil sich möglichst früh anzumelden. Ebenfalls erleichtert es die Planungssicherheit der Lehrgänge.
Wie läuft die Bewerbung ab?
- Du füllst das Onlineformular vollständig aus. ➔ Anmeldung Sexualpädagogik
- Deine Unterlagen werden geprüft.
- Wir laden dich zu einem Aufnahmegespräch ein, in dem wir deine Motivation und Eignung für den Studiengang prüfen.
- Anschliessend informieren wir dich über den Entscheid.
Was ist Sexualpädagogik?
Sexualpädagogik bezeichnet die gezielte Vermittlung von Wissen, Haltungen und Werten im Bereich der Sexualität durch Pädagogik. Dabei geht es um die Förderung der sexuellen Gesundheit und die Vermeidung von Risiken und Problemen. Die Sexualerziehung bezieht sich auf alle Aspekte der Sexualität und umfasst somit nicht nur die körperliche, sondern auch die emotionale, soziale und kulturelle Dimension.
Die Ausbildung und Fortbildung von Fachkräften im Bereich der Sexualpädagogik ist von grosser Bedeutung, um eine qualitativ hochwertige Sexualberatung zu gewährleisten. Hierbei spielt die Sensibilisierung für Vielfalt in der Sexualpädagogik eine wichtige Rolle, da unterschiedliche Geschlechterrollen, sexuelle Identitäten und Behinderungen berücksichtigt werden müssen.
Die Sexualaufklärung, Familienplanung, Empfängnisverhütung und Sexualmedizin sind weitere wichtige Themenbereiche in der Sexualpädagogik. Auch die Grenzsetzung und die rechtlichen Aspekte müssen beachtet werden, um Missbrauch und sexuelle Gewalt zu vermeiden.
Die Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) ist ein weiterer zentraler Bereich der Sexualpädagogik, da eine frühzeitige Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema Infektionsrisiken zu einer höheren sexuellen Gesundheit beitragen kann.
In der heutigen Zeit gewinnt das Thema Diversity immer mehr an Bedeutung, da die Gesellschaft zunehmend heterogener wird. Daher ist es wichtig, eine Sensibilisierung für sexuelle Gewalt zu fördern und den Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen zu thematisieren. Eine umfassende Sexualpädagogik trägt somit zu einer offenen, toleranten und aufgeklärten Gesellschaft bei.
Warum ist Sexualpädagogik wichtig?
Sexualpädagogik ist auch heute noch wichtig, aus mehreren Gründen:
- Sexualität ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Lebens und beeinflusst unser Wohlbefinden, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unsere körperliche Gesundheit. Eine umfassende Sexualpädagogik vermittelt nicht nur Wissen über Anatomie und Fortpflanzung, sondern auch über Beziehungen, Liebe und Verantwortung.
- Sexualität ist auch ein Teil unserer Identität. Eine Sexualpädagogik, die sich an der Vielfalt sexueller Identitäten und Orientierungen orientiert, trägt dazu bei, dass sich Kinder und Jugendliche in ihrer Identität angenommen und unterstützt fühlen.
- Sexualpädagogik hilft, sexuelle Übergriffe und Missbrauch zu verhindern. Eine gute Sexualpädagogik kann Kindern und Jugendlichen die notwendigen Fähigkeiten vermitteln, um ihre Grenzen zu setzen, Grenzverletzungen zu erkennen und sich Hilfe zu holen.
- Eine umfassende Sexualpädagogik ist auch ein wichtiger Bestandteil der Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) und ungewollten Schwangerschaften. Sie trägt dazu bei, dass Jugendliche informierte Entscheidungen treffen und sich schützen können.
Insgesamt kann eine gute Sexualpädagogik dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche ein gesundes und positives Verhältnis zur Sexualität entwickeln und sich in einer sicheren und unterstützenden Umgebung entfalten können.
Weiterbildung und Kompetenz in der Sexualpädagogik
Das ISP Zürich bietet umfassende Programme zur Förderung der sexuellen Gesundheit und Erziehung. Diese beinhalten spezielle Fortbildungen in Pädagogik, die darauf abzielen, professionelle Kompetenzen im Umgang mit Sexualität zu stärken. Der Einsatz von Sexocorporel, einer Methode zur Integration von Körper und Sexualität, ist ein zentraler Bestandteil der Lehrpläne. Die Weiterbildungskurse des ISP zielen darauf ab, Fachkräfte in der Entwicklung sexueller Kompetenzen zu unterstützen, was besonders in der sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von grosser Bedeutung ist. Durch diese Bildungsangebote fördert das Institut ein tieferes Verständnis und professionelle Ansätze in der Sexualerziehung.
Warum ist uns ein pädagogischer Sexualpädagogik-Ansatz wichtig?
Während die menschenrechtsbasierte Sexualpädagogik vor allem auf rechtliche Rahmenbedingungen und den Schutz individueller Rechte fokussiert, geht die pädagogische Sexualpädagogik einen entscheidenden Schritt weiter: Sie zielt nicht nur auf den rechtlichen Anspruch, sondern auf die tatsächliche Bildungsarbeit mit Menschen.
Pädagogik bedeutet hier: Entwicklung begleiten, Kompetenzen fördern und Räume schaffen, in denen Fragen gestellt, Erfahrungen reflektiert und Werte gebildet werden können.
Eine rein menschenrechtsbasierte Sichtweise kann dazu verleiten, Sexualität ausschliesslich als politisches oder rechtliches Thema zu behandeln – wichtig, aber oft abstrakt. Die pädagogische Perspektive hingegen ermöglicht es, im konkreten Alltag mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu arbeiten, Entwicklungsaufgaben zu begleiten und lebensnahe, körperlich-emotionale Lernprozesse zu unterstützen.
Gerade wenn es um Fragen der sexuellen Identität, des Umgangs mit Nähe und Distanz oder um emotionale Reife geht, braucht es mehr als nur den Verweis auf Rechte. Es braucht pädagogisches Feingefühl, Beziehungsgestaltung und methodisches Know-how – Fähigkeiten, die nur durch gezielte Ausbildung in pädagogischer Sexualpädagogik entwickelt werden können.
Am ISP Zürich orientiert sich die Sexualpädagogik deshalb an einem entwicklungspsychologischen, erfahrungsorientierten und körperbezogenen Ansatz. So entstehen Bildungsprozesse, die nicht nur informieren, sondern echte Veränderung ermöglichen – in Haltung, Verhalten und Beziehungsgestaltung. Die pädagogische Sexualpädagogik stärkt nicht nur das Wissen über Rechte, sondern auch die Fähigkeit, diese im Alltag zu leben.