Glossar: die Begriffe des Sexocorporel

50 Begriffe deutsch und französisch, mit den anderen gebräuchlichen Benennungen.

Sexocorporel / Glossar: die Begriffe des Sexocorporel

Die Fachsprache des Modells Sexocorporel stammt aus dem Französischen, und dieselbe Sache trägt je nach Institut zwei Namen. Dieses Glossar führt die deutschen Begriffe mit ihrem französischen Original und mit den anderen gebräuchlichen Benennungen auf – Druckmodus neben archaischem Erregungsmodus, Körper-Spiegel neben Körper-Hirn-Einheit – und verweist auf die Seite, die den Begriff im Zusammenhang erklärt.

Die französischen Entsprechungen folgen den Originaltexten von Desjardins und Chatton.

Alte und neue Benennungen

Wer ältere Unterlagen oder die Seiten anderer Institute liest, trifft auf andere Wörter für dieselbe Sache. Die Zuordnung:

Benennung in diesem GlossarAndere gebräuchliche Benennung
Archaischer ErregungsmodusDruckmodus
Mechanischer ErregungsmodusReibungsmodus
Archaisch-mechanischer ErregungsmodusDruck-Reibe-Modus
Erregungsmodus im DauerstromVibrationsinduzierter Erregungsmodus
Sexodynamische KomponentenPersönliche Komponenten
GeschlechtsidentitätSexuelle Identität, Grundkomponente
Körper-Hirn-EinheitKörper-Spiegel, grundlegende Einheit
LustfunktionSexuelles Lusterleben
AnziehungskodesSexuelle Anziehungscodes, Attraktionskodes
Sexuelle AggressivitätEmotionale Intensität
Erotische KompetenzenErotische Fähigkeiten

Die zweite Spalte ist nicht falsch, sondern verbreitet. Dieses Glossar folgt in der ersten Spalte den Originaltexten.

A

Anejakulation · anéjaculation — Fehlende Fähigkeit des Mannes, eine orgastische Entladung mit Ejakulation zu erreichen. → Erregungsfunktion

Anorgastie · anorgastie — Fehlende Fähigkeit, den Punkt ohne Wiederkehr und eine orgastische Entladung zu erreichen. Nicht zu verwechseln mit Anorgasmie.

Anorgasmie · anorgasmie — Eine orgastische Entladung findet statt, die begleitenden Lustgefühle fehlen jedoch oder werden nicht wahrgenommen.

Anziehungskodes · codes d’attraction · auch: sexuelle Anziehungscodes, Attraktionskodes — Persönliche Muster, die bestimmen, was und wer sexuell und emotional anziehend wirkt. → Komponenten

Archaischer Erregungsmodus · mode archaïque · auch: Druckmodus — Erregungssteigerung über starken Druck, propriozeptive Stimulation, hoher Muskeltonus. → Erregungsmodi

Archaisch-mechanischer Erregungsmodus · mode archaïco-mécanique · auch: Druck-Reibe-Modus — Druck und Reibung gleichzeitig, oberflächliche und tiefe Rezeptoren.

B

Basiskomponenten — Benennung in der Darstellung der Académie du Sexocorporel für das, was die Originaltexte als Grundkomponente führen: biologisches Geschlecht, Archetypen, Erregungsreflex. → Geschlechtsidentität

Beziehungskomponenten · composantes relationnelles — Liebesgefühl, Bindungsfähigkeit, Verführungsfähigkeit, Kommunikation, erotische Kompetenzen. → Komponenten

D

Druckmodus — verbreitete Benennung für den archaischen Erregungsmodus.

Druck-Reibe-Modus — verbreitete Benennung für den archaisch-mechanischen Erregungsmodus.

Diffusion · diffusion — Die Fähigkeit, die sexuelle Erregung sich im Körper ausbreiten zu lassen. Voraussetzung für intensives Lusterleben. → Erregungsfunktion

Direkte Kausalität · causalité directe — Ein Zusammenhang, bei dem eine körperliche Gewohnheit unmittelbar bestimmt, was sexuell möglich ist. Gegenbegriff zur indirekten Kausalität. → Grundannahmen

Doppelte Schaukel · double bascule — Gleichzeitige Bewegung von Becken und Schultern in der Körperachse, angetrieben von der Bauchatmung. Kennzeichen des wellenförmigen Erregungsmodus.

E

Emotionale Intensität — in deutschen Darstellungen gebrauchte Benennung für die sexuelle Aggressivität.

Erotische Kompetenzen · compétences érotiques · auch: erotische Fähigkeiten — Das Repertoire im Zusammenspiel mit einer anderen Person.

Erregungsmodus im Dauerstrom · mode en courant continu · auch: vibrationsinduzierter Erregungsmodus — Erregungssteigerung über eine Stimulation mit sehr hoher Pulsfrequenz, etwa Duschstrahl oder Vibrator.

Erregungsfunktion · fonction de l’excitation — Erregungsreflex und die darauf aufbauenden Lernprozesse. → Erregungsfunktion

Erregungsmodus · mode d’excitation — Die Art, wie eine Person ihre sexuelle Erregung körperlich steigert. → Erregungsmodi

Erregungsquellen · sources d’excitation — Die Sinneskanäle und Reize, über die bei einer Person Erregung entsteht. Eine der physiologischen Komponenten (2). → Komponenten

Erregungsreflex · réflexe d’excitation — Der angeborene, unwillkürliche Vorgang, der Vasokongestion und muskuläre Abläufe auslöst.

Expliziter Körper · corps explicite — Der sichtbare, bewegbare Körper mit seinen Sinnesempfindungen. Gegenbegriff: impliziter Körper. → Grundannahmen

G

Geschlechtsidentität · identité sexuelle · auch: sexuelle Identität, Grundkomponente — Das genetische Geschlecht. Im Modell die Grundkomponente (1) und die einzige, die nicht über Lernprozesse entsteht. → Komponenten

Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit · sentiment d’appartenance à son sexe biologique — Wie selbstverständlich sich eine Person im eigenen Körper als geschlechtlich erlebt.

I

Impliziter Körper · corps implicite — Wahrnehmungen, Emotionen, Gedanken, Fantasien.

Indirekte Kausalität · causalité indirecte — Erklärung eines sexuellen Problems über psychische Konflikte oder Beziehungsstörungen.

K

Körper-Spiegel · corps miroir — Bild für die Körper-Hirn-Einheit: Jede Wahrnehmung, Emotion und Kognition hat eine körperliche Entsprechung und umgekehrt. → Körper-Hirn-Einheit

Kanalisation · canalisation — Die Fähigkeit, die sexuelle Erregung in den Genitalien zu bündeln, um den Punkt ohne Wiederkehr zu erreichen. → Erregungsfunktion

Kognitive Komponenten · composantes cognitives — Kenntnisse, Werte, Normen, Ideologien, Denkweisen, Idealisierungen, Mystifizierungen.

Körper-Hirn-Einheit · corps miroir · auch: Körper-Spiegel, grundlegende Einheit — Die Annahme, dass Körper und Psyche eine untrennbare funktionale Einheit bilden. → Grundannahmen

L

Lustfunktion · plaisir sexuel · auch: sexuelles Lusterleben — Die Fähigkeit, Erregung als Lust wahrzunehmen. Erregung und Lust sind nicht dasselbe.

M

Mechanischer Erregungsmodus · mode mécanique · auch: Reibungsmodus — Erregungssteigerung über rasches, gleichförmiges Reiben oberflächlicher Rezeptoren.

Muskeltonus · tonus musculaire — Muskuläre Spannung, von hypoton bis hyperton. Eine der drei Grössen körperlicher Aktivität.

Mystifizierung — Eine Vorstellung darüber, wie Sexualität zu sein habe, die nie an einer Erfahrung geprüft wurde.

O

Ondulierender Erregungsmodus · mode ondulatoire — Fliessende Bewegung des ganzen Körpers bei eher tiefem Muskeltonus. Gute Diffusion, mitunter fehlende Kanalisation.

Orgasmie · orgasmie — Die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erreichen.

Orgasmus · orgasme — Orgastische Entladung, begleitet von intensivem Lusterleben.

Orgastie · orgastie — Die Fähigkeit, den Punkt ohne Wiederkehr und eine orgastische Entladung zu erreichen.

Orgastische Entladung · décharge orgastique — Rein körperlicher Vorgang: rhythmische Kontraktionen der Beckenboden- und Bauchmuskulatur im Abstand von etwa 0,8 Sekunden.

P

Physiologische Komponenten · composantes physiologiques — Erregungsfunktion, Erregungsmodi, Sinnesempfindungen, biologische Basis.

Persönliche Komponenten — Benennung in der Darstellung der Académie du Sexocorporel für die sexodynamischen Komponenten.

Point of no return · point de non-retour — Der Punkt, ab dem die orgastische Entladung unwillkürlich abläuft.

R

Reibungsmodus — verbreitete Benennung für den mechanischen Erregungsmodus.

S

Sexuelle Aggressivität · agressivité sexuelle · auch: emotionale Intensität — Die emotionale Intensität einer sexuellen Begegnung, nicht Gewalt.

Sexodynamische Komponenten · composantes sexodynamiques · auch: persönliche Komponenten — Lustfunktion, Geschlechtszugehörigkeitsgefühl, Selbstsicherheit, Begehren, Anziehungskodes, Fantasien, emotionale Intensität.

Sexualisierungsprozess · processus de sexualisation — Die lebenslange Sexualentwicklung über persönliche Lernschritte. → Grundannahmen

Sexuelle Selbstsicherheit · assertivité sexuelle — Das Zutrauen, sexuell handlungsfähig und begehrenswert zu sein.

V

Vibrationsinduzierter Erregungsmodus — am ISP und beim Institut Sexocorporel International gebrauchte Benennung für den Erregungsmodus im Dauerstrom.

Vasokongestion · vasocongestion — Einströmen von Blut in Geschlechtsorgane und Schwellkörper, gesteuert vom unwillkürlichen Nervensystem.

W

Wellenförmiger Erregungsmodus · mode en vagues — Bewegung in der Körperachse über die doppelte Schaukel; untere Schaukel steigert die Erregung, obere die Gefühlsempfindungen.

Z

Zeitliche Erregungskurve · courbe d’excitation — Wie steil die Erregung ansteigt, wie lange sie gehalten wird und wie sie abfällt. Eine der physiologischen Komponenten. → Erregungsfunktion


Autor: Ben Kneubühler, Geschäftsführer ISP Zürich · Stand: 3. September 2026